Monica Kristensen In manchen Nächten

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Inhaltsangabe zu „In manchen Nächten“ von Monica Kristensen

Kommissar Knut Fjeld ermittelt in einem ungewöhnlichen Mordfall – umgeben vom Argwohn der Anwohner und in klirrender Kälte. Zunächst sieht alles nach einem Unfall aus: In Barentsburg, der russischen Enklave auf Spitzbergen, wird eine männliche Leiche gefunden. Der 53jährige Ivan Makanin hatte einen Arbeitsunfall, war in einen großen Betonmischer gefallen. Reine Routine. Um die Formalitäten abzuwickeln, wird Kommissar Knut Fjeld vom Festland auf die ablegene Insel geschickt. Doch der wird schnell stutzig, denn die Hände des Toten wurden gebrochen. Beim Versuch, aus der Trommel zu steigen? Und das ist nicht die einzige Merkwürdigkeit, auf die der wachsam gewordene Kripobeamte stößt. Unversehens sieht er sich einer eingeschworenen Gemeinschaft gegenüber, die vor allem eines grandios beherrscht: das Schweigen …

Die Liebe zu Spitzbergen scheint die Autorin von dem Schreiben eines Kriminalfalles stark abgelenkt zu haben! Ehr ein schöner Reiseführer...

— Buecherwurm2punkt0
Buecherwurm2punkt0

Unterkühlte Atmosphäre, die leider keine rechte Spannung aufkommen lässt.

— Klusi
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  • Ein Krimi ohne Höhen und Tiefen

    In manchen Nächten
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    10. April 2015 um 08:25

    In der russischen Bergarbeitersiedlung Barentsburg gibt es einen Toten. Die Russen sind dazu verpflichtet, das den norwegischen Behörden zu melden. Vom Festland wird zu diesem Zweck Knut Fjeld geschickt, um den Tod aufzunehmen und alles weitere zu veranlassen. Als Knut in die Umstände des Todes einsteigt, kommt ihm so einiges merkwürdig vor. Es gibt zu viele Ungereimtheiten, die seiner Meinung nach eine konkretere Untersuchung nötig machen. Er trifft mit dieser Feststellung nicht nur bei den Russen auf taube Ohren. Ein Wetterumschwung verhindert, dass er wieder von der Insel verschwinden kann und so ermittelt er verdeckt weiter, begibt sich sogar in Gefahr ... Das ist nun der zweite Roman der Polarforscherin Monica Kristensen, die ihren Handlungsort wieder auf die Inselgruppe Spitzbergen verlegt hat. Der untersuchende Beamte Knut Fjeld ist ein eher unscheinbarer Typ, dem ich leider nicht allzuviel Sympathie entgegen bringe. Er ermittelt unkonventionell und ist dem Alkohol so gar nicht abgeneigt. Knut lässt sich mit einer Frau ein, die er während der Ermittlungen kennengelernt hat und die direkt mit in den Fall involviert ist. Ausgesprochen unprofessionelles Verhalten prägt Knut Fjeld. Auch wenn es ihm gelingt, den Todesfall aufzuklären, ist der Weg dahin ein recht beschaulicher. Das soll heißen, ein Kriminalfall so ganz ohne Höhen und Tiefen. Die Story plätschert so vor sich hin, von Spannung leider keine Spur. Nachdem ich von Teil 1 schon leicht enttäuscht war, wiederholte sich das hier in Teil 2. Landschaftliche Beschreibungen von Spitzbergen scheinen eine Leidenschaft der Autorin zu sein, was ja auch positiv ist. Aber zu einem Krimi erwarte ich schon ein wenig mehr. Die Protagonisten sind blass dargestellt, es findet keine tiefergehende Charakterisierung derselben statt. Sie bleiben bis zum Ende farblos und machen auch nicht neugierig, dass man sie kennenlernen möchte. Gelungen sind jedoch wieder die landschaftlichen Örtlichkeiten, die die Autorin detailliert wiedergeben kann. Als Leser fühlte ich mich in diese mir völlig fremde Welt regelrecht hineinversetzt. Dabei kommt schon mal das Gefühl auf, dass man es mit eigenen Augen gern sehen möchte. Auch die politischen Spannungen zwischen Russen und Norweger ist sehr gut beobachtet und wiedergegeben worden.  Für mich war das definitiv der letzte Teil der Reihe um den Ermittler Knut Fjeld, selbst wenn noch weitere Teile ins deutsche übersetzt werden sollten. Als Reiseführer gut brauchbar, zum Kennenlernen der Geflogenheiten auf den Inseln auch, aber als Krimi leider nur von mittlerer Qualität. Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen.

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  • Ehr ein schöner Reiseführer als ein mysteriöser Kriminalroman!

    In manchen Nächten
    Buecherwurm2punkt0

    Buecherwurm2punkt0

    26. November 2013 um 13:44

    In dem zweiten Kriminalroman der berühmten Polarforscherin Monica Kristensen gibt es ein wiedersehen mit der kalten Landschaft rund um Spitzbergen. Wie schon im Auftakt der Spitzbergen-Reihe konnte ich wieder die Detailverliebtheit der Autorin bewundern, denn die Landschaftsbeschreibungen sind wirklich grandios. Ich konnte in diese richtiggehend eintauchen, sodass ich jeden Moment damit rechnete, dass ein Eisbär am Horizont auftaucht. Leider konnte die Autorin die Begeisterung für die Gegend rund um Spitzbergen nicht in dem Mordfall umsetzen. Der mysteriös klingende Arbeitsunfall klang zu Beginn der Geschichte durchaus interessant und man hatte als Leser sofort das Gefühl, dass dort etwas nicht stimmt. Jedoch konnte die Autorin die Spannung leider nicht halten. Viel zu oft verlor sie sich in Beschreibungen der Umgebung und verlor den eigentlichen Kriminalfall aus den Augen. Alles in allem blieb die Geschichte rund um den angeblichen Arbeitsunfall nur fade und unscheinbar. Meiner Meinung nach steckt viel ungenutztes Potential in Monica Kristensen. Vielleicht steht der Autorin ihre Liebe zu Spitzbergen einfach im Weg. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass sie sich mit einem anderen Handlungsort ehr auf den Kriminalfall konzentrieren könnte. So klingt es manchmal einfach nur wie ein Reiseführer in Romanform, der noch ein bisschen geheimnisvolle Stimmung mitbringt! Leider konnten auch die Protagonisten das Ruder nicht mehr umreißen. Der in "In manchen Nächten" hauptsächlich ermittelnde Komissar Knut Fjeld ist die meiste Zeit in einem Alkoholdelirium und völlig blau. Er wirkt auf mich für seinen Beruf absolut ungeeignet und begeht ständig tollpatschige Fehler. Um in eine Geschichte richtig eintauchen zu können, brauch ich jedoch einen Protagonisten der mir wenigstens minimal sympathisch ist. Das fehlt aber in diesem Buch leider völlig! Schlussendlich kann ich nur sagen, dass schöne Landschaftsbeschreibungen, unsympathische Protagonisten und ein öder Kriminalfall mich nicht zum weiterverfolgen der "Spitzbergen-Reihe" überreden konnten. Fazit: Die Liebe zu Spitzbergen scheint die Autorin von dem Schreiben eines Kriminalfalles stark abgelenkt zu haben! Ehr ein schöner Reiseführerroman als ein mysteriöser Kriminalroman!

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  • Mehr für Arktisfreunde als Thrillerfans

    In manchen Nächten
    MikkaG

    MikkaG

    19. November 2013 um 20:43

    Pro: Der große Pluspunkt des Buches sind die beiden Schauplätze in der Arktis: das kleine norwegische Städtchen Longyearbyen und die russische Siedlung Barentsburg. Beide Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden wunderbar und detailliert beschrieben: Longyearbyen mit seinen sauberen, buntgestrichenen Häuschen, den kleinen Läden, den vielfältigen Freizeitangeboten, und Barentsburg, das von Verfall und Trostlosigkeit dominiert wird, wo den Menschen nur wenig geboten wird außer der Kneipe und der Arbeit. Mein Mann liebt die Arktis über alles und war schon viele Male dort oben, und ich habe ihn auch einmal begleitet, daher bin ich in beiden Orten schon gewesen und war beeindruckt davon, wie perfekt die Autorin die Atmosphäre einfängt. Auch die politischen Beziehungen zwischen den Norwegern und Russen in der Arktis werden ausführlich geschildert, mit all dem gegenseitigen Mißtrauen und dem angestauten Zorn über vergangene Konflikte. Barentsburg und Longyearbyen bilden einen originellen Hintergrund für diesen Krimi. Wer sich für die Arktis oder generell für politische, kulturelle oder soziologische Fragen interessiert, wird in diesem Buch viel geboten bekommen. Knut ist ein schwieriger Charakter - er hat ein ernsthaftes Alkoholproblem und frönt dem Suff auch während der Arbeitszeit und in Situationen, in denen er eigentlich einen klaren Kopf behalten müsste, er steigt mit einer Frau ins Bett, die mit den Ermittlungen zu tun hat... Trotzdem ist er mir im Laufe des Buches nach und nach ans Herz gewachsen, aber es war eine schwere Geburt. Leider habe ich mich auch mit den anderen Charakteren schwer getan. (S. "Kontra") Den Schreibstil würde ich größtenteils als kompetent bezeichnen, bis auf ein paar Szenen, die ich nicht 100%ig gelungen fand. (S. "Kontra") Nur manchmal schleichen sich Passagen ein, die plötzlich poetisch und eindringlich ein wenig von dem vermitteln, was den Zauber der Arktis ausmacht. Ich hätte mir mehr solcher Passagen gewünscht! Kontra: Das Cover ist zwar an sich recht ansprechend und vermittelt auch eine schön düstere Atmosphäre... Nur passt es nicht wirklich zu den Örtlichkeiten, an denen der Ort spielt, denn weder Longyearbyen noch Barentsburg haben einen Leuchturm! Aber den meisten Lesern wird das nicht auffallen, das ist also Meckern auf hohem Niveau. An Spannung und Tempo krankt dieser Thriller erheblich. Die Grundsituation könnte so spannend und geradezu nervenzerfetzend sein: der norwegische Ermittler sieht sich in Barentsburg einer eingeschworenen Gemeinschaft gegenüber, die ihm mit Mißtrauen und Ablehnung begegnet - und dann sorgen die Wetterbedingungen noch dafür, dass er den Ort fürs Erste nicht mehr verlassen kann... Aber weder die Ermittlungen noch die rätselhaften Ereignisse kommen so recht in Gang. Knut Fjeld scheint ziel- und planlos vorzugehen und dabei einen Fehler nach dem anderen zu begehen... Die Dinge, die er herausfindet, findet er eher zufällig heraus. Zwischendurch zieht sich die Handlung ziemlich, und gegen Ende werden die vielen verschiedenen Handlungsstränge mehr verwirrend als spannend. Und wo ich schon vom Ende spreche - das fand ich sehr konstruiert und enttäuschend. Für die Nebenhandlung - Fischschmuggel und Umgehung der Fangquoten - konnte ich mich nicht recht erwärmen, da an dieser erstmal nur Charaktere beteiligt waren, über die ich als Leser fast nichts wusste und/oder die ich nicht gut genug kennengelernt hatte, um mit ihnen mitzufiebern. Wäre diese Handlung komplett weggelassen worden, ich hätte sie wohl nicht vermisst. Die meisten der Charaktere blieben für mich unnahbar und schwer zu erfassen. Zum Teil ist das vielleicht Absicht, um die Kluft zwischen dem norwegischen Ermittler und den russischen Bewohnern von Barentsburg zu verdeutlichen, aber ob Absicht oder nicht, das macht es schwer, emotional wirklich Anteil am Geschehen zu nehmen. Sogar Todesfälle haben mir wenig mehr entlockt als ein Achselzucken. In manchen Szenen hat mich der Schreibststil nicht überzeugt. So gibt es zum Beispiel ein paar Szenen, in denen sich zwei Charaktere im Dialog detailliert Dinge erzählen, die in der Vergangenheit passiert sind, so dass ich direkt das Gefühl hatte, hier nicht einem natürlichen Gespräch zu lauschen sondern Informationen verfüttert zu bekommen. Knut entwickelt völlig überraschend eine romantische Bindung zu einer Frau, über die weder der Leser noch er wirklich viel wissen, und ich konnte daher nicht nachvollziehen, wieso ihm diese Frau auf einmal so wichtig war. Zusammenfassung: Wer sich für die Arktis interessiert, für den lohnt sich das Buch bestimmt. Für Jemanden, der einfach nur einen spannenden Thriller lesen möchte, ist es meiner Meinung eher keine gute Wahl.

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  • Die Spannung fehlt.

    In manchen Nächten
    Liss

    Liss

    03. November 2013 um 11:21

    Die Idee der Geschichte fand ich schon im ersten Augenblick richtig gut. Zum einen ist der Handlungsort Spitzbergen mit seinen einmaligen Gegebenheiten natürlich aufgrund der geographischen Lage bzw. der extremen Witterungsbedingungen schon sehr speziell. Zum anderen ist da das Aufeinandertreffen von zwei unterschiedlichen Kulturen mit Norwegern und Russen, was alleine schon eine interessante Ausgangsituation für die Geschichte darstellt. Natürlich ist der Handlungsstrang an sich nichts Neues. Es passiert scheinbar ein Unglück in einer russischen Bergarbeitersiedlung. Der Protagonist, ein ‚einfacher‘ norwegischer Polizist wird dort hingeschickt um die Sache zu untersuchen und es stellt sich heraus, dass es kein Unfall war sondern Mord. Da wegen der andauernden Schneestürme keiner die Siedlung verlassen kann und auch niemand reinkommt, muss unser Protagonist dort mehr oder weniger allein zurechtkommen. Ich mag solche begrenzten Handlungsorte, weil man durch die geringe Anzahl an Personen sehr gut ‚mitraten‘ kann.  Knut, der Polizist, versucht nun den Fall zu lösen, bekommt es dabei aber mit einer eingeschworenen russischen Gemeinschaft zu tun, in der jeder seine Geheimnisse hat und niemand gerne über irgendetwas redet. Während des Lesens hatte ich eigentlich die ganze Zeit über das Gefühl, dass jeder weiß, wer es gewesen ist, nur unser Protagonist nicht. Der Handlungsort Barentsburg wurde sehr detailliert und anschaulich beschrieben. Ich konnte mir von Anfang an gut vorstellen wie es dort aussieht und war sofort mittendrin. Auch die Arbeit in den Stollen und wer dort welche Aufgabe hat ist verständlich erklärt worden. Ich weiß jetzt sogar wie genau ein Betonmischer funktioniert. Insgesamt kam die ganze Geschichte sehr authentisch rüber. Für mich hatte die Geschichte von den Rahmenbedingungen her sehr viel Potential. Nur wurde dieses Potential meiner Meinung nach nicht ausreichend genutzt. Knut lernt man als Leser kaum richtig kennen. Man weiß kaum mehr, als dass er ein Alkoholproblem hat und öfters mal ein schlechtes Gefühl, von dem man aber meist nicht nachvollziehen kann, wo es herkommt. Die Handlung plätschert zeitweise so vor sich hin – das Tempo fehlt. Knut versucht Schritt für Schritt den Fall zu lösen, aber dabei passiert kaum mal was Unvorhergesehenes. Es gibt kaum mal eine spannende, brenzlige Situation. Der Protagonist ist sozusagen nie mittendrin, sondern erfährt es erst wenn es zum Handeln zu spät ist. Dann gibt es da noch die Nebenhandlung mit dem illegalen Fischhandel, die sich nicht so richtig in die Handlung eingefügt hat. Dadurch hat mich die Geschichte leider nie richtig gepackt. Was sehr gut rübergekommen ist beim Lesen, ist die triste, depressive Stimmung, die über ganz Barentsburg liegt. Die Einwohner kamen mir auch alle sehr seltsam und undurchschaubar vor, was meiner Meinung nach passend war, da Knut als einziger Norweger in diesem russischen Bergarbeiterdorf das wohl genauso empfunden haben dürfte. Er wirkte dort immer fehl am Platz und unerwünscht, was durch das Verhalten der Einwohner ihm gegenüber gut vermittelt wurde. Fazit                                                                                                                      Solider skandinavischer Krimi mit authentischer Kulisse auf Spitzbergen. Alles in Allem eine interessante Geschichte, die leider an zu vielen Stellen die Spannung vermissen lässt. 3/5 Punkte.

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  • In manchen Nächten

    In manchen Nächten
    Klusi

    Klusi

    26. October 2013 um 23:16

    Der Hauptteil des Krimis spielt sich in der russischen Polarstation und Bergarbeitersiedlung Barentsburg ab. Man merkt deutlich, dass die Autorin in dieser Welt zuhause ist, dass sie sich auskennt, denn sie ist eine der bekanntesten norwegischen Polarforscherinnen und war zudem einige Jahre selbst die Direktorin einer Kohlebergwerkgesellschaft auf Spitzbergen. Dementsprechend verfügt der Roman über einen sachlich fundierten und gut recherchierten Hintergrund; die Schauplätze wirken authentisch. Häufig lässt sich die Autorin jedoch dazu hinreißen, zu sehr ins Detail zu gehen. Lange Ausführungen, die nur am Rande mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, lassen keine so rechte Spannung aufkommen. Besonders während der ersten Hälfte des Romans hatte ich den Eindruck, ständig auf der Stelle zu treten. Die ganze Atmosphäre in Barentsburg ist sehr frostig, nicht nur im Bezug auf das Wetter, sondern auch hinsichtlich der eisigen Mauer des Schweigens und der Nichtachtung, die sich dem Ermittler entgegenstellt. Die Lebensgemeinschaft im Ort ist undurchsichtig, und man hat ständig den Eindruck, dass Knut Fjeld, der norwegische Kommissar vom Festland, bei der Bevölkerung unerwünscht ist. Darüber kann auch die beschriebene Gastlichkeit nicht hinwegtäuschen. Der Wodka fließt reichlich und benebelt Knuts Hirn, und dieser lässt sich zu einigen unbedachten Maßnahmen und Taten hinreißen, die gefährlich für ihn werden. Er schlittert von einem Schlamassel in den nächsten und bekleckert sich durch seine Handlungen nicht gerade mit Ruhm. Nicht nur er, auch die anderen Charaktere blieben mir fremd. Gerade im Hinblick auf die beschriebene Denkweise und die gegenseitige Haltung der beteiligten Norweger und der Russen wird auch das eine oder andere Klischee bedient. Bereits ab der Hälfte konnte ich erahnen, wie sich die Geschichte zugetragen haben könnte. Die weiteren zweihundert Seiten sind dann dazu da, die Hintergründe erschöpfend zu klären und die Beweggründe aufzudecken. Manches, was vorher seitenweise beschrieben wurde, hat sich mir letztendlich jedoch nicht verständlich erschlossen. Es ist eine verwirrende, schwarz-weiße Welt, zwischen Kohle und Eis, in die man von der Autorin mitgenommen wird. Leider ist bei mir der Funke nicht übergesprungen, dazu war es zu kalt auf Spitzbergen.

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