Mo Yan Die Schnapsstadt

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 12 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(4)
(2)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Schnapsstadt“ von Mo Yan

In China brodelt die Gerüchteküche: In einer entlegenen Provinz sollen dekadente Parteikader kleine Kinder nach allen Regeln der Kochkunst zubereiten lassen. Sonderermittler Ding Gou’er wird nach Jiuguo, in die sogenannte 'Schnapsstadt', entsandt, um der Fama dieser 'Fleischkinder' auf den Grund zu gehen.

Rauschhafter Roman über einen Ermittler, der Schritt für Schritt einen grauenhaften Fall aufdeckt. Lesenswert!

— jensartschwager
jensartschwager

Stöbern in Historische Romane

Das Haus in der Nebelgasse

Spannend geschrieben mit sympathischen ( und auch weniger sympathischen) Charakteren - hat mich gefesselt!!

Readrat

Die Stunde unserer Mütter

Ein durchaus bewegender und interessanter Roman über zwei Frauen zur Zeit des zweiten Weltkriegs.

Buecherseele79

Die schöne Insel

Sehr schöne ,abenteuerliches und historische Buch

Schrumpfi

Krone und Feuer

Linnea Hartsuyker erschuf wunderbar schillernde Charaktere und Sittuationen, die mich fesselten und begeisterten.

quatspreche

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Starker Wikingerroman mit unheimlich vielen Details der Lebensart- und weise der starken Männer. Gleichmäßig spannend und noch ausbaufähig.

MichaelSterzik

Die Stadt des Zaren

Ein wunderbarer historischer Roman, der mich sehr begeistern konnte ♥

Wildpony

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Schnapsstadt" von Mo Yan

    Die Schnapsstadt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. September 2009 um 18:34

    Ding Gou'er wird als Sonderermittler in die Stadt Jiuguo (Schnapsstadt) geschickt, um zu prüfen, ob dort -wie gerüchteweise behauptet wird- Parteikader tatsächlich kleine Kinder als Delikatesse verspeisen. Als er die Stadt erreicht, kommt er jedoch nicht wie erwartet mit seinen Ermittlungen voran, denn schnell verstrickt er sich in den Wirren von Schnaps und Liebe.... Quasi als "Nebenhandlung" lernt man den Alkoholdokteranden Li Yidou aus Jiuguo kennen, der sich als Möchtegern-Autor versucht und Briefe an einen bekannten Autoren namens "Mo Yan" schreibt. Bei jedem Brief liegt eine seiner Erzählungen bei (die entsprechend auch in dem Buch abgedruckt sind). Nunja, soviel zum Inhalt des Buches. Die Idee an sich fand ich ganz interessant und anfangs las sich das Buch auch noch richtig gut. Aber ab einem gewissen Punkt konnte ich die Beweggründe für die Handlungen des Ermittlers Ding Gou'er einfach nicht mehr nachvollziehen, am Ende wirkt das ganze dann auch zunehmend fantastisch und war teilweise recht ausschweifend. Und manche Beschreibungen hätten ruhig ein bisschen weniger detailreich sein können - da rumort es einem teilweise schon fast im Magen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Schnapsstadt" von Mo Yan

    Die Schnapsstadt
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    15. June 2009 um 13:33

    Der Name Mo Yan war mir bis vor ein paar Wochen unbekannt, da las ich zufällig ein Interview mit dem japanischen Schriftsteller (Nobelpreisträger) Kenzaburo Oe, in dem er eindeutig deklariert, dass er, wenn er den Nobelpreis für Literatur vergeben dürfte, diesen Preis an Mo Yan vergeben würde. Für mich Grund genug, einen Roman von Mo Yan zu lesen. Schon nach wenigen Seiten ist klar, dass man hier mit einem absolut eigenständigen, virtuos-verrückten literarischen Werk zu tun hat. Der Sonderermittler Ding Gou’er wird in die Schnapsstadt Jiuguo geschickt, da sich in der Hauptstadt Gerüchte breit machen, dass in dieser entlegenen Stadt dekadente Parteibonzen kleine speziell gemästete Fleischkinder kulinarisch exquisit kochen lassen. Kaum in Jiuguo angekommen, beginnt Ding Gou’er in dieser hochprozentigen Welt des Wahns den Boden unter den Füssen zu verlieren. Parallel dazu lässt Mo Yan einen jungen Möchtegern-Schriftsteller Briefe an einen berühmten Autor (der Mo Yan heißt) schreiben und lässt diesen auch jedes Mal eine Erzählung beilegen. Der berühmte Autor beantwortet diese Briefe auch immer und schickt die Erzählungen konsequent an das Volksblatt zur Veröffentlichung. Dieser Grenzen zwischen diesem am Anfang penibel genau von der Geschichte Ding Gou’ers getrennten Briefwechsel und die Erzählungen des jungen Autors zerfallen mit Verlauf des Buches, so dass man (obwohl die äußere Form – also die Trennung von Roman, Briefwechsel und Erzählung – aufrecht erhalten bleibt) gegen Ende des Romans merkt, wie geschickt hier Mo Yan weitere Wahnebenen erstellt und zusammengeführt hat. Auch wenn Mo Yan manchmal zu ziemlich drastischen Mitteln greift, in seiner Schilderung einiger Alkoholexzesse und dem unschönen Tod des Protagonisten, so hatte ich nie das Gefühl, dass der Autor provozieren will oder billige Effekthascherei suche. Hier dient alles der Weiterentwicklung der Idee Feine Symbolik, die man, auch wenn man vielleicht einige nur Landsmännern und Landsfrauen des Autors evidente Symbole und Metaphern aus Unkenntnis nicht ganz versteht, barocke Fabulierlust und eine schier ungebändigte Fantasie lassen diesen Roman, auch wenn er kleine Schwächen hat, zu einem in jeder Hinsicht berauschenden Erlebnis werden. „Die Schnapsstadt“ ist ein virtuoser, wahnhafter Roman, eine glänzende Groteske, eine brillante Satire auf den allgemeinen Ausverkauf und der daraus folgenden Macht- und Geldgier im China der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Ein Roman, der noch lange nachhallt. Ein Roman, dessen assoziative Bilder und Szenen sich festsetzen und nicht loslassen. Ein Roman, der sich dank seiner verrückt genialen Qualität nicht adäquat beschreiben lässt. „Die Schnapsstadt“ war mein erster Roman von Mo Yan, die anderen Werke von Mo Yan werden folgen. Absolute Empfehlung.

    Mehr