Langwierig – so lässt sich dieses Buch wohl am besten beschreiben. Allerdings ist das in diesem Fall nicht negativ gemeint. Die Geschichte nimmt sich Zeit: Gedanken, Abläufe und entscheidende Situationen werden ausführlich beschrieben. Konversationen erstrecken sich über mehrere Seiten, und nebenbei erfährt man eine Menge über das Thema „Kredit“. Tatsächlich lässt sich das Buch fast schon als eine Art Ratgeber lesen, denn es beleuchtet die Vor- und Nachteile von Krediten, deren verschiedene Arten und die Konsequenzen, wenn man sich – aus welchen Gründen auch immer – Geld von den falschen Leuten leiht.
Ich mochte den Schreibstil. Das Buch hatte für mich etwas von einer Serie oder einem Film, und insgesamt mochte ich es sehr. Die Charaktere hatten alle ihre eigenen Beweggründe, die Floskeln, Gespräche und Metaphern wirkten stimmig und passend zur Geschichte.
Das Ende empfand ich als etwas ernüchternd, da es kein klassisches, abgeschlossenes Finale gibt. Dennoch möchte ich dem Buch dafür keine 4 Sterne geben. Ein Ende ist vorhanden – es setzt nur genau dort an, wo das Buch aufhört. Und ich fragte mich: Muss ich als Leser wirklich alles bis ins Detail erfahren? Rückblickend ging es ohnehin eher um das große Ganze als um das klassische „Täter-Dingfestmachen“
Eine klare Leseempfehlung.


