Die Schwarze Witwe von Wien

von Monika Buttler 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Die Schwarze Witwe von Wien
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Seehase1977s avatar

Interessant, lesenswert und sehr gut recherchiert. Die Erzähl- und Schreibweise ist etwas zu distanziert für meinen Geschmack.

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Inhaltsangabe zu "Die Schwarze Witwe von Wien"

Nach der Trauung verspeist die Schwarze Witwe ihren Mann. Elfriede Blauensteiner, in ärmlichen Verhältnissen geboren und unter ständiger Gewalt aufgewachsen, rächt sich auf ihre Weise. Nachdem sie ihren Gatten zu Tode gepflegt und seine Rente im Spielsalon verspielt hat, lockt sie mit Inseraten heiratslustige und reiche Rentner an. Sie will ihren Status festigen. Und was bei einem Mann funktionierte, lässt sich auch auf andere übertragen. Mord wird fortan zu ihrem Überlebensprogramm.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839223031
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:249 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:08.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Seehase1977s avatar
    Seehase1977vor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessant, lesenswert und sehr gut recherchiert. Die Erzähl- und Schreibweise ist etwas zu distanziert für meinen Geschmack.
    Der Fall Blauensteiner – interessant und hervorragend recherchiert

    Als „Schwarze Witwe“ ging Elfriede Blauensteiner in die österreichische Kriminalgeschichte ein. Die in ärmlichen und gewalttätigen Verhältnissen geborene und aufgewachsene Blauensteiner pflegt ihren Mann im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode. Ihm folgen weitere betuchte Herren, die die Witwe mittels Kontaktanzeigen ausfindig macht. Um an deren Geld zu kommen, tötet Elfriede Blauensteiner ihre Opfer mit Medikamenten…


    Meine Meinung:
    „Die Schwarze Witwe von Wien“ gehört zu der True Crime-Reihe aus dem Gmeiner Verlag. Die in Hamburg lebende Journalistin und Autorin Monika Buttler beleuchtet in ihrem Roman anschaulich das Leben und Morden der Elfriede Blauensteiner und beschert ihren Lesern interessante und informative Lesestunden.

    Wie so oft bei der True-Crime-Reihe des Gmeiner Verlags wird man hier keinen typischen Kriminalroman finden. Es gibt sie nicht, die typischen polizeilichen Ermittlungsarbeiten, vielmehr wird der Fall aus einer anderen Perspektive in Szene gesetzt.

    Erzählt wird die Geschichte von Elfriede Blauensteiner von dem fiktiven Journalisten Felix Moser, der in einem bekannten Boulevardmagazin die Story der „Schwarzen Witwe“ ganz groß rausbringen möchte. Seine Recherchearbeiten, das Lesen der Vernehmungsprotokolle und der Memoiren der Mörderin sind die Grundlage des Romans und lassen den Leser somit hautnah daran teilhaben. Dennoch hätte ich diese Rahmengeschichte für mich nicht gebraucht.

    Monika Buttler gewährt interessante und erschreckende Einblicke in Blauensteiners Leben und ihre Entwicklung zur eiskalten Mörderin. Auch wenn ihre Lebensumstände schwierig waren, entschuldigen diese nicht ihre Taten, die sie bis zum Schluss mit Sätzen wie „Ich wasche meine Hände in Unschuld“ von sich wies. Elfriede Blauensteiner tötete aus Rache und Habgier und war sich kaltblütig der Leiden ihrer Opfer in jeder Sekunde bewusst.

    Mein Fazit:
    Der Roman „Die Schwarze Witwe von Wien“ reflektiert die Verbrechen von Elfriede Blauenstein, die mit ihren Taten in die österreichische Kriminalgeschichte einging. Die Autorin hat meiner Meinung nach hervorragende Recherchearbeit geleistet und diese journalistisch gut umgesetzt, der nüchterne Schreib- und Erzählstil hält den Leser jedoch auf Distanz zum Geschehen. Dennoch ist der Fall der „Schwarzen Witwe“ spannend zu lesen, aufschlussreich und empfehlenswert und hat mein Interesse derart geweckt, dass ich mich nach der Lektüre näher mit den Morden der Elfriede Blauenstein beschäftigt habe.

    Kommentare: 1
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    lesefreude_books avatar
    lesefreude_bookvor einem Monat
    Die wahre Geschichte der Elfriede Blauensteiner

    „Die Schwarze Witwe von Wien: Die Morde der Elfriede Blauensteiner“ erzählt die wahre Geschichte der Elfriede Blauensteiner. Die Österreicherin wird von der Presse mit einer Schwarzen Witwe verglichen, da diese Spinnenart das Männchen nach der Trauung bzw. dem Geschlechtsakt einfach auffrisst.

    1931 wird Elfriede in einem Wiener Arbeiterbezirk in ärmlichen Verhältnissen geboren. Es wird versucht Elfriedes Lebens in den Kontext der damaligen Zeit zu setzten. Somit liest man viele Ereignisse rund um die österreichische Geschichte. Diese werden jedoch alle nur kurz erwähnt ohne näher ins Detail zu gehen. Es ist notwendig sich im Vorhinein diesbezüglich Wissen anzueignen oder sich im Zuge des Buches immer wieder zusätzliche Quellen zu widmen. Nur so kann man das Gelesene vollumfänglich verstehen.

    Hunger steht an der Tagesordnung. Mit psychischen Tricks (ob bewusst oder unbewusst) halten die Mutter und der Stiefvater die für Elfriede schädliche Beziehung aufrecht. Als es ihr endlich gelingt auszubrechen, schlittert Elfriede Blauensteiner mit ihrem ersten Mann in den nächsten katastrophalen Lebensabschnitt. Bis sie schließlich die Gelegenheit beim Schopf packt und ihren Mann hingebungsvoll pflegt. Zu Tode pflegt.

    Selbst ist sich Elfriede keiner Schuld bewusst. Aufopferungsvoll ordnet sie ihr Leben der Pflege unter. Bewunderung und Anerkennung von außen für ihre Opferbereitschaft und ihre uneigennützign Hilfsleistungen sind ihr höchster Lohn. Auf perfide Weise wird deutlich welche Einschränkungen es mit sich bringt, wenn man zu sehr auf Bestätigung von Außen angewiesen ist.

    Journalistisch gibt Monika Buttler das Leben der Elfriede Blauensteiner wieder. Mit diesem nüchternen Schreibstil bleiben Emotionen oder gar ein Hineinfühlen in die Protagonistin leider aus.

    Aufgebaut ist das Buch um den fiktiven Journalisten Felix Moser, der für eine österreichische Boulevardzeitschrift eine ausführliche Reportage über „Die Schwarze Witwe von Wien“ schreiben soll. Die Sinnhaftigkeit diese Kunstkniffs erschließt sich mir bis zum Schluss nicht.

    Felix liest diverse Vernehmungsprotokolle und die von Elfriede selbst verfassten Memoiren während diese bereits im Gefängnis sitzt. Es macht den Anschein, als wäre ein Großteil des Buches eine Zusammenfassung dieser Memoiren. Allerdings habe ich die Memoiren nicht selbst gelesen.

    Die psychologischen Urteile aufgrund des Verhaltens von Elfriede werden direkt wiedergegeben und dabei auf die Gefühle oder Auswirkungen einzugehen. Ganz so als würde man in die gerichtlichen Unterlagen hineinschnuppern.

    Felix Moser erscheint als Randfigur und reißt den Leser immer wieder aus dem ohnehin recht schwerfälligen Lesefluss, denn ich in dem reportageartigen Schreibstil begründet sehe. Denn eine Information alá Felix reibt sich die Augen und holt sich eine Tasse Kaffee, ist schlicht uninteressant und nicht relevant für die Geschehnisse an sich.

    Wer mehr über das Leben und die Pflege bzw. Morde der Elfriede Blauensteiner erfahren will, ist mit „Die Schwarze Witwe von Wien“ gut beraten. Allerdings darf man sich keinen spannenden Kriminalroman erwarten. Viel mehr ist das Buch eine ausführliche Reportage über die rüstige Rentnerin, die vor Gericht nicht nur mit ihren Taten aufhorchen ließ, sondern mit ihrem auffälligen gepflegten Äußeren und ihren ständigen Berufungen auf Gott für Aufsehen sorgte.

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    Isar-12s avatar
    Isar-12vor 2 Monaten
    Die Morde der Elfriede Blauensteiner

    "Die Schwarze Witwe von Wien" ist ein True Crime Roman von Monika Buttler. Bereits im Mai recherchierte ich selbst im Rahmen meiner Themenwoche "Serienmörder" auf meinem Blog diesen Fall der Elfriede Blauensteiner und war daher sehr gespannt auf dieses Buch und neuer Erkenntnisse zu diesen realen Morden. Und dies war dann eindeutig der Fall. Monika Buttler hat hier eine hervorragende Recherche betrieben, speziell die Beleuchtung der Kindheit und die Lebensumstände der jungen Frau waren für mich viel Neuland und brachte wichtige Erkenntnisse. Nichts rechtfertigt die Morde der Elfriede Blauensteiner, aber man erhält als Leser sehr gute Einblicke in die Entwicklung der Frau zur Mörderin und man kann dabei einiges besser nachvollziehen, warum diese Frau eventuell diesen Werdegang machte. Strukturiert erzählt dabei Monika Buttler die Lebensgeschichte der Elfriede Blauensteiner aus der Sicht eines fiktiven Journalisten, der in diesem Fall recherchiert, zum einen in den Memoiren der Täterin, zum anderen in den Ermittlungsakten der Polizei. Als Leser flog ich dabei nur so über die Kapitel und die Geschichte hat mich bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Teilweise dieses furchtbare Leid dass das Kind Elfriede durchleben musste, teilweise die grausame Brutalität ihr gegenüber durch ihre große Liebe Fredy und dann ihre eigene Berechenheit und Kaltblütigkeit bei ihren Taten. Leser, die sich für wahre Kriminalfälle interessieren kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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