Mohsin Hamid

 3,9 Sterne bei 153 Bewertungen
Autorenbild von Mohsin Hamid (©Ed Kashi)

Lebenslauf von Mohsin Hamid

Mohsin Hamid wurde 1971 in Lahore, Pakistan, geboren. Er studierte Jura an der Harvard Universität und Literatur an der Princeton Universität und lebt heute nach New York und London wieder In Lahore mit seiner Familie. Er hat als Unternehmensberater und freiberuflicher Journalist gearbeitet. ›Der Fundamentalist, der keiner sein wollte‹ stand auf der Shortlist des Booker-Preises und wurde 2012 verfilmt.

Alle Bücher von Mohsin Hamid

Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783832164416)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

 (45)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches So wirst du stinkreich im boomenden Asien (ISBN: 9783832163037)

So wirst du stinkreich im boomenden Asien

 (18)
Erschienen am 16.01.2015
Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)

Exit West

 (17)
Erschienen am 13.09.2018
Cover des Buches The Relunctant Fundamentalist (ISBN: 9783125798823)

The Relunctant Fundamentalist

 (2)
Erschienen am 27.06.2012
Cover des Buches Es war einmal in einem anderen Leben (ISBN: 9783832198015)

Es war einmal in einem anderen Leben

 (1)
Erschienen am 15.02.2016
Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783455305005)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

 (1)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches So wirst du stinkreich im boomenden Asien (ISBN: 9783899038842)

So wirst du stinkreich im boomenden Asien

 (1)
Erschienen am 09.08.2013
Cover des Buches Exit West (ISBN: 9780241290088)

Exit West

 (27)
Erschienen am 02.03.2017

Neue Rezensionen zu Mohsin Hamid

Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)Catastrophias avatar

Rezension zu "Exit West" von Mohsin Hamid

Eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Terror und Flucht
Catastrophiavor 6 Monaten

Saeed und Nadia lernen sich in einer namenlosen Stadt in einem namenlosen Land kennen. Sie verlieben sich, während die Stadt durch fundamentalistische Gruppen im Terror versinkt. Daher entscheiden sie sich zur Flucht, denn Gerüchten zufolge entstehen weltweit Portale, Türen, die Verbindungen zwischen Orten darstellen, die viele tausend Kilometer voneinander entfernt sind.


In dem der Geschichte vorangestellten Essay schreibt Hamid "Geschichten besitzen die Kraft, uns von der Tyrannei dessen zu befreien, was war und was ist" und genau das leistet dieses Buch.


Denn Hamid beschreibt nicht nur, wie sich Menschen durch Krieg und Flucht verändern und wie schwierig es unter diesen Bedingungen ist, zwischenmenschliche, enge Beziehungen aufrechtzuerhalten. Er entwirft auch eine Zukunft, in der - bedingt durch die zunehmende Migration durch Portale - ein globalisiertes Zusammenleben zwingend erforderlich ist, neue Städte und Lebensweisen entstehen. Dieses Szenario verklärt nichts, sondern zeigt ebenso deutlich die Trost- und Schutzlosigkeit flüchtender Menschen. Die Sprache ist poetisch, wunderschön, bildhaft, komplex und gleichzeitig sehr direkt. Nadja und Saeed sind komplexe Charaktere, deren Innenleben geprägt ist von den Gewalt- und Fluchterfahrungen, die zwischen Ankommen und weiterziehen pendeln und weder durch das eine noch das andere wirklich glücklich werden.


Damit ist das Buch nicht nur eine sehr philosophische und poetische Auseinandersetzung damit, wie sich Menschen angesichts existenzieller Risiken und Gefahren verhalten und verändern, sondern ein dringender Appell, Rassismus und die Ausgrenzung Geflüchteter insbesondere in europäischen Gesellschaften zu bekämpfen. Durch die Portale entsteht eine Utopie/Dystopie, je nach Lesart, und das Buch zeigt gleichzeitig mögliche Zukunftsszenarien auf, die doch sehr nah an der Gegenwart sind.

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Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783832164416)

Rezension zu "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" von Mohsin Hamid

Zwei Welten - verschieden und doch so gleich
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Hamid wählt in seiner Novelle – das als Roman herausgegebene Buch sollte eher als solche bezeichnet werden, denn 9/11 ist der Wendepunkt von dem zusammengefasst das Leben des Protagonisten vorwärts und rückwärts betrachtet wird – eine interessante Erzählform, den Monolog. Änlich wie in Sandor Marais Novelle „Die Glut“ , trägt das Gegenüber des Protagonisten Changez, einem jungen Pakistani in der Großstadt Lahore, nicht zur Klärung bei, sondern muntert gelegentlich mit kleinen Gesten zum Weitererzählen auf. Changez Gegenüber, ein Amerikaner steht zunächst einmal stellvertretend für die Abrechnung mit Amerika dem Land in dem Changez so erfolgreich war, indem er seine große Liebe traf und dem er den Rücken kehrte. Der Monolog führt jedoch nicht in die klare Abrechnung, nein, er entwickelt sich zu einer verblüffenden Selbsterkenntnis des Protagonisten.

Eines stellt die Novelle klar heraus: Wir – und das betrifft jedes Individuum – sind mehr als das, was wir durch Erziehung erhielten und durch Selbstkonditionierung glauben zu sein. In uns liegen aus Jahrhunderten – wenn nicht noch aus längeren Zeiten – geschichtete Wertvorstellungen. Daraus gibt es kein Entkommen, obwohl wir die anderen doch so gut verstehen können.

Das Buch liest sich gut. Die Atmosphäre der so grundverschiedenen Städte Lahore und New York wird in kurzen Sequenzen zu vollem Leben erweckt, wie die Charaktere der wichtigsten Gestalten in dieser Monolog-Novelle. Sehr empfehlenswert!


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Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)E

Rezension zu "Exit West" von Mohsin Hamid

Durch die Tür in eine freiere Welt
evaczykvor 2 Jahren

Die Heimatstadt von Saaed und Nadia könnte Kabul undte den Taliban sein, Somalia unter Al-Shabaab, Mossul unter dem IS oder Beirut während des Bürgerkriegs. Weder das Land noch die Stadt des jungen Paares in Mohsin Hamids Roman "Exit West" haben einen Namen, denn die Geschichte ist unversell. Und es sind auch nur die Namen und die Beschreibungen, die ein arabisch-islamisches Land nahe legen. Theoretisch könnten Saaed und Nadia überall auf der Welt leben, wo Krieg und Fundamentalismus die Freiheit und das Leben von Menschen einschränken.

Es ist eine geradezu schüchtern-zurückhaltende Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges, der so ungedeihlich für menschliche Nähe ist. Der ein wenig schüchterne Saaed, einziges Kind schon älterer Eltern, und die trotz ihres schwarzen Gewandes lebensfrohe und gar nicht religiöse Nadia kommen sich näher, während um sie herum die Welt in Gewalt versinkt. Auch Saaeds Mutter stirbt bei einer Bombenexplosion, eines der zivilen Zufallsopfer so vieler Konflikte. Immer intensiver sucht das Paar nach einem Ausweg, nach einer der Türen, die es geben soll, die den Menschen aus Ländern voller Armut und Krieg den Zugang zu einer besseren Welt in Europa öffnen.

Diese Türen, in Hamids Buch sind sie ganz wörtlich zu nehmen. Die mühsame, gefährliche Reise über das Meer oder durch die Wüste - hier findet sie nicht statt. Ähnlich wie in den Narnia-Büchern müssen die Migranten durch eine schwarze, aber gleichwohl wohlbewachte Tür schreiten und finden sich märchenhaft in einer anderen Welt wieder - sei es eine griechische Insel oder sei es London.

Poetische Beschreibungen wie in einem orientalischen Märchen und harsche Realität, wie wir sie aus den Bildern des Flüchtlingselends in Nachrichtensendungen kennen, liegen in diesem Buch nah beieinander. Die Welt ist zusammengerückt, durch die Türen, aber auch durch die vielen Minidrohnen, die den Menschenfluss beobachten, sortieren, verfolgen.

"Das Camp eerinnerte fast ein wenig an eine Handelsstation aus der Zeit des Goldrauschs", heißt es etwa. "es gab Familien, die die Zukunft im Blick hatten, und Banden junger Männer, die die Schwächsten im Blick hatten, und es gab rechtschaffene Leute und Betrüger und welche, die ihr Leben riskiert hatten, um ihre Kinder vor dem Untergang zu retten, und wieder andere, die wussten, wie man im Dunkeln jemanden erdrosselte, ohne dass er einen Ton von sichgab."

Hamid beschreibt einen Sommer, in dem es scheint, "als hätte sich der gesamte Planet in Bewegung gesetzt". Nadia und Saaed erfahren, wie schwer es ist, in der Fremde Fuß zu fassen, wie anstrengend das Zusammenleben auf engstem Raum mit Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und Sprachen ist,, die alle irgendwie zu überleben versuchen und immer öfter Hass und Feindseligkeit begegnen. Die Beziehung der beiden wird auf eine harte Probe gestellt, und auch wenn die Liebe nicht überlebt, bleibt das Vertrauen zwischen zwei Menschen, die sich in einer Schicksalsgemeinschaft sehen.

Exit West ist ein Buch vom Weggehen und Ankommen, von Gewalt und von Liebe, von Verlust und Heimatsuche - nicht plakativ, sondern eher ein Buch der leisen Töne, voller Poesie und mit einem Hauch von Melancholie geschrieben. Ein Roman zu einem wichtigen Thema, der berührt.


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Gespräche aus der Community

Liebe Lovelybooks-Leser,


Einige von euch kennen vielleicht The Reluctant Fundamentalist von Mohsin Hamid. Sein neuer Titel Exit West ist auf jeden Fall eine Leserunde wert. 
Mohsin Hamids Fiktion mit dem Hintergrund aktueller Ereignisse zieht den Leser förmlich in den Bann und hinterlässt selbst nach der Lektüre Raum zum Reflektieren.



Book Description

In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and he makes her smile. A few days later they go for dinner, and over time they share many more meals. They try not to notice the sound of bombs getting closer every night, the radio announcing new laws, the public executions.

Eventually the problem is too big to ignore: it's not safe for Nadia to live alone, she must move in with Saeed's family, even though they are not married and that too is a problem. Meanwhile, rumours are spreading of strange black doors in secret places across the city, doors that lead to London or San Francisco, Greece or Dubai. One day soon, when the streets are no longer usable, the time will come for Nadia and Saeed to seek out one such door, joining the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

Author
Mohsin Hamid writes regularly for The New York Times, the Guardian and the New York Review of Books, and is the author of The Reluctant Fundamentalist, Moth Smoke, How to Get Filthy Rich in Rising Asia and Discontent and its Civilisations. Born and mostly raised in Lahore, he has since lived between Lahore, London and New York. His next novel, Exit West, will be published by Hamish Hamilton in spring 2017.


Bewerbt euch einfach auf eines unserer Leseexemplare und der Lostopf wird entscheiden. 


Liebe Grüße aus London,
Ulrike @ PRH UK

173 BeiträgeVerlosung beendet
Jezebelles avatar
Letzter Beitrag von  Jezebellevor 4 Jahren
Vor einiger Zeit habe ich diesen Roman im Original beendet. Es war mein erster Roman des Autors. Auch andere Werke scheinen sich mit der hier geschilderten aktuellen Thematik zu beschäftigen. Im Roman geht es um die Veränderungen in unserer Welt, die Flüchtlingsbewegung. Erzählt wird aus der Sicht eines muslimischen Paares, welches aufgrund zunehmender Gewalt in ihrer Heimat sich mehr und mehr nach Flucht umhört. Soweit ist das alles noch vorstellbar. Dann setzt das Fiktive ein. Die beiden erfahren, dass es Türen gibt, die einem das Entschlüpfen an einen anderen Ort ermöglichen. Sie wagen diesen Weg gegen gehörige Bezahlung. Man erfährt nun wieder real, wie sich Flucht anfühlt. Das Besondere ist, dass auch der Blick auf die Veränderung der beiden geworfen wird. Sie verändern sich jeder für sich und auch als Paar. Und mit ihnen verändert sich auch ihr Umfeld. Übrigens geht es den Durchgängen in unterschiedliche Welten ähnlich. Auch vermeintlich sicher lebende Menschen wählen den Weg durch Türen. Sehr zart wird hier eine Liebesgeschichte erzählt mit sehr viel poetischer Sprache und enormen Kenntnissen über Kulturen. Viele Beobachtungen am Rande runden das Bild unserer heutigen Weltgesellschaft ab. Dabei wird das Abscheuliche dankenswerterweise nicht in aller Breite geschildert. Das fängt schon bei dem Mittel der arüren an. Der eigentlichen Flucht wird damit die Aufmerksamkeit entzogen. Es geht um die Sichtweisenveränderung bei den Geflüchteten und den Leuten, inneren Länder sie kommen. Zum Glück sind, wie im realen Leben, dabei auch viele menschlich rührende Kontakte. Die Ablehnung bleibt als Angst aber vorhanden und auch die Hilflosigkeit von Staaten, auf die Herausforsetung zu reagieren wird spürbar. Langsam löst sich die Starre der Protagonisten und auch der Gesellschaft, weil die Geflüchteten ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen und nehmen dürfen. Sie arbeiten zusammen. Der Roman rüttelt an gängigen Denkstereotypen, die man aus der Presse vermittelt bekommt. Obwohl ich des Englischen ganz gut mächtig bin, erklärten sich einige beschreibende Details erst im Kontext. Aber das schwächte nicht mein Leseinteresse ab, sondern befeuerte es erst recht. Ich werde bei Gelegenheit mir nochmals den Roman in deutscher Sprache vornehmen. Sorry für die unverschämt Verspätung meiner Rezension und danke, dass ich mitlesen durfte.

Zusätzliche Informationen

Mohsin Hamid im Netz:

Community-Statistik

in 223 Bibliotheken

von 62 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

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