Exit West

von Mohsin Hamid 
4,2 Sterne bei25 Bewertungen
Exit West
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Positiv (23):
wandablues avatar

Ein sehr "leichter" Roman mit großem Tiefgang zum Thema Asylanten.

Kritisch (2):
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Distanzierte, emotionslose Erzählweise kombiniert mit einer Geschichte, die eher zusammengefasst als erzählt wirkt. Gefällt mir nicht.

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Inhaltsangabe zu "Exit West"

In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and their story begins. It will be a love story but also a story about war and a world in crisis, about how we live now and how we might live tomorrow. Before too long, the time will come for Nadia and Saeed to leave their homeland. When the streets are no longer useable and all options are exhausted, this young couple will join the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780241290088
Sprache:Englisch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Hamish Hamilton
Erscheinungsdatum:02.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    wandablues avatar
    wandabluevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr "leichter" Roman mit großem Tiefgang zum Thema Asylanten.
    Tiefgang mit leichter Hand auf wenigen Seiten.

    Tiefgang auf wenigen Seiten.
    Saeed und Nadia. Der erste Satz: „In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, a young man met a young woman in a classroom and did not speak to her.“ In dem Moment, in dem sie aufeinandertreffen, haben beide noch eine Zukunft. Das wird sich ändern.

    Diese Stadt wird nicht näher bezeichnet, sie ist von Bergen umgeben, eine hauptsächlich muslimisch geprägte Stadt, die mehr und mehr von intoleranter Miliz übernommen wird. Jede persönliche Freiheit wird ausradiert. Wer kann, geht weg. Flieht. Nicht näher beschriebene „Türen“ öffnen sich in den Westen. Überall. Der Westen wird überflutet.

    Der Autor beschäftigt sich mit dem Einbruch anderer Kulturen in den Westen, also Europa, und dessen Folgen. Als exemplarischen Einzelfall zeichnet er den inneren Verlauf einer Beziehung zwischen Mann und Frau, die nur durch Druck äusserer Umstände überhaupt zustande kommt, sich verdichtet und wieder auseinandertriftet.

    Was Mohsin Hamids Roman von anderen Romanen dieses Themenkreises unterscheidet, ist seine lyrische Aufarbeitung. Nicht alle Thesen, die seine Protagonisten vertreten oder denken, möchte man so teilen. Türen, die man nie mehr schließen kann? Bewahre!

    Die Missstände, die „Exit West“ aufzeigt, weisen ausschließlich in den Westen, und das ist die Kritik: Die Einseitigkeit. Indirekt und natürlich zu Recht angeprangert wird der Umgang mit den Ankömmlingen, all die bekannten Probleme. Man möchte weinen, wenn die Menschlichkeit wieder einmal auf der Strecke bleibt.

    Was in „Exit West“ indes fehlt, ist der Hinweis darauf, dass die Misere nicht vom Westen, sondern vom Osten ausgeht und man nicht nur die Frage nach dem Recht im Westen leben zu dürfen stellen darf, sondern fordern muss, dass der Osten seine Probleme in den Griff bekommt, vornehmlich die der Unterdrückung der Frauen, vornehmlich die, die aus der Überhöhung des Islam kommen, aus dem fundamentalistischen Islam.

    Doch die Darstellung innerer Vorgänge beschäftigen Hamid noch viel mehr als die äusseren Umstände. Seine Figuren sind Gezeichnete für immer, selbst wenn sich der Roman am Ende versöhnlich zeigt.

    „Exit West“ ist vordergründig ein Liebesroman, im Fokus ein Einzelschicksal, und doch werden große Themen aufgelegt. Die lyrische Verarbeitung des Stoffes ist großartig.

    Fazit: Leicht wie eine Feder. Dennoch mit Sprengkraft. Einfach große Kunst. Leseempfehlung!

    Kategorie: Auf der Shortlist des Man Booker Prize 2017
    Verlag: Hamish Hamilton, 2017

    Kommentare: 2
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    BlackTeaBookss avatar
    BlackTeaBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Extremely relevant. Read it.
    Surprisingly relatable

    At first, I found it difficult to get into this story. The writing could not really draw me in, as it often felt like the author was trying too hard to be poetic. He was trailing off in lengthy descriptions, for example, of the various kinds and depths of darkness. While surely many readers were glued to his words, they just could not keep my attention and had me skim over to the next paragraph, where that one sentence finally ended. Not that the style was entirely bad or not appropriate, on the contrary. It was intelligently constructed and sometimes did enrich the story with clever remarks, but on other occasions it simply took me out of the narrative.


    However, this happened only infrequently once the story picked up pace and I could immerse myself into the events. You experience what it feels like to live in a city that is being torn apart by militants and government forces, and how quickly luxuries like a phone signal, the internet, electricity and even running water and fresh food can vanish. What struck me here was how relatable it was, as we see everything through the eyes of Saeed and Nadia; normal, young people who just want to live their lives. Those were of course not perfect before the fighting either, and in the environment of this unnamed, seemingly Arabic city, I realised again what difficulties and restrictions unmarried women who want to be independent have to face there.


    This realism, the feeling of experiencing a war situation, thinking about what you would do and understanding that it can literally happen to anyone, at any time; that is to me the most exceptional part of the book. It is eye-opening, scary, it makes you think, feel more empathetic and grateful at the same time. In contrast to that stands the concept of mysterious doors that randomly appear and can send you all over the world. I think the author used this shortcut as a way of speeding up the events and avoiding the long refugee journeys, while preserving the feelings and struggles of those who have to leave their homes behind. Still, I never thought the blurb was actually serious and had to do several double takes, but there we go.


    What I noticed, as did my buddy reader Kücki, was a distance maintained to the characters throughout the story. Dialogue is rare, even the death of an important character is told in a matter-of-fact way and only on one occasion did I tear up. But this book is not intended to be a tear jerker, at least that was my impression. It reflects about identity and shows you what is happening in the world, how fragile safety and our structures of society are, and how things fall apart if we refuse to adapt to change. Especially interesting was the outlook on the future, and there was hope in this promise that the world does not necessarily end, even after a global crisis. There will always be conflicts where humans are but, if we are lucky enough to survive, we always get to shape our communities and the world merely rebuilds itself.


    As there were a few aspects that bothered me, especially the ending to which I have barely more to say than 'meh', I was inclined to give Exit West 3.5 stars. But I want to avoid doing things only halfway, so I decided on four because the central part had such a fundamental impact on my perception of what is happening these days. I will see the news with different eyes now, and hope that more people will read this story.

    Kommentare: 1
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    Jezebelles avatar
    Jezebellevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ungemein poetischer Umgang mit dem uns alle betreffenden Thema "Flucht" und auf sehr zarte Weise erzählt
    Trotz irrealen Zügen sehr real geschildert

    Vor einiger Zeit habe ich diesen Roman im Original beendet. Es war mein erster Roman des Autors. Auch andere Werke scheinen sich mit der hier geschilderten aktuellen Thematik zu beschäftigen. Im Roman geht es um die Veränderungen in unserer Welt, die Flüchtlingsbewegung. Erzählt wird aus der Sicht eines muslimischen Paares, welches aufgrund zunehmender Gewalt in ihrer Heimat sich mehr und mehr nach Flucht umhört. Soweit ist das alles noch vorstellbar. Dann setzt das Fiktive ein. Die beiden erfahren, dass es Türen gibt, die einem das Entschlüpfen an einen anderen Ort ermöglichen. Sie wagen diesen Weg gegen gehörige Bezahlung. Man erfährt nun wieder real, wie sich Flucht anfühlt. Das Besondere ist, dass auch der Blick auf die Veränderung der beiden geworfen wird. Sie verändern sich jeder für sich und auch als Paar. Und mit ihnen verändert sich auch ihr Umfeld. Übrigens geht es den Durchgängen in unterschiedliche Welten ähnlich. Auch vermeintlich sicher lebende Menschen wählen den Weg durch Türen. Sehr zart wird hier eine Liebesgeschichte erzählt mit sehr viel poetischer Sprache und enormen Kenntnissen über Kulturen. Viele Beobachtungen am Rande runden das Bild unserer heutigen Weltgesellschaft ab. Dabei wird das Abscheuliche dankenswerterweise nicht in aller Breite geschildert. Das fängt schon bei dem Mittel der arüren an. Der eigentlichen Flucht wird damit die Aufmerksamkeit entzogen. Es geht um die Sichtweisenveränderung bei den Geflüchteten und den Leuten, inneren Länder sie kommen. Zum Glück sind, wie im realen Leben, dabei auch viele menschlich rührende Kontakte. Die Ablehnung bleibt als Angst aber vorhanden und auch die Hilflosigkeit von Staaten, auf die Herausforsetung zu reagieren wird spürbar. Langsam löst sich die Starre der Protagonisten und auch der Gesellschaft, weil die Geflüchteten ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen und nehmen dürfen. Sie arbeiten zusammen. Der Roman rüttelt an gängigen Denkstereotypen, die man aus der Presse vermittelt bekommt. Obwohl ich des Englischen ganz gut mächtig bin, erklärten sich einige beschreibende Details erst im Kontext. Aber das schwächte nicht mein Leseinteresse ab, sondern befeuerte es erst recht. Ich werde bei Gelegenheit mir nochmals den Roman in deutscher Sprache vornehmen.

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    wortjongleurs avatar
    wortjongleurvor einem Jahr
    Über das Leben in Zeiten von Krieg und Flucht ...

    Mohsin Hamids Schreibstil hat mich gepackt. Er schafft es, mit wenigen Sätzen so viel auszusagen. Ich fand es wunderbar mitzuerleben, wie Saeed und Nadia sich kennenlernen, wie sie erleben, dass ein vorher fremder Mensch mehr und mehr ein so essentieller Teil ihres Lebens wird. Doch immer wieder schreibt Mohsin Hamid Sätze, die leise daherkommen, aber Dinge erzählen, die mit größter Wucht das Leben eines Menschen erschüttern. Ohne Vorwarnung trifft den Leser ein furchtbares Ereignis, so wie es die Protagonisten auch völlig unerwartet aus der Bahn wirft. Für Saeed und Nadia werden tragische und grausame Begebenheiten fast zur Normalität, weil sie ihnen ständig und überall begegnen. Da sie ja aber das krasse Gegenteil von Normalität sind, haben mich manche dieser Stellen ganz schön mitgenommen; ich dachte daran, dass mich selbst manche dieser Konflikte und Entscheidungen, vor die unsere Protagonisten gestellt werden, innerlich zerreißen würden, ich habe sogar Zweifel bekommen, ob ich unter solchen Umständen überhaupt immer die Weisheit und Kraft hätte, die richtigen Dinge zu tun, die schlussendlich das Überleben ermöglichen. Viele Stellen im Buch haben mich intensiv zum Nachdenken angeregt und insgesamt zähle ich Exit West zu einem der Bücher, die mein Denken verfeinert und mir so manches aufgezeigt haben, das mir vorher nicht bewusst war.  
    Das Buch beschreibt wie eine junge Beziehung unter einer solchen Ausnahmesituation leidet, wie es sie belastet und verändert, es erzählt sehr realistisch vom Leben in Zeiten von Krieg und Flucht und welche Auswirkungen diese Umstände auf Menschen und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen haben. 
    Mohsin Hamid hat mit den „black doors“ eine sehr bildliche und treffende Umschreibung für die Flüchtlingsströme gefunden, auf deren Eintreffen die westlichen Länder völlig unvorbereitet reagieren mussten. Statt auf die Flucht selbst, legt er den Fokus auf die Ankunft der Flüchtlinge, auf die Probleme vor Ort und hat für mich dadurch ein hochinteressantes Thema wunderbar umgesetzt.

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    Nadja_13s avatar
    Nadja_13vor einem Jahr
    Eine ungewöhnliche Geschichte über ein aktuelles Thema

    Exit West – Mohsin Hamid

    Zum Inhalt:
    Als Nadia und Saeed sich kennen lernen wird ihre Heimat zwar von Krieg bedroht, doch ihr Leben ist dadurch noch nicht besonders stark betroffen. Doch während sich die beiden immer näher kommen verschlechtert sich die Situation in ihrer Heimatstadt immer mehr und offener Krieg bricht aus. Gleichzeitig tauchen auf der ganzen Welt immer mehr mysteriöse Türen auf welche zu den unterschiedlichsten Orten führen. Auch Nadia und Saeed hören von diesen Türen doch während sie anfangs diesen Geschichten nicht wirklich Glauben schenken, scheinen diese Türen irgendwann ihre letzte Chance zu entkommen...

    Meine Meinung:
    Exit West ist ein absolut ungewöhnliches Buch und ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen. Dennoch hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht. Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht besonders viel darunter vorstellen, doch ich war gespannt auf diese Geschichte welche die sehr aktuelle Flüchtlingsthematik mit diesem fantastischen Element der Türen verbindet. Auch nach dem Lesen gelingt es mir nicht so wirklich dieses Buch zu beschreiben und so kann ich nur schon mal sagen, dass falls das Folgende eure Interesse auch nur ein bisschen weckt, ihr unbedingt einfach mal reinlesen solltet. 

    Die Geschichte von Nadia und Saeed beginnt in einer Stadt wohl irgendwo im Nahen oder Mittleren Osten, deren Namen jedoch nie genannt wird. Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht von Nadia als auch von Saeed erzählt und mir hat sehr gut gefallen, dass bereits auf den ersten Seiten so einige Stereotypen über den Haufen geworfen werden. So ist Nadia beispielsweise eine sehr unabhängige junge Frau, die Motorrad fährt und alles andere als gläubig ist, obschon sie sich in der Öffentlichkeit komplett verhüllt. 

    Doch obschon es dem Autor sehr gut gelingt Nadia und Saeed direkt menschlich und authentisch wirken zu lassen und es mir sehr gut gefallen hat, nicht nur zu erleben wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, sondern wie sich auch ihr gesamtes Leben verändert, während ihre Stadt immer mehr zum Kriegsschauplatz wird, fiel es mir doch lange schwer einen Zugang zu ihnen zu finden. Ich fühlte mich eher wie ein aussenstehender Beobachter. Dies lag möglicherweise auch etwas am Schreibstil des Autors, es gibt in dem Buch nämlich kaum Dialog und stattdessen teilweise fast seitenlange Sätze. 

    Leider habe ich mich manchmal von der Länge der Sätze etwas ablenken lassen, obschon diese eigentlich nicht zu kompliziert oder verschachtelt waren, sondern der Autor richtig toll und atmosphärisch schreibt. Der Autor beschreibt die Geschehnisse sehr realistisch und obschon das Buch eigentlich sehr kurz ist passiert darin unglaublich viel. Allein der schleichende Ausbruch des Krieges wird auf sehr eindrückliche und erschreckende Art geschildert. Die Geschichte nimmt auch einige Wendungen die ich anfangs nie erwartet hätte und mit der Zeit hatte ich dann auch mehr das Gefühl einen Zugang zu Nadia und Saeed zu finden. 

    Dem Autor ist es besonders durch das Element der Türen gelungen ein sehr aktuelles und allgegenwärtiges Thema auf eine ungewöhnliche und doch irgendwie glaubwürdige Weise zu schildern. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an und wirft viele Fragen auf, die man sich so vielleicht noch nie gestellt hat, dabei wirkt es jedoch nie belehrend oder als würde einem eine gewisse Sichtweise aufgedrängt. 

    Fazit:
    Exit West befasst sich auf ungewöhnliche Weise mit einem sehr aktuellen Thema. Das Buch ist kein Page-Turner, man muss sich Zeit lassen beim Lesen, es teilweise auch mal zur Seite legen, denn es ist keine leichte Kost und regt sehr zum Nachdenken an. Es lohnt sich auf jeden Fall am Anfang dran zu bleiben auch wenn es eher schwer fällt einen Zugang zu den Charakteren zu finden, denn Nadia und Saeeds Geschichte hält auch einige Überraschungen bereit. 

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    ichundelaines avatar
    ichundelainevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unaufgeregt, schrecklich schön und absolut lesenswert
    We are all migrants

    "She watched bombs falling, women exercising, men copulating, clouds gathering, waves tugging at the sand like the rasping licks of so many tongues, tongues of a planet that would one day too, be no more."

    Bereits nach den ersten 40 Seiten habe ich mich in den Roman verliebt. Mohsin Hamid schreibt auf so eine unaufgeregte, schöne udn ruhige Art und Weise, dass es mich direkt in seinen Bann gezogen hat. Dabei ist das Buch thematisch (Chaos, Krieg, Vertreibung, Flucht, Konflikt) nicht gerade leichte Kost, dennoch schafft er es, eine hoffnungsvolle Atmosphäre zu generieren ohne Schockbilder hinauf zu beschwören, wofür ich ihm wirklich sehr dankbar bin. 

    Nadia und Saeed lernen sich in einer Stadt eines muslimisch geprägten Landes kennen, das an der Schwelle zu Krieg steht. Mitten im Chaos entfaltet sich ihre Liebe, wie eine Blume in der Wüste und gibt den beiden die Kraft, auch in der schwärzesten Stunde, noch den Silberstreifen zu sehen.

    "The end of the world can be cosy at times."

    Doch dann tauchen überall in der Welt Türen auf. Türen, aus denen diejenigen strömen, die fliehen, Türen, durch die man in Länder reisen kann, an die man nie gedacht hätte. Natürlich gefällt denen, deren Länder überschwemmt werden, dieser Umstand überhaupt nicht und es entsteht ein schwelender Konflikt. 
    Anstatt das Ganze negativ postapokalyptisch darzustellen, erzählt Hamid Mohsin eine Geschichte, die Mut macht, die einen den Glauben, an ein halbwegs friedliches Miteinander nicht zurückgibt, ohne kitschig oder überzogen zu sein. Auch wenn es für Nadia und Saeed nicht endet wie im Märchen, auch wenn sich das Märchen für die Migranten nicht wirklich erfüllt, so zeigt die Geschichte, dass es keinen Königsweg gibt, sondern auch andere, die nicht schlecht(er), sondern einfach nur anders sind. Denn streng genommen sind sowohl der deutsche Aussteiger in Thailand, der holländische Maler in Brasilien und der syrische Flüchtling alle das Selbe: Migranten auf der Suche nach dem Glück.

    Ein weiterer Pluspunkt sind auch die Kürze des Romans sowie der äußerst Leserfreundliche Satz.

    Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen! Prädikat: UNBEDINGT LESEN!

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    Motte_s avatar
    Motte_vor einem Jahr
    Exit West

    Nadia und Saeed lernen sich in ihrer nicht näher bezeichneten Heimatstadt kennen, in der der Krieg immer mehr zur realen Bedrohung wird. Gerüchte über geheimnisvolle Türen gehen um, diese sollen Passagen zu anderen Städten und Ländern sein.

    „Exit West“ erzählt von Krieg, von Flucht und der Suche nach einer Heimat sowie von einer Beziehung, die diesen Umständen trotzen muss – letzteres nicht nur am Rande, der potenzielle Leser sollte Liebesgeschichten also nicht grundsätzlich abgeneigt sein, wenngleich es nie ins Kitschige abdriftet.
    Auch, wer sich von „Exit West“ einen phantastischen Roman erhofft, sollte besser weitersuchen. Mit den Türen ist zwar ein gewisses übernatürliches Element enthalten, aber sie bleiben ein (wenn auch wichtiges) Mittel zum Zweck.

    Wer sich mit diesen Voraussetzungen einverstanden zeigt, trifft auf zwei glaubwürdige Protagonisten. Nadia ist eine unabhängige lebenshungrige Frau (erfrischend klischeefrei), Saeed eher ruhig, religiös und weniger flexibel.

    Der Erzähler berichtet ohne erhobenen Zeigefinger in langen Sätzen und distanziertem, unaufgeregtem Stil. Der Leser wird daher trotz der gewichtigen Themen emotional wenig involviert, selbst schlimmste Erlebnisse werden trocken geschildert.
    Das mag nicht jedermanns Sache sein, mir persönlich hat es gut gefallen.

    Alles in allem eine kurze (228  Seiten bei recht großer Schrift), dadurch aber nicht weniger empfehlenswerte Lektüre.
    4/5 Punkte deshalb, weil der Fokus für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf die Beziehung gerichtet wurde.

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    Kadys avatar
    Kadyvor einem Jahr
    Love and war

    Content: In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and their story begins. It will be a love story but also a story about war and a world in crisis, about how we live now and how we might live tomorrow. Before too long, the time will come for Nadia and Saeed to leave their homeland. When the streets are no longer useable and all options are exhausted, this young couple will join the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

    "We're all migrants through time." (S. 209)

    My opinion: This story is full of sort of mental prods and you get all these thoughts while reading, that you should take more time to do it and that all these sentences deserve far more value than you can give them.
    Style: The style of the author was sort of in motion. While reading it I felt I was moving around too, not really belonging anywhere. That is, in my opinion, managed by writing just looooong sentences, one sentence actually stretched on over two pages!
    It's a style you just like or don't, and for me, it was fitting. But if you don't like long sentences, this is probably not the book for you.
    Characters/Style: The storyteller is all-knowing, so it's neither Nadia nor Saeed telling us their story. That is partly helpful because the author can bring in all his thoughts and isn't tied to one character, but it's also not so great because in some situations, you can't really connect to the characters.
    Saeed and Nadia are both nice people. I could understand them and really grew to like them throughout the story. I connected to Nadia a bit better in the middle of the story.
    Plot: The story is initially about two things: in the first part of the book, war and flight, in the second part of the book, the characters' relationship. And as subtopics, there's for example being a migrant and natives and so on.
    The plot is really interesting, even though I don't get the main idea behind the story: relationship or flight?
    But that didn't matter to me, because I just loved all these ideas and thoughts that came while reading and that was amazing.


    Conclusion: It's a great story because of all these thoughts you can have if you really value these sentences. The style you have to like or you can't enjoy the book.
    I had a wonderful experience reading this book and can only recommend it!

    "[...] for personalities are not a single immutable colour, like white or blue, but rather illuminated screens, and the shades we reflect depend much on what is around us." (S. 186)

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    histerikers avatar
    histerikervor einem Jahr
    Man sollte den Klappentext gut lesen

    Inhalt:
    Saeed und Nadia treffen sich in einer unbenannten Stadt und verlieben sich. Ihre Stadt wird aber vom Krieg bedroht und sie hören von geheimen Türen, die eine Flucht ermöglichen. Sie wollen dieses Abenteuer auch wagen.

    Bewertung:
    Das Buch hat für mich wirklich zwei Ebenen, einerseits die Liebesgeschichte zwischen Saeed und Nadia, andererseits die Flucht. In dem Moment, wo diese Ebenen sich vermischt habe, fand ich das Buch am interessantestem, die Ebene wo es nur um die Beziehung ging, haben mich nicht wirklich interessiert. Deswegen bin ich auch etwas ambivalent in der Bewertung.
    Trotzdem kann man Hamid seine kunstvolle Art des Erzählens nicht absprechen und trotz der Sache, dass seine Sätze manchmal sehr lang sind, fand ich den Stil angenehm und flüssig.
    Ich hatte den Eindruck, dass die Charaktere nicht unbedingt die Stärke dieses Buches sind, dafür sind sie für mich zu austauschbar, als ob sie Prototypen wären.
    Dafür sind seine (vor allem philosophischen) Anmerkungen und Beobachtungen sehr wertvoll und auch die Methapher der Türen ist sehr gut umgesetzt. Dadurch wirk das Buch etwas surreal, ist aber dafür nicht weniger an das allgemeine Leben in heutiger Zeit anwendbar. Und hier liegt für mich eindeutig die Stärke des Buches: es ist eine universelle Erzählung, die sich nur zwei Personen bedient, aber eine Erfahrung jedermanns beinhaltet.

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    MrsFrasers avatar
    MrsFraservor einem Jahr
    Kurzmeinung: Poetische Darstellung der aktuellen Flüchtlingsproblematik. Mehr beschreibend, ohne plakative Moral.
    "We are all migrants through time" (Exit West, Mohsin Hamid, S. 209)

    Mohsin Hamid behandelt in seinem neuesten Werk 'Exit West' die aktuelle Flüchtlingsthematik. Er konzentriert sich dabei vor allem auf die Gefühle der betroffenen Personen, weniger auf die tatsächlichen Geschehnisse, was seiner Geschichte einen poetischen Charakter verleiht und sie als zeitlose Botschaft der Erkenntnis "We are all migrants through time." (p. 209) dastehen lässt.

    Im Mittelpunkt der Story stehen Saeed und Nadia, die in einem von politischen Unruhen und Anschlägen geprägten (ungenannten) Land eine Liebesbeziehung beginnen. Als es ihnen zu unsicher wird, flüchten sie durch eine 'Tür' in die westliche Welt. Erst auf eine griechische Insel, dann durch die nächste Tür nach London und später wieder weiter. Sie schlafen in einem Camp, einem besetzten Haus, bauen später eine neue Siedlung mit auf. Sie erleben Auseinandersetzungen mit anderen Flüchtlingen und die Entfremdung voneinander. Unterbrochen wird die Geschichte von Saeed und Nadia von zusätzlichen Szenen, in denen andere Personen durch Türen gehen und wir erfahren, wen oder was sie zurücklassen bzw. neu finden.

    Dass die 'logistische' Problematik, die tatsächliche Flucht, in Moshin Hamids Werk komplett ausgeklammert wird, macht die Geschichte vergleichsweise unaufgeregt, still, verleiht ihr Tiefgang und Poesie. Zwar erfährt man auch von Todesfällen im nahen Umfeld von Saeed und Nadia, doch das wird niemals spektakulär oder ausschweifend beschrieben, vielmehr geschieht es in einem Nebensatz und trifft gerade daher unvermittelt ins Herz. Durch den Fokus auf die Orientierungssuche NACHDEM man in einem neuen Land angekommen ist, eröffnet uns 'Exit West' neue Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit der Thematik Integration. Auch die Beschreibung der Zustände in Saeeds und Nadias Heimat, bevor sie sich zur Flucht entschließen, waren realistisch und erschienen mir auch 'hier' (im West - en) denkbar, liefern zumindest neue Denkansätze.

    Stilistisch kennzeichnend für Hamids Schreibstil ist der äußerst spärliche Gebrauch wörtlicher Rede und ellenlange Kettensätze, die jedoch nicht verschachtelt wirken, sondern relativ gradlinig erzählen. Wie das bereits oben erwähnte Zitat finden poetische 'Wahrheiten' über das Thema Flucht immer wieder Erwähnung.
    "[...] for when we migrate, we murder from our lives those we leave behind." (p. 94)
    Der Schreibstil ist klar und man kann ihn leicht lesen. Obwohl hauptsächlich Emotionen beschrieben werden, kommt einem der Text an sich emotionslos vor und als Leser hat man das Gefühl, dass einem keinerlei Gefühle 'aufgedrückt' werden, sondern diese bei jedem Leser individuell enstehen dürfen, je nachdem, welche Situation einem die meisten Assoziationen liefert. Das unterstreicht die Universalität Hamids Roman, lässt jedoch eine Frage unbeantwortet: Gibt es eine moralische Botschaft, die vermittelt werden soll? Einen Ratschlag, eine Empfehlung? Vergleichbares habe ich leider nicht entdeckt, so bewegend und wahr der Roman auch ist. Das war schlussendlich ein bisschen deprimierend, wenn auch nur zu verständlich.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    PenguinRandomHouseUKs avatar

    Liebe Lovelybooks-Leser,


    Einige von euch kennen vielleicht The Reluctant Fundamentalist von Mohsin Hamid. Sein neuer Titel Exit West ist auf jeden Fall eine Leserunde wert. 
    Mohsin Hamids Fiktion mit dem Hintergrund aktueller Ereignisse zieht den Leser förmlich in den Bann und hinterlässt selbst nach der Lektüre Raum zum Reflektieren.



    Book Description

    In a city swollen by refugees but still mostly at peace, or at least not yet openly at war, Saeed and Nadia share a cup of coffee, and he makes her smile. A few days later they go for dinner, and over time they share many more meals. They try not to notice the sound of bombs getting closer every night, the radio announcing new laws, the public executions.

    Eventually the problem is too big to ignore: it's not safe for Nadia to live alone, she must move in with Saeed's family, even though they are not married and that too is a problem. Meanwhile, rumours are spreading of strange black doors in secret places across the city, doors that lead to London or San Francisco, Greece or Dubai. One day soon, when the streets are no longer usable, the time will come for Nadia and Saeed to seek out one such door, joining the great outpouring of those fleeing a collapsing city, hoping against hope, looking for their place in the world.

    Author
    Mohsin Hamid writes regularly for The New York Times, the Guardian and the New York Review of Books, and is the author of The Reluctant Fundamentalist, Moth Smoke, How to Get Filthy Rich in Rising Asia and Discontent and its Civilisations. Born and mostly raised in Lahore, he has since lived between Lahore, London and New York. His next novel, Exit West, will be published by Hamish Hamilton in spring 2017.


    Bewerbt euch einfach auf eines unserer Leseexemplare und der Lostopf wird entscheiden. 


    Liebe Grüße aus London,
    Ulrike @ PRH UK

    Jezebelles avatar
    Letzter Beitrag von  Jezebellevor einem Jahr
    Vor einiger Zeit habe ich diesen Roman im Original beendet. Es war mein erster Roman des Autors. Auch andere Werke scheinen sich mit der hier geschilderten aktuellen Thematik zu beschäftigen. Im Roman geht es um die Veränderungen in unserer Welt, die Flüchtlingsbewegung. Erzählt wird aus der Sicht eines muslimischen Paares, welches aufgrund zunehmender Gewalt in ihrer Heimat sich mehr und mehr nach Flucht umhört. Soweit ist das alles noch vorstellbar. Dann setzt das Fiktive ein. Die beiden erfahren, dass es Türen gibt, die einem das Entschlüpfen an einen anderen Ort ermöglichen. Sie wagen diesen Weg gegen gehörige Bezahlung. Man erfährt nun wieder real, wie sich Flucht anfühlt. Das Besondere ist, dass auch der Blick auf die Veränderung der beiden geworfen wird. Sie verändern sich jeder für sich und auch als Paar. Und mit ihnen verändert sich auch ihr Umfeld. Übrigens geht es den Durchgängen in unterschiedliche Welten ähnlich. Auch vermeintlich sicher lebende Menschen wählen den Weg durch Türen. Sehr zart wird hier eine Liebesgeschichte erzählt mit sehr viel poetischer Sprache und enormen Kenntnissen über Kulturen. Viele Beobachtungen am Rande runden das Bild unserer heutigen Weltgesellschaft ab. Dabei wird das Abscheuliche dankenswerterweise nicht in aller Breite geschildert. Das fängt schon bei dem Mittel der arüren an. Der eigentlichen Flucht wird damit die Aufmerksamkeit entzogen. Es geht um die Sichtweisenveränderung bei den Geflüchteten und den Leuten, inneren Länder sie kommen. Zum Glück sind, wie im realen Leben, dabei auch viele menschlich rührende Kontakte. Die Ablehnung bleibt als Angst aber vorhanden und auch die Hilflosigkeit von Staaten, auf die Herausforsetung zu reagieren wird spürbar. Langsam löst sich die Starre der Protagonisten und auch der Gesellschaft, weil die Geflüchteten ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen und nehmen dürfen. Sie arbeiten zusammen. Der Roman rüttelt an gängigen Denkstereotypen, die man aus der Presse vermittelt bekommt. Obwohl ich des Englischen ganz gut mächtig bin, erklärten sich einige beschreibende Details erst im Kontext. Aber das schwächte nicht mein Leseinteresse ab, sondern befeuerte es erst recht. Ich werde bei Gelegenheit mir nochmals den Roman in deutscher Sprache vornehmen. Sorry für die unverschämt Verspätung meiner Rezension und danke, dass ich mitlesen durfte.
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