Summer

von Monica Sabolo 
3,6 Sterne bei26 Bewertungen
Summer
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (16):
19angelika63s avatar

Ein melancholisches Buch mit unerwarteter Wendung ...

Kritisch (5):
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Die schwermütige Stimmung des Buches konnte mich leider nicht begeistern

Alle 26 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Summer"

70er Jahre, Genfersee: Während eines Picknicks verschwindet Benjamins große Schwester Summer. Spurlos. Benjamin verliert den Boden unter den Füßen, die 19-jährige Summer war sein Fixstern, die einzige Chance auf ein verheißungsvolles Leben für den schüchternen, gehemmten Jungen. Nun zieht er sich immer mehr zurück in eine Traumwelt. Auch seine Eltern gleiten in eine sonderbare Resignation ab und können dem Jungen nicht zur Seite stehen. Summers Verschwinden wird Benjamin nicht mehr loslassen – bis er sich vierundzwanzig Jahre später der Tragödie endlich stellt. Und ihn eine düstere Wahrheit ein weiteres Mal gänzlich aus der Bahn wirft …

Summer erzählt von einer Familie, die nach einem großen Verlust nicht zur Ruhe kommen kann. Monica Sabolos Sprache ist »glasklar und präzise, jedes Detail ist perfekt in diesem atemberaubenden Familienthriller, in dem Sinnlichkeit und Schrecken aufeinandertreffen.« Elle

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458177654
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:253 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:13.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Waschbaerinvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Eine schweizer Upper Class Familie zerfällt vor unseren Augen.
    Die Leute wollen nicht wissen, sie wollen glauben

    Das Buch "Summer" von Monica Sabolo macht es dem Leser anfangs nicht leicht, diesen Roman zu mögen. Aus diesem Grund las ich die ersten 50 Seiten auch zweimal, damit ich die Geschichte greifen konnte. Doch dann ließ mich dieses Buch auch nicht mehr los. 


    Erzählt wird fast vom Ende her, als Benjamin nicht mehr weiter kann und sich erneut in die Behandlung eines Psychiaters begibt. Er fühlt sich kaputt, am Ende. Sein Büro kann er nicht mehr betreten und auch sonst hält er sein Leben kaum noch aus. Vor 24 Jahren verschwand völlig überraschend und ohne Vorwarnung seine wunderschöne Schwester Summer, um die ihn alle in der Schule beneideten. War es ein Verbrechen, ein Unfall? Die Polizei schien den Fall damals ratlos zu den Akten gelegt zu haben. 

    Setzten die Eltern, insbesondere der Vater von Benjamin anfangs alle Hebel in Bewegung auch nur die geringste Spur um das Verschwinden von Summer lüften zu können, so erlahmte deren Interesse an der Aufklärung bis niemand mehr den Namen "Summer" in den Mund nahm. Auch Benjamin nicht mehr. Dieses Wort war wie ein No-Go. Hat sich Benjamin diesem Schweigen viele Jahre lang angepasst, so ist es nun, 25 Jahre später eine Frage des Überlebens für ihn, die Vergangenheit zu bewältigen. 

    Rückblick: Eine Upper Class Familie, am Genfer See beheimatet, mit schickem Haus und kostspieligem Boot im Hafen gehört sie zu denen, die oben angekommen sind. Seine Eltern geben stilvolle Partys zu denen Freunde und Bekannte gerne eingeladen werden. Auch bei Bekannten und Freunde sind die Eltern gern gesehene Gäste. Mit einem gekühlten Drink in der Hand  werden Geschäftsverbindungen geknüpft und zwischen den Zeilen ist das Leben von Menschen sichtbar, bei denen das Geld die wichtigste Rolle spielt. Man schmückt sich ger ne mit diesem erfolgreichen Anwalt und seiner wunderschönen Frau, die sich auf jeglichem Parkett bewegen kann. Am Wochenende bleiben diese nicht etwa bei ihren Kindern und leben Familie, sondern packen die Koffer um auf dem Anwesen des nächsten Mandanten einen Geschäftsabschluss anzubahnen oder zu feiern.

    "Was nicht thematisiert wird, ist auch nicht geschehen" lesen wir auf Seite 92 und das ist bezeichnend für das ganze Buch. Ganz still und leise zerbröselt eine nach außen tolle Familie vor unseren Augen und löst sich auf. Doch niemand von ihnen spricht diesen Zerfall an. Selbst nach dem Verschwinden von Summer lebt man weiter, als sei nichts geschehen. Auch als Benjamin seine Probleme mit dem Konsum von Drogen löst, bleibt alles an der Oberfläche glatt. Sein smarter Vater löst auch die s zu aller Zufriedenheit.

    "Das Leben ist ein Schauspiel, in dem mein Vater die Hauptrolle innehat und wo man nicht so recht weiß, welchen Part sein Sohn übernommen hat", lesen wir auf Seite 199. Oder auf Seite 219 "...plädierte in einer langen Rede für seinen Mandanten mit einer Leidenschaft, wie er sie mir gegenüber nie an den Tag legte". doch auch das ist nur Show, die dessen Brillanz zeigen soll und Beifall von Freunden einbringt. 

    Bezeichnend der Satz auf Seite 220: "Die Leute wollen nicht wissen, sie wollen glauben". 

    Dieses Buch fällt aus dem Rahmen dessen, wie man heute meist Romane schreibt - laut und schrill mit einem lauten Knall am besten schon zu Anfang und dann wieder am Ende. "Summer" ist dagegen ein eher ruhiges Buch ohne große Aufregung - aber mit viel Tiefgang. 

    Wie ich schon zu Anfang bemerkte: Dieser Roman will vom Leser erobert werden, doch dann hält er diesen in seiner Handlung gefangen. 


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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor einem Monat
    Ich kam nicht rein

    Vor vierundzwanzig Jahren ist Summer, Benjamins Schwester, spurlos verschwunden. Er weiß nicht ob sie tot ist oder nicht. Nach all dieser Zeit, wo er selten an sie gedacht hat, kommen die Erinnerungen von damals wieder hoch. Was ist wirklich geschehen?

    Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farben sind wirklich toll!
    Der Schreibstil ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt viel Text mit vielen relativ langen Einschüben, bei denen man nachher kaum noch weiß, worum es in dem eigentlichen Satz gegangen ist. Dadurch und durch das viele springen zwischen den Zeiten wirkt die Geschichte sehr unstrukturiert.
    Und genau deshalb bin ich auch mit diesem Buch so gar nicht warm geworden. Ich konnte der Geschichte kaum folgen, denn mal erfährt man was auch Benjamins Vergangenheit, die sehr wirr und verschwommen ist und dann ist man wieder jäh in der Gegenwart und sitzt mit ihm z.B. bei seinem Therapeuten.
    Aber dieses springen zwischen den Zeiten ist nicht klar erkennbar und man muss ich selber zusammen reimen, wo man sich gerade befindet. Generell muss man sich vieles selber vorstellen können, denn da Benjamin viele Dinge, die er erzählt als kleiner Junge erlebt hat und dann später viel high war, verschwimmt alles irgendwie ineinander und nichts wird klar beschrieben. Das einzige was ich direkt verstanden habe ist, dass nicht nur Benjamin ziemlich verkorkst ist, sondern die ganze Familie mehr Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legt, als auf ihr Familienleben legt. Diese Familie scheint ziemlich kaputt, denn da ist nicht nur das Drama um Summer, nein, auch die Mutter und der Vater benehmen sich einfach furchtbar.
    Zu Benjamin bin ich nicht wirklich durchgedrungen. Zunächst hatte ich noch Mitgefühl mit ihm, weil er durch den Verlust seiner Schwester in die Drogen abrutscht, aber nach und nach frage ich mich ob er sich nicht doch einfach nur alles schön redet und er doch mehr weiß als er zugibt.
    Immer mehr entfernt er sich vom Leser und ich konnte keine Verbindung zu ihm aufbauen. Geht es ihm wirklich um Summer oder möchte er nur seine eigene Seele retten? Man weiß es nicht genau.
    Ich konnte einfach die Geschichte nicht greifen und habe mich gefragt ob es hier einfach um eine Familientragödie geht oder geht es um Summers Verschwinden?
    Der Titel lässt vermuten, dass Summer im Mittelpunkt steht, aber sie verschwindet nicht nur in der Geschichte, sondern nimmt auch immer weniger Raum im Buch ein.
    Und so habe ich mich leider etwas durch dieses Buch gequält und habe nach dem Sinn des Ganzen gesucht.
    Diese ganzen Vermutungen, ohne eine klare Aussage zu treffen, fand ich etwas zu viel. Die ein oder andere klare Beschreibung hätten es für mich etwas einfacherer gemacht.
    Und so verwunderte mich das Ende auch nicht mehr und es bleibt einfach eine total kaputte Familie.

    Mein Fazit: Diese Geschichte hätte ohne dieses hin und her zwischen den Zeiten und mit einer klareren Sprache durchaus gut sein können. Aber so habe ich keinen Draht zu der Story finden können und habe dieses Buch nur ungerne zu Ende gelesen. Das war mir dann doch etwas zu viel Verwirrung und dazu konnte ich auch keine Beziehung zu Benjamin aufbauen. 

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    Charleas avatar
    Charleavor einem Monat
    Kurzmeinung: Eigentlich nicht vier, aber auch nicht drei Punkte für mich - halbe Punkte wären jetzt klasse.....
    Ein an sich guter Ansatz für eine Geschichte, klasse Schreibe, jedoch mit Längen

    Cover / Artwork / Aufbau des Romans


    Das Cover von „Summer“ hatte mich schon sehr interessiert – die intensiven Farben haben für mich eine gewisse Spannung erzeugt, die mich in Kombination mit dem Klappentext und den ersten Eindrücken in der Ausschreibung zur Leserunde schnell gehabt haben. Der Roman an sich ist über weite Strecken in einer Art Rückblende erzählt und zwar aus der Sicht von Benjamin. Da das Buch keine 300 Seiten umfasst und sehr flüssig geschrieben wurde, kann man die Geschichte auch schnell lesen.

     

    Inhalt


    Benjamins ältere Schwester Summer verschwindet spurlos, als er 15 ist. Aus seiner Sicht betrachtet, hat sich bis zu diesem Tag immer alles um sie gedreht, ihr Leben schien perfekt zu sein und auch die Eltern wirkten mit Summer wie eine glückliche Familie, zu der er so gar nicht richtig dazu gepasst hatte. Während Summer mit der Mutter um die Wette strahlt und schon morgens wie ein Hollywood Star erwacht, wirkt er wie ein fünftes Rad am Wagen und kämpft mit diversen Problemen, die auch psychischer Natur sind.

    In diesem Verständnis wird er älter und das Loch, das das Verschwinden der Schwester gerissen hat, wird irgendwie verdeckt – bis es eines Tages wieder aufbricht und er kaum noch klarkommt. Inzwischen sind gut zwanzig Jahre vergangen und er beginnt, die Vergangenheit zu hinterfragen.

     

    Fazit

    Ich musste mir tatsächlich ein paar Tage Zeit nehmen für die Rezension, da ich nach dem Auslesen des Romans nicht recht wusste, was ich von dem Buch halten sollte. Meine erste Reaktion war eher negativ, da das Buch irgendwann gefühlt aufhört. Ich hatte noch so viele Fragen, die aber nicht beantwortet worden – zumindest augenscheinlich nicht. Jetzt, also mit einigen Tagen Abstand, muss ich sagen, dass mir das Buch streckenweise gut gefallen hat, vor allem, da mir die Schreibe der Autorin gut gefallen hat. Die Flashbacks von Benjamin, die psychischen Probleme, seine Innenansichten und auch die Art und Weise, wie er seinen Platz in der Welt sucht haben mich wirklich beeindruckt. Im Mittelteil des Romans sehe ich eine Länge, die es eigentlich nicht braucht und ich hatte oft das Gefühl, dass ich eine Vorabversion des Romans vor mir habe. Die Länge die ich in der Mitte gespürt habe, hätte es eher am Ende gebraucht, das mir dann fast schon zu schnell ging. Ein weiteres Manko das ich im Buch sehe ist, dass die Autorin ihre eigene Stärke, die in der Beschreibung der inneren Verfassung von Benjamin liegt, selbst verspielt, in dem sie die Außensicht teilweise ganz außer Acht lässt. Doch dies wäre gerade zum Ende noch einmal sehr interessant gewesen und hätte zum Beispiel dadurch gelöst werden können, in dem die Schwester ebenfalls aus ihrer Sicht beschreibt.

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    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine faszinierende Familiengeschichte voller düsterer Geheimnisse, toll geschrieben.
    Summer

    Ein Mädchen verschwindet. Ihr Bruder sucht noch Jahre später nach Antworten. Nur mit Hilfe eines Therapeuten kann er sich der Frage danach stellen, was damals geschehen ist. Seine Erinnerung ist lückenhaft und das bereitet ihm große Sorgen. Hat er etwa selbst etwas mit dem Verschwinden seiner Schwester zu tun?

    Benjamin Wassner ist auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Seine Familie ist reich und gehört zur Genfer Upperclass, er geht auf eine Privatschule, sein Vater ist ein bekannter Richter. Seine Schwester Summer ist bei allen beliebt und wunderschön. So erinnert sich ihr Bruder an sie. Als sie verschwindet, zerbricht die Familie. Jahre später versucht Benjamin herauszufinden, was wirklich damals geschehen ist. Die Leser_innen folgen Benjamins unzuverlässigen Gedankengängen und Erinnerungsfetzen, die stets um den Genfer See kreisen. Ist seine Schwester hier ertrunken? Wurde sie entführt?

    Benjamin weiß es nicht und die Erinnerungen an seine Schwester quälen ihn noch Jahre später. Sein Vater ist ein herrischer Typ, seine Mutter auch nicht gerade emotional sehr stabil. War Benjamins Familie schon immer so kaputt oder hat Summers Verschwinden erst ihre gesamte Dysfunktionalität hervorgebracht? Benjamin weiß es nicht, als Summer verschwunden ist, war er noch ein Kind.

    Sie war mit ihren Freundinnen unterwegs, gemeinsam waren sie im Wald. Nicht nur an dieser Stelle erinnert die Erzählung in ihrer düsteren Verspieltheit an Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides. 



    „Coco stellte sich an einen Baum und fing an, laut zu zählen. An diesem Tag konnte er Summer nicht mehr wiederfinden: Als mein Vater später mit einer Stimme, in der eine Mischung aus Wut und Leid lag, meinte, ich solle ihm ‚die Stelle‘ zeigen, habe ich sie nicht wiedergefunden, es war, als hätte sich die Natur verwandelt, wie ein Tier, das sich im Schlaf umgedreht hat.“

    Seitdem quälen Benjamin Erinnerungen an die Vergangenheit. Benjamin hat viele Therapien hinter sich und bisher konnte ihm niemand helfen, mit dem Verlust seiner Schwester umzugehen. Bilder seiner toten Schwester im See tauchen auf. Aber was hat wirklich gesehen und was hat er sich vielleicht nur dazu fantasiert? Benjamin muss sich einer dunklen Wahrheit stellen, die tief in seiner Psyche verborgen ist. 


     Der Roman ist ein absoluter Pageturner und je mehr man in die Geschichten und Geheimnisse von Benjamins Familie und seiner Vergangenheit vordringt, desto spannender wird das Buch. Faszinierend geschrieben. 

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    Thalas avatar
    Thalavor einem Monat
    Kurzmeinung: Wenn man gerade in melancholischer Stimmung ist, sollte man dieses Buch nicht lesen. Sehr schwermütige Erzählung.
    Sehr schwermütig, keine leichte Kost

    Benjamin lebt in einer Vorzeigefamilie: Sein Vater ist ein erfolgreicher Anwalt, seine Mutter eine bildschöne Frau, die gerne Partys veranstaltet und seine Schwester Summer ein Ebenbild der Mutter und stets gut gelaunt. Bis zu dem Tag, an dem Summer mit gerade einmal 19 Jahren verschwindet..


    Benjamin, damals erst 15 Jahre alt, hat den Verlust seiner Schwester nie wirklich überwunden. Daher ist das Cover des Buchs so sehr passend: Benjamins Gedanken sind schwer und wabernd wie das Wasser, in dem er seine Schwester verloren glaubt zu haben. Seine Schwermut und Depression füllt unzählige Seiten, selbst 24 Jahre später kann Benjamin nur an seine verschwundene Schwester denken und der Kummer nimmt ihm sämtliche Lebensfreude. Für mich als Leserin war das Buch wirklich schwer verdaulich: Benjamins depressive Gedanken in der Perpektive des Ich-Erzählers zogen meine Stimmung während des Lesens hinunter und ich habe mir immer nur gewünscht, er würde mit dem depressiven Gejammer endlich aufhören. Sicherlich ist ein Verlust eines geliebten Menschens nicht einfach, aber Benjamin verschließt sich über Jahrzehnte vor der Außenwelt und bleibt in seinem depressiven Kokon. 

    Die eigentliche Handlung ereignet sich erst im letzten Viertel des Buchs, als sich die Ereignisse geradezu überschlagen. 

    Auch wenn ich die Grundidee des Buchs sehr interessant finde, hat mich persönlich die Umsetzung nicht überzeugt. Es ist ein Buch, welches mich selbst in die dunkelsten Abgründe des Genfer Sees gezogen hat . Ein Gefühl, als hätte man sich in Algen verfangen und würde nicht mehr an die rettende Oberfläche des Sees gelangen. 

    Ich bevorzuge einfach Bücher, die mich mit einem guten Gefühl zurücklassen, von daher kann ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben.  

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    Gosulinos avatar
    Gosulinovor einem Monat
    Kurzmeinung: Die schwermütige Stimmung des Buches konnte mich leider nicht begeistern
    Lethargie am Genfer See

    Summer Wassner, die Tochter eines angesehenen Anwalts in Genf verschwindet eines Tages spurlos. Die Familie verliert den Boden unter den Füßen, die Freunde wenden sich ab und am schlimmsten trifft es den Sohn Benjamin.

    Er versinkt in tiefen Depressionen und im Drogenrausch. Monica Sabolo hat seine Erinnerungen, wo Träume und Wirklichkeit verwischen in blumige Worte und viele Metaphern gefasst. Benjamin verliert sich in seinen Erinnerungen und seinen Nachforschungen um das Verschwinden seiner Schwester. Es verlieren sich Zeit und Raum in dem Buch und ich als Leser habe mich auch darin verloren.

    Die Stimmung am Genfer See war teilweise so schwermütig, dass ich beim Lesen fast eingeschlafen bin. Ich habe mich tatsächlich durch den Roman gequält, was mir in dieser Form noch nie passiert ist. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, wobei ich den letzten Abschnitt noch am besten fand. Man tauchte endlich wieder aus den Tiefen des Sees auf.

    Die Geschichte im Hintergrund war eher flach und oberflächlich, der Schreibstil, wie gesagt, sehr schwermütig mit vielen Zeitsprüngen, denen man auch nur schwer folgen konnte. Das Buch ist durchaus eine schriftstellerische Leistung, daher zwei Sterne, aber mich konnte es nicht abholen.


    Kommentare: 1
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    Tine13vor einem Monat
    Kurzmeinung: Tragische und ergreifende Familientragödie
    Ein Blick unter die Oberfläche

    Vor fast 25 Jahren ist Benjamins große Schwester beim Versteckspielen spurlos verschwunden. Damit kann sich Benjamin einfach nicht mehr abfinden! Von Alptraumen und Trugbildern verfolgt, versucht er mit Hilfe seines Therapeuten versteckte Erinnerungen zu wecken und intensiv dem Verschwinden und den Erlebnissen seiner Kindheit nachzuforschen, damit die Dinge ans Licht kommen, die er so langer Zeit verdrängt hatte. 


    „Summer“ ist ein ehr tiefgründiger Roman von Monica Sabolo. Summer ist der Name des verschwundenen Mädchens und initiiert zuerst den Gedanken an Sommer, Sonne und Heiterkeit, doch das Coverbild erinnert mehr an einen See im Abendrot, verwunschen und auf Geheimnisse hindeutend.

    Im Buch taucht man dann auch langsam unter die schöne Oberfläche und entdeckt zusammen mit dem Protagonisten Benjamin, die versteckten Details im Familienleben, die letztendlich für das Verschwinden seiner Schwester verantwortlich waren!

    Mit einem sehr extravaganten Schreibstil, voller blumiger Worte und außergewöhnlichen Vergleichen, präsentiert uns die Autorin einen sehr sensiblen, verletzlichen und etwas verträumten jungen Mann, der bislang eigentlich nur mit sich selbst beschäftigt war. Sein Leben gerät aus den Fugen, ist es eigentlich schon immer gewesen. Eine Rätselsuche der besonderen Art, in vielen kleinen Schritten erweckt ausgewählte Assoziationen über den kompletten Roman hinweg.

    Ein sehr gefühlvoller und unterhaltsamer Roman, mit Blick auf den Genfer See und die Welt der Schönen und Reichen. Wenn man sich einmal an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt hat, kann man das Buch wirklich genießen, denn die Story fand ich wirklich ganz interessant gestrickt.

    Bitte keinen spannenden Thriller erwarten, das Buch ist mehr eine tragische Familiengeschichte.

    Ein Satz über den ich gestolpert bin und der mir im Gedächtnis haften blieb:

    „Die Wasseroberfläche reflektiert in der Sonne einen glitzernden Lichtstreif, auf der winzige Lebewesen zu hopsen scheinen“ (Summer)

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    miro76s avatar
    miro76vor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr poetische Sprache, die eine schön mystische Stimmung erzeugt. Inhaltlich bleibt der Roman leider an der Oberfläche.
    Was bleibt, wenn ein Mensch verschwindet

    Eines Tages betritt Benjamin sein Büro und kommt ins Taumeln. Der Geruch nach frischer Farbe löst lange blockierte Erinnerungen und eine Panikattacke aus. Er ist wieder der 7jährige Junge, der vor dem noblen Sommerhaus am Genfersee steht. Dort wo alles begann.


    Benjamins Eltern bewegen sich im Zürcher Jet Set. Sie sind attraktiv, erfolgreich und großartige Gastgeber. Ihre Welt besteht aus Parties, Small Talk und Alkohol. Auch Benjamins große Schwester Summer scheint sich auf diesem Bankett bestens zu bewegen. Er vergöttert sie, bis sie eines Tages bei einem Picknick am See spurlos verschwindet. 

    Die Familie verkraftet diesen Verlust nicht. Es wird kaum über die verlorene Tochter geredet. Die Eltern werden von ihren Freunden verlassen und Benjamin wird zu einem kauzigen Einzelgänger in der Schule.

    Der Farbgeruch löst bei Benjamin 24 jähre später Erinnerungen und Träume aus. Er verliert sich darin, kann kaum seine Wohnung verlassen und beginnt eine Therapie. Die Rekonstruktion der Geschehnisse bringt Bilder hervor, die der 7jährige Benjamin nicht einordnen konnte und es ergibt sich ein völlig anderes Bild von seiner damals heil geglaubten Familie.

    Soweit hat mir das Buch sehr gut gefallen und mehr darf von Inhalt nicht verraten werden. Monica Sobolo zaubert mit ihrem poetisch, bildhaften Stil ein mythische Stimmung am Genfer See, der man sich anfangs kaum entziehen kann. Sie baut Spannung auf, indem sie in der Zeit springt, Erinnerungen mit Traumbildern mischt und langsam puzzelt sich ein Bild um diese Familie. 

    Was den Umgang mit dem Verlust und dem Nicht-Wissen, ob Summer tot ist, oder nur abgehauen, angeht, bliebt die Autorin an der Oberfläche. Die poetische Sprache schafft eine künstliche Tiefe, der der Inhalt leider nicht folgt. Und schlußendlich verliert sich die Geschichte im Klischee. Der Schluss nimmt dem Buch, dass ich anfangs sehr gerne gelesen habe, jede Ernsthaftigkeit. Daher gebe ich nur 3 Sterne. 

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    EOSs avatar
    EOSvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Ende der Leichtigkeit
    Das Ende der Leichtigkeit

    Ein abwechslungsreiches Leben in einer prachtvollen Villa am Genfer See, viele Feste, viele Freunde, viele Aktivitäten am und im Wasser, ein beruflich erfolgreicher Vater, eine schöne Mutter, eine hinreißende Schwester von 19 Jahren - das alles sind Attribute, die Benjamins Leben beschreiben könnten, bevor ein schwerer Schicksalsschlag alles auf den Kopf stellt. Seine von ihm verehrte und bewunderte Schwester Summer verschwindet spurlos und beendet das sorglose und oberflächliche Leben der ganzen Familie.
    Monica Sabolo beschreibt in ihrem Roman die verzweifelten Versuche Benjamins, wieder Klarheit in seine Welt zu bringen, denn alle seine Gedanken drehen sich nur um Summers Verschwinden. Wo könnte sie sein? Warum ist sie gegangen? Lebt sie noch? Ist sie entführt worden? In dieser kritischen Zeit lebt Benjamin teilweise in einer grausamen Fantasiewelt, die aus glitschigen Fischen, Algen, tödlichen Wellen und saugenden Wasserpflanzen besteht. Mit Hilfe dieser Metaphern schafft die Autorin eine düstere und bedrohliche Atmosphäre, die Benjamins Trauma umgibt.
    Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, er ist bildhaft, abwechslungsreich und sehr präzise. Die langen Satzverschachtelungen passen wunderbar zu der verfahrenen Situation. Ich mag solche Sätze, auch wenn ich ab und an das Geschriebene zweimal lesen muss.
    Der Spannungsaufbau geschieht direkt von Anfang an, wird aber in der Mitte des Buches leider weniger, z.B. durch die langatmigen Sitzungen bei Benjamins Therapeuten oder die ständig wiederkehrenden Furchtmetaphern, die auf Dauer langweilen. Das ist schade, aber gegen Ende nimmt die Spannung wieder zu und gipfelt in einem überraschenden Ende.
    Dieses Buch handelt von dem spurlosen Verschwinden eines jungen Mädchens, aber es ist in erster Linie kein Krimi, auch kein Psychokrimi, sondern eher eine Auseinandersetzung mit Benjamins stark strapazierter Gefühlswelt und seiner Sehnsüchte, bis es ihm schließlich gelingt, seinen traumatisierenden Erfahrungen zu entkommen.
    Das Buch ist eine empfehlenswerte, aber keinesfalls leichte Lektüre. Sie wirkt noch nach und macht nachdenklich.  

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    leserattebremenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Buch konnte mich nicht überzeugen, die Figuren konnten mich einfach nicht berühren.
    Leider nicht so spannend wie erhofft

    Benjamins Schwester Summer ist vor 24 Jahren spurlos verschwunden, weder ihre Freundinnen noch ihre Eltern wissen, was genau geschah. Jahre später setzt Benjamin sich endlich mit seiner Vergangenheit und dem Verlust auseinander. Mit einem Therapeuten begibt er sich auf Spurensuche in seinem Gedächtnis, um sich endlich zu erinnern, was eigentlich geschah.
    Monica Sabolo beschreibt diese Geschichte in einer sehr poetischen und bildhaften Sprache, Motive wie der See und das Wasser kommen immer wieder vor, wenn Benjamin sich an ihr Leben erinnert. In Rückblenden wird die Kindheit von Summer und Benjamin beschrieben, jedoch nicht immer chronologisch, alles springt und ist immer etwas schemenhaft und undeutlich. Was zunächst nach einer spannenden Suche nach der Wahrheit und den Erinnerungen von Benjamin beginnt, zerfasert leider im Verlauf der Geschichte. Die Autorin schafft es nicht, den Spannungsbogen beizubehalten und durch Wiederholungen und unscharfe Beschreibungen habe ich irgendwann das Interesse an der Geschichte verloren. Obwohl Benjamin wirklich schwere Dinge durchmachen musste, habe ich es nicht geschafft, als Leser irgendeine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen. Die Geschichte konnte mich so nicht mitreißen, zudem habe ich die Auflösung als flach und zu simpel empfunden. Es wird zwar deutlich, auf was Sabolo abzielte, die oberflächliche Familie, ohne wirkliche Liebe, ohne Zusammenhalt, die den Schein nach dem Verlust der Tochter weiter versucht aufrecht zu erhalten. Doch all das hat mich als Leser nicht bewegen können.
    Ich war leider etwas enttäuscht von Monica Sabolos Roman „Summer“, ich fand die Handlung stellenweise zusammenhangslos und konnte zu den Figuren keine Beziehung aufbauen. So hat mich das Buch leider nicht wirklich berührt und mit mitgenommen. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insel_Verlags avatar

    Das verschwundene Mädchen vom Genfer See


    Summer ist neunzehn, schön, beliebt und Klassenbeste. Im Sommer nach dem Abitur liegt ihr ganzes Leben vor ihr, alles scheint perfekt – bis sie eines Tages am Ufer des Genfer Sees einfach verschwindet. In Monica Sabolos neuem Roman Summer erinnert sich Benjamin, der Bruder des Mädchens, vierundzwanzig Jahre später an jenen Sommer zurück und entdeckt ein düsteres Geheimnis, das seine so perfekt wirkende Familie umgibt.

    »Summer nicht zu lesen wäre ein absolutes Versäumnis.« Le Monde

    Worum geht’s genau?
    Familie Wassner führt in den 1980er Jahren ein unbeschwertes, luxuriöses Leben am Ufer des Genfer Sees – bis Benjamins große Schwester Summer an einem Sommernachmittag spurlos verschwindet. Vierundzwanzig Jahre danach wird der Bruder von der bislang verdrängten, traumatischen Erfahrung eingeholt. Er will dem Verschwinden seiner Schwester endlich auf die Spur kommen.
    Wurde Summer entführt? Ist sie verunglückt, hat sie sich selbst etwas angetan oder ist sie mit ihrem Freund vor den Erwartungen der konservativen Eltern geflohen? Wie gut kannte Benjamin seine große Schwester wirklich?
    In fragmentarischen Erinnerungen, in denen die Grenzen von Traum und Realität verschwimmen, blickt Benjamin auf seine Kindheit und das Verschwinden seiner Schwester zurück – und entdeckt ein dunkles Familiengeheimnis …

    Das klingt schon mal gut? Dann schau doch mal in unsere Leseprobe »

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    Über die Autorin: Monica Sabolo wurde 1971 in Mailand geboren. Bevor sie für ihren autobiographischen Roman Das hat alles nichts mit mir zu tun mit dem französischen Prix de Flore ausgezeichnet wurde, arbeitete sie als Chefredakteurin der Zeitschrift Grazia. Heute lebt sie als Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Paris.

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