Mona Vara Liebesnächte in Florenz

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Inhaltsangabe zu „Liebesnächte in Florenz“ von Mona Vara

Die junge Selina de Valière ist unterwegs zu ihrem Großvater, dem florentinischen Kaufmann Bene Santini. Nach dem Tod ihrer Eltern möchte dieser seine Enkelin günstig verheiraten und von ihrem Erbe profitieren. Selina möchte sich den Heiratskandidaten, einen mittellosen Grafen von zweifelhaftem Ruf, erst einmal ansehen und tauscht deshalb kurzerhand mit ihrer Gesellschafterin Françoise die Rollen. Wie erwartet erweist sich Graf Alessandro di Barenza als Frauenheld. Doch das Ziel seiner Verführungskünste ist nicht die vermeintliche junge Adlige, sondern ihre viel interessantere Gesellschafterin ...

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  • Rezension zu "Liebesnächte in Florenz" von Mona Vara

    Liebesnächte in Florenz
    SinjeB

    SinjeB

    19. June 2011 um 22:55

    Reizvolles Versteckspiel Aus dem Inhalt Bene Santini hat mit der Herstellung von Wollstoffen ein Vermögen verdient, aber dies genügt ihm nicht, denn trotz allem blieb ihm der Zugang zum Kreis der íllustren florentinischen Patrizierfamilien verwehrt. Da besinnt sich der Alte seiner Enkelin in Burgund, die nach dem Tod von Mutter und Stiefvater mit einer Tante und ihrer Gesellschafterin Françoise lebt und unverheiratet ist. Nun sieht er seine Chance gekommen, endlich in die ersehnten Kreise aufzusteigen, indem er seine ledige, junge Enkelin, Selina de Valière, mit einem spielschuldengeplagten Grafen verheiratet, wofür er ihm Geld bietet und im Gegenzuge ein Empfehlungsschreiben erhalten soll, das ihm die gewünschten Türen öffnet. Nebenbei würde ihm dann auch noch das Vermögen der Enkelin zufallen. Selina aber genießt im Grunde das Ledigsein, ist von feurigem Wesen und vielseitig interessiert. Sie präsentiert sich als vergleichsweise modern und braucht keinen Mann in ihrem Leben. Die Absichten des Großvaters, der sich nie für sie und ihre Familie interessiert hatte und den sie nicht kennt, durchschaut sie sofort und beschließt noch vor Reiseantritt nach Florenz, die Rollen mit ihrer Gesellschafterin Françoise zu tauschen, die den Schwindel aus Freundschaft zwar bereitwillig mitmacht, aber von ständiger Sorge gequält wird. Darüber hinaus gibt sie vor, wesentlich ärmer zu sein, als sie es in Wahrheit ist, aber das vermeintliche Vermögen scheint dem Großvater noch immer ausreichend zu sein, um seinen Plan umzusetzen. Beide Frauen sind sich äußerlich recht ähnlich, sodass der Schwindel unentdeckt bleibt und der Großvater bei Ankunft in Florenz tatsächlich meint, er erkenne in Françoise Züge, die ihm ein altes Bild seiner Enkelin deutlich gemacht haben wollen. Als die jungen Damen in Florenz eintreffen, ist der Zukünfige, Alessandro di Barenza, erst einmal abwesend, denn ins Blaue hinein verheiratet werden will er auch nicht. Mit großem Entsetzen erlebt Selina das patriarchalische Ambiente im Hause ihres Großvaters, in dem Frau weder ungefragt den Mund öffnen darf noch anderweitig geschätzt wird und sogar Schläge dulden muss. Selina, die seit dem Tod des Stiefvaters, ein freies Leben führte, wird dadurch noch mehr gestärkt, unverheiratet zu bleiben. Der Rollentausch eröffnet ihr zudem Annehmlichkeiten, die ihr ansonsten verwehrt geblieben wären. So hat sie Gelegenheit, das Florenz des "Magnifico" kennenzulernen und ihren Wissensdurst zu stillen. Dann aber tritt Alessandro auf den Plan, ein attraktiver, junger Mann mit Ecken und Kanten, der wider Erwarten die falsche Selina keines Blickes würdigt, dafür aber der echten umso mehr Augenmerk schenkt. Ihn kann man so leicht nicht an der Nase herumführen, und so entdeckt er auch rasch den Schwindel, hält sich aber bedeckt, denn während er geschickt seine Verführungskünste ausspielt und die echte Selina für sich gewinnt, spielt auch er nicht mit vollends aufgedeckten Karten ... Meine Meinung Obwohl Mona Vara schon viele Romane veröffentlicht hat, ist "Liebesnächte in Florenz" nach Im Harem des Prinzen: Erotischer Roman erst der zweite Roman, den ich von ihr gelesen habe. Auch "Liebesnächte in Florenz" ist ein historischer Erotikroman, der uns ins 15. Jh. in die Zeit des berühmten Lorenzo I. de’ Medici (Lorenzo der Prächtige, "Magnifico"), der auch ein paar Gastauftritte bekommt, entführt. Mona Vara weiß, ihre Liebesgeschichten geschickt mit dem historischen Ambiente zu verflechten, sodass die Erotik bei ihr nicht um der Erotik Willen zum Tragen kommt, sondern der Leser auch Einblicke in die Historie erhält. So wird der Skulpturengarten des Magnifico zu einem der Schauplätze, und ich möchte behaupten, dass Michelangelo, der einige Lehrjahre dort verbrachte, einen kleinen Statistenauftritt hatte. Die Kunstwerke lassen sich einmal mehr aus einem anderen, höchst sinnlich-erotischen Blickwinkel betrachten. Mona Vara bietet eine gute Balance zwischen Dialogen und Beschreibungen, sodass sich der Leser gut in die Szenerie hineinversetzen kann. Um keinen Stilbruch zu bewirken, nutzt sie dafür eine nicht zu moderne Sprache, die trotzdem keine Langeweile aufkommen lässt. Die zahlreichen, verschiedenartigen intimen Szenen fügen sich gut in die Geschichte ein und stehen nicht im Vordergrund. Sie sind für meine Begriffe sprachlich direkter als in "Im Harem des Prinzen", aber immer noch sehr geschmackvoll und ansprechend. Selinas wachsendes Interesse an Alessandro, das zunächst, man mochte es kaum glauben, sexueller Natur war, ist ebenso nachvollziehbar wie seine Zuneigung zu ihr, selbst wenn auch er anfänglich von ihrem Feuer angezogen wurde und sie sich gefügig machen wollte. Obwohl mir Alessandro durch eine Gartenbegegnung, die wohl auch im 15. Jh. unweigerlich in die Kategorie "Erregung öffentlichen Ärgernisses" gezählt haben muss und ihn egoistisch, wenn nicht gar schon despotisch wirken ließ, vergleichsweise unsympathisch war, wurde er doch rasch zum Sympathieträger. Mit dem Großvater Bene Santini erschafft Mona Vara den Unsympath schlechthin, und am Ende kommt er mir ein kleines bisschen zu glimpflich davon. In meinen Augen wirken alle Figuren recht authentisch, Selina hingegen ist schon beinahe zu modern und zu eigenständig für ihre Zeit, was ich aber gleichzeitig auch als Zugeständnis an die moderne Leserin empfinde, die sich so sicherlich besser mit der Protagonistin identifizieren kann. Die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Selinas Gesellschafterin und Freundin Françoise und Alessandros Freund Francesco entspann, kam mir leider im Gesamtbild etwas zu kurz, auch glänzte Françoise zwischendurch mit Abwesenheit. Das fand ich etwas bedauerlich, zumal die beiden Frauen ein recht enges Verhältnis haben sollten. Liebhaber von romantischer Sinnlichkeit, die zwei ebenbürtige Charaktere, die schlichtweg zueinander gehören, zusammenführt und in der großen Liebe gipfelt, kommen bei Mona Vara voll auf ihre Kosten. Kerzenscheinaugenblicke und wohlige Lesestunden sind mit "Liebesnächte in Florenz" wieder garantiert, und auch ein amüsiertes Schmunzeln darf hin und wieder über das Gesicht des Lesers huschen, wenn ihm die florentinischen Synonyme für den Akt der körperlichen Liebe näher gebracht werden. Anspruch (inhaltlich und sprachlich): 3 von 5 Aufmachung: 3 von 5 Brutalität (Kampfszenen/Gewalt/Gore/Tempo): 1 von 5 Erotik (Häufigkeit/Explizität/Sprache): 5 von 5 Gefühl/Subtilität: 4 von 5 Humor: 2 von 5 Spannung/Handlungsdichte/Dynamik: 3 von 5 Insgesamt konnte mich "Liebesnächte in Florenz" nicht ganz so in seinen märchenhaften, sinnlichen Bann ziehen wie "Im Harem des Prinzen". Deshalb vergebe ich 4 von 5 möglichen Punkten

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