Monika Detering Langeooger Liebestöter

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Inhaltsangabe zu „Langeooger Liebestöter“ von Monika Detering

Die schöne Köchin Sonja findet im Langeooger Inselwäldchen drei Gehirne. Drei männliche Vogelscheuchen verbrennen. Auf einer schneebedeckten Düne wird ein alter Mann im Rollstuhl erfroren aufgefunden. Kommissar Töwer fragt sich: Wie kam er dahin? Ohne fremde Hilfe war das nicht möglich. Die skurrilen Bewohner der 'Kukident-Lounge' vermissen einen Freund und ihr junger Neuzugang kommt von seiner Reise nicht zurück. Lea, die boxende Pflegerin, liebt ihre Schützlinge und hat große Furcht vor einer erblichen Demenz. Weihnachten naht und Töwer hat eine raffinierte Idee …

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  • Rezension zu "Langeooger Liebestöter" von Monika Detering

    Langeooger Liebestöter
    hd_radke

    hd_radke

    01. February 2013 um 11:08

    Der aus Aurich strafversetzte Kommissar muss mit seinem etwas drögen Inselkollegen an einem Mordfall herumwurschteln, der auch in Richtung Kuckident Lounge zielt, einer selbstorganisierten Senioren WG, in der auch Nathans Vater untergebracht ist. Es hört sich zunächst lustig und fröhlich an - Kuckident Lounge - bei fortschreitender Lektüre bekommt man aber ein eher düsteres Bild vom selbstbestimmten altwerden in zufälliger Schicksalsgemeinschaft. Vergessen und Tod liegen in diesem Roman eng beieinander. Die Täterfrage wird spät geklärt denn trotz Anfangsverdacht ist sich der Leser über lange Strecken nicht wirklich sicher, wer es denn nun war. Die Autorin schafft es, einen Regionalkrimi zu schreiben, der wenig von den Schattenseiten dieses Genres hat und das wenige, das verblieben ist, ist die Regionalität und nicht zu umgehen. Es sind lebendige Protagonisten, die sie in ihrer Mord(s)geschichte agieren lässt, wenn auch bei einigen die Lebendigkeit kurz vor dem Ende steht. Es kommen keine Helden und Supermänner vor. Superfrauen übrigens auch nicht, auch wenn zumindest eine sich so fühlt. Handlungsmotive und Innensicht haben ein stärkeres Gewicht als bloße Action und rasante Handlungsabläufe. Eindeutige Leseempfehlung für alle, die mehr als einen Krimi lesen wollen und trotzdem auf kriminalistische Spannung (wer war's denn nun?) nicht verzichten möchten. Erwähnt werden soll auch noch, dass Monika Deterings Romane immer auch sprachlich etwas über der Kriminormalkost liegen und versteckt Symbolhaftes an vielen Stellen zu finden ist. Wo andere Autoren und Autorinnen Absätze und Seiten brauchen, um Stimmung zu erzeugen, wird dies von Monika Detering mit wenigen Strichen - kurzen Sätzen - erreicht.

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  • Rezension zu "Langeooger Liebestöter" von Monika Detering

    Langeooger Liebestöter
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. July 2012 um 18:20

    in den letzten tagen war ich verreist, zumindest meine gedanken hat monika detering entführt. wir waren auf langeoog. jetzt will ich da auch mal in persona kompletta hin ;-) der krimi funktioniert wie ein film: szene, cut, nächste szene. kopfkino vom ersten satz an. und der zog mich sofort in die story rein. ein prachtexemplarsatz! *ggg kurzweiliger krimi, trotz des ernsten themas - alt werden und begreifen, dass das leben endlich ist, auf hilfe von anderen angewiesen sein, die kräfte lassen nach, und wenn man pech hat, ist alles schneller vorbei, als einem lieb sein kann. das motiv des mörders ist glaubwürdig und nicht irgendein oberflächliches laienpsychologisches trallala, aus dem hut gezaubert. wer sich einlassen mag auch echte menschen mit echten sorgen und hoffnungen, der liegt bei diesem krimi genau richtig. für mich eine geschichte, die nachhallt. kein fast food gedöns am fließband der textbausteinfabrik zusammengeschustert. ich wünsche diesem krimi ganz viel beachtung und einen platz auf der spiegel-bestsellerliste. das potenzial ist da. monika detering hat einen top job gemacht. jetzt sind die leserInnen dran. also - ran an den speck :-)

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  • Rezension zu "Langeooger Liebestöter" von Monika Detering

    Langeooger Liebestöter
    Horst_Berger

    Horst_Berger

    07. May 2012 um 19:08

    *'Kommissar Nathan Töwer stand nackt vor dem Bügelbrett und plättete seine Jeans '* Besser als mit diesem ersten Satz hätte Monika Detering die Hauptfigur ihres Romans nicht vorstellen können. Denn wenn ein Mann eine Jeans bügeln kann, muss er ausreichend gebildet und dazu noch handwerklich geschickt sein. Wenn er außerdem vollkommen nackt ist, muss er sehr mutig sein. Wenn eine Frau nackt am Bügelbrett hantiert, kann das durchaus aufreizend sein. Sonst aber ist es nichts Besonderes. Bei einem Manne ist es was anderes! Wie hoch mag ein Bügelbrett sein? 75 cm? Oder sind es 85 cm? Und was trägt ein nackter Mann von 1,80 m vorn auf dieser Höhe? Wenn er auch noch von seiner Sonja vor sich hinträumt wie Nathan und das Bügeleisen gedankenverloren von rechts nach links schiebt, kann ihm schnell was auf die Plättfläche geraten. Wie gesagt: auf der Höhe von ca. 75?/85? cm ' Oje! Es ist nicht auszudenken! Für mich ist dieser Nathan Töwer, der da nackt vor sich hinbügelt, nicht nur mutig, er ist tollkühn. Und alle diese Eigenschaften wird er brauchen. Na gut, Tollkühnheit vielleicht nicht, aber Mut und Entschlusskraft zu selbstständigem Handeln wird er brauchen, da die Geschehnisse, so bieder und gemütlich wie sie anfangs scheinen, nicht bleiben werden. Zur gleichen Zeit, als Nathan bügelt, findet seine Freundin Sonja nämlich drei Gehirne im Wald. Sie liegen hübsch aufgereiht auf Puppenstühlchen. Brennende Grablichter stehen daneben. Wohl eine okkulte Handlung?, denkt man als Leser. Sonja aber denkt nicht, ' zumindest nicht lange nach. Sie reihert erstmal ins Gebüsch, bevor sie Nathan anruft. - Vermutlich hat dieser Anruf Nathan vor dem Schlimmsten bewahrt. Kurz darauf brennen auch noch drei Vogelscheuchen lichterloh. Der Leser erfährt zwar warum, wird sich aber trotzdem vorerst nur wundern. Zum Glück ist Lea Wanders, eine Pflegerin, zur Stelle und ruft die Feuerwehr. Also alles halb so wild. Und als sich herausgestellt hat, dass die Gehirne ordinären Schweinsköpfen entnommen sind, ' vermutlich, weil heute kaum noch jemand so etwas essen will ' hätte sich die Unruhe schnell wieder gelegt. Die Inselidylle wäre bald wieder zurückgekehrt, und die alten Leute, mehr oder weniger freiwillig verbannt auf dieses Eiland, könnten weiter gemütlich ihrem Verfall entgegendämmern. Doch dann kann der Leser plötzlich einem scheinbar lustvollen Schauspiel beiwohnen, an dessen Ende eine steifgefrorene Leiche im Schnee liegt. Auch wenn der Leser die Umstände miterleben darf, die zum Erstarren des eben noch halbwegs lebendigen Menschen geführt haben, wird er die Zusammenhänge nicht durchschauen. Und als schließlich noch eine mumifizierte Leiche aufgefunden wird, werden die Geschehnisse immer geheimnisvoller. Jetzt ist es an der Zeit, dass Kommissar Nathan Töwer in Aktion tritt. (Übrigens adrett gekleidet und ohne Schaden beim Bügeln genommen zu haben.) Jetzt braucht er den Mut, sich über Weisungen seiner Vorgesetzten hinwegzusetzen. Er braucht die Selbstsicherheit, das Geschwafel seines Kollegen zu ignorieren. Ja, er hat diese Fähigkeiten! Jetzt hält er, selbst auf die Gefahr hin, sich zu blamieren, an seinen längst schon angestellten Überlegungen fest und löst kurzerhand den Fall. Monika Deterings Inselkrimi geht ganz schön in die Tiefe. Es wird nicht einfach nur oberflächlich und brutal gemordet. Es liegen Schicksale und Zwänge hinter Opfer und Mörder. Wenn man so will, auch Zeichen der Zeit. Wenn Sie Bücher lieben, die nachwirken und wenn Sie noch dazu über das Altwerden zwar nicht lachen, aber doch lächeln können, sollten Sie diesen Kriminalroman lesen. Es wäre schön, wenn es eine Fortsetzung gäbe.

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