Wenn Moe Teratos eine Geschichte schreibt, hat sie immer ein klares Ziel vor Augen: Menschen müssen sterben. Möglichst viele. Und dabei ist es ihr egal, ob sie den Figuren Zombies, Wesen aus einer anderen Welt, Mutanten oder – was ihre Lieblingsvariante ist – einen Serienkiller auf den Hals hetzt. Bei einer Sache kann man sich bei ihren Büchern also sicher sein: Gestorben wird immer. Mal geht es schnell und schmerzlos, mal langsam und qualvoll.
Wenn sie sich nicht der Welt von Gewalt und Tod hingibt, lebt sie zusammen mit ihren Katzen und ihrem Mann ein ziemlich spießiges Leben in Duisburg.
Meine Meinung:
Ein neues Buch aus meiner liebsten True Crime Reihe. Frisch im Februar 2026 erschienen. Die Reihe besticht durch die Vielfalt, denn jeder Teil ist von einem anderen Autoren geschrieben und handelt von einem anderen Fall. Immer schonungslos und direkt.
Diesmal von Moe Teratos, die ich bereits durch ihre anderen Bücher kenne.
Die Geschichte beginnt wieder sehr spannend. Alle Bücher der Reihe starten immer mitten im Geschehen. Wir haben keine lange Einführung, sondern werden sofort mit dem Grauen konfrontiert. Auch hier befinden wir uns wieder im Kopf des Täters. Dies ist beängstigend und erschütternd. Psychologisch sehr raffiniert und spannend.
Die Kindheit ist wieder geprägt durch Gewalt, Vernachlässigung und Erniedrigungen. Was hier besonders ist, ist die Reflexion des Täters auf sich selbst, und dem Wissen „ er wäre jemand anderes geworden, wenn er Liebe erfahren hätte“. Er leidet extrem unter seiner Mutter und das bis ins Erwachsenenleben. Eine sehr dominante, weibliche Person ist hier wieder der Schlüssel und Auslöser. Die kranken Phantasien und die sexuellen Perversionen sind ihm bewusst, und rational ist er sich dessen sehr bewusst. Wir erleben die Taten und seiner Gier nach Macht und Kontrolle.
Dieses Buch macht nachdenklich und zeigt klar auf, Täter werden nicht geboren sondern zu solchen gemacht. Hat die Gesellschaft versagt? Denn vor den Morden, war er schon einmal in einer Psychiatrischen Einrichtung. Da stellt sich doch die Frage „warum fallen so viele Täter durchs Raster?“. Die Denkweise des Täters ist klar, er ist sich des Unrechts durchaus bewusst. Seine Mutter ist hier eine sehr tragende Komponente.
Das Buch ist heftig. Extrem blutig und brutal. Das Ende jedoch sehr überraschend. Ich kann auch diesen Teil wieder sehr empfehlen. Ich recherchiere dann immer noch etwas über die Fälle. Ein richtig guter True Crime Roman.