Mo Yan Die Sandelholzstrafe

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Inhaltsangabe zu „Die Sandelholzstrafe“ von Mo Yan

In seinem großen historischen Epos inszeniert Mo Yan eine farbenprächtige Pekingoper aus der deutschen Kolonialgeschichte seines Heimatlands. Vor der Kulisse einer untergehenden Epoche treten fünf Figuren auf die Bühne der Geschichte und kämpfen für das, was sie bewahren wollen, und für die, die sie lieben. Viel Neues geschieht im China des Jahres 1899: Von überall her drängen fremde Menschen in das zuvor verschlossene Reich. Sie bringen etwa die Eisenbahn, die bei der Provinzstadt Gaomi über die Gräber der Ahnen verlaufen soll. Vieles geht aber auch zu Ende in diesen letzten Tagen des Jahrhunderts: Das Kaiserreich liegt in Agonie, ebenso wie Sun Bing, der Opernsänger und Anführer des Aufstands gegen die Trasse und deren Erbauer. Um seinen Ungehorsam zu ahnden, bündelt die Staatsmacht all ihre Kräfte und verordnet ein letztes Mal die Sandelholzstrafe, die grausamste und zugleich kunstvollste der überkommenen Foltermethoden. Leib und Leben nicht allein des Opfers, sondern auch seiner Tochter, ihres Ehemanns, ja selbst des Henkers und des Richters stehen mit diesem Urteilsspruch auf dem Richtplatz der Geschichte. In einem der bedeutendsten chinesischen Romane der jüngsten Zeit spielt Mo Yan virtuos das Spiel der Masken, Perspektiven und Kontraste. Gewalt und Poesie, Empathie und schwarzer Humor, Derbheit und Feinsinn, die Fülle des westlichen Romans und die Eleganz der chinesischen Oper gehen in seiner bilderreichen und suggestiven Sprache Hand in Hand.

"Mei o Mei!" nur "Mei o Mei!"

— Phil_Skurril
Phil_Skurril

Ein gewaltiges Epos, das für europäische Gemüter harte Kost sein kann. Ich fand es manchmal verstörend, aber zugleich wunderbar poetisch.

— Queenelyza
Queenelyza

Will ich unbedingt noch lesen!

— Prof.Dr.Abdul Nachtigaller
Prof.Dr.Abdul Nachtigaller

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  • "Mei o Mei!"

    Die Sandelholzstrafe
    Phil_Skurril

    Phil_Skurril

    03. May 2015 um 10:50

    "Mei o Mei!"
    Das ist kein chinesisches Sprichwort, sondern eher die unwillkürliche Reaktion eines unbedarften Mitteleuropäers auf die grausamen Methoden der Bestrafung für sonderbare Vergehen in einem unbekannten Land wie China vor noch garnicht allzu langer Zeit.
    Berühmt, berüchtigt, das Kapitel 9.
    "Mei o Mei!" Ein Meisterwerk.

  • ZWISCHEN FASZINATION UND EKEL

    Die Sandelholzstrafe
    MamaBuecherschrank

    MamaBuecherschrank

    10. March 2014 um 21:51

    China um 1900. Dem letzten Kaiser entgleitet langsam die Macht während immer mehr Ausländer ins Land drängen. Besonders die deutschen Eisenbahnbauer gehen dabei unnötig brutal vor. So kommt es dazu, dass Sun Bing, ein Opernsänger eine Revolte anführt, die scheitert. Er selbst wird zum tode verurteilt. Ihn erwartet die Sandelholzstrafe, die grausamste Todestrafe überhaupt...  Das Buch erzählt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie es zu dieser Revolte kam. Zum einen ist da natürlich Sun Bing, die Hauptperson in diesem Roman. Dann ist da noch seine Tochter, die nicht nur die geliebte des Präfekten sondern auch die Frau eines Metzgers ist, dessen Vater zufällig der Henker in diesem Fall sein soll. Der Autor wechselt zwischen diesen 5 Charakteren und erzählt in den unterschiedlichen Kapiteln aus deren Sicht.  Der Schreibstil ist sehr ungewohnt, aber trotzdem flüssig zu lesen. Der Autor lässt den Leser in eine völlig fremde Welt eintauchen, was für mich den besonderen Reiz dieses Buches ausmacht. Es gewährt ein Stück weit einen Einblick in eine andere Kultur und deren Geschichte.  Im Gegensatz dazu stehen viele Beschreibungen, bei denen selbst eine hartgesottene Leserin wie ich mit dem Brechreiz kämpfen musste. Sicherlich gehört das essen von Hundefleisch irgendwo zu der Geschichte, aber die sehr detaillierten Beschreibungen der Zubereitung usw. brachten mich kurz davor, das Buch abzubrechen. Zusätzlich spielen auch Fäkalien an der einen oder anderen Stelle eine wichtige Rolle, und nicht zuletzt: dieser Roman befasst sich sehr eingehend mit brutalen Foltermethoden. Da wird seitenlang beschrieben, wie ein Mensch zerstückelt wird usw. Alles zusammen genommen war definitiv selbst meine Schmerzensgrenze erreicht.  Trotzdem habe ich bis zum Ende durchgehalten. Einerseits hat mich diese völlig fremde Welt irgendwie fasziniert, aber andererseits haben mich viele Schilderungen einfach nur abgestoßen.  PS.: wer jetzt wissen möchte, was die Sandelholzstrafe genau ist, dem empfehle ich vor der Recherche nicht allzu gut zu essen...

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  • Grausames China

    Die Sandelholzstrafe
    hartmutw

    hartmutw

    26. November 2013 um 11:49

    Nichts für schwache Nerven, hier werden die Verstrickungen einer Familie in die Umtriebe am Kaiserhof beschrieben - oft mit Mord und Folter verbunden, da das Leben dort nichts zählt. Kalt und grausam im Tonfall, eher interessant als wirklich gut.

  • Leider nichts für schwache Nerven

    Die Sandelholzstrafe
    schokoloko29

    schokoloko29

    06. August 2013 um 22:17

    Ich musste leider das Buch abbrechen. Da die Folterszenen für mich zu explizit und zu genau geschrieben waren. Von daher kann ich das Buch auch nicht so richtig bewerten....

  • Rezension zu "Die Sandelholzstrafe" von Mo Yan

    Die Sandelholzstrafe
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 17:32

    Mit Nobelpreisträgern ist das ja immer so eine Sache. Es gibt fast immer Kommentare, nach denen der eine oder andere Preisträger nicht würdig sei; weil sie oder er in Wirklichkeit nichts dafür getan hätte, das die Verleihung rechtfertigen könne; weil sie den Preis nur als Quotenfrau bekommen habe; weil er ihn ohnehin nur stellvertretend für diese oder jene gesellschaftliche Gruppe erhalten habe; oder weil ja eigentlich endlich der Kollege N.N. dran gewesenn sei, das gäbe es doch nicht, dass der noch immer nicht ... Das gilt insbesondere für die populären Preiskategorien, zu denen annähernd jeder der sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten mitreden zu können meint. Also insbesondere für den Friedensnobelpreis und für den Literaturnobelpreis. Derlei Diskussionen erheitern mich meist sehr, ich lese sie gerne, all diese Tiraden und Analysen, das Gestreite, die Empörung. Aber letztlich interessiert mich das ganze Gezerre ungefähr so sehr, als ob in China ein Reissack umfiele. Und mit dem Reissack sind wir auch schon beim aktuellen Fall angekommen. Der Literaturnobelpreis wurde 2012 dem chinesischen Schriftsteller Mo Yan verliehen. Das Geschrei war sogleich groß. Quer durch die Bank fanden sich prominente Kritiker, die Mo Yan vorwerfen, er habe sich mit dem diktatorischen chinesischen Regime arrangiert. - Ich erlaube mir den Luxus, zur Debatte keine Meinung haben zu dürfen und statt dessen einen Roman von Mo Yan zu lesen: Die Sandelholzstrafe Für diesen Roman habe ich mich entschieden, nachdem ich beim Buchdealer meines Vertrauens in den Vor- und Nachworten verschiedener Werke des Schriftstellers geschmökert hatte. Im Nachwort zur Sandelholzstrafe, das man übrigens durchaus vor der Lektüre der Geschichte lesen sollte, schreibt Mo Yan: "Diese Erzählform lehnt sich stark an volkstümliche Romanzen an und bedient sich daher einer Sprache, die von überlieferten populären Redeweisen und Gesängen geprägt ist. [...] sowenig ist zu erwarten, daß mein Roman den Gefallen von Liebhabern westlicher Literatur, insbesondere solchen mit hochintellektuellem Anspruch, findet." ~ Dann wollen wir mal sehen, ob wir Gefallen an dem Roman finden können. Die Geschichte ist im Grundsatz einfach gestrickt. Sie handelt im China der europäischen Kolonialzeit zum Wechsel des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert, als deutsche Ingenieure und Soldaten den Eisenbahnbau vorantreiben. Die Protagonistin und Dorfschönheit Sun Meiniang ist mit dem geistig minder bemittelten Hunde- und Schweinemetzger Xiajiao verheiratet, tritt aber gleichzeitig offen als Geliebte des Kreispräfekten Qian Ding auf. Meiniangs Vater, Sun Bing, war zunächst Hauptdarsteller einer Schauspielertruppe, die die beliebten Katzenopern aufführte. Als rebellischer Geist, der er ist, wendet sich Sun Bing jedoch dem Widerstand gegen den Eisenbahnbau zu, nachdem seine Frau von deutschen Kolonialisten belästigt wurde. Auf Weisung des mächtigen Generals Yuan Shikai sieht sich der Präfekt gezwungen, den Vater seiner Geliebten festzusetzen und ihm den Prozess machen zu lassen. Ausgerechnet der Vater des eigenen Schwiegersohnes, der Henker am Kaiserhof in Ruhestand, Zhao Jia, soll zur Abschreckung die grausame Sandelholzstrafe an Sun Bing vollstrecken. Die Situation eskaliert. Der Autor Mo Yan erzählt diese Geschichte aus wechselnden Perspektiven aller Beteiligter. Dabei bedient er sich eben dieser "Sprache, die von überlieferten populären Redeweisen und Gesängen geprägt ist". Es entwickelt sich eine farbenfrohe, für europäische Ohren ungewohnte Erzählung, der man mit Neugier und Freuden folgt und sich dabei an der besonderen chinesischen Erzählweise ergötzt. Natürlich bringt es die Geschichte mit sich, dass auch der Henker Details aus seiner Profession zum Besten gibt. Da schluckt man schon mal, wenn ausführlich von Hinrichtungen die Rede ist, bei denen aus dem Verurteilten nach und nach mit hohem Zeitaufwand ein paar hundert Stückchen herausgeschnitten werden, bevor der arme Kerl endlich zu Tode kommen darf. Grausig ist das wohl, also nichts für zarte Gemüter. Aber andererseits reihen sich solche Sequenzen nahtlos in die Alltagsgeschichten der chinesischen Dorfbewohner und kaiserlichen Beamten ein, so dass der Leser nicht das Gefühl hat, sich ausschließlich mit sadistischen Gewaltphantasien chinesischer Potentaten befassen zu müssen. ~ Folgerichtig widerspreche ich Herrn Mos Vermutung, Fans westlicher Literatur würden an der Sandelholzstrafe keinen Gefallen finden. Es wäre umgekehrt durchaus fraglich, ob mich eine Erzählung über die - sagen wir mal - bayerische Landbevölkerung im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert hinter dem Ofen hervorgelockt hätte. Diese chinesische Geschichte war für mich jedoch inhaltlich und stilistisch vollkommen neu und hat mir ausnehmend gut gefallen. Vielleicht lag es ja auch an der Verwendung der alten Rechtschreibung ("daß", "helleuchtend"), die der Sandelholzstrafe in deutscher Übersetzung zusätzliche Authentizität verliehen hat; obwohl ich vermute, dass dies nicht in der Absicht von Verlag (Insel) und Lektorat lag. Vielleicht müsste man dazu einmal die Übersetzerin, Karin Betz, befragen. Ja, ich finde, das hat Meister Mo wirklich prima angelegt. Auf der einen Seite stehen die fünf Protagonisten (die Familie um Meiniang und ihr Geliebter) mit ihren ganz persönlichen Ärgernissen, Wünschen und Plänen; und auf der anderen die herzlose Welt mit ihren Machtspielen und Intrigen, die wahrscheinlich vor über hundert Jahren bereits mindestens so grausam empfunden wurde wie heute. Trotz der aufgesetzten Heiterkeit ist es eine traurige Geschichte, die der Nobelpreisträger uns auftischt. Und was den "hochintellektuellen Anspruch" angeht - das möchte ich zum Schluss meiner Besprechung noch sagen - betreibt Mo Yan ebenfalls Understatement. Allein schon die Anlage der Erzählung als rekursive Struktur, treibt dem Fan von Gödel, Escher, Bach die Tränen ins Leserauge: In der Redeweise der Katzenoper geschrieben enthält der Text immer wiederkehrende Hinweise auf eine existierende Katzenoper mit dem Titel "Die Sandelholzstrafe", die ihrerseits offenbar die Geschichte des Romans zum Inhalt hat. ~ Bei aller öffentlicher Kritik, auf die ich am Anfang dieses Beitrages eingegangen bin, muss ich dringend ein paar Lanzen für Mo Yan brechen und vergebe für die Sandelholzstrafe hiermit vier von fünf möglichen Sternen. Mit Tendenz zu den vollen fünfen.

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  • Rezension zu "Die Sandelholzstrafe" von Mo Yan

    Die Sandelholzstrafe
    Sundowner

    Sundowner

    05. February 2013 um 10:51

    Bevor ich das Buch gekauft hab, habe ich natürlich ein paar Rezensionen bei Amazon gelesen und machte mich auf eine grausame, blutige Geschichte gefasst. Weit gefehlt! Natürlich sind die Beschreibungen der Foltermethoden teilweise schwer zu lesen, aber dieses Buch darauf zu reduzieren wird ihm sicher nicht gerecht. Es mit den Maßstäben an westliche Literatur zu messen ist meiner Meinung nach auch nicht richtig. Es ist eben nicht europäisch, wobei der Autor ja selbst auch vermutet das es im "Westen" evtl. nicht so gut ankommt und ja auch "nur" eine einfache Geschichte ist. Mir hat es sehr gut gefallen, weil es mir einen Einblick in die Geschichte Chinas gegeben hat und die grausamen Szenen fand ich nicht soooo grausam, und wie gesagt vielleicht ein Drittel des Buches, wenn überhaupt.

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  • Rezension zu "Die Sandelholzstrafe" von Mo Yan

    Die Sandelholzstrafe
    Kreisrundes_Quadrat

    Kreisrundes_Quadrat

    17. January 2013 um 16:34

    China, zur Zeit des Boxeraufstands. Das vormals abgeschottete Land befindet sich im Umbruch und durch das Dorf Gaomi soll eine Eisenbahnstrecke verlegt werden. Das wird von den Einheimischen als Bedrohung empfunden und unter der Leitung von Sun Bing formiert sich eine Widerstandsgruppe. Doch die Gruppe wird zerschlagen und Sun Bing gefasst. In einer letzten großen Zurschaustellung kaiserlicher Autorität soll an Sun Bing die grausamste aller Exekutionsmethoden durchgeführt werden: die Sandelholzstrafe. Dieser Beschluss wirkt sich nicht nur auf Sun Bing aus, sondern auch auf dessen Tochter, deren Ehemann und deren Geliebten, sowie den Henker. Aus all diesen Perspektiven erzählt Mo Yan die komplexe Hintergrundgeschichte, wie es zu dem schrecklichen Urteil kam. Schillernd und absolut schonungslos wird dabei das gesamte Kaleidoskop menschlicher Gefühle beschrieben und das Bild einer Gesellschaft gezeichnet, die sich an der Schwelle zu einer neuen Ära befindet. Ich möchte ganz explizit darauf hinweisen, dass die Gewaltdarstellung in diesem Buch mehrfach bis an die Grenze des Erträglichen geht - sie wird allerdings nie zum Selbstzweck. Ganz im Gegenteil: Gerade angesichts dieser unsäglichen Grausamkeit, gewinnt die Darstellung des Widerständlers Sun Bing unglaublich an Kraft. Wer sich auf dieses vielschichtige Epos einlässt, wird mit einem einzigartigen, noch lange nachklingenden Leseerlebnis belohnt.

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