Buchinhalt:
Colorado gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Ida Sinclaire hat ehrgeizige Pläne – sie möchte Karriere machen, ihr eigenes Geld verdienen und in der Geschäftswelt ihren Mann stehen. Doch die se ist leider den Männern vorbehalten und so stößt Ida immer wieder auf Unverständnis. Als sie bei Mollie O`Bryan einsteigt, die selbst als Karrierefrau verschrienen ist, scheinen sich alle ihre Träume zu verwirklichen: mit Insiderhandel macht Mollie ihr Vermögen und auch Ida wagt sich aufs Börsenparkett. Zu allem Überfluss wird Ida schließlich von zwei Männern umworben: dem charismatischen Anwalt Colin und dem bodenständigen Prediger Tucker. Allerdings lautete Idas bisheriges Credo: Wer braucht schon einen Mann?....
Persönlicher Eindruck:
Der Roman ist der zweite in der Dilogie der Sinclair-Schwestern, kann aber inhaltlich gut auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, denn die Handlung ist in sich abgeschlossen. Hauptfigur ist Ida, die älteste Sinclair-Schwester, die Karriere in der männerdominierten Wirtschaft machen möchte und dabei jeden Halm ergreift, dem man ihr hinstreckt.
Im Stenografenbüro von Mollie O`Bryan, einer erfolgreichen Geschäftsfrau in Colorado, scheinen sich Idas Träume zu erfüllen. Doch Ida ist reichlich naiv und merkt nicht, dass sie im Autrag ihrer Chefin die Minenbesitzer der Gegend aushorchen soll. Mithilfe von Insiderhandel machen Mollie und schließlich auch Ida viel Geld, doch das hat einen hohen Preis....
Ida Sinclair findet sich alsbald in einem Liebesdreieck wieder, zwischen dem attraktiven und weltgewandten Anwalt Colin und dem arbeitsamen Wanderprediger Tucker, der die Geschäfte seines kranken Vaters im Eisauslieferungsgeschäft übernommen hat. Erst spät merkt Ida, dass sie das Geld an erste Stelle in ihrem Leben gestellt hat und dadurch alles zu verlieren droht.
Ich gebe offen zu: ich brauchte sehr lange, um mit der Geschichte warm zu werden. Das heimelige und mitreißende Element, das mich zum Beispiel bei Karen Witemeyer oder Jody Hedlund aus dem christlichen Romangenre immer fesselt, hat mir hier leider gefehlt. Auch waren die Figuren lange blass und ohne viel Identifikationspotential. Man braucht Geduld, wenn man sich auf den Roman einlassen will – wird aber in der zweiten Hälfte mit einer spannenden Geschichte belohnt, wenn schließlich die ganzen Fragen, die der Roman aufwirft, beantwortet werden.
Wo ich mich etwas schwer getan habe, ist die Botschaft, dass man als erfolgreiche Geschäftsfrau, die verdientermaßen auch zu Geld kommt durch ihre Arbeit kein wirklich glückliches und gottgefälliges Leben führen kann. Ich denke, hier macht es sich die Autorin zu einfach. Ida lässt andere an ihrem Wohlstand teilhaben, spendet für Witwen und Waisen und kauft liebevolle Geschenke für ihre Angehörigen. Warum soll sie dies nicht tun dürfen? Es kommt an einigen Stellen rüber, dass nur ein Leben in Armut wirklich bereichert. Ich fand das seltsam, denn ich sehe nichts Verwerfliches dabei, selbst für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Aber nun gut – es ist die Meinung der Autorin, die habe ich nicht zu bewerten.
Der christliche Aspekt ist mittelstark ausgeprägt und befasst sich im Grunde mit dem Thema, Jesus die erste Stelle im Leben einzuräumen.
Der Schluss ist harmonisch und rund, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: es gibt ein Happy End. Insgesamt ein netter Roman, aber kein Pageturner. Ein angenehmer Zeitvertreib, aber nichts, was längerfristig im Gedächtnis nachhallt.
Insgesaamt 3,5 Sterne, ganz okay.












