Mohsin Hamid

 3,8 Sterne bei 191 Bewertungen
Autor von Der Fundamentalist, der keiner sein wollte, Exit West und weiteren Büchern.
Autorenbild von Mohsin Hamid (©Ed Kashi)

Lebenslauf

Mohsin Hamid wurde 1971 in Lahore, Pakistan, geboren. Er studierte Jura an der Harvard Universität und Literatur an der Princeton Universität und lebt heute nach New York und London wieder In Lahore mit seiner Familie. Er hat als Unternehmensberater und freiberuflicher Journalist gearbeitet. ›Der Fundamentalist, der keiner sein wollte‹ stand auf der Shortlist des Booker-Preises und wurde 2012 verfilmt.

Alle Bücher von Mohsin Hamid

Cover des Buches Der Fundamentalist, der keiner sein wollte (ISBN: 9783832164416)

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

(46)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches So wirst du stinkreich im boomenden Asien (ISBN: 9783832163037)

So wirst du stinkreich im boomenden Asien

(21)
Erschienen am 16.01.2015
Cover des Buches Exit West (ISBN: 9783832164645)

Exit West

(18)
Erschienen am 13.09.2018
Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832166953)

Der letzte weiße Mann

(24)
Erschienen am 15.08.2023
Cover des Buches Nachtschmetterlinge (ISBN: 9783832162436)

Nachtschmetterlinge

(6)
Erschienen am 22.08.2013
Cover des Buches The Relunctant Fundamentalist (ISBN: 9783125798823)

The Relunctant Fundamentalist

(2)
Erschienen am 25.06.2012
Cover des Buches Es war einmal in einem anderen Leben (ISBN: 9783832198015)

Es war einmal in einem anderen Leben

(1)
Erschienen am 15.02.2016

Neue Rezensionen zu Mohsin Hamid

Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832166953)
downey_jrs avatar

Rezension zu "Der letzte weiße Mann" von Mohsin Hamid

downey_jr
Interessanter Grundgedanke, sehr anstrengender Schreibstil

"Der letzte weiße Mann " von Mohsin Hamid hat mich vom Grundgedanken her neugierig gemacht. 


Dieser erinnert stark an Kafkas "Die Verwandlung" und ist doch besonders:


Hier wacht eines Morgens der junge Mann namens Anders auf und stellt mit Entsetzen fest, dass er sich in einen dunkelhäutigen Mann verwandelt hat. Er reagiert fast panisch, verlässt seine Wohnung nicht, meldet sich krank. Nur seiner alten Schulfreundin/Geliebten Oona erzählt er davon.


Doch irgendwann muss Anders das Haus doch wieder verlassen, er muss Geld verdienen. Sein Chef sagt im direkt ins Gesicht: "Wenn mir das passiert wäre, ich hätte mich umgebracht."


Auch seine Umgebung scheint ihn mit der veränderten Hautfarbe anders wahrzunehmen:


"Er wusste nicht, was die Leute dachten, ob sie überhaupt irgendetwas dachten, und wahrscheinlich bildete er sich die Feindseligkeit und Ablehnung in ihren Blicken nur ein."


 


Nach und nach häufen sich die Berichte über ähnliche Verwandlungen, mit der Zeit verwandelt sich die weiße Mehrheit im Land und scheint zu einer Minderheit zu werden . In der namenlosen Stadt herrschen bald bürgerkriegsähnliche Zustände.


Anders Vater stirbt schließlich schwerkrank als "der letzte weiße Mann". Die Unruhen klingen ab, doch wie geht das Leben weiter?


 


Ich bin bei diesem Buch etwas zwiegespalten. Den Grundgedanken fand ich sehr interessant. Bei einigen Sätzen gibt es viel Stoff zum Nachdenken:


 


"... und suchte in seinem Blick nach etwas Weißem, irgendwo musste es doch sein, vielleicht in seinem Gesichtsausdruck, aber da war nichts, und je länger er hinsah, desto weniger weiß kam er sich vor, als wäre das Suchen danach das genaue Gegenteil von Weißsein, als rückte es dadurch nur noch weiter weg, es ließ ihn verzweifelt wirken, unsicher, so als gehörte er nicht hierher, wo er doch hier geboren war ...."


 


"... sagte Anders, er sei nicht sicher, ob er noch derselbe Mensch sei, anfangs hatte er das Gefühl gehabt, unter der Oberfläche immer noch er selbst zu sein, wer auch sonst, aber so einfach war das nicht, wie die Menschen um einen herum sich verhielten, beeinflusste ja auch, wie man war, wer man war ..."


 


Leider blieben für meinen Geschmack die Charaktere zu oberflächlich, die Protagonistin*innen blieben mir seltsam fern.


Auch der Plot ist an sich grundsätzlich gut. Der Roman zeigt zwar auf, wie unlogisch es ist, den Wert und die Identität eines Menschen allein anhand seiner Hautfarbe festzulegen – aber für mein Empfinden fehlt es hier noch an Tiefe in der Ausarbeitung; man hätte aus diesem Thema noch mehr herausholen können.


 


Mein zweiter Kritikpunkt betrifft den Schreibstil des Autors. Die sehr in die Länge gezogenen Sätze, nur mit Kommata getrennt, fand ich sehr anstrengend zu lesen.


 


Final vergebe ich 3⭐️

Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832166953)

Rezension zu "Der letzte weiße Mann" von Mohsin Hamid

Ein LovelyBooks-Nutzer
Der Blick nach Außen

Dieses Buch hat mich mit seiner Sprache und dem außergewöhnlichen Erzählstil überzeugt. Das besondere waren die, durch Beistriche gegliederten, langen Sätze, welche aber für mich einen besonderen Rhythmus hatten.

Anders verwandelt sich über Nacht und kann es kaum glauben. Er hat eine dunkle Hautfarbe bekommen, erkennt den Mann im Spiegel nicht wieder und man spürt an allen Ecken die Entfremdung seiner selbst. Er wird aber nicht der letzte sein, der diese Erfahrung macht. Als diese Verwandlungen im Gange sind kommt es auch zu brutalen Aufständen und Gewalt in der Stadt und im ganzen Land.

Distanziert aber poetisch bekommt man einen Blick auf das Geschehen. Was mich besonders beeindruckte war, wie im Buch gezeigt wurde, dass sich unser Inneres im Außen spiegelt - dadurch wie wir andere wahrnehmen. Aber auch durch Vorurteile, welche in den Köpfen der Menschen sind.

Anders ist sich fremd und so fühlt er auch die Entfremdung in der Stadt, er sieht die Menschen mit anderen Augen und sieht auch in ihnen diese Unsicherheit. Das wurde echt gut dargestellt.

Das Buch hat mich beeindruckt, gerade weil es nur knapp 160 Seiten hat, aber viel vermittelt wurde.

Fazit: Bereichernde Erzählung, die die Sicht verändert


Cover des Buches Der letzte weiße Mann (ISBN: 9783832166953)
jtk_0701s avatar

Rezension zu "Der letzte weiße Mann" von Mohsin Hamid

jtk_0701
Genialer Plot

Was für ein Plot und welch gute Umsetzung! Ich hatte befürchtet, es könnte zu viel Kafka sein (auch wenn ich „Die Verwandlung“ mochte, war es jetzt nicht gerade der Schreibstil, der mich total umgehauen hat), aber Irrtum. Mohsin Hamid Schreibstil hat mich direkt in die Story reingezogen. Zwar hat es mich am Anfang wirklich stark an „Die Verwandlung“ erinnert, aber die Geschichte ist nicht in Anders Zimmer geblieben, sondern hat sich ausgeweitet auf die ganze (unbekannte) Stadt. 

Anders wacht eines Morgens auf und bemerkt, dass er sich in einen dunkelhäutigen Mann verwandelt hat. Er bekommt es mit der Angst zu tun und meldet sich krank. Geht kaum aus dem Haus und wenn, fühlt er sich bedroht, versteckt sein Gesicht, seine Hände und versucht niemanden anzuschauen. In seiner Panik ruft er Oona an, eine alte Highschool Liebe, die wieder zurück in die Stadt gezogen ist. Sie kommen sich näher und er fühlt sich nicht ganz so verlassen. Langsam verwandeln sich nach und nach immer mehr weiße Menschen in der Stadt. Es herrscht Panik, Angst, Unruhen und Gewalt auf den Straßen. Und neben all dem Chaos kommen die familiären Dramen von Anders und Oona langsam zur Ruhe. 

Trotz der langen Sätze war es ein leicht zu lesender Text. Es war eine Aneinanderreihung von Sätzen durch Kommata geteilt, wodurch der Text einen gewissen Rhythmus hatte, der in meinem Takt war. Mohsin Hamid hat hier nicht nur „die Absurdität des Konstrukts „Rasse““ beschrieben, sondern auch existenzielle Fragen des Menschen und Absurditäten im Ganzen (vielleicht musste ich deswegen kurz an Camus denken?!). Wie anpassungsfähig Menschen sind und das so eine Verwandlung auch ein Neuanfang sein kann. 


S.36 „[…]wie eisig kalt und unmenschlich das Weltall doch war, eine leblose Leere, genauso tot wie ihr Vater, und ihr Bruder, der ihm gefolgt war, der nie über ihn hinweggekommen war, und dieser Gedankengang riss ihr den Boden unter den Füßen weg, nahm ihr das Vertrauen an die Erde als Anker, sie spürte ihre Abwesenheit, ihr Bruder, ihr Vater, wie sie an ihr zerrten, das Nichts, das sie geholt hatte, das uns alle irgendwann holt, wie konnte es sein, dass es uns alle auslöscht, dann ein Klingeln, das Klingeln hörte auf, und Anders war dran.“


S.139 „[…]niemand in der Bar schien sich so richtig wohlfühlen, weder der Barkeeper noch die Männer am einzigen besetzten Tisch, und auch Anders und Oona nicht, keiner von ihnen, keiner dieser dunkelhäutigen, in Barlicht getauchten Menschen, die versuchten, sich in dieser vertrauten und doch so seltsamen Situation zurechtzufinden, und als Oona das merkte, fragte sie sich, ob es wirklich stimmte, oder ob die Leute automatisch unentspannt aussahen, wenn man dachte, sie wären unentspannt, so wie sie auch verrückt wirkten, wenn man dachte, sie wären verrückt, vielleicht sahen sie auch alle genauso aus wie immer, nur eben dunkelhäutig.“

Gespräche aus der Community

Liebe Lovelybooks-Leser,


Einige von euch kennen vielleicht The Reluctant Fundamentalist von Mohsin Hamid. Sein neuer Titel Exit West ist auf jeden Fall eine Leserunde wert. 
Mohsin Hamids Fiktion mit dem Hintergrund aktueller Ereignisse zieht den Leser förmlich in den Bann und hinterlässt selbst nach der Lektüre Raum zum Reflektieren.



Book Description

In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and he makes her smile. A few days later they go for dinner, and over time they share many more meals. They try not to notice the sound of bombs getting closer every night, the radio announcing new laws, the public executions.

Eventually the problem is too big to ignore: it's not safe for Nadia to live alone, she must move in with Saeed's family, even though they are not married and that too is a problem. Meanwhile, rumours are spreading of strange black doors in secret places across the city, doors that lead to London or San Francisco, Greece or Dubai. One day soon, when the streets are no longer usable, the time will come for Nadia and Saeed to seek out one such door, joining the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

Author
Mohsin Hamid writes regularly for The New York Times, the Guardian and the New York Review of Books, and is the author of The Reluctant Fundamentalist, Moth Smoke, How to Get Filthy Rich in Rising Asia and Discontent and its Civilisations. Born and mostly raised in Lahore, he has since lived between Lahore, London and New York. His next novel, Exit West, will be published by Hamish Hamilton in spring 2017.


Bewerbt euch einfach auf eines unserer Leseexemplare und der Lostopf wird entscheiden. 


Liebe Grüße aus London,
Ulrike @ PRH UK

163 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

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in 245 Bibliotheken

auf 26 Merkzettel

von 2 Leser*innen aktuell gelesen

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