Mohsin Hamid

 3,9 Sterne bei 165 Bewertungen
Autorenbild von Mohsin Hamid (©Ed Kashi)

Lebenslauf von Mohsin Hamid

Mohsin Hamid wurde 1971 in Lahore, Pakistan, geboren. Er studierte Jura an der Harvard Universität und Literatur an der Princeton Universität und lebt heute nach New York und London wieder In Lahore mit seiner Familie. Er hat als Unternehmensberater und freiberuflicher Journalist gearbeitet. ›Der Fundamentalist, der keiner sein wollte‹ stand auf der Shortlist des Booker-Preises und wurde 2012 verfilmt.

Alle Bücher von Mohsin Hamid

Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783832164416)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

 (45)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches So wirst du stinkreich im boomenden Asien (ISBN: 9783832163037)

So wirst du stinkreich im boomenden Asien

 (19)
Erschienen am 16.01.2015
Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)

Exit West

 (17)
Erschienen am 13.09.2018
Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832182137)

Der letzte weiße Mann

 (9)
Erschienen am 16.08.2022
Cover des Buches Nachtschmetterlinge (ISBN: 9783832162436)

Nachtschmetterlinge

 (5)
Erschienen am 22.08.2013
Cover des Buches The Relunctant Fundamentalist (ISBN: 9783125798823)

The Relunctant Fundamentalist

 (2)
Erschienen am 27.06.2012
Cover des Buches Es war einmal in einem anderen Leben (ISBN: 9783832198015)

Es war einmal in einem anderen Leben

 (1)
Erschienen am 15.02.2016
Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783455305005)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

 (1)
Erschienen am 01.03.2007

Neue Rezensionen zu Mohsin Hamid

Cover des Buches The Last White Man: The New York Times Bestseller 2022 (ISBN: 9780241566572)
Thalas avatar

Rezension zu "The Last White Man: The New York Times Bestseller 2022" von Mohsin Hamid

A Kafkaesk parabola
Thalavor einem Monat

"The last white man" is quite a short book. It is a parabola which reminded me of the stories of Franz Kafka or the "city of blinds" by Jose Saramago. Telling a story with a symbolic meaning. Reading this book was not always easy because of the repetitive style and the long sentences without punctuation. I am not a fan of these long sentences. Sometimes I had to read the sentence again to remember the beginning of the sentence. The plot itself is really interesting, but I could not get warm with the protagonists Anders and Jona. Funny that "Anders" means "different" in German- that is surely no coincidence. I missed more insights into the emotions of the characters, I could nit get a grip of them. Also, I would like to know more about the consequences if there would be no white people anymore. Would this also mean less racism and more equal pay? The author has left many questions unanswered, leaving me behind with a lot of question marks.

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Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832182137)
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Rezension zu "Der letzte weiße Mann" von Mohsin Hamid

Eine Verwandlung und ihre Folgen
evaczykvor 4 Monaten

Der Anfang von Mohsin Hamids neuestem Roman "Der letzte weiße Mann" erinnert an Kafka: Der Protagonist, Anders, wacht eines Morgens auf und findet sich verwandelt. Es ist nicht die allmähliche Metamorphose in ein Insekt, doch das Erlebnis ist nicht weniger einschneidend: Denn Anders ist auf einmal dunkelhäutig. Nicht nur er hat Schwierigkeiten, sich in seinem Spiegelbild zu erkennen. Nachbarn, Kollegen, sein Chef erleben ihn als einen anderen, einen Fremden.

Anders bekommt den unterschwelligen wie auch den offenen Rassismus zu spüren, merkt, wie er selber sich anders verhält, vorsichtiger wird - etwa wenn ihm eine Gruppe weißer Männer entgegenkommt. An seinem Arbeitsplatz, einem Fitnessstudio, scheuen die Kunden plötzlich den unmittelbaren Kontakt. "Wenn mir das passiert wäre, würde ich mich umbringen", sagt Anders´Chef. Famous last words. Denn Anders ist nicht der einzige, der sich verwandelt. Immer mehr vormals Weiße haben plötzlich eine tiefbraune Hautfarbe.

Ändert sich die Identität, wenn sich das Aussehen ändert? Das ist eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch den mit 160 Seiten eher kompakten Roman zieht. Auf jeden Fall ändern sich die Reaktion und das gesellschaftliche Klima. Es kommt zu Aggressionen, bewaffnete Männer, darunter wohl auch ehemalige Nachbarn, vertreiben auch Anders aus seinem Haus. Er flieht zu seinem Vater, einem kranken und einsilbigen Mann, der das alles zwar nicht versteht, aber zu Anders steht. In der doppelten Krise - Anders´Verwandlung und der körperliche Verfall des Vaters - finden die beiden zu einer Nähe, die sie viele Jahre nicht hatten.

Zu den wenigen, die den verwandelten Anders interessanter finden als vorher, gehört die Yoga-Lehrerin Oona, die mit ihm auf der High School war. Ihre Mutter hängt hingegen Verschwörungstheorien an und idealisiert das Weißsein - mich erinnert sie an die Anhänger von Donald Trump in den "redneck"-Regionen.

Die Jagd auch Dunkelhäutige wird obsolet, als die Verwandlungen die Mehrheitsverhältnisse umkehren - plötzlich ist fast jeder dunkel. Anders´Vater stirbt als "der letzte weiße Mann". Und doch bleiben die Menschen gespalten in diejenigen, die sich an ihr Weißsein erinnern, teils sehnsüchtig der nächsten Generation davon erzählen, und denen, die ihr Leben lang die Erfahrung gemacht haben, schon allein äußerlich einer Minderheit anzugehören.

"Der letzte weiße Mann" lässt über Identitäten nachdenken, hat stellenweise einen surrealen Humor und stellt Gewissheiten in Frage. Trotzdem hat mich das Buch nicht so stark beeindruckt wie sein Vorgänger "Exit West".  Empfehlenswert in einer Zeit, in der Diversität und Identität einen viel höheren Stellenwert bekommen, ist es dennoch.


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Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832182137)
Lovely_Lilas avatar

Rezension zu "Der letzte weiße Mann" von Mohsin Hamid

3,5 Sterne: Hochinteressante Grundide, aber sehr gewöhnungsbedürftiger Schreibstil!
Lovely_Lilavor 5 Monaten

* Spoilerfreie Rezension! *

  ~ Nach einem schwierigen Einstieg habe ich doch noch begonnen, „Der letzte weiße Mann“ zu mögen. Das lag an der hochinteressanten Grundidee, an den spannenden Fragen, die der Autor stellt, an den schönen Zitaten und den Figuren, die mir langsam doch ein wenig ans Herz gewachsen sind. Auf ganzer Linie überzeugen konnte mich dieser utopische / dystopische Roman dennoch nicht; ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe, mehr Emotionen und vor allem mehr Punkte (= kürzere Sätze) gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung, aber keine uneingeschränkte: Schaut euch vor der Lektüre unbedingt die Leseprobe an! Wenn sie euch überzeugt, steht ein paar interessanten Lesestunden, die auch euch sicherlich zum Nachdenken bringen werden, nichts mehr im Wege! ~


Inhalt

Es ist ein Morgen wie jeder andere – und doch verändert er alles, denn der eigentlich weiße Fitnesstrainer Anders wacht mit dunkler Hautfarbe auf. Immer mehr Menschen verwandeln sich, die weiße Mehrheit im Land wird langsam zur Minderheit. Militante Gruppen wollen das aber nicht akzeptieren, es kommt zu Aufständen, bürgerkriegsähnlichen Zuständen und Ermordungen… 

 

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Erzählweise: Figurale Erzählweise, Präteritum
Perspektive: weibliche und männliche Perspektive im Wechsel
Kapitellänge: kurz 

 

Tiere im Buch: +/- Kaulquappen werden unabsichtlich von Kindern getötet, ansonsten werden keine Tiere verletzt, gequält oder getötet.
Content Note / Inhaltswarnung: Tod von Menschen, Rassismus, Diskriminierung, Hassverbrechen, Gewalt (auch gegen Kinder), Krankheit, Trauer, Suizidgedanken, Erbrechen, Drogen,
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
 Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: ---

 

Rezension

 

„Eines Morgens wachte Anders, ein weißer Mann, auf und stellte fest, dass seine Haut sich unleugbar tiefbraun gefärbt hatte.“ E-Book, Position 40

 

Bei diesem Buch haben mich die positiven Rezensionen der Kritiker·innen im englischsprachigen Raum und die erfrischende, spannende Grundidee (ich liebe ja sowieso Dystopien / Utopien! ♥) neugierig gemacht. Außerdem war der Autor schon zweimal für den britischen Booker Prize nominiert – auch das weckte mein Interesse. 

Kurz: Habe ich das großartige Buch bekommen, das ich erwartet hatte? Nicht ganz! Aber habe ich diesen Roman trotzdem gerne gelesen und konnte ich von der Lektüre etwas für mich mitnehmen? Ja, definitiv! Dabei fiel mir der Einstieg alles andere als leicht, weil ich große Schwierigkeiten mit dem ungewöhnlichen Schreibstil hatte. Mein Problem: Mohsin Hamid weigert sich schlicht, Punkte zu setzen! Seine Sätze gehen deshalb alle (fast ausnahmslos!) über mindestens einen Absatz, wenn nicht sogar über eine ganze Seite, was ich beim Lesen sehr mühsam und anstrengend fand. Dabei habe ich überhaupt nichts gegen lange, verschachtelte Sätze, WENN die Komplexität der Gedanken diese erfordert. Das war aber hier überhaupt nicht der Fall, hier werden meist ohne jede Notwendigkeit in einfachem Vokabular verfasste Hauptsätze bandwurmartig aneinandergereiht. Da hätte man (als Service für Leser·innen) ganz einfach Punkte setzen können – und es auch sollen. Hätte das Buch nicht nur 160, sondern 300 Seiten oder noch mehr gehabt, hätte ich es mit Sicherheit abgebrochen, aber so konnte ich es aushalten. 

Mit der Zeit habe ich mich dann zum Glück an die Sprache gewöhnt und ich bin auf einige sehr schöne, tiefgründige, fast schon weise Zitate und treffende, berührende Beobachtungen menschlichen Verhaltens gestoßen, was mir sehr gut gefallen hat. Man könnte sagen, mir ist das Buch schlussendlich doch noch ein bisschen ans Herz gewachsen und ich kann nun zumindest verstehen, warum der Autor mit seinen Texten schon für Preise nominiert war.

 

„Anders‘ Straße war stockdunkel, und auch auf den Hauptstraßen war die Beleuchtung lückenhaft, als fehlten ihr Zähne.“ E-Book, Position 172

 

Die Grundidee ist natürlich erfrischend anders und hochinteressant. Mohin Hamid wagt in seinem Roman (der am Anfang etwas an Kafkas „Verwandlung“ erinnert) ein Gedankenexperiment: Was würde passieren, wenn weiße Menschen sich plötzlich verwandeln würden und eine dunkle Haut bekämen? Was würde das mit der Gesellschaft machen? Wäre so eine Zukunft utopisch oder doch dystopisch? Wäre eine Welt ohne unterschiedliche Hautfarben eine bessere, friedlichere? Im Mittelpunkt stehen hier Themen wie Rassismus (der alle Bereiche des Lebens durchdringt), das Leben als Schwarze Person in einer weißen Mehrheitsgesellschaft, Identität, Verschwörungstheorien, menschliches Zusammenleben, Angst und Hoffnung. 

 

„[…] sagte Anders, er sei nicht sicher, ob er noch derselbe Mensch sei, anfangs hatte er das Gefühl gehabt […], aber so einfach war das nicht, wie die Menschen um einen herum sich verhielten, beeinflusste ja auch, wie man war, wer man war […]“ E-Book, Position 430

 

Dabei liefert Mohsin Hamid keine einfachen Antworten, sondern lässt vieles offen und seine Leser·innen eigene Schlussfolgerungen treffen. Einerseits mochte ich das, andererseits wurden mir aber rassistische Denkweisen und Äußerungen nicht immer klar genug benannt und kritisiert, sodass ich glaube, dass sie manchen (nicht dafür sensibilisierten Menschen) vielleicht entgehen könnten. An manchen Stellen hätte ich mir außerdem einfach noch MEHR gewünscht: mehr Tiefe, mehr Emotionen, mehr Atmosphäre, mehr Spannung, mehr Details (zum Beispiel darüber, was auf den Straßen genau passiert). So konnte sie mich leider emotional nicht immer so erreichen, wie ich mir das erhofft hatte. 

Die Figuren überzeugten mich dafür mit jeder Seite mehr. Am Anfang war mir besonders Oona noch unsympathisch; sie wirkte sehr distanziert, aber nach und nach taut sie auf und man beginnt, sie und Anders (auch zusammen als Liebespaar) zu mögen. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Hauptfiguren noch eine Spur greifbarer gewesen wären, dass sie einen noch ein wenig näher an sich herangelassen hätten, dass ich noch ein bisschen mehr mit ihnen mitfühlen hätte können. 

Aus feministischer Sicht gibt es bei diesem Buch allerdings gar keine Beschwerden, denn es verzichtet auf gegenderte Beleidigungen und Sexismus und präsentiert uns stattdessen eine starke weibliche Hauptfigur und eine einvernehmliche Beziehung auf Augenhöhe. Zum Glück verzichtet der Autor hier auch auf den sexualisierenden und objektifizierenden Male Gaze (= männlichen Blick) und beschreibt seine weiblichen Figuren (genauso wie die männlichen) einfach als das, was sie sind: Menschen mit Persönlichkeit. Leider ist das bei männlichen Autoren auch im Jahr 2022 immer noch nicht selbstverständlich (looking at you, Chris Whitaker!), deshalb gibt es von mir dafür ein Lob!

 

Mein Fazit

Nach einem schwierigen Einstieg habe ich doch noch begonnen, „Der letzte weiße Mann“ zu mögen. Das lag an der hochinteressanten Grundidee, an den spannenden Fragen, die der Autor stellt, an den schönen Zitaten und den Figuren, die mir langsam doch ein wenig ans Herz gewachsen sind. Auf ganzer Linie überzeugen konnte mich dieser utopische / dystopische Roman dennoch nicht; ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe, mehr Emotionen und vor allem mehr Punkte (= kürzere Sätze) gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung, aber keine uneingeschränkte: Schaut euch vor der Lektüre unbedingt die Leseprobe an! Wenn sie euch überzeugt, steht ein paar interessanten Lesestunden, die auch euch sicherlich zum Nachdenken bringen werden, nichts mehr im Wege!

 

Bewertung

Cover / Aufmachung: 3 Sterne
Idee: 5 Sterne ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 4 Sterne
Umsetzung: 3,5 Sterne
Worldbuilding: 3 Sterne
Einstieg: 2 Sterne
Ende: 4 Sterne
Schreibstil: 3 Sterne
Figuren: 3,5 Sterne
Spannung: 3 Sterne
Wendungen: 3 Sterne
Atmosphäre: 2 Sterne
Emotionale Involviertheit: 3,5 Sterne
Feministischer Blickwinkel: 5 Sterne ♥
Einzigartigkeit: 4 Sterne


Insgesamt:

❀❀❀,5 Sterne

 Dieses Buch bekommt von mir dreieinhalb Sterne!

Kommentare: 30
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Gespräche aus der Community

Liebe Lovelybooks-Leser,


Einige von euch kennen vielleicht The Reluctant Fundamentalist von Mohsin Hamid. Sein neuer Titel Exit West ist auf jeden Fall eine Leserunde wert. 
Mohsin Hamids Fiktion mit dem Hintergrund aktueller Ereignisse zieht den Leser förmlich in den Bann und hinterlässt selbst nach der Lektüre Raum zum Reflektieren.



Book Description

In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and he makes her smile. A few days later they go for dinner, and over time they share many more meals. They try not to notice the sound of bombs getting closer every night, the radio announcing new laws, the public executions.

Eventually the problem is too big to ignore: it's not safe for Nadia to live alone, she must move in with Saeed's family, even though they are not married and that too is a problem. Meanwhile, rumours are spreading of strange black doors in secret places across the city, doors that lead to London or San Francisco, Greece or Dubai. One day soon, when the streets are no longer usable, the time will come for Nadia and Saeed to seek out one such door, joining the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

Author
Mohsin Hamid writes regularly for The New York Times, the Guardian and the New York Review of Books, and is the author of The Reluctant Fundamentalist, Moth Smoke, How to Get Filthy Rich in Rising Asia and Discontent and its Civilisations. Born and mostly raised in Lahore, he has since lived between Lahore, London and New York. His next novel, Exit West, will be published by Hamish Hamilton in spring 2017.


Bewerbt euch einfach auf eines unserer Leseexemplare und der Lostopf wird entscheiden. 


Liebe Grüße aus London,
Ulrike @ PRH UK

173 BeiträgeVerlosung beendet
Jezebelles avatar
Letzter Beitrag von  Jezebellevor 6 Jahren
Vor einiger Zeit habe ich diesen Roman im Original beendet. Es war mein erster Roman des Autors. Auch andere Werke scheinen sich mit der hier geschilderten aktuellen Thematik zu beschäftigen. Im Roman geht es um die Veränderungen in unserer Welt, die Flüchtlingsbewegung. Erzählt wird aus der Sicht eines muslimischen Paares, welches aufgrund zunehmender Gewalt in ihrer Heimat sich mehr und mehr nach Flucht umhört. Soweit ist das alles noch vorstellbar. Dann setzt das Fiktive ein. Die beiden erfahren, dass es Türen gibt, die einem das Entschlüpfen an einen anderen Ort ermöglichen. Sie wagen diesen Weg gegen gehörige Bezahlung. Man erfährt nun wieder real, wie sich Flucht anfühlt. Das Besondere ist, dass auch der Blick auf die Veränderung der beiden geworfen wird. Sie verändern sich jeder für sich und auch als Paar. Und mit ihnen verändert sich auch ihr Umfeld. Übrigens geht es den Durchgängen in unterschiedliche Welten ähnlich. Auch vermeintlich sicher lebende Menschen wählen den Weg durch Türen. Sehr zart wird hier eine Liebesgeschichte erzählt mit sehr viel poetischer Sprache und enormen Kenntnissen über Kulturen. Viele Beobachtungen am Rande runden das Bild unserer heutigen Weltgesellschaft ab. Dabei wird das Abscheuliche dankenswerterweise nicht in aller Breite geschildert. Das fängt schon bei dem Mittel der arüren an. Der eigentlichen Flucht wird damit die Aufmerksamkeit entzogen. Es geht um die Sichtweisenveränderung bei den Geflüchteten und den Leuten, inneren Länder sie kommen. Zum Glück sind, wie im realen Leben, dabei auch viele menschlich rührende Kontakte. Die Ablehnung bleibt als Angst aber vorhanden und auch die Hilflosigkeit von Staaten, auf die Herausforsetung zu reagieren wird spürbar. Langsam löst sich die Starre der Protagonisten und auch der Gesellschaft, weil die Geflüchteten ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen und nehmen dürfen. Sie arbeiten zusammen. Der Roman rüttelt an gängigen Denkstereotypen, die man aus der Presse vermittelt bekommt. Obwohl ich des Englischen ganz gut mächtig bin, erklärten sich einige beschreibende Details erst im Kontext. Aber das schwächte nicht mein Leseinteresse ab, sondern befeuerte es erst recht. Ich werde bei Gelegenheit mir nochmals den Roman in deutscher Sprache vornehmen. Sorry für die unverschämt Verspätung meiner Rezension und danke, dass ich mitlesen durfte.

Zusätzliche Informationen

Mohsin Hamid im Netz:

Community-Statistik

in 254 Bibliotheken

von 68 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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