Mo Yan Frösche

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Inhaltsangabe zu „Frösche“ von Mo Yan

Literaturnobelpreisträger Mo Yan zeigt sich mit seinem neuen großen Roman auf der Höhe seiner Kunst: Gugu ist die begabteste Hebamme in Gaomi. Seit Jahrzehnten bringt sie dort alle Kinder zur Welt. Mit Beginn der Geburtenkontrolle verantwortet die parteitreue Gugu auch Abtreibungen und Zwangssterilisierungen. Für ihre Karriere macht sie sich zum willigen Werkzeug der Partei. Erst im Alter bereut sie ihre Taten, die viele Menschen das Leben kosteten. In farbenprächtigen, autobiografisch grundierten und oft auch komischen Szenen erzählt Mo Yan von den Schicksalen der Frauen und Kinder in seiner ländlichen Heimat und von den dramatischen Folgen der Ein-Kind-Politik für die Menschen in China.

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  • Langatmige Erzählung über Chinas Geburtenpolitik

    Frösche
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    13. June 2017 um 15:23

    „Frösche“ des chinesischen Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan ist ein Briefroman mit einigen autobiografischen Aspekten. Der Schriftsteller „Kaulquappe“ schreibt darin seinem Mentor über das Leben in seinem Dorf in Nordost-Gaomi, angefangen von der Hungersnot Anfang der 1960er bis in die heutige Zeit. Im Fokus der Anekdoten liegt seine Tante Gugu, eine Frauenärztin und Hebamme, deren Systemtreue beinahe fanatische Züge annimmt.Weil ihr Liebhaber nach Taiwan, also in den Westen, abhaut, steht Gugu auch unter Verdacht. Als Folge setzt sie die geforderte Ein-Kin-Politik in ihrer Heimat gnadenlos um. Mein erstes Buch eines chinesischen Schriftstellers stellte sich als durchwachsene Erfahrung heraus. Ich weiß nicht, wie authentisch die Praxis in der beschriebenen Region ist, Kindern Vornamen von Körperteilen zu geben (z.B. Wang Galle), es sorgte aber dennoch für einen gelegentlichen Wiedererkennungswert in der Vielzahl der auftretenden Personen. Denn Mo Yan breitet das ganze Panorama des Dorfs und seiner Bewohner vor dem Leser aus. So erfuhr ich viele interessante Details zum Leben in China, zur Zeit der Kulturrevolution und danach. Die Geburtenpolitik steht im Zentrum des Romans, doch die Kritik daran ist mir oft zu leise gewesen. Das ist aber nachvollziehbar, da der Autor noch unter dem Regime lebt.Immer wenn Gugu im Zentrum der Ansammlung der dörflichen Anekdoten stand, kam Spannung im Lesetempo bei mir auf. Manches war verwirrend, weil die Handlung auch chronologisch nicht immer geordnet verläuft, wie es mit Erinnerungen so ist. Leider verliert der Leser Gugu nach zwei Dritteln des Buches zunehmend aus den Augen. Nur eine kurze Vignette zeigt noch ihre Sühne und ihre Reue über die Kinder, die sie auf dem Gewissen hat. Dies hatte zur Folge, dass ich mich durch das letzte Drittel des Buches durchkämpfen musste und etliche kurze Passagen übersprungen habe. Meiner Meinung nach hätte „Frösche“ mit 350 Seiten eine ausreichende Länge gehabt, auf denen ich den vielzähligen Charakteren auch noch einigermaßen folgen konnte. So ist es mir zu langatmig geworden. 2,5 Sterne.

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    • 2
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
    Bibliomania

    Bibliomania

    01. January 2016 um 23:15
    Ginevra schreibt China ist ein riesiges Land mit uralter Kultur, Philosophie und Literatur - und auch eine moderne Wirtschaftsmacht Für uns ist China immer noch rätselhaft - da gibt es auch literarisch gesehen ...

    Frösche ist auch bei mir eine Option ;)

  • Ein schweres Thema echt und überzeugend verpackt

    Frösche
    Makollatur

    Makollatur

    Mo Yan bleibt sich treu - und geht dennoch neue Wege. So oder so ähnlich könnte man über den Roman "Frösche" des Literaturnobelpreisträgers resümmieren. Neu ist hier vor allem die Wahl des Themas: Chinas Ein-Kind-Politik und ihre Folgen für die Bevölkerung. Vertraut hingegen ist der Stil und die Art und Weise, wie sich der Autor der Thematik nähert. In einer wilden Mixtur aus realistischem Historismus, Mythos und Mystik wird dem Leser die Welt des restriktiven und in allen Bereichen des öffentlichen Lebens eingreifenden Staates China verdeutlicht. Aus der Perspektive eines Literaten, genannt Kleiner Renner, wird sowohl seine als auch die Lebensgeschichte seiner Tante, genannt Gugu, erzählt. Diese hat ihr ganzes Leben lang als Hebamme gearbeitet und dabei stets nach den Vorgaben der Partei und ihren menschenverachtenden Dogmen gehandelt. Im Alter schließlich versucht sie, die begangenen Untaten zu verarbeiten. Spannend, witzig, erschütternd und voller Gefühl für den Stoff ist der Text geschrieben. Vorgeblich unschuldig und rein deskriptiv gibt Kleiner Renner vor, über seine Tante zu berichten. Dennoch sind immer wieder Passagen zu erkennen, in denen der Erzähler mit der Politik Chinas ins Gericht geht und, wenn auch leise, kritische Bemerkungen, verpackt als Ironie, fallen lässt. "Frösche" ist mindestens ebenso gelungen wie die weiteren Werke Mo Yans. Er besitzt eine ganz eigene Herangehensweise an seine Texte, die auf den ersten Blick vielleicht verwundern mag, später aber zu einem unverzichtbaren Markenzeichen seiner Kunst wird. Eine unbedingte Leseempfehlung.

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    • 3
  • Geburtenkontrolle in China

    Frösche
    itwt69

    itwt69

    16. January 2014 um 20:20

    Ob das Buch nobelpreisverdächtig ist, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall ist es hochinteressant zu erfahren, wie der chinesische Staat die Geburtenkontrolle oder "Ein-Kind-Politik" mit aller Gewalt durchgesetzt hat. Auch sehr eindrucksvoll ist die Umgehung heutzutage, sei es durch Strafzahlungen oder z.B. Leihmütter, um den so ersehnten Sohn zu bekommen. Was die abwertende (abtreibende) Einstellung gegenüber Töchtern zur Folge hat, sehen wir heute. Es gibt viel zu wenige Frauen in China. Und welch Wunder, gerade wurde die Lockerung der Geburtenrestriktion "beschlossen". Ich will damit nicht grundsätzlich alles verteufeln, eine maßvolle Bevölkerungsentwicklung ist gerade in Asien mehr denn je nötig, aber die Art und Weise sollte man doch schon einmal in Frage stellen. Beeindruckend auch, dass Mo Yan die chinesische Provinz schildert, nicht die Millionenmoloche, wo es möglicherweise anders zugehen mag.

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