Inhalt: Satoru Mikami wird durch einen Attentäter umgebracht. Doch das ist nicht das Ende, denn er wird wiedergeboren als Schleim in einer anderen Welt. Dort freundet er sich zunächst mit dem Sturmdrachen Veldora an, lernt neue Fähigkeiten und beginnt sein eigenes Reich aufzubauen.
Das war meine erste Manga Light Novel und ich bin ehrlich etwas zwiegespaltener Meinung.
Was mir gut gefallen hat, ist das Setting und der Plot. Fantasy ist sowieso mein Ding und wenn es dann noch etwas ausgefallen ist umso besser. Ich mag auch die typischen Fantasyrassen wie Drachen, Goblins, Zwerge, Dämonen… und hier kommt noch eine Rasse hinzu: Schleim. Ich muss allerdings auch sagen, dass der als Rasse für mich gar nicht so richtig in die Welt passt. Ich weiß auch nicht, aber der wirkt da irgendwie deplatziert. Außer dem Schleim, Satoru Mikami, der im späteren Verlauf Lord Rimuru Tempest heißt, sind es sonst alles bekannte Gestalten, die man aus dem Fantasygenre so weit kennt. Zumindest hat keiner von ihnen so außergewöhnlich wie Rimuru gewirkt. Aber das hat mich nicht gestört, nur etwas verwundert.
Das Buch hat natürlich allein seinen Charme auf mich ausgeströmt, als auch noch Wölfe eine Rolle spielten. Als bekennender Wolfsfan habe ich daran einfach meine Freude.
Auch der Plot hat mir gut gefallen, wie man miterlebt wie Rimuru sein neues Selbst und die Welt entdeckt, wie er neue Fähigkeiten erlernt und Abenteuer bestreiten muss
Was mir nicht gefallen hat, war vor allem der Schreibstil. Einerseits mag ich die Ich-Perspektive nicht, konnte mich aber daran schon irgendwie gewöhnen, genauso wie an den Schreibstil an sich. Da das Buch mit einer Altersempfehlung von 13 Jahren deklariert ist, war mir schon klar, dass der Schreibstil eher einfacher ist und Kampfszenen nicht sonderlich ins Detail gehen werden (was auch der Fall war).
Allerdings hat es mich gestört, dass der Autor an manchen Stellen sehr ausschweifend war, sprich es hat ewig gedauert bis die Figur auf den Punkt kam (hier habe ich mich auch wirklich gelangweilt) und an anderer Stelle durch die Geschichte gehetzt ist, wo ich gern ein paar mehr Erläuterungen und Einblicke gehabt hätte. Die zweite Ich-Perspektive von Shizue fand ich beispielsweise sehr sinnlos. Ihre Geschichte ist wesentlich dramatischer, als die von Rimuru, wie sie in diese Welt gekommen ist und was sie erleben musste. Allerdings wurden ihre Parts nur so als Nebenstrang behandelt, teilweise die Informationen heruntergerattert, dass ich mich nicht in sie und ihr Schicksal hineinfühlen konnte. Letzten Endes war sie mir trotz der schlimmen Ereignisse, die sie erfahren musste, herzlich egal. Am Ende hat dieser Nebenstrang zwar eine entscheidende Wendung gebracht, die sich wohl auf die weiteren Bücher ausbreiten wird, aber in diesem Band hat er mir nichts genützt.
Auch fand ich diese willkürlichen großen Absätze, Sterne oder sonstigen Zeichen irritierend, die einen neuen Gedankenabschnitt zwar kennzeichnen sollten, es aber meist nicht taten, weil es genau an dem Punkt weiterging, wo es aufgehört hat. Gerade diese Leerzeilen (großen Absätze) habe ich meist nicht verstanden, warum sie überhaupt existieren.
Und dann hat mich vor allem auch gestört, dass alle Figuren mit lachen anfingen. Und das wurde nicht beschrieben, sondern meist mit „HA HA HA! Du…“ Am Anfang dachte ich ja, das wäre eine Eigenheit vom Sturmdrachen Veldora und hätte es da noch als passend empfunden, aber als plötzlich fast jeder so angefangen hat, hat es mich nur noch genervt.
Auch habe ich mich ein Bisschen wie in einem Game gefühlt, wenn von Skills die Rede war, wie Rimuru sie erreichte und wenn dann von cheaten die Rede war. Bestimmt gab es noch andere Hinweise, da ich aber selbst kein Gamer bin, werde ich die nicht gesehen haben.
Ein Problem für mich ist auch immer, wenn die Geschichten humoristisch angehaucht sind. Ich verstehe nur selten den Humor oder kann darüber lachen. Im Prinzip könnte ich auch nur sagen, dass es bei Derek Landy bei mir funktioniert, er trifft da ziemlich gut meinen Humor und packt das für mich perfekt in seine Geschichte. Hier waren auch immer wieder kleine Absätze, wo das in eine humoristische Richtung schlug und es hat mich überhaupt nicht gepackt um ehrlich zu sein.
Rimurus „wobbeln“ finde ich niedlich, passend zu seinem Charakter, aber auch Rimuru selbst ist für mich eher schwierig. Mir ist zum Beispiel unklar, ob er überhaupt Schwächen besitzt. Immerhin hat er Gegner, die er wesentlich stärker eingeschätzt hat, mit wenig Mühe vernichtet. Er vergibt 500 Goblins einen Namen, was ziemlich viel Energie frisst und verfällt lediglich ein paar Tage in einen Schlafmodus. Irgendwie ist er mir jetzt schon zu mächtig. Auch spielt er sich gern mal als der Größte auf, obwohl er ziemlich zufällig zu seiner Position gekommen ist und ist auf der anderen Seite viel zu hilfsbereit.
Ich meine, da kommt eine Feuermagierin in sein Dorf, dreht plötzlich durch und zerstört alles, was sie sich bis dahin aufgebaut haben und obwohl er sie kaum kennt, weiß er sofort, dass sie von ihrem Dämon in sich unterdrückt wird und will ihr helfen. Oder wie er den Zwergen einfach so geholfen hat. Er hat ja nicht ahnen können, dass sie noch nützlich für ihn sein können.
Skurril und ich weiß auch nicht, was ich davon halten sollte, war als sich der Autor selbst in die Geschichte gebastelt hat. Zumindest gibt es einen Gildenmeister mit dem Namen Fuse. Keine Ahnung, was das soll, ob es nur ein Gag am Rande ist oder ob das noch eine größere Bedeutung im Laufe der Geschichte nehmen wird.
Gefallen haben mir allerdings die Zeichnungen im Buch. Es waren recht wenige, aber dafür sehr schöne und passende. Die farbige Zeichnung vor Beginn der Geschichte ist meine liebste, da sie alle wichtigen Figuren zeigt. Übrigens schon da sticht Rimuru einfach heraus.
Fazit: Auch wenn ich am Ende viel hatte, was mir nicht gefallen hat, empfinde ich die Geschichte als gut. Ich mag den Plot, die Welt und eigentlich auch die Figuren (Ranga, der Tempest Wolf ist natürlich der Beste). Ich würde einfach behaupten, dass ich nicht die Zielgruppe dieser Light Novel bin und doch bin ich neugierig wie es weitergeht. Vielleicht werde ich daher weitere Bände lesen. Für diesen vergebe ich solide 3 Sterne.