Molly Bloom

 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Molly´s Game, Molly's Game und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Molly´s Game" von Molly Bloom

Playing poker is legal, but organizing games for profit is against state law
R_Mantheyvor 3 Jahren

Irgendwann schwamm sich Bloom dann auch von ihrem Sklavenhalter frei und organisierte diese Runden in eigener Regie. Doch in Wirklichkeit blieb sie ein Niemand, selbst wenn sie das in ihrem Buch etwas anders sieht. Wenn ihr jemand aus der Runde ihre Rolle hätte streitig machen wollen, dann wäre das ein leichtes Unterfangen gewesen. Nachdem genau das irgendwann passierte, begann sie solche Runden in New York zu organisieren. In ihrer Naivität, die man im Buch ausreichend bewundern kann, geriet sie dabei schließlich an Leute, die konsequent und mit aller Härte eigene Interessen wahrnahmen. Das Ende ihres Weges war spätestens zu diesem Zeitpunkt leicht abzusehen.

Wenn man sich für Poker interessiert, wird man in diesem Buch nichts wirklich Lesenswertes finden. Auch die Informationen über die prominenten Teilnehmer ihrer Runden halten sich in recht engen Grenzen. Man erfährt allerdings etwas über die Motive dieser Leute. Nach Blooms Einschätzung haben sie alles erreicht. Ihnen fehlt deshalb der Anreiz eines neuen Lebenszieles, und das würde sie dazu bringen, an einem Abend Hunderttausende von Dollars zu riskieren. Es gibt in diesem Buch diesbezüglich einige wenige Stellen, die durchaus interessant sind: „Wenn Menschen die Möglichkeit wittern, Geld zu machen, passieren merkwürdige Dinge. Sie verändern sich. Eine fast verzweifelte Geldgier erfasst sie, die Augen ziehen sich zusammen, die Menschlichkeit weicht aus dem Blick, und sie werden – vor allem am Pokertisch – zu blutrünstigen Raubtieren.“ (279/280).

Wenn man in das Biotop solcher Leute virtuell eintauchen möchte, dann lohnt sich diese Lektüre vielleicht. Das Buch ist recht unterhaltsam geschrieben, allerdings wiederholen sich die Dinge irgendwann auch immer wieder. Und schließlich man wird auch Zeuge, wie sich Bloom mit einer bemerkenswerten Mischung aus Cleverness und Naivität in eine Lage manövriert, die sie erst dann langsam zu begreifen beginnt, als sie von einem Mafia-Schläger besucht wird.

Da man aus ihrem Buch nicht so recht verstehen kann, wofür sie am Ende eigentlich angeklagt wurde, muss man sich mit der Suchmaschine seiner Wahl erst einmal kundig machen. Man findet so zum Beispiel folgende Erklärung: “She was charged, along with 30 others, with participating in two Russian-American organized-crime enterprises engaged in gambling and money laundering. (She says she had no idea about her players’ illicit dealings.)“

Das hält Bloom allerdings nicht davon ab, am Ende trotzig zu erklären: „Wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, würde ich dann alles noch einmal genauso machen? Meine Antwort lautet: Ja! Tausend Mal Ja.“

Na dann …

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