Molly Brodak Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank

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Inhaltsangabe zu „Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank“ von Molly Brodak

Im Sommer 1993, als Molly dreizehn wird, überfällt ihr Vater elf Banken. Er wird geschnappt und sitzt jahrelang in Amerika im Gefängnis. Nach seiner Entlassung verhält er sich eine Weile ruhig, dann zieht er wieder los. Dazwischen ist Joseph Brodak für seine Familie da, mit einem Job bei GM, einem Haus mit Garten, einer Ferienreise nach Peru. Als Kind ahnte Molly eine unbekannte Seite; heimlich hatte er schon einmal eine Familie gehabt. Er bleibt tagelang verschwunden, als Geschenk für die Schwester steht plötzlich ein Sportwagen vor der Tür, und er ist ein notorischer Lügner. Als er verhaftet wird, ist niemand wirklich überrascht. Molly Brodak rekonstruiert ihre Geschichte mit rückhaltloser Offenheit; aus der kühlen Präzision entsteht eine mitreißende Wirkung.

Interessanter Bericht einer Tochter über ihr Leben mit dem Bankräuber-Vater.

— Speckelfe

Ein Romanversuch ohne Spannung und ohne Dramatik - oder doch ein Erklärungsversuch?

— Callso

Beeindruckende Einsichten in die Kindheit und das Jetzt der Autorin, Tochter eines Bankräubers.

— PaulaAbigail

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  • Interessanter Bericht einer Tochter über ihr Leben mit dem Bankräuber-Vater

    Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank

    Speckelfe

    19. February 2018 um 12:01

    Molly Brodak berichtet in diesem Buch von ihrer Kindheit bzw. insgesamt ihrem bisherigen Leben mit ihrem Vater, der Bankraube verübt, in's Gefängnis kommt und später einen weiteren Raub verübt. Ein interessantes Thema, daß die Autorin recht anschaulich umsetzt. Teilweise erscheinen mir einige Kapitel etwas zu weitschweifig und wenig aussagekräftig, alles in allem lässt sich das Buch aber gut lesen.

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  • Roman oder Erfahrungsbericht? Auf jeden Fall: lesenswert

    Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank

    PaulaAbigail

    21. February 2017 um 17:47

    Roman oder Erfahrungsbericht – schwer zu sagen. Auf jeden Fall aber gab es diesen Joseph Brodak - Vater der Autorin - wirklich. Molly Brodak erzählt vom Aufwachsen und Zusammenleben mit einem erst spielsüchtigen, dann kriminellen Vater; wie ihnen als Kinder das Auto, das Haus, alles Hab und Gut entrissen wurde, wie sie aufgrund seiner Probleme alle paar Jahre den Wohnort wechseln mussten und wie es schlussendlich zu der Inhaftierung des Vaters kam. Wie kann ich sagen, wie es wirklich war? Ein Dad, der nicht Schurke, eine Tochter, die nicht Heldin ist, eine Geschichte, die nicht von befriedigender Erlösung, sondern eine Zusammensetzung aus lauter abgelegten Geschichten ist: Wie soll man das richtig darstellen? Genau das ist es, was ich darstellen musste. (S.214) Faszinierend fand ich wie selbstreflektierend und ehrlich die Autorin schreibt; sei es über die Besuche bei der Schulpsychologin oder ihr Briefwechsel mit dem Vater. Auch sie selbst hat sich als Erwachsene mal an einen Blackjack-Tisch im Casino gesetzt, um zu sehen, wie sich das anfühlt – und dann ganz schnell die Finger davon gelassen. Wer gerne Erfahrungsberichte liest oder einfach mal wieder einen „süffigen“ Roman lesen möchte, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall gönnen.

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  • psychologisch fein gezeichnet

    Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank

    Gwhynwhyfar

    15. February 2017 um 16:48

    »Mom ist als Einzige von uns absolut überzeugt, dass Dad ein Soziopath ist. ›Er hat kein Gewissen‹, sagte sie. ›Er kennt keine Schuldgefühle. Erwischt werden will er nicht, das ist klar, aber solange er nicht erwischt wird, tut ihm nichts leid. Er will einfach seinen Willen haben, und andere Menschen sind Objekte für ihn, die ihm dabei entweder helfen oder ihn behindern. Sei vorsichtig, wenn du mit ihm redest. Er wird dich manipulieren.‹« Molly Brodak, die Autorin des Romans, versucht, das Unfassbare für sich begreifbar zu machen. Ihr Vater ist ein Bankräuber. Er wird gefasst, als sie 13 Jahre alt ist, sitzt sieben von zehn Jahre ab. Ihr Vater ist ein Spieler und er ist süchtig nach Sportwetten. »Zumal ein Süchtiger schon mal etwas hat, dem er treu ergeben ist, das er über alles andere stellt.« Ihre Kindheit ist ein einziges Desaster, Geld ist nie genug im Haus, die Beziehung der Eltern durch Schreierei geprägt, Schlägertruppen, die Geld vom Vater verlangen, die Familie zieht oft um. Molly zieht sich in sich zurück, ihre Schwester rebelliert. Was ist geschehen, warum ist ihr Vater ein krankhafter Spieler und warum blieb die Mutter so lange bei ihm. »Geht es uns da nicht gleich, Dad, vermissen wir nicht beide unseren Dad, hat dieses Vermissen nicht mit uns beiden das Gleiche gemacht? Du hast uns eine Person dagelassen, die unkenntlich ist, deine Tarnlegende, deine Ausweichmanöver, und ich bin dir gefolgt, folge immer noch, mehr denn je, wie verliebt in dieses Chaos, in diese schwierige Familie, in meine verstörte Mutter und meine Schwester und auch in dich, vor allem in dich, den Unkenntlichen.« Molly resümiert, liest alte Briefe, ihre Tagebücher, fragt die Mutter. Nebenbei erfährt man etwas über die Kindheit von Vater Brodak, der 1945 in einem Lager für Displaced Persons geboren wurde. Im Jahr davor waren seine Eltern mit ihren fünf Kindern von den Nazis aus dem polnischen Szwajcaria deportiert worden. Die Mutter trug ihr sechstes Kind heimlich aus, während sie Zwangsarbeit leistete, der Vater verstarb in KZ. 1951 ermöglichte eine katholische Organisation die Überfahrt in die USA. Mollys Vater ist Exsoldier, ein Vietnamveteran. Die Mutter, psychologisch instabil, brach Studien ab, verbrachte eine Zeit in der Psychiatrie, bevor sie ihren Mann kennenlernte. Sie wurde als Kind von ihrem Bruder missbraucht, leidet unter manisch-depressiven Attacken. Die Beziehung der Eltern ist vorprogrammiert instabil, der Vater ist ein notorischer Lügner. Die Mutter trennt sich irgendwann, noch vor der Verhaftung, die Schwestern werden getrennt. Joseph Brodak kommt aus dem Gefängnis, hat bald eine neue Partnerin, führt wieder ein nach außen hin normales Leben, wird erneut bei General Motors eingestellt, lebt in einem kleinen Haus mit Garten. Wieder türmen sich Schulden durch seine Spielsucht und er überfällt 2009 wieder Banken, und wird zu zehn Jahren Haft verurteilt. »Seine Augenpartie veränderte sich, während er sprach, es war wie eine Trübung oder Farbveränderung. (…) Zwischen uns war eine Schranke der Peinlichkeit, die er nicht überquerte.« Molly begreift schon als Kind, dass mit ihrem Vater etwas nicht stimmt, er lügt und betrügt. Er räumt den Kindern die Sparbüchsen leer, Autos werden plötzlich konfisziert, den erwachsenen Töchtern räumt der Vater später die Sparbücher leer. »In Familien lebt jeder allein.« Molly Brodak beschreibt den Mittleren Westens, die Veränderungen ihres Viertels in Detroit, den Untergang der Autoindustrie. Sie versucht einen Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Niedergang, Arbeitslosigkeit und Spielsucht zu ziehen. Sie möchte erklären, findet keine Antwort. Die Mutter lebt in ihrer Welt, die Schwester vergöttert den Vater, der sich eine Parallelwelt aufgebaut hat. Zwischen den Schwestern gibt es keine Freundschaft. Molly scheint als einzige ein Ziel zu haben: Sie will Dichterin werden. »Der Himmel in Michigan kann so bleiern grau sein wie nasser Beton, tagelang wälzen sich die Wolken dahin und reißen niemals auf. Darunter meine Heimat, in der Erde versinkend, und die Erde verdaut ihr eigenes Paradox, schweigend.« Die Sprache ist poetisch kraftvoll, erzählerisch stark, an manchen Stellen psychologisch scharf. Eine Familiengeschichte, von denen die eigentlich keine Familie sind.

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  • Bankräuber, die Sicht der Tochter - leider ein Lektüre ohne Würze!

    Als ich 13 war, überfiel mein Vater seine erste Bank

    Callso

    06. December 2016 um 16:19

    Sachbuch oder Roman? Biografie oder spannende Betrügerlektüre. Leider war das Buch eher enttäuschend und nur duchschnittlich. Aus der Sicht der Tochter wurde eine Geschichte erzählt, die trotz der Dramatik mit den Banküberfallen, viel zu wenig Würze hat. Das Buch hat mich emotional nicht gepackt. Zu nüchtern wurde berichtet, zudem waren die Kapitel - meiner Meinung nach - zu abgehakt.Zudem überrascht das Buch durch fehlende Spannung und eine Sprache, die mich auch nicht aus dem Lesesessel katapultiert hat.Ein arg durchschnittliche Buch. Ein Roman, mit einem so seltsamen Buchtitel, der jedoch alle Dramatik vorwegnimmt und das Grundthema wenig erbaulich aufbereitet.

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