Mo Yan Frösche

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Inhaltsangabe zu „Frösche“ von Mo Yan

Literaturnobelpreisträger Mo Yan zeigt sich mit seinem neuen großen Roman auf der Höhe seiner Kunst: Gugu ist die begabteste Hebamme in Gaomi. Seit Jahrzehnten bringt sie dort alle Kinder zur Welt. Mit Beginn der Geburtenkontrolle verantwortet die parteitreue Gugu auch Abtreibungen und Zwangssterilisierungen. Für ihre Karriere macht sie sich zum willigen Werkzeug der Partei. Erst im Alter bereut sie ihre Taten, die viele Menschen das Leben kosteten. In farbenprächtigen, autobiografisch grundierten und oft auch komischen Szenen erzählt Mo Yan von den Schicksalen der Frauen und Kinder in seiner ländlichen Heimat und von den dramatischen Folgen der Ein-Kind-Politik für die Menschen in China.

Geradezu genial wird hier ein Stückchen chinesische Geschichte präsentiert.Dieses Buch unterhält, trifft und beeindruckt.

— sursulapitschi

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  • China, Kinderwunsch und Froschgesang

    Frösche

    sursulapitschi

    31. October 2017 um 10:40

    „Lieber Yoshito Sugitani san, wissen Sie, bei uns ist es Brauch, den Kindern Namen von Körperteilen zu geben. Zum Beispiel Chen Nase, Wu Dickdarm, Sun Schulter… Wie sich dieser Brauch entwickelte, weiß ich nicht. Ein Grund ist wahrscheinlich, dass man glaubte, ein Kind mit schlichtem Namen sei besser vor bösen Geistern und schlechtem Karma geschützt.“Wan Fuß ist Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und nennt sich dann Kaulquappe. Für seinen lieben Kollegen Sugitani san schreibt er hier die Geschichte seiner berühmten Tante Gugu nieder, damit ihr Lebenswerk in einem Buch gewürdigt werden kann.Tante Gugu war Frauenärztin und hat in Gaomi, dem Heimatdorf von Wan Fuß, fast jedem auf die Welt geholfen. Ende der 30er Jahre geboren, hat sie Chinas Kulturrevolution miterlebt und gelernt, dass es günstiger ist, linientreue Kommunistin zu sein.Im Plauderton erzählt Wan Fuß von den unterschiedlichsten Bewohnern seines Dorfes, von Kuriosem aber auch Schrecklichem. Die Ein-Kind-Politik fordert überall Opfer und Gugu ist in vorderster Front dabei, wenn Männer zwangssterilisiert werden, Frauen zur Abtreibung gezwungen oder wenn flüchtige Schwangere verfolgt werden müssen. Später wandelt sich der Bericht zu Wan Fuß´ Lebensbeichte, hat er doch seine erste Frau zur Abtreibung gezwungen und bereut jetzt bitter.Geradezu genial wird hier ein Stückchen chinesische Geschichte präsentiert. Unterhaltsam und humorvoll schlittert man in Tragödien hinein, deren roter Faden, Tante Gugu, mal Retterin, mal Rächerin oder auch nur Werkzeug des Regimes ist. Die Frösche quaken durch das Geschehen und lassen viel Interpretationsspielraum. Da nennt sich beispielsweise ein Schreiber „Kaulquappe“ und Xiao Unterlippe betreibt eine Froschfarm, die verdeckt Leihmütter vermittelt. Dies ist mein erstes, aber bestimmt nicht mein letztes Buch von Mo Yan, der als erster Chinese 2012 den Literaturnobelpreis erhielt. Großartig, wie leichtfüßig er sich hier einem wirklich schwierigen Thema nähert. Dieses Buch unterhält, trifft und beeindruckt.

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