Miyamoto Musashi

 3,9 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor*in von Das Buch der fünf Ringe, Fünf Ringe und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Miyamoto Musashi (1584-1645) wird bis heute in Japan als »Kensei«, als Weiser und »Heiliger des Schwertes« verehrt. Der Samurai hatte auf der Suche nach Erleuchtung sein Leben dem »Kendo«, der Kunst des Schwertkampfes, geweiht. Kurz vor seinem Tod zog er sich als Einsiedler zurück und schrieb die Essenz seines Lebens im »Buch der Fünf Ringe« nieder.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Miyamoto Musashi

Cover des Buches Das Buch der fünf Ringe (ISBN: 9783492305310)

Rezension zu "Das Buch der fünf Ringe" von Miyamoto Musashi

Das Buch des professionellen Tötens
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

Offensichtlich feiern irgendwelche gewaltaffinen Manager japanische Samurai ab, weil sie in die alten Texte ihre eigene menschenverachtende Lesart hineininterpretieren. Ganz so wie Musashi den Buddhismus verbiegt, damit er sein Tötungsgeschäft damit in Einklang bringen kann. Apropos Buddhismus, der kommt, ebenso wie der im Klappentext genannte Daoismus auf den ersten über 100 Seiten überhaupt nicht vor. Denn Musashi hat es nicht so mit Philosophie. Der möchte nur erklären, wie man jemanden besonders gelungen mit einem Schwert töten kann. Mag sein, dass jemand der Kendo betreibt, noch irgendetwas aus diesem Büchlein herausziehen kann, obwohl ich auch das erheblich bezweifele. Kampfsportler, die meinen, hier irgendwelche Lehren zu entdecken, sind jedenfalls auf einem üblen Holzweg. Dabei bieten Buddhismus und vor allem Daoismus durchaus einige bedenkenswerte Ansätze, die den verschiedenen Kampfsportlern nützlich wären.

Mir ist es ein völliges Rätsel warum Musashi dermaßen gehypt wird. Die Werbung verspricht: "Dieses Grundlagenwerk der Schwertkunst ist eine klassische Anleitung für strategisches Handeln: Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung von Miyamoto Musashis Weisheiten ist nicht die Technik, sondern die innere Haltung, geprägt durch Entspannung, Offenheit und Klugheit des Herzens. Musashi zeigt in zahlreichen anschaulichen Beispielen und Geschichten, wie kluges strategisches Handeln auch in der heutigen Berufs- und Arbeitswelt zum Erfolg führt." In der Einleitung steht dann aber: „Das Buch … ist ausschließlich der pragmatischen Kriegs- und Kampfesführung gewidmet. … Stattdessen richtet der Autor sein Hauptaugenmerk auf die Psychologie und die Physis des tödlichen Angriffs…“ Da fühle ich mich als Leser schon ein wenig in die Irre geführt. 

Das Buch des professionellen Tötens

Das Buch strotz jedenfalls nur so von Allgemeinplätzen. Hilfreich ist das überhaupt nicht. Dafür kann aber jeder hineinlesen was er gerade will. Wer der Meinung ist, dass professionelles Töten heute noch Vorbild sein kann, bitte sehr. Für mich ist diese militaristische und martialische Weltsicht nicht nur anachronistisch, sondern wesentliches Übel dieser Welt. Gegen die sich im Übrigen Buddhismus und Daoismus eindeutig aussprechen. Aber jedem gewalt- und kriegslüsternen Kämpfer ist ja noch immer eine Interpretation eingefallen, um das eigene Handeln als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Und wem nichts eigenes einfällt, der holt sich eben Inspiration bei alten Samurai.

„Seine Wissenschaft der Aggression und der Gnadenlosigkeit (sic!) ragt als höchst konzentriertes Musterbeispiel der Samurai-Philosophie hervor.“ Echt jetzt? Gnadenlosigkeit als Vorbild? Nun gut, das passt natürlich einigen Managern in ihr menschenfeindliches materialistisch-kapitalistisches Weltbild. Ist man also auf der Suche nach Hinweisen wie man sein Schwert richtig hält und wie man z.B. die Arme des Gegners abhackt, der wird bei Musashi fündig. Für alles andere gibt es hunderte besserer Bücher.

Dieses kleine gewaltgeile Büchlein ist jedenfalls eine reine Enttäuschung. Vielleicht passt es aber auch wieder ganz gut in unsere Zeit, in der sich Macht und Gewalt wieder einmal ausbreiten und ein großes Publikum finden.

Cover des Buches Das Buch der fünf Ringe (ISBN: 9783492305310)
A

Rezension zu "Das Buch der fünf Ringe" von Miyamoto Musashi

Ein Klassiker
AngiePvor 3 Jahren

Sehr abstrakt, aber dennoch spannend. Ich glaube, man muss seine Schwertkunst ausüben, um das Buch vollständig zu verstehen, aber ich habe es dennoch sehr genossen. Jeder, der sich für Samurai und japanische Kampfkünste interessiert, sollte es lesen und sich seine eigene Meinung bilden.

Cover des Buches The Book of Five Rings (ISBN: 9784770028013)
Yansusus avatar

Rezension zu "The Book of Five Rings" von Miyamoto Musashi

Miyamoto und Yagyu: Echte Samurai mit ebenso echten Ansichten
Yansusuvor 7 Jahren

Ich habe die Ausgabe aus dem Shambhala-Verlag von 2005 gelesen, in der (trotz des Titels) nicht nur "The Book of Five Rings" von Miyamoto Musashi enthalten war, sondern auch "The Book of Family Traditions on the Art of War" von Yagyu Munenori.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung, in der neben geschichtlichen Hintergründen unter anderem auch beschrieben wird, wer die beiden Autoren sind, denen wir die beiden Schriften zu verdanken haben.

In seinem "The Book of Five Rings" schildert Miyamoto, was er in den sechzig Jahren seines Lebens über das Samurai-sein an Erkenntnissen gewonnen hat. Vermutlich ist das nicht, was die meisten Leute erwarten. Miyamoto zeigt nämlich nichts von dem romantisierten Bild der Samurai, sondern ist eher praktisch veranlagt. Ich würde seine Philosophie des Kämpfens in etwa so zusammenfassen: "Wenn draufhauen etwas bringt, dann hau drauf."
Dabei schildert er auch seine Überlegungen in Bezug auf Schulen des Schwertkampfes, das Pro & Kontra von verschiedenen Waffen und Ähnliches. Er führt dabei praktische Gründe an und gibt ebenso lebensnahe Beispiele.
Auch wenn gern gesagt wird, dass Miyamoto kompliziert schreibt (was bei dem Alter seiner Schrift auch nicht seltsam wäre), fand ich sein Werk gerade durch den praktischen Bezug sehr gut zu lesen. Ich hatte jedenfalls keine Verständnisschwierigkeiten.
Wer also gern einmal lesen möchte, was ein echter Samurai über das Kämpfen denkt und dabei keine Angst hat, ein wenig desillusioniert zu werden, der sollte "The Book of Five Rings" definitiv einmal lesen.

Yagyu Munenori ist mit seinem "The Book of Family Traditions on the Art of War" da schon etwas abstrakter. Hier hatte ich tatsächlich auch manchmal Probleme zu verstehen, was genau er eigentlich sagen will. Man muss hier aber auch bedenken, dass er weniger praktische Hinweise geben will, sondern auf den Zusammenhang des Kämpfens mit Zen und Taoismus eingeht.
Gerade deshalb fand ich seine Schrift aber interessant. Ich würde sie daher allen Empfehlen, die gern einmal hinter die Kulissen in das theoretische Konstrukt schauen wollen, in das man das Kämpfen durchaus einbetten kann. Also für diejenigen, die gern eine mögliche Lebensphilosophie dahinter kennenlernen möchten.

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