Mochtar Lubis

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Dämmerung in Jakarta, Straße ohne Ende und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Mochtar Lubis

Mochtar LubisDämmerung in Jakarta
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Dämmerung in Jakarta
Dämmerung in Jakarta
 (2)
Erschienen am 01.06.1997
Mochtar LubisTiger! Tiger!
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Tiger! Tiger!
Tiger! Tiger!
 (0)
Erschienen am 01.01.1992
Mochtar LubisStraße ohne Ende
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Straße ohne Ende
Straße ohne Ende
 (1)
Erschienen am 01.12.2010
Mochtar LubisTiger!
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Tiger!
Tiger!
 (0)
Erschienen am 01.01.1991

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Rezension zu "Straße ohne Ende" von Mochtar Lubis

Freiheit um jeden Preis?
Garudavor 8 Monaten

Mochtar Lubis war zweifelsohne eine der großen Gestalten in der literarischen Welt Indonesiens. In seinem 1952 erschienenen Roman "Straße ohne Ende" (im Original "Jalan Tak Ada Ujung") thematisiert er anhand des Schicksals seiner Protagonisten das Spannungsgefüge zwischen der Überzeugung menschlicher Werte und dem bedingungslosen Kampf für die Freiheit.

Der zweite Weltkrieg  ist vorüber, der Nationalismus in dem, was einmal Niederländisch-Ostindien gewesen ist und sich nun langsam als Indonesien herauskristallisiert, erwacht. Doch mit dem Abzug der japanischen Besatzungsmacht beginnt für Indonesien ein neuer Kampf – ein blutiger Kampf für die Unabhängigkeit von der einstigen europäischen Kolonialmacht, die zurückgekehrt ist, um das Inselreich wieder in Besitz zu nehmen.

Dieser turbulenten, vor Gewalt starrenden Welt sieht sich Isa, der Lehrer, gegenüber. Doch Isa verabscheut die Gewalt. Was er liebt ist die Musik, und auch die Abgeschiedenheit seiner tiefgründigen Gedankenwelt. Doch wie kann ein solcher Mensch, der den Frieden liebt, in einer Welt voller Gewalt überleben? Und wie kann er seine Passivität mit seinem Gewissen, Teil dieser neu entstehenden und um ihr Überleben kämpfenden Nation zu sein, vereinbaren?

Isa wird zum Außenseiter und gerät immer stärker unter den Druck der Gesellschaft. Druck und Furcht sind es, die es ihm unmöglich machen seiner Frau, die er liebt, sexuelle Freude zu bereiten. Als Hazil, der junge Unabhängigkeitskämpfer, der all das ist, was Isa nicht sein kann, in sein Leben tritt, gerät auch Isa in den Sog des Unabhängigkeitskampfes und muss für ihn folgenschwere Entscheidungen treffen.

Wie immer bewegt sich Mochtar Lubis‘ Werk ganz nah am Puls der modernen indonesischen Geschichte und schildert diese am Schicksal seiner Protagonisten. Lubis erzählt ohne Umschweife, authentisch und hautnah. Es ist der Kampf des Individuums mit sich selbst, der hier auf eindringliche Weise geschildert wird – aber auch die Geburt einer Nation aus dem Blut derer, die für sie kämpfen. Doch Lubis‘ Fazit ist keinesfalls ein Lobeslied auf den blutigen Befreiungskampf der Nation Indonesien, sondern – wie das grandiose Ende des Romans zeigt – ein mahnender Fingerzeig, dass die Unabhängigkeit der Nation nicht um jeden Preis errungen werden darf.

Wer sich für die moderne Geschichte Indonesiens interessiert und dafür, was der Kampf um Unabhängigkeit aus den Menschen machen kann, dem sei dieses Buch empfohlen.

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Rezension zu "Dämmerung in Jakarta" von Mochtar Lubis

Indonesische Geschichte in Romanform
Garudavor 8 Monaten

Mochtar Lubis war zweifelsohne eine der großen Gestalten in der literarischen Welt Indonesiens. In seinem 1963 erschienen Roman "Dämmerung in Jakarta" (im Original "Senja di Jakarta" bzw. "Twilight in Jakarta") beschreibt er das Leben und Überleben in Indonesiens Hauptstadt Jakarta aus der Sicht mehrerer Protagonisten, die aus allen gesellschaftlichen und politischen Schichten stammen, und zeichnet damit ein hautnahes und authentisches Bild Indonesiens in den 50er- und frühen 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

Obwohl Lubis in seinem Roman Einzelschicksale beleuchtet, stehen die Figuren doch exemplarisch für die verschiedenen politischen und intellektuellen Strömungen, die sich in der neu gegründeten Nation, die um Überleben und Anerkennung  in der Staatengemeinschaft ringt, zu dieser Zeit in einem spannungsgeladenen Beziehungsgeflecht befinden.

Was ist das überhaupt, Indonesien? Welche Kultur hat dieser Vielvölkerstaat? Wie ist ein solches Land am besten zu regieren? Wie steht es um die schwierige Frage nach dem Einfluss der Religion, hier des Islam, in die Angelegenheiten des Staates? Zentrale Fragestellungen des modernen Indonesiens, die Lubis messerscharf analysiert und mit den Schicksalen seiner vielen Protagonisen verknüpft. Und zwischen all diesen großen Fragen steht der "kleine Mann", Mitarbeiter der Müllabfuhr, wie Saimun und Itam, die tagtäglich auf den Straßen dieses urbanen Molochs um ihr Überleben kämpfen, während Parteimitglieder das instabile politische System gnadenlos zur Selbstbereicherung ausnutzen. Und all diese Schicksale sind dennoch miteinander verbunden, was Lubis meisterhaft in die Konstruktion seiner Romanhandlung integriert.

Wer sich für das Schicksal Indonesiens in der turbulenten Zeit der 50er- und 60er-Jahre interessiert, kommt an Lubis' Roman nicht vorbei. Näher ans Geschehen als in "Dämmerung in Jakarta" gelangt man nicht. Nicht umsonst wurde Lubis' Werk erst Jahre nach seiner Erstveröffentlichung im Ausland (und dem Ende der "Sukarno-Ära") auch in Indonesien publiziert.

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