Monika Detering , Horst-Dieter Radke Blütenreine Weste

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Inhaltsangabe zu „Blütenreine Weste“ von Monika Detering

Mülheim 1951. Noch ragen Ruinen in den Himmel über dem Ruhrgebiet, und dunkle Gestalten gehen in dunklen Ecken dunklen Geschäften nach. Doch der Schutt ist weitgehend weggeräumt, die Schaufenster füllen sich, und die goldenen Tage der Schieber und Schwarzhändler neigen sich ihrem Ende zu. Alfred Poggel, der nach dem Krieg nur zum Kriminalinspektor aufgestiegen ist, weil es sonst keinen unbelasteten Kandidaten gab, versucht gerade, einem Naziopfer zu seinem Recht zu verhelfen. Das passt Alfreds Vorgesetztem, dem Staatsanwalt Dr. Goeke mit der nicht ganz so reinen Weste, gar nicht. Als der zwielichtige Heinz Lennewegs, der Liebhaber von Poggels neuer Zimmerwirtin Anna Puff, ermordet wird, ist Goeke deshalb richtig froh, Poggel auf den neuen Fall ansetzen zu können. Aber der Inspektor hat zu viel erlebt, um sich so einfach ablenken zu lassen. Oder an weiße Westen zu glauben.

Ein historischer Krimi aus einer Zeit, an die sich noch viele erinnern können.

— Horst_Berger

Ein Nachkriegskrimi aus dem Ruhrpott. Interessant und einfallsreich. Mir hat das Buch gefallen.

— ChattysBuecherblog

• Rezension zu „Blütenreine Weste“ von Monika Detering & Horst-Dieter Radke, erschienen im Sutton Verlag, März 2013 Mülheim an der Ruhr 1950

— julianegoettinger

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  • Ruhrgebiet nach dem Krieg

    Blütenreine Weste

    Horst_Berger

    03. May 2014 um 10:50

    Schon im Prolog wird der Leser von einer Szene überrascht, die an Verwirrung nichts zu wünschen übrig lässt. Hat sich da ein Mann über alle Maßen volllaufen lassen? Was ist mit ihm? Das ist kein Schwanken mehr, das ist ein Aufbäumen, bevor er den letzten Atemzug tut. „Es gabat a Leich“, würde die Stockl, Hofers Sekretärin bei den Rosenheim-Cops weitervermelden. Aber lassen wir diesen seltsamen, südbayerischen Konjunktiv, denn der Mann ist, da besteht kein Zweifel, endgültig tot.   Wir sind also wie vor den Kopf gestoßen und können froh sein, dass Alfred Poggel Kriminalpolizeiinspektor, vom Personalmangel der Nachkriegszeit auf seinen Posten gespült, in die Ermittlungen geradezu hineinstolpert.   Bald schon klärt sich auf, wer der Tote ist. Wir erfahren von Anna Puff, der Vermieterin des Inspektors und Freundin des Toten. Eine alte Akte Katthöfer spielt eine Rolle, weil dieser Katthöfer Entschädigungszahlungen haben will. Ein Staatsanwalt kommt ins Geschehen. Natürlich hat er eine reine Weste. Wer hätte 1950/51 keine solche gehabt? Angeblich.   Eine Anzahl von Menschen begegnet uns; alles Strandgut des großen Krieges. Da waren die Westen selten rein geblieben. Man geht wieder ins Café, man trinkt wieder exclusiv. Und jetzt wissen wir schon mehr über den Toten und dass es Mord war. Sogar sein Name (er hat mehrere) ist uns bereits geläufig.   Die nur scheinbar gesetzestreuen Machenschaften führen nach Essen. Wieder zwielichtige Gestalten, wieder krumme Touren. Geht es am Ende gar um Falschgeld – jetzt nach der Währungsreform? Aber da gibt es noch ein Geheimnis. Etwas, wovon ich noch nie gehört hatte, obwohl ich doch um Einiges älter bin, als die Autoren. Die Zweifel lassen sich schnell beseitigen, die Angaben entsprechen der damaligen Wirklichkeit. Poggel zieht also seine Kreise und am Ende ist es doch Anna Puff, die die entscheidenden Hinweise liefert. Das jedoch müssen Sie jetzt schon selbst lesen.   Fazit: Ein gelungener Krimi, der eine schon vergangene Zeit wieder aufleben lässt. Ältere Jahrgänge werden sich trotz allem mit leichter Wehmut daran erinnern und jüngere Leser werden von einer Zeit erfahren, die sie ‑ wahrscheinlich zum Glück ‑ nicht erleben mussten. Empfehlenswert ist dieser Krimi für beide. Eins noch: Wenn mir die beiden Autoren meinen Bezug zu den Rosenheim Cops verzeihen, verzeihe ich Ihnen die BMW Horax, denn die gab’s auch 1950 nicht. Die Hessen (Bad Homburg) würden sich schön bedanken, wenn wir Bayern uns ihr berühmtes Motorrad unter den Nagel reißen würden. Aber davon wusste Alfred Poggel nichts. Er fuhr ja nur Rad.

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  • Pervitin-Handel und andere Nachkriegsverbrechen

    Blütenreine Weste

    Igelmanu66

    1950 in Mülheim an der Ruhr – mitten im „Ruhrpott“. Ein Mann stirbt an den Folgen einer Vergiftung. Kriminalpolizeiinspektor Alfred Poggel findet schnell heraus, dass der Tote eine Größe unter den Kleinganoven war, bekannt dafür, alles Mögliche zu besorgen oder gewinnbringend zu verkaufen. Auch einige gefälschte Geldscheine hat er in Umlauf gebracht, aber reicht dies als Motiv aus, den Mann zu ermorden? Ohnehin hat Poggel genug Probleme. Und die meisten davon hängen mit Staatsanwalt Dr. Richard Goeke zusammen, einem Mann, der auch vor 1945 schon Recht gesprochen hat und immer noch der Meinung ist, dass „damals nicht alles schlecht gewesen ist“. Für Goeke scheint das Wichtigste zu sein, dass schnellstmöglich die Ermittlungen im Fall eines gewissen Fritz Katthöfer eingestellt werden, der eine Anklage gegen drei andere Kollegen eingereicht hat wegen einer unberechtigten Verhaftung im Jahr 1938 und der Beschlagnahmung von Wertgegenständen und Einrichtung. Nach Poggels Meinung scheint Katthöfer im Recht zu sein – aber warum nur will Goeke die Klage nicht zulassen? Dieser Krimi war für mich nicht nur interessant, weil er in meiner Heimatstadt spielt, mich während der Handlung an bekannte Orte führt und mir noch aus Kindheitserinnerungen bekannte Szenarien vor Augen stellt, sondern auch wegen der Besonderheiten, die sich aus der Zeit der Handlung ergeben. Da soll beispielsweise jemand das Recht vertreten, hinter dem nur wenige Jahre zuvor ein Bild von Adolf Hitler an der Wand hing. Vieles dreht sich noch immer um den Schwarzmarkt, wo Kaffeepulver mit Löwenzahn gestreckt wurde und Kakaopulver mit gemahlenem Mehl. Und dann das Pervitin! Pervitin – mir war dieser Begriff neu. In meiner Heimatstadt schien aber im Jahr 1950 jeder dieses Produkt zu kennen und nicht wenige hatten ihre Erfahrungen damit gemacht. Die chemische Bezeichnung für diesen Stoff ist N-Methylamphetamin - heute allgemein bekannt als Crystal Meth. Im zweiten Weltkrieg fand N-Methylamphetamin millionenfache Anwendung. Es diente zur Dämpfung des Angstgefühls und zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit von Soldaten, Piloten und Fahrzeugführern und war umgangssprachlich als Panzerschokolade, Stuka-Tabletten und Hermann-Göring-Pillen bekannt. Allein in der Zeit von April bis Juni 1940 bezogen Wehrmacht und Luftwaffe mehr als 35 Millionen Tabletten Pervitin. Wie man sich heute unschwer denken kann, ergab sich daraus in der Nachkriegszeit eine enorme Anzahl von Pervitin-Abhängigen. Nur dass man nach einer Änderung des Reichsopiumgesetzes das Mittel nicht mehr frei beziehen konnte. Die Stunde der Schieber schlug… Inhaltlich also wirklich interessant und mal was anderes. Der Schreibstil erschien mir jedoch manchmal etwas wirr und auch die vielen wie wörtliche Rede zitierten Gedankengänge haben mir nicht so gefallen. Zudem war mir der Ermittler nicht sympathisch. Er war zwar „auf der guten Seite“, aber seine Einstellung zu Frauen gefiel mir überhaupt nicht. Generell mag ich zwar Charakter, die nicht nur nett sind, weil sie das einfach menschlicher macht, aber bei Poggel war es mir ein wenig zu viel und es zog sich bis zum Schluss durch. Ein weiterer kleiner Minuspunkt war für mich die Verwendung der Sprache. Nicht wenige Charaktere sollten wohl deutlichen Dialekt sprechen, was auch realistisch ist und was ich aus meiner Kindheit und zudem aus dem Arbeitermilieu heraus sehr gut kenne. Dafür sprachen diese Personen aber zu sehr hochdeutsch, das war nicht gut umgesetzt. Allerdings dürfte dieser Punkt jemandem, der nicht hier aufgewachsen ist, kaum auffallen. Abgesehen davon ein interessantes Stück Ruhrgebiets-Nachkriegsgeschichte und mit nur 222 Seiten mal zwischendurch flott zu lesen.

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  • Leserunde zu "Blütenreine Weste" von Monika Detering

    Blütenreine Weste

    katja78

    Hallo liebe Leseratten, hier möchte ich ein einen weiteren Krimi ans Herz legen. "Blütenreine Weste" von Monika Detering & Horst Dieter Radke, einem historischen Mülheim Krimi. Mülheim 1951. Noch ragen Ruinen in den Himmel über dem Ruhrgebiet, und dunkle Gestalten gehen in dunklen Ecken dunklen Geschäften nach. Doch der Schutt ist weitgehend weggeräumt, die Schaufenster füllen sich, und die goldenen Tage der Schieber und Schwarzhändler neigen sich ihrem Ende zu. Alfred Poggel, der nach dem Krieg nur zum Kriminalinspektor aufgestiegen ist, weil es sonst keinen unbelasteten Kandidaten gab, versucht gerade, einem Naziopfer zu seinem Recht zu verhelfen. Das passt Alfreds Vorgesetztem, dem Staatsanwalt Dr. Goeke mit der nicht ganz so reinen Weste, gar nicht. Als der zwielichtige Heinz Lennewegs, der Liebhaber von Poggels neuer Zimmerwirtin Anna Puff, ermordet wird, ist Goeke deshalb richtig froh, Poggel auf den neuen Fall ansetzen zu können. Aber der Inspektor hat zu viel erlebt, um sich so einfach ablenken zu lassen. Oder an weiße Westen zu glauben. Monika Detering Monika Detering veröffentlicht seit vielen Jahren Krimis und Romane. In etlichen Anthologien ist sie mit Kurzgeschichten vertreten. Für die auf neun Bände angelegte Reihe »Puff & Poggel« kehrt sie zu ihren familiären Wurzeln in Mülheim zurück. http://www.monika-detering.de/ Horst Dieter Radke Horst-Dieter Radke, Autor zahlreicher Fach- und Sachbücher und Mitherausgeber des Autorenkalenders, hat sich mit Kurzkrimis und Erzählungen einen Namen gemacht und lässt Erinnerungen an seine Jugend im Ruhrgebiet einfließen. Gemeinsam engagieren sich die beiden bei den »42er-Autoren e.V.«. http://www.hd-radke.de/ Ich suche für dieses Buch nun 15 Leser, die das Buch in einer Leserunde lesen möchten und anschließend auch rezensieren. Bewerbt euch bis zum 9.3.2013 für ein Leseexemplar aus dem Sutton Verlag

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    • 198
  • Ermittlungen im Kohlenpott anno 1950

    Blütenreine Weste

    Girdie

    15. May 2013 um 22:10

    „Blütenreine Weste“ ist ein historischer Krimi, der vor einer scheinbar noch nicht ganz so langen Zeit im Jahr 1950 in Mülheim an der Ruhr spielt. Das Taschenbuch ist im Sutton Verlag erschienen und umfasst 222 Seiten inklusive Prolog, 15 Kapitel, Epilog, Nachwort und Danksagung. Die beiden Autoren Monika Detering und Horst-Dieter Radke lassen ein passendes Milieu für die von ihnen gewählten aufzuklärenden Verbrechen im Nachkriegsdeutschland am Rand des Ruhrpotts entstehen. Auf dem Cover findet sich ein altes Foto aus der Stadt Mülheim, im unteren Drittel finden sich Silhouetten von Männern, die die Kleidung der damaligen Zeit mit Mantel und Hut tragen. Aus dem Titel lässt sich der Querschluss ziehen, dass es in der Krimihandlung um Geldfälschungen geht und damit liegt der Leser richtig. Doch der Krimi bietet noch mehr, denn gleich im Prolog stirbt ein Mann an einer noch unbekannten Todesursache. Kriminalpolizeiinspektor Alfred Poggel ist Ende 40, ungebunden und auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Doch diese ist Mangelware nach dem Krieg und er ist froh, dass er ein Zimmer bei der Witwe Anna Puff bekommen kann. Diese ist mit dem Heinz Lennewegs verbandelt, der auch nach dem Krieg noch mit Waren unter der Hand handelt. Poggel ermittelt im Auftrag von Fritz Katthöfer, der vor dem Krieg reich geerbt hat und als Opfer der Nazis um sein Vermögen betrogen wurde. Er glaubt an eine persönliche Verbindung von dem Staatsanwalt Dr. Goeke zu dem Fall. Als Lennewegs plötzlich stirbt ist es klar, dass er ermordet wurde. Doch in Poggels Ermittlungen mischt sich seine Zimmerwirtin ein … Die beiden Autoren haben für ihren Krimi eine eher seltener beschriebene Zeit gewählt. Außerdem schaffen sie mit dem Handlungsort Mülheim im Ruhrgebiet, dem Kohlenpott, ein ungewöhnliches Lokalkolorit in das ich mich aber sehr gut hineinversetzen konnte, da ich kaum 100 km entfernt ebenfalls in einer ehemaligen Zechengegend aufgewachsen bin. Sehr viel Ähnlichkeit habe ich erkennen können zu den Erzählungen meiner Eltern vor allem wenn es um den Aufbau nach dem Krieg ging. Denn der Protagonist Alfred Poggel hat vor Ort nicht nur die Bombenangriffe erlebt, sondern steht jetzt auch vor den Ruinen der Häuser die auch 1950 noch nicht wieder aufgebaut wurden. Monika Detering und Horst-Dieter Radke lassen neben den Ermittlungen manches über den Alltag der damaligen Zeit in ihre Geschichte einfließen. Die Anzahl der handelnden Personen bleibt überschaubar und jeder Charakter hat seine besonderen Eigenschaften. Alfred drückt vor allem die Überheblichkeit des Staatsanwalts, der ihn immer wieder spüren lässt, dass nicht seine Ausbildung, sondern der Mangel an weiteren Kräften zu seiner beruflichen Stellung geführt hat. Durch sein Engagement versucht er sich zu beweisen und das macht er richtig gut. Daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung. Über eine  Fortsetzung würde ich mich freuen.

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  • Blütenreine Weste

    Blütenreine Weste

    MoiHey

    15. May 2013 um 21:34

    Inhalt: Die Geschichte findet in Mülheim im Jahre 1950 statt. Langsam kehrt wieder Normaliät in das Leben der Anwohner ein, obwohl die Ruinen noch überall emporragen. Alfred Poggel ist nach dem Krieg zum Kriminalinspektor aufgestiegen und versucht Naziopfern zu helfen. Seinem Vorgesetzten Dr. Goeke passt das so gar nicht und deswegen ist er auch froh, als der zwielichtige Heinz ermordet wird, Poggel auf diesen Fall ansetzen zu können. Meine Meinung: Ich hatte einen sehr guten Einstieg in das Buch und hatte es aufgrund der geringen Seitenzahl auch realtiv zügig ausgelesen.  Die beiden Autoren haben mit ihrem guten Schreibstil, ihren tollen Dialogen und den sympathischen Protagonisten eine sehr spannende Geschichte aufgebaut. Zwar fehlt hier die Action, doch dieser Krimi punktet mit anderen Aspekten. Die Situation der Anwohner Mülheims wurden sehr detailiert und realistisch dargestellt und obwohl das Buch nur so wenig Seiten hatte, war es logisch strukturiert. Für mich ein gelungener Krimi, den ich nur weiterempfehlen kann.

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  • “Blütenreine Weste” von Monika Detering und Horst-Dieter Radke

    Blütenreine Weste

    Traenenherz

    14. May 2013 um 11:41

    Kurzbeschreibung: Mülheim 1951. Noch ragen Ruinen in den Himmel über dem Ruhrgebiet, und dunkle Gestalten gehen in dunklen Ecken dunklen Geschäften nach. Doch der Schutt ist weitgehend weggeräumt, die Schaufenster füllen sich, und die goldenen Tage der Schieber und Schwarzhändler neigen sich ihrem Ende zu. Alfred Poggel, der nach dem Krieg nur zum Kriminalinspektor aufgestiegen ist, weil es sonst keinen unbelasteten Kandidaten gab, versucht gerade, einem Naziopfer zu seinem Recht zu verhelfen. Das passt Alfreds Vorgesetztem, dem Staatsanwalt Dr. Goeke mit der nicht ganz so reinen Weste, gar nicht. Als der zwielichtige Heinz Lennewegs, der Liebhaber von Poggels neuer Zimmerwirtin Anna Puff, ermordet wird, ist Goeke deshalb richtig froh, Poggel auf den neuen Fall ansetzen zu können. Aber der Inspektor hat zu viel erlebt, um sich so einfach ablenken zu lassen. Oder an weiße Westen zu glauben. Leseprobe: Eine Leseprobe könnt ihr beim Sutton Verlag finden. Covergestaltung: Man sieht ein schwarz/grau gestaltetes Cover, ich nehme an es ist ein altes Bild aus Mülheim. Im unteren Hintergrund sieht man Menschen in schwarz, und im Vordergrund einen Mann in rot. Die Schrift ist angepasst in rot und weiss, so kommt sie sehr gut zur Geltung. Meine Meinung: Wir befinden uns im Nachkriegs-Mülheim, im Jahre 1950. Ich selbst habe mal in Essen gewohnt, daher hat mich dieser Regionalkrimi sehr interessiert. Ich finde es immer wieder interessant in Orten zu ermitteln, die ich selbst kenne, so auch hier. Unsere Protagonisten Alfred Poggel und Anna Puff sind mir sehr sympathisch. Wie man sich denken kann eignet sich der Name Puff natürlich für allerlei Witzchen, sicher daher auch gewählt, so nehme ich an. Humor kommt sicher nicht zu kurz. Der Schieber Heinz Lennewegs bleibt trotz all seiner Beschreibungen für mich zu blass, was für mich leider negativ ist, da er ja im Mittelpunkt des Geschehens steht. Die Frotzeleien zwischen dem Staatsanwalt und Kommissar Poggel gefallen mir sehr, und sie lockern den Krimi auf, ohne das wäre er doch etwas langatmig, obwohl er sehr kurz gehalten ist. Was ich mir gewünscht hätte, dass die Verhältnisse der Leute noch besser ausgearbeitet wurden, ich konnte aber allen Ausführungen sehr gut folgen, die Schreibweise war sehr flüssig und interessant, allerdings wollte sich nie so richtig Spannung aufbauen, woran das lag kann ich nicht genau sagen. Aber da ich die Zeit an sich sehr interessant finde, machte das nicht ganz soviel auf, dieser Krimi hat andere Werte. Ich konnte viel aus der damaligen Zeit mitnehmen. Aber es zeigt mir auch sehr deutlich, wie gut es ist, dass diese Zeiten vorbei sind, und dass wir schon so lange in Frieden leben können, ist wirklich gut. Möchte man sich doch gar nicht mehr vorstellen müssen so zu leben. Mein Fazit: Für Interessierte, die eintauchen wollen in die Vergangene Zeit kann ich diesen Kriminalroman empfehlen. Meine Bewertung:   Zum Autor: Monika Detering, geboren in Bielefeld, mag ihre familiären Wurzeln in Mülheim-Ruhr und hielt sich oft auf den ostfriesischen Inseln auf. Nach vielen Jahren als Puppenkünstlerin mit Ausstellungen im In-und Ausland wie New York, Washington und Philadelphia war sie als freie Journalistin tätig. Heute schreibt und veröffentlicht sie Belletristik. Seit 2010 Zusammenarbeit mit Horst-Dieter Radke (Lauda-Königshofen) und seit 2009 diverse Projekte mit Silke Porath (Balingen) und Jutta Mülich †(Lunestedt) Detering ist Mitglied bei den "Mörderischen Schwestern" und bei den "42erAutoren".   Horst-Dieter Radke wurde 1953 in Hamm/Westfalen geboren. Er machte eine kaufmännische Ausbildung und studierte Pädagogik an der Universität Landau. Mehrere Jahre arbeitete er als Geschäftsführer und Vorstand in einem mittelständischen Betrieb. Seit mehr als zehn Jahren ist er freiberuflich als Autor, Lektor und Projektleiter im Fachbuchbereich tätig. Er hat zahlreiche Sach- und Fachbücher veröffentlicht, außerdem Märchen, Erzählungen und einen Novellenband. Zusammen mit seiner Kollegin Monika Detering schreibt er Romane und Krimis. Er ist außerdem Mitglied der Autorengruppe 42er Autoren (www.42erautoren.de). Horst-Dieter Radke ist Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt mit seiner Frau in Tauberfranken.     Zu kaufen gibt es dieses Buch: beim Sutton Verlag. Altersempfehlung:Erwachsenen Literatur.  Bedanken möchte ich mich bei Katja, bei der Leserunde, und bei den Autoren, sowie dem Sutton Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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  • Kaum einer mit reiner Weste...

    Blütenreine Weste

    britta70

    07. May 2013 um 12:47

    Die Geschichte spielt im Ruhrpott zur Nachkriegszeit. In Ermangelung von Kandidaten mit blütenreiner Weste avanciert Alfred Poggel zum Kriminalkommissar. Selbst der Staatsanwalt Dr. Goeke, sein Vorgesetzter, hat eine Nazi-Vergangenheit und so ist es denn kein Wunder, dass er die Bemühungen des Kriminalkommissars mit Argwohn beobachtet. Wie der Zufall es will, bezieht Alfred Poggel ausgerechnet bei der Zimmerwirtin Anna Puff, deren Liebhaber Heinz ermordet aufgefunden wird, ein Zimmer. Wer hatte ein Interesse am Tod von Heinz? Alfred Poggel ermittelt und hat alle Hände voll zu tun... Mit ihrem Krimi "Blütenreine Weste" füllt das Autorenduo Monika Detering und Horst-Dieter Radke eine Lücke, denn Krimis, die in der Nachkriegszeit spielen sind rar. Die Beschreibung der Nachkriegszeit mit ihren Sorgen und Nöten ist sehr authentisch dargestellt. Auch der Schreibstil ist sehr ansprechend, und der eingeflochtene Dialekt des Ruhrpotts verleiht dem Ganzen eine zusätzliche regionale Blüte. Die Charaktere sind sehr lebendig und glaubwürdig gezeichnet. Alles in allem ein sehr gelungener Krimi, der auch vor dem heiklen Thema der Postenschieberei keinen Halt macht, und von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt.

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  • Blütenreine Weste

    Blütenreine Weste

    conneling

    04. May 2013 um 22:30

    Blütenreine Weste von Monika Detering und Horst-Dieter Radke spielt im Jahre 1951 in Mühlheim und Essen. Alfred Poggel wird nach dem Krieg zum Kriminalinspektor befördert, nicht unbedingt aus Etfahrung sondern aus Mangel an anderen Kandidaten. Das Naziopfer Fritz Katthöfer hatte drei Männer anklagt, die ihn zu Unrecht angezeigt und seinen Besitz konfisziert hatten, was für Aufruhr sorgte. Ein Freund von Alfreds Vermieterin Heinz Lennewegs wird tot, ermordet aufgefunden und nun wird es der Fall von Alfred Poggel. Sehr beeindruckt hat mich die Ausdrucksweise und Art Dinge zu beschreiben und zu sehen der Autoren, ehrlich, offen und ehrlich eben auch schonungslos, aber auf gute und einfühlsame Art und Weise. Die Nachkriegszeit muss sehr hart für alle gewesen sein, was sehr klar rüberkommt. Der Schreibstil ist spannend und auch lustig, die Dialoge sind teilweise im Ruhrpott-Dialekt und passen so sehr gut dazu, da der Krimi ja im Ruhrpott spielt. Alfred Poggel hat mir gut gefallen und ich bin nun gespannt auf weitere Ermittlungen mit ihm.

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  • Wie ein schwarz-weiß Film mit Heinz Rühmann

    Blütenreine Weste

    Imoagnet

    23. April 2013 um 22:38

    Monika Detering und Horst-Dieter Radke entführen uns in eine ferne Zeit. In welchem Jahr befinden wir uns nun? 1950. Wo befinden wir uns nun? In Mühlheim. Es sind unruhige Zeiten. Der zweite Weltkrieg ist längst beendet, die Städte aufgeräumt. Dennoch muss jeder sehen, wo er bleibt, wie er Geld verdienen kann und mit wem er zusammen sein möchte. Denn in diesen Nachkriegsjahren kann man sich nicht sicher sein, dass sein Gegenüber nicht doch er versteckter Nazi ist.   Der spannend geschriebene Krimi beginnt gleich mit einem Todesfall. Wer ist der Tote und warum musste er sterben? Wird Alfred Poggel diesen Fall lösen können? Poggel ist bei der Polizei aufgestiegen, weil es an anderen geeigneten Bewerbern mangelte. Wird er dennoch die richtige Spur verfolgen können? Und was ist mit seinem anderen Fall, bei dem ein Opfer der Nazis versucht, den Staat zu verklagen? Kann Poggel Licht ins braune Dunkel bringen? Eine andere Frage ist, welche Rollen Anna Puff und Dr. Goecke spielen. Haben sie eine blütenreine Weste?   Ich finde, dass sich dieser Krimi wunderbar lesen ließ. Die Sätze sind kurz und prägnant. Man ist sofort im Lesefluss.  Durch den Dialekt, der in der wörtlichen Rede auftaucht, wird der Leser an einen Regionalkrimi versetzt. Auch typische Begriffe, die in den 1950er Jahren verwendet wurden, tragen dazu bei, dass sich der Leser gedanklich über 60 Jahre zurückversetzt fühlt. Ich habe beim Lesen immer einen schwarz-weiß Film mit Heinz Rühmann als Alfred Poggel vor mir gehabt. Genau so positiv, wie eben genannter Schauspieler für mich wirkt, kommt mir Poggel vor.   Die Spannung beginnt auf der ersten Seite und endet mit dem letzten Wort. Ich bin wirklich begeistert von der Idee und der Umsetzung und kann deshalb das Buch nur weiter empfehlen. Inhaltlich möchte ich noch nicht mehr verraten, als oben angedeutet, denn das würde einiges an Spannung wegnehmen. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass im Klappentext schon zu viele Informationen enthalten sind. Sonst – ein rundum gelungenes Buch inklusive stilvollem Cover.

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  • Ein spannender Ruhrpott-Krimi aus der Nachkriegszeit

    Blütenreine Weste

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. April 2013 um 22:51

    Mühlheim 1950: Ein vergifteter Mann, Falschgeld und ein Staatsanwalt mit Nazi-Vergangenheit… Kriminalinspektor Alfred Poggel hat einiges zu tun. Gleichzeitig hat er gerade ein neues Zuhause gefunden und muss mit seiner neuen Zimmerwirtin Anna Puff klar kommen, die auf einmal mitten in den Ermittlungen steckt. Der Schreibstil ist spannend, angenehm aber auch lustig mit spritzigen Dialogen. Die Autoren schreiben mit dem Dialekt aus der Gegend, was für mich als Leser aber nicht schlimm war, denn ich konnte der Handlung immer sehr gut folgen. Ich fühlte mich bei dieser Story durch die wunderbaren Beschreibungen mitten in diese Zeit hineinversetzt. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und authentisch. Für mich sind alle Figuren interessant gewesen und auch einige Nebenfiguren sind mir stark in Erinnerung geblieben. Dieser Roman ist gut recherchiert und war für mich leider viel zu schnell zu Ende. Das Ende hätte für mich etwas mehr Ausarbeitung vertragen können. Ein spannender und historischer Ruhrpott-Krimi aus der Nachkriegszeit, der von mir aufgrund des abrupten Endes einen Stern abgezogen bekommt. 

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  • Ruhrgebietskrimi der besonderen Art

    Blütenreine Weste

    tigerbea

    05. April 2013 um 14:54

    Mühlheim im Nachkriegsjahr 1950. Die Stadt ist noch von Ruinen übersät, die Bewohner müssen sich mit Tauschgeschäften durchs Leben kämpfen. In dieser Zeit ist Alfred Poggel in Ermangelung eines anderen unbescholtenen Kandidaten, zum Kriminalinspektor befördert worden.  Sein Ziel ist es, ehemaligen Nazi-Opfern zu ihrem Recht zu verhelfen.  So auch Fritz Katthöfer. Doch dies gefällt Alfreds Vorgesetztem, Staatsanwalt Dr. Goeke, gar nicht. Denn auch er hat durch die Nazi-Zeit keine reine Weste mehr...     Alfred bezieht ein neues Zimmer bei der Zimmerwirtin Anna Puff. Eines Tages wird ihr Liebhaber, Heinz Lennewegs, ermordet. Alfred wird von Dr. Goeke auf den Fall angesetzt. Auch Heinz war kein unbeschriebenes Blatt. Doch Alfred läßt sich nicht durch den neuen Fall in die Irre führen und kümmert sich trotzdem weiter um die Naziopfer. Der Krimi "Blütenreine Weste" ist ziemlich einzigartig in seiner Handlungszeit. Deutsche Krimis, die in der Nachkriegszeit spielen, sind sehr rar gesät. Mir jedenfalls ist ansonsten keiner mehr bekannt. Dazu der Handlungsort, das Ruhrgebiet - eine nicht sehr beliebte Gegend. Das Autorenduo Monika Detering & Horst Dieter Radke hat mit diesem Krimi bewiesen, daß es möglich ist, auch mit dieser Handlungszeit und -ort einen spannenden Krimi zu schreiben. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Durch die genau recherchierten Örtlichkeiten mit Wiedererkennungswert und den detailgetreu dargestellten Lebensumständen der damaligen Zeit wirkt das Buch sehr authentisch. Die Autoren schaffen es spielend, dem Leser die Widrigkeiten der Nachkriegszeit zu verdeutlichen. Dazu kommt eine sehr gelungene Umsetzung der Ruhrgebietssprache. Man fühlt sich richtig in das Jahr 1950 versetzt. Postitiv zu erwähnen ist es, daß sie auch vor der "Postenschacherei" keinen Halt machen. So wird betont, daß Staatsanwalt Dr. Goeke bereits bei den Nazis Staatsanwalt war und seinen Posten auch nach der Entmachtung behalten durfte. Für mich ein rundum gelungenes Buch!

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  • Mühlheimkrimi nach Kriegsende

    Blütenreine Weste

    flieder

    04. April 2013 um 21:36

    Im Jahre 1950 in Mühlheim ist alles noch im Umbruch, die Schieber verschwinden so langsam vom Strassenbild und die Zeit wird noch vom gegenseitigen Misstrauen geprägt. Bei der Polizei wird Alfred Poggel als Kriminalinspektor eingesetzt. Er ist einer der einzigen, der nach dem Krieg als unbelastet gilt und nicht wie viele seiner Kollegen Dreck am Stecken hat.  Als er auf dem heissbegehrten Wohnungsmarkt  ein Zimmer bei Anna Puff findet, scheint seine Welt in Ordnung zu sein. Sein Leben schwer macht nur Staatsanwalt Richard Goeke, der den Fall des Naziopfers Fritz Katthöfer, dem der Besitz konfisziert wurde, unter den Tisch kehren will. Da kommt es Goeke gerade recht, dass er Poggel den Fall des ermordetenHeinz, ein kleiner Schieber und ausgerechnet der Freund von Poggels Zimmerwirtin Anna Puff, aufhalsen kann. Den beiden Autoren Monika Detering und Horst-Dieter Radke gelingt es sehr gut uns in die  Nachkriegszeit zu entführen. Man erfährt von den Nöten der Menschen sich einen halbwegs trinkbaren Kaffee besorgen und auch die anderen Dinge des Lebens sind nicht einfach zu beschaffen. Durch Dialoge im Ruhrpottdialekt wird das ganze des öfteren aufgelockert und man muss auch bisweilen schmunzeln. Das ein Krimi nicht blutig aber trotzdem unterhaltsam und spannend sein kann wird durch dieses Buch eindeutig bewiesen

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  • Blütenreine Weste

    Blütenreine Weste

    janaka

    03. April 2013 um 04:17

    Der Krimi "Blütenreine Weste" von Monika Detering und Horst-Dieter Radke spielt im Jahre 1951 in Mühlheim und Essen. Hier lernen wir Alfred Poggel kennen, der nach dem Krieg auf Grund mangelnder unbelasteter Kandidaten zum Kriminalinspektor befördert worden ist. Er bearbeitet gerade einen Fall, bei dem das Naziopfer Fritz Katthöfer drei Männer anklagt, die ihn zu Unrecht angezeigt und seinen Besitz konfisziert haben. Dann wird der Freund von Alfreds Vermieterin Heinz Lennewegs ermordet aufgefunden. Der Staatsanwalt Richard Goeke ist froh Alfred nun einen neuen Fall auftragen zu können. Die beiden Autoren beschreiben die Nachkriegszeit einfühlsam aber auch schonungslos. Allein der Gedanke von Alfred "Ich frage mich, warum die sich nicht längst auf ihre naturgegebene Aufgabe vorbereitet. Soll heiraten und treusorgende Mutter werden." zeigt einem, wie schwer diese Zeit für den Mann als auch für die Frau war. Die Protagonisten bekommen so nach und nach Leben eingehaucht und je weiter das Buch vorschreiten, desto mehr erfährt man aus den Leben der einzelnen.  Der Schreibstil ist spannend aber auch lustig, die spritzigen Dialoge sind teilweise im Ruhrpott-Dialekt und runden die Geschichte ab. Alfred Poggel und auch seine Vermieterin Anna Puff haben mich sehr gut unterhalten und ich freue mich schon auf neue Fälle.

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  • Ein Krimi aus der Nachkriegszeit

    Blütenreine Weste

    PMelittaM

    01. April 2013 um 15:48

    Mülheim 1950: Ein Toter, der vergiftet wurde, Falschgeld, ein Naziopfer, das sein Recht sucht und ein Staatsanwalt mit Nazivergangenheit, Kriminalinspektor Alfred Poggel hat einiges zu tun. Gleichzeitig hat er gerade eine neue Bleibe gefunden und muss mit seiner neuen Zimmerwirtin Anna Puff klarkommen. Und Anna Puff steckt plötzlich mitten drin in den Ermittlungen. Ein Kriminalroman aus der Nachkriegszeit, davon gibt es nicht so viele – und in diesem kommt die Stimmung dieser Zeit wirklich wunderbar zur Geltung. Zudem bringt er sehr viel Lokalkolorit mit, was u. a. daran liegt, dass die Autoren auch dem Dialekt der Gegend Raum bieten – nie aber so, dass der Leser der Handlung nicht folgen kann. Mir hat das gut gefallen, ich fühlte mich mitten hinein versetzt in das Mülheim jener Zeit. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, vor allem Anna Puff weiß zu gefallen. Sie ist eine typische Nachkriegsfrau, ihr Mann ist im Krieg gefallen, sie muss sich alleine durchschlagen und das gelingt ihr mit viel Durchsetzungsvermögen, einer guten Portion Neugier und viel Schläue. Auch Poggel gefällt mir ganz gut, ihm hätte allerdings ein bisschen mehr Hintergrund gut getan. Interessante Figuren mit speziellen (Kriegs)Geschichten gibt es einige, die meisten davon nur Nebenfiguren, die kurz auftauchen und dennoch in Erinnerung bleiben. Die Autoren haben gut recherchiert und mich dazu gebracht, zu einigen Dingen zu googeln. Historische Romane, bei denen ich Neues lernen kann, finde ich immer ausgesprochen lohnenswert. Leider kam mir das Ende zu schnell, die Auflösung war zwar logisch, der Roman hätte am Ende aber etwas mehr Ausarbeitung vertragen können. Erfreulicherweise sind weitere Romane um Alfred Poggel (und Anna Puff) geplant, veröffentlicht ist auch schon ein Ebook mit mehreren Kurzgeschichten. Wer gerne historische Kriminalromane liest und im Zuge dessen auch einmal in die deutsche Nachkriegszeit hineinschnuppern möchte, dem sei dieser Roman sehr empfohlen.

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  • Historischer Ruhrgebiet-Krimi

    Blütenreine Weste

    irismaria

    01. April 2013 um 13:54

    „Blütenreine Weste“ von Monika Detering und Horst-Dieter Radke ist ein Ruhrgebiet-Krimi, der in der Nachkriegszeit in Mülheim spielt, einer Zeit, in der es wichtig war, eine weiße Weste zu haben – genau das steht auch im Mittelpunkt der Geschichte. Der Mülheimer Kriminalinspektor Alfred Poggel ermittelt in zwei Fällen: zum einen geht es um den Mord an einem Schieber, zum anderen geht es um ein Naziopfer, das Rehabilitation fordert. Besondere Brisanz bekommen die Fälle dadurch, dass der Ermordete der Geliebte von Poggels Zimmerwirtin war und Staatsanwalt Dr. Goeke gerade diese als Hauptverdächtige sieht. Andererseits will Goeke Poggel auffälligerweise von dem Naziopferfall fern halten. „Blütenreine Weste“ ist eine interessante Geschichte voller Lokalkolorit, in der man sich in die Zeit um 1950 zurück versetzt fühlt und das Denken und Empfinden der Personen gut nachvollziehen kann.

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