Die Meere, der Mensch und das Leben

von Mojib Latif 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Die Meere, der Mensch und das Leben
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Inhaltsangabe zu "Die Meere, der Mensch und das Leben"

Die Weltmeere sind die Grundlage unserer Existenz und unsere wichtigste Ressource. Und sie sind der Ursprung allen Lebens auf der Erde, eine faszinierende und viel- fach noch völlig unbekannte Welt, deren Zerstörung seit Jahren ungeahnte Ausmaße erreicht hat.
Mojib Latif, der renommierte Klima- und Meeresforscher geht in seinem Buch existenziellen Fragen nach: Welche Rolle spielen die Ozeane beim Klimawandel? Welche Konsequenzen folgen aus der Versauerung der Ozeane? Wohin führt die Verschmutzung durch Erdöl? Wie ist die Rolle des Plastikmülls einzuschätzen? Und wie die Belastung durch Radioaktivität?
Mojib Latif präsentiert ein eindringliches Plädoyer für die Erhaltung unserer Lebensgrundlage, dem man sich kaum entziehen kann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783451069291
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Verlag Herder
Erscheinungsdatum:12.05.2017

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    IMG_1001vor 7 Monaten
    Informativer und erschütternder Lesestoff

    Das Buch Die Meere, der Mensch und das Leben von Mojib Latif ist eines der Sachbücher, die mich wirklich nachhaltig beeindruckt haben. Es handelt sich hierbei um eine überarbeitete und aktualisierte Ausgabe seines 2014 erschienenen Buches Das Ende der Ozeane. Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden.

    Inhalt
    Mojib Latif bedient sich in seinem Buch beeindruckend klarer Worte. Er vereinfacht die manchmal vielleicht etwas komplizierte oder gar trockende wissenschaftliche Sprache und erklärt vieles auch für Laien verständlich, von Ozean- und Klimamodellen über Sauerstoffminimumzonen und der Ozeanzirkulation bis hin zu Climate Engineering.

    Er spricht unsere Nachlässigkeit im Meeresschutz an, einen Schutz, den wir alles in allem eigentlich nicht ernsthaft betreiben. Er berichtet von großen Mengen an Rohöl, die täglich während der Förderung und beim Transport in unsere Meere gelangen (oder sollte ich lieber schreiben, geleitet werden?) und beschreibt die ökologischen Konsequenzen. Er kreidet auch an, dass wir von alldem kaum etwas erfahren, stattdessen bleibt die Empörung und das Medienecho auf die großen Katastrophen beschränkt, wie das Tankerunglück der Exxon Valdez in Alaska (1989) oder die Explosion der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko (2010) – um die wohl prominentesten Vertreter zu nennen. All diese Unglücke scheinen, trotz der enormen Umweltverschmutzung, keine Auswirkungen auf die Verursacher zu haben – sie erwirtschaften weiterhin obszöne Gewinne.

    „Plastikmüll ist heute in allen Meeren bis in große Tiefen nachweisbar, und das selbst in entlegenen Gebieten“

    Natürlich widmet er auch der Plastikproblematik ein Kapitel. Einmal in die Ozeane gelangt, kann es dort für eine sehr lang Zeit verweilen. Egal ob Sixpack-Ringe oder Angelschnüre aus Kunststoff. „Sie werden erst nach einigen Jahrhunderten im Meer komplett abgebaut.“ Damit werden sie also den Menschen überdauern… Auf dieses ökologische Desaster beginnt die Politik leider nur sehr langsam zu reagieren.

    Darüber hinaus kommt Latif ebenfalls auf die Entsorgung von Atommüll in den Meeren (noch bis Mitte der 1990er) sowie die letzten Atomunfälle und deren Konsequenzen zu sprechen, genauso wie auf die Kohlendioxidproblematik und die damit verbundene Ozeanversauerung. Auch hier bleibt er stets klar und verständlich in seiner Sprache.

    Aber nicht alles, das wir in diesem Buch lesen, ist nur schlecht und lässt den geneigten Leser deprimiert zurück. So schreibt er auch von den „Friendly Floatees“ – 29.000 Spielzeugtieren aus Plastik, die 1992 im Pazifischen Ozean von einem Containerschiff fielen und damit unfreiwillig halfen, den Weg der Meeresströmungen zu untersuchen. Nach und nach wurden sie an die verschiedensten Strände gespült, Alaska (1992), Main und Massachusetts (frühe 2000er), Hebriden (2003) … So konnte u. a. getestet werden, wie gut die existierenden Modelle der Meeresströmungen bereits sind bzw. waren.

    Fazit
    Mojib Latif bezieht sehr klar Position. Das gefällt mir außerordentlich gut. Ich bin ein Freund klarer Wort. So mögen einige Textpassagen für den einen oder anderen vielleicht etwas sentimental anmuten, wenn Latif beispielsweise schreibt:

    „Man kann den Wert der Ozeane gar nicht hoch genug bemessen. […] Der Wecker klingelt, schrill und laut. […] Wann werden wir endlich auf die Warnsignale aus dem Meer reagieren? […] Wenn die Meer nur noch eine dreckige und übelriechende Brühe sind? […] Wenn wir gemerkt haben, dass wir ohne intakte Meere auf dieser Erde doch nicht leben können? […] Wann, wenn nicht jetzt, wollen wir eigentlich aufwachen?“

    Für mich sind diese Passagen ein wichtiger Teil des Buches. Latif spricht mir hier aus der Seele. Heutzutage muss man Dinge klar benennen, damit sie verstanden und gefühlt werden können.

    Dieses sehr informative, gut recherchierte und vor allem auch für Laien lesbare Buch erhält von mir auf alle Fälle fünf von fünf Sternen.




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