Mo Yan

 3.8 Sterne bei 102 Bewertungen
Autor von Frösche, Die Sandelholzstrafe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Mo Yan

Der chinesische Schriftsteller und Nobelpreisträger Mo Yan wurde am 17.02.1956 in Gaomi in der Provinz Shandong als Guan Moye geboren. Der Bauersohn musste während der Kulturrevolution in China im Alter von 12 Jahren die Schule verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten. Während seiner Zeit als Soldat der Volksbefreiungsarmee begann er zu schreiben. 1981 erschien als Erstlingswerk eine Kurzgeschichtensammlung. 1984 begann er in der Literaturabteilung der Kulturakademie der Armee zu lehren, an der er 1986 sein eigenes Studium beeendete. Moyes Künstlername Mo Yan bedeutet "Sprich nicht", was aufgrund der politischen Lage in China die erste Lektion durch seine Eltern war, um Probleme zu vermeiden. 1987 gelang ihm der literarische Durchbruch mit dem Zyklus "Das rote Kornfeld", mit dem er 1993 auch in Deutschland bekannt wurde. Mo Yans Werke wurden weltweit übersetzt und mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Für seinen Roman Frösche (Hanser 2013) erhielt er 2011 den Mao-Dun-Literaturpreis. Mo Yan ist der erste chinesische Träger des Literaturnobelpreises 2012.

Alle Bücher von Mo Yan

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Mo YanFrösche
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Frösche
Frösche
 (23)
Erschienen am 25.02.2013
Mo YanDie Sandelholzstrafe
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Die Sandelholzstrafe
Die Sandelholzstrafe
 (15)
Erschienen am 21.09.2009
Mo YanDie Knoblauchrevolte
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Die Knoblauchrevolte
Die Knoblauchrevolte
 (15)
Erschienen am 20.07.2009
Mo YanDie Schnapsstadt
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Die Schnapsstadt
Die Schnapsstadt
 (11)
Erschienen am 16.02.2012
Mo YanDas rote Kornfeld
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Das rote Kornfeld
Das rote Kornfeld
 (11)
Erschienen am 28.01.2007
Mo YanWie das Blatt sich wendet
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Wie das Blatt sich wendet
Wie das Blatt sich wendet
 (9)
Erschienen am 24.02.2014
Mo YanDer Überdruss
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Der Überdruss
Der Überdruss
 (8)
Erschienen am 01.05.2009
Mo YanDer Überdruss
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Der Überdruss
Der Überdruss
 (5)
Erschienen am 24.09.2012

Neue Rezensionen zu Mo Yan

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anenas avatar

Rezension zu "Frösche" von Mo Yan

China und seine Geburtenkontrolle
anenavor 6 Monaten

Als Leserin bekam ich einen Einblick in die Problematik der chinesischen Geburtenkontrolle verpackt in einen langen Roman. Protagonistin ist eine Hebamme, die erst hilft, Kinder auf die Welt zu bringen und später Frauen zur Abtreibung zwingt. Die Handlung ist zuweilen sehr brutal und befremdlich, die Frauen sterben manchmal auf grausame Weise.

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sursulapitschis avatar

Rezension zu "Frösche" von Mo Yan

China, Kinderwunsch und Froschgesang
sursulapitschivor einem Jahr

„Lieber Yoshito Sugitani san, wissen Sie, bei uns ist es Brauch, den Kindern Namen von Körperteilen zu geben. Zum Beispiel Chen Nase, Wu Dickdarm, Sun Schulter… Wie sich dieser Brauch entwickelte, weiß ich nicht. Ein Grund ist wahrscheinlich, dass man glaubte, ein Kind mit schlichtem Namen sei besser vor bösen Geistern und schlechtem Karma geschützt.“

Wan Fuß ist Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und nennt sich dann Kaulquappe. Für seinen lieben Kollegen Sugitani san schreibt er hier die Geschichte seiner berühmten Tante Gugu nieder, damit ihr Lebenswerk in einem Buch gewürdigt werden kann.
Tante Gugu war Frauenärztin und hat in Gaomi, dem Heimatdorf von Wan Fuß, fast jedem auf die Welt geholfen. Ende der 30er Jahre geboren, hat sie Chinas Kulturrevolution miterlebt und gelernt, dass es günstiger ist, linientreue Kommunistin zu sein.
Im Plauderton erzählt Wan Fuß von den unterschiedlichsten Bewohnern seines Dorfes, von Kuriosem aber auch Schrecklichem. Die Ein-Kind-Politik fordert überall Opfer und Gugu ist in vorderster Front dabei, wenn Männer zwangssterilisiert werden, Frauen zur Abtreibung gezwungen oder wenn flüchtige Schwangere verfolgt werden müssen.
Später wandelt sich der Bericht zu Wan Fuß´ Lebensbeichte, hat er doch seine erste Frau zur Abtreibung gezwungen und bereut jetzt bitter.

Geradezu genial wird hier ein Stückchen chinesische Geschichte präsentiert. Unterhaltsam und humorvoll schlittert man in Tragödien hinein, deren roter Faden, Tante Gugu, mal Retterin, mal Rächerin oder auch nur Werkzeug des Regimes ist.
Die Frösche quaken durch das Geschehen und lassen viel Interpretationsspielraum. Da nennt sich beispielsweise ein Schreiber „Kaulquappe“ und Xiao Unterlippe betreibt eine Froschfarm, die verdeckt Leihmütter vermittelt.

Dies ist mein erstes, aber bestimmt nicht mein letztes Buch von Mo Yan, der als erster Chinese 2012 den Literaturnobelpreis erhielt. Großartig, wie leichtfüßig er sich hier einem wirklich schwierigen Thema nähert. Dieses Buch unterhält, trifft und beeindruckt.

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Rezension zu "Frösche" von Mo Yan

China, Kinderwunsch und Froschgesang
sursulapitschivor einem Jahr

„Lieber Yoshito Sugitani san, wissen Sie, bei uns ist es Brauch, den Kindern Namen von Körperteilen zu geben. Zum Beispiel Chen Nase, Wu Dickdarm, Sun Schulter… Wie sich dieser Brauch entwickelte, weiß ich nicht. Ein Grund ist wahrscheinlich, dass man glaubte, ein Kind mit schlichtem Namen sei besser vor bösen Geistern und schlechtem Karma geschützt.“

Wan Fuß ist Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und nennt sich dann Kaulquappe. Für seinen lieben Kollegen Sugitani san schreibt er hier die Geschichte seiner berühmten Tante Gugu nieder, damit ihr Lebenswerk in einem Buch gewürdigt werden kann.
Tante Gugu war Frauenärztin und hat in Gaomi, dem Heimatdorf von Wan Fuß, fast jedem auf die Welt geholfen. Ende der 30er Jahre geboren, hat sie Chinas Kulturrevolution miterlebt und gelernt, dass es günstiger ist, linientreue Kommunistin zu sein.
Im Plauderton erzählt Wan Fuß von den unterschiedlichsten Bewohnern seines Dorfes, von Kuriosem aber auch Schrecklichem. Die Ein-Kind-Politik fordert überall Opfer und Gugu ist in vorderster Front dabei, wenn Männer zwangssterilisiert werden, Frauen zur Abtreibung gezwungen oder wenn flüchtige Schwangere verfolgt werden müssen.
Später wandelt sich der Bericht zu Wan Fuß´ Lebensbeichte, hat er doch seine erste Frau zur Abtreibung gezwungen und bereut jetzt bitter.

Geradezu genial wird hier ein Stückchen chinesische Geschichte präsentiert. Unterhaltsam und humorvoll schlittert man in Tragödien hinein, deren roter Faden, Tante Gugu, mal Retterin, mal Rächerin oder auch nur Werkzeug des Regimes ist.
Die Frösche quaken durch das Geschehen und lassen viel Interpretationsspielraum. Da nennt sich beispielsweise ein Schreiber „Kaulquappe“ und Xiao Unterlippe betreibt eine Froschfarm, die verdeckt Leihmütter vermittelt.

Dies ist mein erstes, aber bestimmt nicht mein letztes Buch von Mo Yan, der als erster Chinese 2012 den Literaturnobelpreis erhielt. Großartig, wie leichtfüßig er sich hier einem wirklich schwierigen Thema nähert. Dieses Buch unterhält, trifft und beeindruckt.

Großer Respekt gebührt auch dem Sprecher des Hörbuchs. Gert Heidenreich liest das Buch im netten Märchenerzählerstil, was die zarte Ironie des Textes wunderbar unterstreicht. Die vielen schwierigen chinesischen Namen präsentiert er souverän.
Das Hörbuch ist als gekürzt gekennzeichnet. Ich konnte es mit dem Print vergleichen und denke, es fehlt eigentlich nur das letzte Kapitel, in dem Kaulquappe die Geschehnisse als Theaterstück niederschreibt. Das rundet das Buch ab, ist noch ein I-Tüpfelchen, aber man kann auch gut darauf verzichten.

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Zusätzliche Informationen

Mo Yan wurde am 17. Februar 1955 in Gaomi (China) geboren.

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