Mizuko Masuda

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor*in von Der Einzeller.

Lebenslauf

Masuda Mizuko, geboren 1948, studierte Agrarwissenschaften und Biochemie an der Tokyo University of Agriculture and Technology. In den späten 1970er-Jahren, während sie in einem Labor für Biochemie an der Nippon Medical University arbeitete, begann sie mit der Veröffentlichung von belletristischen Werken. Für den Roman "Jiyû jikan" (Freie Zeit) wurde ihr der Noma-Kunst-Nachwuchspreis verliehen, und für den vorliegenden Roman, dessen japanischer Titel "Shinguru Seru" (Single Cell) lautet, der Izumi-Kyôka-Preis. Desweiteren erhielt Masuda Mizuko für "Tsukuyomi" (Tsukuyomi ist eine shintoistische Gottheit) den Itô-Sei-Literaturpreis. Außerdem wurde sie wiederholte Male für den Akutagawa-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis Japans, sowie für zahlreiche andere Preise nominiert. Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen häufig als Single lebende junge Menschen. Zentrale Themen in ihren Werken sind die emotionale Isolation und die Einsamkeit einzelner Individuen in der Gesellschaft.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mizuko Masuda

Cover des Buches Der Einzeller (ISBN: 9783939876007)

Der Einzeller

(1)
Erschienen am 01.02.2013

Neue Rezensionen zu Mizuko Masuda

Cover des Buches Der Einzeller (ISBN: 9783939876007)
Literatursprechstundes avatar

Rezension zu "Der Einzeller" von Mizuko Masuda

Literatursprechstunde
Emotionale Isolation in Japan! 🇯🇵🌸

Mit „Der Einzeller“ möchte ich Euch mal wieder eins der Werke aus meiner geliebten Japanischen Literatur vorstellen. Es war ein Zufalls-Antiquariatsfund, über den ich mehr als glücklich bin.


Aber worum geht’s?!

Wir erfahren die Geschichte des 25-Jährigen Tokioter Agrarwissenschaftsstudenten und Vollwaisen Mikio. Mit fünf Jahren verlor er zunächst seine Mutter (an die er keinerlei Erinnerung mehr hat) und mit 16 Jahren dann schließlich seinen Vater. Das Leben macht ihn zu einem Einzelgänger und er passt somit perfekt in die heute stetig wachsende Single-Gesellschaft. Da er kein großes Erbe zum Verleben hat, hält er sich mehr schlecht als recht als Teilzeit-Nachhilfelehrer über Wasser. In seinen Gedanken ist seine Vergangenheit omnipräsent und er struggelt zunehmend mit dem Gedanken sich nach dem Tod seines Vaters komplett isoliert zu haben. Mikio verbringt nahezu seine gesamte Zeit an der Uni mit dem Ziel in ein Doktorandenprogramm aufgenommen zu werden. Leider vergeblich, denn sein Professor hat andere Pläne für seine berufliche Zukunft geschmiedet. Das gibt ihm letztlich den Anstoß, seine ganze Energie in die Fertigstellung seiner Masterarbeit investieren zu wollen - zu diesem Zwecke bucht er sich für zwei Wochen in einen Gasthof ein, in dem er sich zunächst vollends einer einzelnen Ameise zuwendet, die mit ihm sein dortiges Zimmer bewohnt. Bis schließlich vier junge Japanerinnen sich auch dort einbuchen, unter ihnen auch Ryôko, die später noch eine größere Rolle in seinem Leben spielen wird.


Doch was hat es mit dem Buchtitel „Der Einzeller“ auf sich?!

Der Begriff Einzeller wird im Japanischen auch als Synonym für „einfache Seele, einfältiger Mensch“ verwendet. Und das könnte eine sehr treffende Umschreibung für unseren Protagonisten Mikio sein. Seine Masterarbeit verfasst er über die Überlebensfähigkeit von isolierten Zellen.


„Die isolierten Zellen lebten in der Tat auch einzeln weiter, wenn alle Bedingungen stimmten, weshalb man von unabhängigen Lebewesen sprechen konnte. Doch nach einer gewissen Zeit wurden die Zellwände ungewöhnlich fleischig, das heißt die das Leben schützende Schale wurde zu dick, so dass die Zellen schließlich erstickten, weil sie keine Nährstoffe mehr von draußen aufzunehmen vermochten. Das Verdicken der Zellwände war eine übertriebene Abwehrmaßnahme, um den empfindlichen Inhalt zu schützen. Damit einhergehend verlor die Zelle auch ihre Fähigkeit zur Teilung. Das Prinzip war das gleiche wie bei einem Ei, dessen Schale zu dick geworden ist und daher nicht mehr ausgebrütet werden kann. Die isolierten Zellen starben bei dem jetzigen Stand der Dinge schon in der ersten Generation. Darüber hinaus wurden sie auch nicht alt.“


Nicht nur Zellen brauchen Gesellschaft, um überlebensfähig zu sein, Menschen ebenso. Doch was passiert, wenn ein Mensch wie ein isolierter Einzeller lebt, welche Erfahrungen er macht und welche Auswirkungen auf seine Psyche so ein Leben mit sich bringt, erzählt uns die Autorin Masuda Mizuko in „Der Einzeller“ (sie selbst studierte Agrarwissenschaften und Biochemie in Tokyo und verwebt ihre eigenen Erfahrungen in diesem Roman).


Für mich persönlich war „Der Einzeller“ eine herausragende Leseerfahrung über emotionale Isolation und die Einsamkeit einzelner Individuen in der Gesellschaft. Ich habe es geliebt, dass die Autorin auch großen Wert auf wissenschaftlich korrekte Recherche gelegt hat, denn alles was wir hier über Einzeller, die Psyche und co lesen, entspricht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen (das kennt man von dem einen oder anderen Werk leider! auch anders, daher gibts dafür meinerseits besondere Wertschätzung).

Lest es, wenn Ihr Lust habt, Euch mit dem Thema Einsamkeit in literarischer Weise auseinanderzusetzen und dass es sich bei „Der Einzeller“ um Japanische Literatur handelt, gibt nochmal einen extra Pluspunkt, einfach weil ich den Vibe dieser Literatur so liebe! 

(Es ist glaube ich nur noch antiquarisch erhältlich, aber sollte es Euch mal irgendwo begegnen: Schlagt zu!)

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

2 Bibliotheken

1 Merkzettel

Worüber schreibt Mizuko Masuda?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks