Mohamed Amjahid

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen

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Mohamed AmjahidUnter Weißen
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Unter Weißen
Unter Weißen
 (7)
Erschienen am 20.02.2017
Mohamed AmjahidAlte Monarchie im neuen Format
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Alte Monarchie im neuen Format

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Rezension zu "Unter Weißen" von Mohamed Amjahid

Was ist, wenn ich selbst "die anderen" bin?
beatevor 10 Monaten

Einige Antworten auf diese Frage finde ich in diesem Buch. Gegen Ende wird es aber mehr und mehr zu einer Aufzählung von unangenehmen Begegnungen. Dennoch ist eine Konfrontation damit, wie ich als Weiße wahrgenommen werde, sehr erhellend für das Nachdenken darüber, wie wir in unserer Gesellschaft zusammenleben können. Was mich sehr irritierte: Die "Eingeborenen" in Deutschland nennt der Autor durchgehend "Biodeutsche". Diese Bezeichnung befremdet doch sehr, denn es geht doch wohl nicht um einen biologischen Unterschied, oder? Es geht einfach um die Bürger des Landes, die schon länger hier leben, als ein zwei Generationen. Der Genpool, das biologische Erbe der Bevölkerung in Deutschland, setzt sich aus verschiedenen Anteilen zusammen und ist eben nicht so homogen, wie der Begriff "biodeutsch" den Anschein erweckt. Oder soll der Leser/die Leserin davon ausgehen, dass der Autor einen Rassen-Unterschied festgestellt hat? Hier hätte ich mir einen differenzierteren Ansatz gewünscht.

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booksforteas avatar

Rezension zu "Unter Weißen" von Mohamed Amjahid

Das eigene "White Privilege" erkennen
booksforteavor einem Jahr

Heute habe ich eine Rezension von "Unter Weißen. Was es heißt privilegiert zu sein" von Mohamed Amjahid für euch.
Der Autor ist Journalist für "Die Zeit" und er ist als Sohn von marokkanischen Migranten in Deutschland geboren, hat dann einige Zeit im Herkunftsland der Eltern gelebt um dann zum Studium wieder nach Deutschland zu kommen. In diesem Buch erzählt er aus seinem Alltag als nordafrikanischer Mann in Deutschland. Besonders richtet es sich an Menschen wie mich: "Biodeutsche" also weiße Deutsche ohne Migrationshintergrund. Wir sind die Privilegierten in dieser Gesellschaft, die Menschen die sich keine Sorge machen müssen täglich Opfer von Alltagsrassismus zu werden. Ich habe auf erschreckende Art und Weise festgestellt wie viele Vorteile ich gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und gegenüber People of Colour habe. "Unter Weißen" erzählt nicht nur aus Mos Leben, es geht auch um die Geschichte von Rassismus und um kolonialistische Denkweisen die sich bis heute in unserer Gesellschaft wiederfinden lassen. Es geht um den erschreckenden Anstieg von Rechtsextremismus in Europa und dessen Ursachen, um den unterschiedlichen Umgang der Medien mit Straftaten die von biodeutschen oder nicht-biodeutschen Menschen begangen werden, um Rassismus in der LGBT+ Community und warum Minderheiten andere Minderheiten diskriminieren anstatt sich gegenseitig zu unterstützen und um vieles mehr.
Ich würde dieses Buch jeder Person empfehlen, die in Deutschland lebt und sich für Rassismus und soziale Gerechtigkeit interessiert. Besonders ist es ein Buch für uns Weiße. Wir kennen unsere Privilegien meist nicht und wissen dementsprechend nicht zu schätzen was wir alles haben. 
Ich habe unglaublich viel von diesem Buch gelernt und mitgenommen und kann es nur empfehlen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Vielen Dank an den Hanser Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars :)

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Unter Weißen" von Mohamed Amjahid

Mohamed Amjahid - Unter Weißen
miss_mesmerizedvor einem Jahr

Wie tolerant und fremdenfreundlich ist die deutsche Gesellschaft wirklich? Nach dem großen Hype um die weltweit beachtete Willkommenskultur und der vorbildlichen Aufnahme hunderttausender Geflüchteter, stellt Mohamed Amjahid die Frage, inwieweit dieses Selbstbild der „Biodeutschen“ in der Realität Stand hält. Als Sohn marokkanischer Gastarbeiter wird er in Deutschland geboren, verlässt als Kind aber schon wieder das Land, weil seine Eltern enttäuscht waren und ihre Integrationsanstrengungen nicht den gewünschten Erfolg brachten. Das Studium führt Amjahid zurück und heute arbeitet er als Journalist für unterschiedliche Medien. Mit seinem Migrationshintergrund ist er in diesem Beruf eine Ausnahme und sein Bildungsgrad ist ebenfalls nicht repräsentativ. Umso mehr kann er jedoch den Blickwinkel des Fremden einnehmen und die oftmals unbewusste Alltagsdiskriminierung aufzeigen.

Vieles in Amjahids Buch kommt einem bekannt vor, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt hat. Dennoch ist einem nicht immer bewusst, welche Wirkung manche Aussagen auf Betroffene haben und wie schlimm diese tatsächlich wahrgenommen werden. Amjahid fokussiert hierbei nicht nur auf Ausländer, sondern stellt diese in eine Reihe mit Homosexuellen und auch Frauen, denen gleichermaßen im Alltag Diskriminierung wiederfährt.

Sehr gut nachvollziehbar für mich sind die verstörenden Erfahrungen, wenn Menschen auf sein Äußeren reagieren und z.B. in der U-Bahn ihre Tasche fester zu sich ziehen. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob man dies zwingend unter offenem Rassismus verbuchen muss; vielleicht steht auch eine unbeabsichtigte Angst dahinter, die sicherlich antrainiert wurde, sich aber nicht einfach lösen lässt. Womöglich ist es vielen nicht einmal bewusst, was sie damit tun. Die Privilegien-Fragen wiederum waren erschreckend deutlich in ihrem Ausmaß und sind sehr prägnant, um zu verdeutlichen, wie stark die Herkunft über Zukunftschancen bestimmt – weit über das bekannte Klischee der Akademikerkinder, die statistisch signifikant häufiger aufs Gymnasium kommen hinaus.

Pseudohilfe in Afrika, „man wird doch mal sagen dürfen“ und „man muss das nicht so verbissen sehen“ – nein, das geht gar nicht und wird zurecht hier offen ausgesprochen. Assoziationen, die sich von klein auf eingeprägt haben und womöglich nie hinterfragt werden – hier muss jeder einzelne bei sich ansetzen.

Der Autor ist wütend und bringt dies auch zum Ausdruck. Man kann sich jetzt angegriffen fühlen und ihn als beleidigten Einzelfall abtun. Man hat aber auch die Chance, sich selbst und sein Menschenbild zu hinterfragen und zu reflektieren, wo man Schwächen hat und wie man diese vielleicht überwinden kann. Jede noch so kleine Diskriminierung, die jemandem nicht wiederfährt, ist ein Gewinn für alle. 

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