Monika Detering Die Kraft ihres Herzens

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Inhaltsangabe zu „Die Kraft ihres Herzens“ von Monika Detering

Madena ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und reist zurück in die Stadt ihrer Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren. Psychische und physische Gewalt, ein strenger katholischen Gott, Scham und Angst prägen ihre Erinnerungen. Traumatisiert stürzte sie sich in falsche Beziehungen, glücklich war sie in der kurzen Begegnung mit Justus. Sie stellt sich den Herausforderungen ihrer Erinnerungen und baut sich ein neues Leben auf. Was bleibt, ist die Frage nach dem Verzeihen, die Suche nach dem Leben, der Liebe und zu sich selbst.

Mich hat die Geschichte der Marie sehr berührt. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ein schweres Buch ...

— Linda_Cuir
Linda_Cuir

Ein btteres Schicksal und die Kraft zu überleben!

— mabuerele
mabuerele

Biografie einer Frau, die durch die Kraft ihres Herzens nicht am Leben zerbrochen ist

— MissSophi
MissSophi

lesenswerte Charakterdarstellung einer selbstbewussten Frau

— betty
betty
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  • traurig und bewegend

    Die Kraft ihres Herzens
    AnjaKoenig

    AnjaKoenig

    22. September 2017 um 12:26

    ein sehr bewegendes buch, das in gutem schreibstil ein dramatisches leben von Kindheit an beschreibt. teilweise nachzuvollziehen sind die handlungen in einer zeit, die glücklicherweise heute anders ist als damals. die Gefühle dieses menschen sind deutlich gemacht und lassen erahnen wie schwer dieses leben war. sehr schön, dass diese frau nicht an all den immer wiederkehrenden missbräuchen komplett gebrochen ist, sondern die stärke hat weiter zu leben und zu versuchen gutes mit ihrem leben zu machen, soweit es ihr möglich ist. bleibt zu wünschen, dass solche gewalt und schmerzen, körperlich und psychisch aus dieser welt verschwinden mögen. leider nicht möglich schätze ich, aber durch veröffentlichen solcher Geschichten, könnten aussenstehende vielleicht sensibilisiert werden um anderen kindern und Frauen mit ähnlichem Schicksal hilfreich begegnen zu können. ein tiefgehendes buch, das mir sehr gut gefallen hat, da es schonungslos darlegt und erläutert, und damit informiert und aufweckt.

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  • "Die Kraft ihres Herzens" von Monika Detering

    Die Kraft ihres Herzens
    Linda_Cuir

    Linda_Cuir

    18. September 2017 um 19:17

    Inhaltsangabe zu „Die Kraft ihres Herzens“ von Monika DeteringMadena ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und reist zurück in die Stadt ihrer Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren. Psychische und physische Gewalt, ein strenger katholischer Gott, Scham und Angst prägen ihre Erinnerungen. Traumatisiert stürzte sie sich in falsche Beziehungen, glücklich war sie in der kurzen Begegnung mit Justus. Sie stellt sich den Herausforderungen ihrer Erinnerungen und baut sich ein neues Leben auf. Was bleibt, ist die Frage nach dem Verzeihen, die Suche nach dem Leben, der Liebe und zu sich selbst.Monika Detering erzählt uns in ihrem Roman „Die Kraft ihres Herzens“ den Leidensweg der Marie Retter. Der Prolog macht neugierig.Der Roman beginnt im Jahr 1952.In der Rückblende lernt der Leser die neunjährige Marie als unangepasstes, gar aufsässiges Mädchen kennen, das selbst harte Strafen nicht davon abhalten, ungehorsam zu sein. Ganz im Gegenteil, Marie erträgt stoisch Stockschläge des Lehrers, den sie mit ihrer Frechheit zur Weißglut treibt. Doch sobald sie sich unbeobachtet fühlt, gibt sie sich ihrem Kummer, ihrer seelischen Zerrissenheit hin. Die Neunjährige lebt mit ihrer geschiedenen, berufstätigen Mutter und älteren Schwester in einer durch die Wohnungsnot der Nachkriegsjahre geteilten und hellhörigen Jugendstilwohnung. Es ist die Zeit der Entbehrungen und der strengen Erziehung, aber auch der Heuchelei und Bigotterie. Der sehr katholischen Mutter gelingt es nicht, Zugang zu ihrer jüngeren Tochter zu finden. Sie ist mit sich selbst, ihrem Alltag und einer gewissen Unzufriedenheit über ihre Lebensumstände voll ausgelastet. Der Vater lebt mit seiner neuen Familie in wohlhabenden Verhältnissen. Seinen Unterhaltspflichten kommt er ungern und unregelmäßig nach. Von Zeit zu Zeit kümmert er sich um seine Kinder aus erster Ehe. Doch diese Hinwendungen sind verwerflich. Der unaufgeklärten Marie ist diese angeblich liebevolle körperliche Zuneigung ihres Vaters unangenehm. Sie glaubt, es müsste so sein und lässt alles über sich ergehen. Die Autorin versteht es sprachlich meisterlich ohne ins Detail zu gehen, die sexuellen Handlungen zu schildern und Maries Seelennöte, die Zerrissenheit zwischen Vaterliebe und seinem widerlichen Verhalten aufzuzeigen. Diese sogenannte väterliche Zuneigung sollte ein Geheimnis zwischen beiden bleiben, ermahnt er Marie immer wieder. Um diesem Schweigen Nachdruck zu verleihen, bemüht er die Gebote der katholischen Kirche. Selbst die Beichte schließt er in sein Redeverbot mit ein und droht Marie mit den Qualen der Hölle. Mit Geschenken versucht er das Grauenvolle abzumildern, das er seiner Tochter immer wieder antut.Die strenge Erziehung der damaligen Zeit wird beim Kauf neuer Kleider für Marie durch die Mutter überzeugend dargestellt und erinnert mich an meine eigene Jugend. Kein modischer Firlefanz, sondern guter Stoff und solide Verarbeitung mussten es sein. Geschmack oder Wunsch der Eingekleideten war Nebensache.Maries Ferienaufenthalt bei der Tante endet ebenfalls im Fiasko. Auch der Onkel vergeht sich an seiner Nichte. In ihrer Verzweiflung ruft Marie ihre Mutter an. Sie möchte nach Hause kommen, doch sie verschweigt den Grund. Die Mutter versteht Maries Wunsch nicht und überredet sie, bis zum Ende der Ferien dort zu bleiben. Als Marie, noch nicht volljährig, Manfred kennen und lieben lernt, kommt es zum Eklat. Maries Traum von einem Studium im Ausland zerplatzt wie eine Seifenblase. Sie wird schwanger. Manfred will kein Kind, doch Marie entschließt sich für dieses Kind. Damals eine Schande für die Familie. Manfreds Eltern und Maries Mutter drängen ihre Kinder zur Ehe. Maries Mutter wendet sich von ihrer Tochter ab. Die Zwangsheirat steht unter keinem guten Stern. Marie kümmert sich liebevoll um ihre Tochter, der Vater des Kindes geht eigene Wege. Eine kurze Liebelei mit Justus endet abrupt. Nach Jahren erzwingt Marie die Scheidung von Manfred und verliert das Sorgerecht für ihre Tochter.Eine weitere Beziehung wird zum Fiasko. Marie sucht psychologische Betreuung. Endlich lernt sie ihr Leben selbst zu gestalten und das Geschehene aufzuarbeiten.Mich hat die Geschichte der Marie sehr berührt. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ein schweres Buch, das in die Tiefen sexueller familiärer Entgleisungen, gleichermaßen von Lehrkräften und Theologen sowie pädophiler Triebtäter verstörende Einblicke gewährt.Dieses Buch verdient viele Leser.

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  • Leserunde zu "Die Kraft ihres Herzens" von Monika Detering

    Die Kraft ihres Herzens
    monde

    monde

     Das erwartet dich in der Leserunde zu: DIE KRAFT IHRES HERZENS Madena ist auf der Suche nach ihrer verlorenen Zeit und reist in die Stadt ihrer Kindheit. Hier kommen Gerüche, Gesichter und Worte zurück, sie taucht ein in ihre Kindheit und Jugend, den Jahren, in denen sie noch Marie war. Der Alltag und die Moralvorstellungen der 50iger und 60iger Jahre prägten sie, ebenso physische und psychische Gewalt. Ist ihre berufstätige Mutter mit der Erziehung überfordert, so benutzt der Vater seine finanzielle Überlegenheit, um sich das Mädchen mit Allmacht und ›Liebe‹ gefügig zu machen. Madena stürzt in Scham, Angst und verheerende Schuldgefühle. Ihre späteren Beziehungen werden fragmentarisch. Nach einem mühsamen Weg kann sich Madena mit dem Kind Marie versöhnen. Sie stellt sich den Herausforderungen ihrer Erinnerungen und ist endlich frei. Was bleibt, ist die Suche nach dem Leben, nach der Liebe und zu sich selbst

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    • 83
  • Nach außen ein redlicher Mann ...

    Die Kraft ihres Herzens
    mabuerele

    mabuerele

    11. September 2017 um 13:27

    „...Zu Hause badet die Küche im Spätnachmittagssonnenlicht, die Wände sehen dunkelgolden aus...“ Wir schreiben das Jahr 1952. Marie ist auf das Dach ihrer Schule geklettert. Dort fühlt sie sich frei wie ein Vogel. Sie beleidigt von oben einen Lehrer. Was folgt, sind zehn Schläge mit dem Stock auf die Hand. Die Autorin hat ihre Protagonistin die Lebensgeschichte im Rückblick erzählen lassen. Marie ist ein schwieriges Kund. Doch das Umfeld sieht nur das Verhalten und hinterfragt es nicht. Keinen interessieren die Ursachen. Maries Eltern leben getrennt. Der Vater hat die Familie verlassen und ist eine neue Ehe eingegangen. Den Unterhalt bezahlt er nur sporadisch, obwohl er in sehr guten finanziellen Verhältnissen lebt. Maries Mutter arbeitet als Buchhalterin und Einkäuferin und hat wenig Zeit für ihre beiden Töchter. Trotzdem ist das Geld oft knapp. Die katholisch geprägte Erziehung setzt auf Strafe und Gehorsam. Während Marie durch ihre Aufmüpfigkeit und scheinbar unbegründete Wutausbrüche auffällt, geht ihre ältere Schwester Hanna nachts schon eigene Wege. Regelmäßig erscheint der Vater, um einen Tag mit Marie zu verbringen. Dabei wird er zunehmend übergriffig. Obwohl das Mädchen nie aufgeklärt wurde, empfindet sie das Verhalten des Vaters als unangenehm und abstoßend. Er vermittelt ihr, dass er ein Recht dazu habe und dass ihr die Hölle drohe, wenn sie auch nur ein Wort darüber verliert. Der Schriftstil des Buches ist sehr ausgereift. Geschickt versteht es die Autorin, am Rande des Geschehens zu balancieren. Das bedeutet, dass die Ereignisse nur angedeutet, selten ausgeschmückt werden, dafür aber Maries seelischer Zustand und ihre Empfindungen viel Raum erhalten. Diese Andeutungen wirken stärker und erschütternder als eine detailgetreue Schilderung. Maries Abgleiten in die Phantasie, ihre Alpträume, das zunehmende Ausblenden der Aktionen werden mit aussagekräftigen Metaphern und treffenden Adjektiven und Partizipien wiedergegeben. Viele der Bilder sprechen für sich. Der Gegenpol dazu sind die Überheblichkeit des Vaters, seine Besitzansprüche, das Ausspielen der Töchter gegeneinander und die Drohgebärden.Er glaubt, psychische Verletzungen mit Geld zudecken zu können. Betroffen macht, dass er es nicht einmal für nötig erachtet, zur Kommunion seiner Tochter zu erscheinen. Trotzdem ist der Tag für Marie einer der wenigen Lichtblicke. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, nach Verständnis ist in jeder Zeile spürbar. Es soll Jahre dauern, bis Marie in der Lage ist, das Geschehen aufzuarbeiten und ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. Auch wenn nach und nach ein gewisser Wohlstand in die Familie einzieht, fest zu machen an den neuen technischen Geräten, bleibt die Lebensweise dem alten verhaftet. Die Mutter bestimmt, was Marie anzieht. Ihre Wünsche nach modischer Kleidung werden ignoriert. Die örtlichen Verhältnisse werden gut beschrieben. Obiges Zitat ist ein Beispiel für die sprachlichen Feinheiten. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, wie subtil Missbrauch funktionieren kann und welch lebenslange Spuren er in der Seele hinterlässt. Ein letztes Zitat dazu, welches fast am Schluss des Buches steht, möge meine Rezension abrunden: „...Erinnerung kam gestern und heute, als das Leben mir gehörte, ich alle Hoffnung und jeden Traum an dieses hatte. Morgen werde ich mich nicht mehr erinnern...“

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    • 8
  • Hinter verschlossenen Türen zerbrechen Kinderseelen

    Die Kraft ihres Herzens
    camilla1303

    camilla1303

    07. September 2017 um 20:10

    Der Roman „Die Kraft ihres Herzens“ von Monika Detering behandelt ein wichtiges und doch oft verschwiegenes Thema: sexuellen Missbrauch in der eigenen Familie. In den 50er/60er Jahren wächst Marie bei ihrer Mutter auf. Nach der Scheidung ihrer Eltern ist Maries Mutter voll berufstätig und kann nur sehr wenig Zeit für ihre Kinder aufbringen. Eine streng katholische Erziehung bestimmen das Familienleben. Wenn der Vater auf Besuch kommt, fürchtet sich Maria vor seiner Anwesenheit und schnell wird klar, dass der Vater sexuell übergriffig wird. Marias Mutter sieht den Missbrauch nicht und Maria ist so eingeschüchtert, dass sie mit niemandem darüber sprechen kann. Als Marie dann auch noch Manfred kennenlernt, von ihm schwanger wird und durch das katholische Weltbild in die Ehe gedrängt wird, scheint ihr Lebensweg bestimmt. Kann Marie ausbrechen und ihr Leben selbstbestimmt führen? Beim Lesen des Buches hat es mir mehrfach die Sprache verschlagen. Am liebsten hätte ich Marie umarmt und das kleine Mädchen aus den Fängen ihres Vaters befreit. Ich bin selbst Mutter und möchte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass meinen Kindern so ein unsagbares Leid angetan wird. Monika Detering versteht es dabei aber mit der Sprache zu spielen und gezielt einzusetzen, sie benennt den Missbrauch nicht, geht nie ins Detail und doch schafft sie es beim Lesen Bilder zu vermitteln, die sich mir eingebrannt haben. „Die Kraft ihres Herzens“ ist ein sehr emotionales und bewegendes Buch, das ich nur nach bestem Wissen und Gewissen weiterempfehlen kann.

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  • Mißbrauch

    Die Kraft ihres Herzens
    winddoors

    winddoors

    28. August 2017 um 13:08

    Der Roman spielt in den 50/60er Jahren. Erziehung und Familie sind von einer streng kathol.Moral geprägt. Sexualität und gewalt spielen eine große Rolle. Marias Eltern sind geschieden und leben getrennt voneinander. Die Mutter ist streng katholisch, voll berufstätig und kann sich nur wenige um die Erziehung kümmern.Der Vater wird sexuell übergriffig und Maria hat nur noch Angst und Albträume. Sie kann es niemanden sagen. Die Mutter sieht es nicht , oder will es nicht sehen.Marie begenet Manfred und wird von ihm schwanger. Sie wird gezwungen ihn zu heiraten. Manfred ist nicht gewillt Verantwortung zu übernehmen.Ein sehr emotionaler und bewegender Roman.

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  • Die Kraft ihres Herzens lässt sie überleben

    Die Kraft ihres Herzens
    MissSophi

    MissSophi

    27. August 2017 um 22:01

    Wir dürfen ein Kind begleiten, durch die Wirrungen der Nachkriegszeit. Den strengen Regeln der kath. Kirche unterworfen, ausgeliefert an ihre Eltern. Monika Detering schafft es, auf wunderbare Weise, uns mit hinein zu nehmen in den Werdegang eines Mädchens. Sie schafft es Formulierungen zu finden, mit der Sprache zu spielen und damit Bilder zu erzeugen, die sich auf der Netzhaut einbrennen. Worte für das Unfassbare... eine Geschichte, voller Willkür und Gewalt. Sie muss die Dinge nicht beim Namen nennen und dennoch weiß man, worum es geht. Darf die Protagonistin auf ihrem Weg begleiten und ein Stück ihrer Befreiung miterleben.Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und in seinen Bann gezogen. Mich haben die Sätze fasziniert und die Bilder, die dadurch in mir entstanden sind. Ich danke Monika Detering sehr, dass sie sich dieses Themas angenommen hat und hoffe, dass die zarten Worte nicht im Raum verhallen, sondern Gehör finden und Verständnis wecken.

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  • Trügerische Moral

    Die Kraft ihres Herzens
    betty

    betty

    05. August 2017 um 19:36

    Monika Deterings Roman spielt in den 50er/60er Jahren, in einer Zeit, die uns heute sehr fern erscheint. Erziehung und Familie sind von einer streng katholischen Moral geprägt, die Bürgerlichkeit lebt von Heuchelei und Bigotterie. In Wirklichkeit nimmt man es mit der sogenannten Moral nicht sehr genau. In diesem Zwiespalt von religiösem Anspruch und einer Wirklichkeit, in der jede Moral gebrochen wird, wächst Marie auf. Als Kind schon erlebt sie, dass sie zwei Leben hat: das brav bigotte der Mutter und das von Sexualität und Gewalt geprägte des Vaters. Wem soll das Kind glauben? Marie scheint zunächst stark genug, der kleinbürgerlichen Umklammerung zu entfliehen, aber die Liebe zu ihrem Freund endet im Fiasko. Die religiösen und bürgerlichen Normen der Mutter zwingen Marie, die noch nicht volljährig ist, als sie schwanger wird, den Vater ihres Kindes zu heiraten. Monika Detering geht sehr sensibel und behutsam mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs um, sie lässt ihre Leser in die Seele des leidenden Kindes blicken. Man möchte mit Marie schreien und weinen, möchte ihr Leid teilen, ihr zur Seite stehen. Der Zeitgeist wirkt bedrohlich, zerstörerisch. Es ist wichtig, sich an diese Zeit der doppelten Moral zu erinnern, denn sie ist nicht so fern, wie man annehmen möchte. Auch heute geschehen noch Dinge im familiären, aber leider auch im kirchlichen Bereich, über die man nicht gerne redet. Monika Deterings Roman könnte einen Beitrag zu mehr Ehrlichkeit leisten, damit sich nicht wiederholt, was wir meinen, überwunden zu haben.

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