Monica Hesse

 4.7 Sterne bei 18 Bewertungen

Alle Bücher von Monica Hesse

Monica HesseDas Mädchen im blauen Mantel
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Das Mädchen im blauen Mantel
Das Mädchen im blauen Mantel
 (17)
Erschienen am 22.01.2018
Monica HesseUne fille au manteau bleu
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Une fille au manteau bleu
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 (1)
Erschienen am 27.10.2016
Monica HesseStray
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Erschienen am 06.06.2013
Monica HesseBurn
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Burn
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Erschienen am 06.02.2014
Monica HesseIk zal je vinden / druk 1
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Ik zal je vinden / druk 1
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Erschienen am 22.05.2015

Neue Rezensionen zu Monica Hesse

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TheBookAndTheOwls avatar

Rezension zu "Das Mädchen im blauen Mantel" von Monica Hesse

Ein tolles Buch!
TheBookAndTheOwlvor 7 Monaten

Habe ich eigentlich einmal erwähnt, wie sehr mich Literatur interessiert, die Inhalte aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg auffasst? Nein? Dann sage ich es jetzt: Ich liebe solche Geschichten! Heute habe ich wieder eine für euch: Das Mädchen im blauen Mantel von Monica Hesse. Worum es darin geht? Das erfahrt ihr jetzt!

Amsterdam ist von den Nazis besetzt. Hanneke verbringt ihre Tage damit, Schwarzmarktgüter zu beschaffen, ihre Abende damit, ihren besorgten Eltern genau das zu verheimlichen, und jede wache Minute damit, um ihren Freund zu trauern, der an der Front gefallen ist. Ihre illegalen Geschäfte betrachtet sie als kleinen Akt der Rebellion. Aber eines Tages erhält sie einen sehr ungewöhnlichen Auftrag. Eine ihrer Kundinnen bittet sie, ein Mädchen zu finden. Ein jüdisches Mädchen, das aus dem Geheimversteck in ihrem Haus verschwunden ist. Auf der Suche nach diesem Mädchen gerät Hanneke in ein Netz aus Lügen, Rätseln und Geheimnissen.

Likes Die Geschichte. | Eine tolle Geschichte, die mal andere Seiten aufzieht. Wir sind hier nicht in Deutschland, sondern in den Niederlanden, einem von den Nazi’s besetzen Gebiet. Wir haben hier also eine interessante „ausländische“ Sicht der Dinge, die einfach neuen Wind in das sehr heikle, aber auch sehr „ausgedehnte“ Thema bringt. Die Protagonistin. | Hanneke hat mich irgendwie an Katniss Everdeen (Die Tribute von Panem) erinnert und gerade das hat sie so sympathisch gemacht. @Monika Hesse: Kann ich sie haben? Die Message. | »Ich wollte den Sekundenbruchteil darstellen, in dem wir Entscheidungen von moralischer Aufrichtigkeit oder von Feigheit treffen und zu Helden oder Verbrechern werden.« Das ist das Statement der Autorin zu ihrem eigenen Werk und diese Message hat sie eigentlich sehr gut rüber gebracht. Die Entscheidungen, die wir aus dem Bauch heraus treffen, definieren uns als Menschen und nicht unsere gut durchdachten Worte, die wir nach mehrfachem Abwägen herausbringen. Schreibstil. | Toller Schreibstil, einfach zu lesen und hineinzufinden. Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, in diese Geschichte einzutauchen.

Dislikes Historische Abweichungen. | Dezente historische Abweichungen zugunsten der Story. Aber das ist nicht so schlimm und dürfte dem Ottonormalleser auch gar nicht auffallen.

Ein wunderschönes Buch, das ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte wieder aufleben lässt und das auf eine Art und Weise, die eher ungewöhnlich ist. Aber dieser Roman zeigt uns, dass es eigentlich nur Sekunden braucht, um zu Helden oder Schuldigen zu werden.

Ich vergebe verdiente 5 Sterne.

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T

Rezension zu "Das Mädchen im blauen Mantel" von Monica Hesse

Historisch interessant und gut recherchiert
thebookishnifflervor 8 Monaten




Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt im Januar 1943: Die Nationalsozialisten haben die Niederlande besetzt und versuchen nun, auch dort ihre grausamen Ideologien durchzusetzen. Mittendrin die junge Hanneke, die noch immer um ihren Freund Bas trauert, der im Krieg gefallen ist. Bas spielt die ganze Zeit über eine wichtige Rolle, nämlich dann, wenn Hanneke sich fragen muss, welchen Weg sie einschlägt. Oft wird flashbackartig aus ihrer gemeinsamen Zeit berichtet. Dies wird nicht immer, aber doch oft gut in die Handlung eingebaut und hilft auf jeden Fall, die Beweggründe der Charaktere nachzuvollziehen.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich am Anfang nicht besonders gut mit Hanneke identifizieren konnte. Es war schon hart zu sehen, was sie alles verloren hat, und ganz klar üben ihre Erinnerungen daran einen enormen Einfluss auf sie aus. Wirklich warmgeworden mit ihr bin ich aber erst, als mir klar wurde, wie ahnungslos sie trotz ihrer Schwarzmarktarbeit tatsächlich ist. Wie wenig Ahnung alle Menschen haben, obwohl das Grauen direkt vor ihren Augen geschieht. Pure Ignoranz? Angst, selbst verfolgt zu werden? Oder schlichtweg die Tatsache, dass alles unter Verschluss gehalten wird? Nun, vielleicht auch alles auf einmal.

Aber natürlich bleibt es nicht bei verschlossenen Augen und Ahnungslosigkeit: Mehr oder weniger unfreiwillig wird Hanneke in eine Widerstandsbewegung gegen das Regime der Nazis verwickelt und ihr wird unbarmherzig vor Augen geführt, wie schlimm es um ihr Volk und die verfolgten Juden wirklich steht. Sie muss lernen, sich der Realität zu stellen.
Außerdem erhält sie von einer ihrer Schwarzmarktkundinnen den Auftrag, ein jüdisches Mädchen, das aus seinem Versteck verschwunden ist, zu finden. Ihre einzigen Anhaltspunkte: Das Mädchen heißt Mirjam Roodveldt und trägt einen blauen Mantel. Und obwohl es scheint, als sei ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt, setzt sie alles daran, das Mädchen zu finden.

Obwohl ich von Anfang an nicht mit einem Happy End gerechnet habe und am Ende natürlich auch nicht alles rosig und schön ist, konnte mich das Buch mit gewissen Wendungen wirklich überraschen. Es wird unerwartet spannend und es gibt sogar Krimi- und Thriller-Aspekte, was mich persönlich wirklich gefreut hat.

Ebenfalls sehr schön fand ich den holländischen Flair, den die Geschichte hat, obwohl die Autorin aus den USA kommt. Man merkt, wie sehr sie sich mit dem Land und seiner Kultur auseinandergesetzt hat, sodass ich beim Lesen wirklich das Gefühl hatte, im Amsterdam der 1940er Jahre gelandet zu sein. Und die Tatsache, dass schon auf den ersten Seiten die Stroopwafels - meine holländische Lieblingssüßigkeit - erwähnt werden, war wie eine Art kleines, persönliches Highlight für mich!
Vor allem aber ist das Buch historisch interessant und authentisch. Monica Hesse hat es geschafft, auf eindrucksvolle Art und Weise zu beschreiben, wie Fremdenhass damals Freundschaften und Familien zerstört hat und es auch heute immer noch tut. Aus diesem Grund halte ich den Jugendroman für sehr lesenswert und glaube, dass er viele Leser auch nach der Lektüre noch beschäftigen wird.

Fazit:
Trotz der einen oder anderen klitzekleinen Schwachstelle konnte mich das Buch im großen und ganzen auf jeden Fall überzeugen. Überraschend detailgetreu und authentisch wird die damalige Lage im Amsterdam zur Zeit des Nationalsozialismus beschrieben und zeigt auf gelungene Weise, wie unvorstellbar schlimm es damals gewesen sein muss. Auch die Handlung konnte mich gegen Ende hin fesseln und es wartet die eine oder andere unvorhergesehene Wendung auf den Leser.
Ich finde es unglaublich wichtig, dass man über diesen Teil unserer Vergangenheit spricht und auch schreibt und bin der Meinung, dass dieses Buch durchaus einen Teil dazu beitragen kann, dass dies nicht in Vergessenheit gerät. Wer für Geschichte interessiert und sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchte, kann ich „Das Mädchen im blauen Mantel" auf jeden Fall empfehlen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Svenjas_BookChallengess avatar

Rezension zu "Das Mädchen im blauen Mantel" von Monica Hesse

Ein Pageturner, der unter die Haut geht
Svenjas_BookChallengesvor 8 Monaten

Es ist kein Geheimnis - Romane über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust stehen ganz oben auf meiner Leseliste. Einfach weil mich die Thematik seit meiner Kindheit beschäftigt und nicht loslässt, aber auch weil ich es wichtig finde, Geschichten über Menschen zu lesen, die sich in einer Zeit des Grauens ihre Menschlichkeit bewahrten. So ein Mensch ist auch Hanneke, die Protagonistin in Monica Hesses Jugendroman Das Mädchen im blauen Mantel. Auf den ersten Blick jedoch ist Hanneke vor allem eine Überlebenskünstlerin, die die Lebensmittelknappheit unter der deutschen Besatzung Amsterdams nutzt, um mit Schwarzmarktgeschäften Geld zu verdienen und das Leben für sich und ihre Eltern halbwegs angenehm zu gestalten.

Ich würde sagen - Hanneke ist anfangs weder ein besonders sympathischer noch ein unsympathischer Mensch. Sie ist einfach cleverer als die meisten Menschen und gleichzeitig fast schon etwas gleichgültig, was den Krieg betrifft. Sie wirkt, als würde sie Tag für Tag einfach funktionieren, was man spätestens dann versteht, als sich herausstellt, dass Hannekes große Liebe Bas als Soldat an der Front umkam. Es ist ein Erlebnis, das Hanneke einerseits lähmt, sie andererseits aber auch nach vorne blicken lässt. Hanneke steht außerdem sinnbildlich für alle Menschen, die damals "weggeschaut", sich nicht dem Widerstand gegen die Nazis angeschlossen, nichts gegen die Deportationen ihrer jüdischen Nachbarn und Freunde unternommen haben. Denn sie blendet das Leid der Menschen schlicht aus, um sich und ihre Familie relativ unbeschadet durch den Krieg zu bringen. Sie will nicht sehen, was sich direkt vor ihrer Nase wirklich abspielt.

Das ändert sich, als Hanneke überraschend einen sehr ungewöhnlichen Auftrag erhält - sie soll ein verschwundenes jüdisches Mädchen finden, das bei einer ihrer Kundinnen untergetaucht war. Anfangs sträubt sich Hanneke noch gegen diesen in ihren Augen absurden und aussichtslosen Auftrag, kann sich der Verzweiflung der alten Dame, die sich große Sorgen um das verschwundene Mädchen macht, aber schon bald nicht mehr entziehen. Halbherzig und widerwillig erklärt sich Hanneke also bereit, das Mädchen zu suchen und setzt damit einen Prozess in Gang, den ihrer eigenen Charakterentwicklung. Denn je tiefer Hanneke gräbt, je näher sie dabei dem antifaschistischen Widerstand Amsterdams kommt - desto mehr steigert sie sich in die Suche nach der vermissten Mirjam hinein. Man spürt schnell, dass Mirjam für Hanneke zum Sinnbild für all die deportierten, vermissten, ermordeten Menschen wird, denen sie nicht helfen kann. Hanneke ist bald schon regelrecht besessen davon, Mirjam zu finden, wobei mich ihre eigene Verzweiflung tief beeindruckt hat.

Das Verschwinden von Mirjam und der Auftrag, sie zu finden, öffnen Hanneke die Augen. Zeigen ihr, was sie bislang nicht sehen wollte, und zeigen ihr auch, dass sie als aktiver Teil des Widerstands etwas dagegen tun kann. Monica Hesse skizziert mit der Charakterentwicklung ihrer jungen Protagonistin ein mögliches "Was-wäre-wenn"-Szenario, einen möglichen Weg hinaus aus der Gleichgültigkeit und hinein in den aktiven Widerstand. Es war einerseits irgendwie befriedigend und wohltuend, andererseits aber auch schmerzhaft, Hanneke dabei zu beobachten, wie sie den ganzen Schrecken des Nazi-Regimes begreift.

Die Art, wie Monica Hesse die Geschichte von Hanneke und dem jüdischen Mädchen Mirjam erzählt, ist außerdem sehr klug gewählt und überzeugend umgesetzt. Der Roman liest sich wie ein Krimi - Hanneke übernimmt die Rolle des Detektivs, geht auf Spurensuche und setzt Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen. Eingebettet in das sehr authentische Setting des von den Deutschen besetzten Amsterdams und vor dem Hintergrund der Deportation und Ermordung niederländischer Juden, entsteht so eine zum Nägelkauen spannende, unheimlich atmosphärische und wahnsinnig emotionale Geschichte. Man kann und will das Buch kaum aus der Hand legen, denn es ist so berührend und dabei so wahr...

Mein Fazit:
Eine packende Spurensuche, der verzweifelte Wettlauf gegen die Zeit und die Übermacht der Nazis, eine Geschichte, die unter die Haut geht. Monica Hesses Das Mädchen im blauen Mantel ist ein Pageturner, der fesselt, berührt und nicht mehr loslässt. Für mich eine große, sensationell erzählte Geschichte, die man wirklich gelesen haben sollte!

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