Mo Yan Die Knoblauchrevolte

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Inhaltsangabe zu „Die Knoblauchrevolte“ von Mo Yan

Die Bauern des nordöstlichen Gaomi erwarten die alljährliche Knoblauchernte – doch zum Verkauf der Knollen kommt es nicht. Die Gemeinde weigert sich, den Knoblauch wie üblich abzunehmen: Es gibt einfach zu viel in diesem Jahr. Statt des würzig-herben Dufts legt sich erstickender Modergeruch über die Dörfer.
Die unwirtschaftlichen und schlicht falschen Planungen der Behörden bedrohen die Existenz der Bevölkerung. In ihrer unbändigen Wut revoltieren die Bauern gegen die erbarmungslose und korrupte Bürokratie – mit dramatischen Folgen …

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  • Kommunismus zwischen Gewalt, Korruption und Werteverfall

    Die Knoblauchrevolte

    DrGordon

    25. January 2015 um 19:00

    Mo Yan linientreu? Nicht aufgrund diesem Buch. Bauern die taeglich um Ihr Ueberleben bangen, Behoerden bis in das Mark korrupt. Aber auch die Bauern sind keine heile Welt. Taeglich Grausamkeit und Gewalt. Verfolgung, Haft und Liebe nur Andeutungsweise und tragischem Ende. Ein Buch nicht nur um China zu verstehen. Nobelpreiskollege Gao Xingjian ist noch besser aber Mo Yan braucht sich nicht zu verstecken.

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  • Rezension zu "Die Knoblauchrevolte" von Mo Yan

    Die Knoblauchrevolte

    glowinggloom

    05. January 2013 um 23:14

    Der chinesische Autor Mo Yan erhielt 2012 den Literatur-Nobelpreis. Dies wurde kritisiert, da er angeblich „staatsnah“ bei der chinesischen Kommunistischen Partei stünde, einer lupenreinen Diktatur. Zudem hat er die Zensur in den chinesischen Medien verteidigt. Vielleicht liegt es an dieser Zensur, daß ich, in 50 Jahren, eher wenig über die Mentalität und die Lebensbedingungen der Menschen in China erfahren habe. In der Hoffnung etwas über die Chinesen zu erfahren und im Vertrauen auf den Sachverstand des Nobelpreis-Komitees, habe ich diesen Roman gelesen. Die Handlung des Romans spielt mitte der 1980er Jahre in der chinesischen Provinz. Die Protagonisten sind Bauern. Mit den erzeugten Produkten versucht man sich mühsam über Wasser zu halten und es soll auch geheiratet werden. Beide Vorhaben gestalten sich auf drastische, dramatische Weise. Wie genau, soll hier nicht verraten werden, um die durchaus auch spannende Story nicht vorwegzunehmen. Man erfährt, wie alte Traditionen, etwa die arrangierte Ehe, mit dem modernen Staat kollidieren und erhält Einblicke in den real existierenden Sozialismus chinesischer Prägung, auch der krassen Diskrepanz, zwischen hehrer Theorie und verkommener Praxis. Yan geht hier hart mit seinen Landsleuten ins Gericht. Er schildert die dörfliche Gesellschaft als grausam, brutal, gierig und unmenschlich. Die kleinen Beamten und Parteikader in der Provinz führen sich wie Feudalherren auf, agieren willkürlich, sind korrupt und käuflich. Dagegen steht die Figur eines jungen Offiziers, der die offizielle Politik der Kommunistischen Partei in Erinnerung ruft. Danach dient die Partei mit ganzem Herzen dem Volk und hat Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht, die den Bauern helfen sollen, aber von den Provinzbonzen konterkariert werden. Neben der Handlung und einer Botschaft, hat Yan noch so eine Art Leitmotiv eingebaut, das wirklich auf fast jeder der 382 Seiten erklingt: der Ekel. Es wird jede Gelegenheit genutzt, etwas Widerwärtiges anschaulich zu beschreiben; körperliche Ausscheidungen aller Art, widerliche Essgewohnheiten oder Speisen (die Ärzte auf der Entbindungsstation hauen sich Nachgeburt in die Pfanne). Selbst „romantische“ Szenen werden ins Abstoßende gedreht. Dabei enthält sich der Autor, man muß in diesem Fall wohl sagen: zum Glück, der Darstellung körperlicher Liebe. So erfährt man, daß die junge Protagonistin schwanger ist und es wird klar, daß das, was 50 Seiten vorher im Jutefeld vage angedeutet wurde, wohl Sex gewesen ist. Ich finde, der Roman, in Zeitsprüngen erzählt, ist sehr gelungen komponiert, hat eine interessante Thematik und liest sich spannend und leicht. Ich möchte auf jeden Fall mehr von Mo Yan lesen, hoffe alledings, daß er dann auf andere Leitmotive zurückgreift.

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