Monika Dockter Die Seiten des Lebens

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Inhaltsangabe zu „Die Seiten des Lebens“ von Monika Dockter

"Emotionslos wie ein Stück ranzigen Ziegenkäse" verkaufen die Kollegen der Buchhändlerin Lizzy ihre Ware, und das stinkt der bibliophilen 27-Jährigen gewaltig. Sie sucht und findet eine Buchhandlung, in welcher dem geschriebenen Wort noch die Hingabe entgegengebracht wird, die es verdient: The Written Word in den schottischen Highlands. In dem sogenannten Leih-Antiquariat begegnet sie dem Schüler Ben, dessen Freunde allesamt zwischen zwei Buchdeckeln zu finden sind, und Theodore, einem verbitterten jungen Witwer. Die Lösung des Rätsels, das Theodore einst in einem mysteriösen alten Buch fand, macht die drei zu Gefährten auf einer riskanten Mission. Denn sie sind nicht die einzigen Pilger auf dem Weg durch jene Welt des geschriebenen Wortes - die Spur eines bücherbesessenen Sammlers vor ihren Augen beweist es nur allzu deutlich... Wird es den dreien dennoch gelingen, ihre Mission zu vollenden und ihre eigene Handschrift auf den Seiten des Lebens zu hinterlassen? Vox audita perit, littera scripta manet. (Quelle:'E-Buch Text/22.06.2016')

Ein außergewöhnliches, phantasievolles Buch mit kraftvollen, aussagekräftigen Bildern

— Arbutus
Arbutus

Eine Geschichte voller Phantasie und Tiefe!

— mabuerele
mabuerele

Eine zauberhafte Geschichte für Bücherliebhaber!

— Rubine
Rubine

Die spannende und fesselnde Pilgerreise zur Bibliothek des Lebens und ihre Folgen.

— claudi-1963
claudi-1963
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  • Ein wunderbarer Schmöker

    Die Seiten des Lebens
    heaven4u

    heaven4u

    08. February 2017 um 10:35

    Lizzy, mit Leib und Seele Buchhändlerin, hat die Nase voll, in einer Buchhandlungskette zu arbeiten, wo es nur darum geht möglichst viel Geld zu verdienen. Da kommt ihr das Angebot, im „The Written Word“ in Schottland zu arbeiten, gerade recht. Also nimmt sie Sack und Pack und zieht nach Schottland. Dort erlebt sie einen etwas verschrobenen Buchhändler und eine Buchhandlung, die sie gleich ins Herz schließt. Hier kann sie ihrer Leidenschaft nachgehen und die Kunden mit Herzblut beraten. Wie hätte sie auch ahnen können, dass sie sich damit in ein großes Abenteuer begibt. Denn als Theodore in der Buchhandlung auftaucht, hat er nur einen Gedanken, er sucht das kostbare Buch, weswegen seine Frau Simone ihr Leben lassen musste. Ob er es hier finden wird? Als sie, zusammen mit dem Schüler Ben, der immer in der Buchhandlung stöbert und fast schon dort wohnt, in eine Welt geraten, die nur aus Wörtern besteht, beginnt die Reise. Doch sie sind nicht allein auf der Suche... Schon das Cover lässt erahnen, dass es sich um ein Buch über Bücher handelt und man wird nicht enttäuscht. Da ich selbst Buchhändlerin bin, konnte ich so richtig mit Lizzy mitfühlen, dass sie sich nicht so recht wohlfühlt zwischen den Kollegen, die genauso gut Äpfel oder Seife verkaufen könnten, wichtig ist nur, sie verdienen Geld. Auch in die Buchhandlung „The Written Word“ konnte ich mich auf Anhieb verlieben. Als es dann phantastisch wird, bin ich sofort an Narnia erinnert, die Bücher werden sogar erwähnt. Es gibt keine Fabelwesen oder ähnliches, nur Buchstaben und Bücher, die den Entdecker sofort in den Bann ziehen. Doch was es mit ihnen auf sich hat und warum die drei überhaupt in dieser Welt gelandet sind, das muss der Interessierte natürlich selbst entdecken. Gefühlvoll erweckt die Autorin ihre Charaktere zum Leben, wechselt immer wieder die Erzählperspektive, so dass man beim Lesen viel entdecken kann. Ich habe nur einen winzig kleinen Kritikpunk: Die Liebesgeschichte, auf die ich schon zu Beginn gehofft hatte, hätte ein bisschen ausführlicher beschrieben werden können, die geht leider etwas unter. Aber da sich bei dem Roman nicht explizit um eine Liebesgeschichte handelt, ist das in Ordnung. Vielleicht gibt es sogar eine Fortsetzung? Ich würde mich sehr freuen und sie auf jeden Fall lesen!

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  • WISPERNDE SEITEN DER WEISHEIT AUF STEIN VON GRANIT

    Die Seiten des Lebens
    LEXI

    LEXI

    06. February 2017 um 22:23

    „Vox audita perit, littera scripta manet“ – Die gehörte Stimme verhallt, das geschriebene Wort aber bleibt!“ Die winzige Buchhandlung „The Written Word“ in Schottland ist ein Ort der Behaglichkeit und Geborgenheit – und zugleich das Zentrum des Geschehens in diesem Buch. Es handelt sich hierbei um eine außergewöhnliche Form einer Buchhandlung, eher ein Leih- Antiquariat oder eine Antiquariatsbibliothek mit exquisit altmodischem und dennoch gemütlichem Charakter. Den Stammkunden und Bücherliebhaber bleibt jedoch verborgen, dass „The Written Word“ zugleich auch den Zugang zu der von Justus Liebknecht als „Littera Scripta“ oder „Welt des Geschriebenen Wortes“ bezeichnete verborgene Dimension darstellt. An diesem zauberhaften Ort kreuzen sich die Lebenswege verschiedener Personen. Die Deutsche Lizzy Baumgartner besitzt eine ansteckende Begeisterung für Bücher und bewirbt sich um eine Anstellung in „The Written Word.“ Gemeinsam mit ihrem Tiger-Kater Jeanperdu (Grinsekatze) übersiedelt sie nach Schottland und findet sich am Arbeitsplatz ihrer Träume wieder. Der Jurist Theodore Miller kehrt nach dem tragischen Tod seiner Ehefrau Simone in seine Heimat Schottland zurück, besessen davon, die „Seele aller Zeiten“ oder zumindest das gleichnamige Buch zu finden. Ben McCray ist ein schüchterner, schweigsamer und verträumter Junge, dessen größte Leidenschaft es ist, vollständig in der Lektüre von Büchern zu versinken. Robert Voss, der Antagonist dieses Buches, macht sich ebenfalls auf den Weg zu besagter Buchhandlung, seine Pläne sind jedoch von krankhaftem Ehrgeiz, Fanatismus, Aggression und Skrupellosigkeit geprägt. Duncan Shepherd, der Besitzer des Antiquariats „The Written Word“ ist ein Mensch, der sich mit Leib und Seele der Aufgabe verschrieben hat, seinen außergewöhnlichen Schatz an Büchern zu verwalten und zu bewahren – sein Nachname steht in bemerkenswertem Zusammenhang mit seiner Bestimmung. Diese in äußerst einnehmendem Schreibstil erzählte Geschichte ist abwechslungsreich und voller Weisheit. Durch die Person des buchstäblich über Leichen gehenden Robert Voss wird der Spannungsbogen das gesamte Buch über konstant hoch gehalten. Monika Dockter lässt in ihrem Roman vortrefflich gezeichnete Charaktere agieren, die mir während der Lektüre regelrecht ans Herz wuchsen. Die gesamte Geschichte ist von einer großen Leidenschaft für Bücher durchdrungen. Dies wird nicht nur im Verhalten der handelnden Personen deutlich zum Ausdruck gebracht, sondern spiegelt sich auch in einigen Zitaten und Aussagen, wie beispielsweise zur Lese-Leidenschaft des kleinen Ben: „Im Grunde war es Ben gleich, wo die beiden anderen sich aufhielten oder was sie taten. Solange er von so vielen Büchern umgeben war – Bücher ohne Zahl und ohne Ende – brauchte er nichts und niemanden anderen. Die Bücher hießen ihn mit offenen Seiten willkommen, sie akzeptierten ihn samt seinen Schwächen, genauso, wie er war, und nahmen ihn bereitwilligst mit in ihre faszinierende Welt.“ Als Bücherwurm und Leseratte findet man sich in sehr vielen solcher Aussagen wieder, und im letzten Teil des Buches offenbart sich dem Leser eine tiefere Wahrheit, die zu entdecken weit kostbarer ist, als das Buch „Seele aller Zeiten“ – nämlich den Zugang zu den Seiten des Lebens. „Bücher sind die großen Schatzhüter des Menschengeschlechts. Das Beste, was je gedacht und erfunden wurde, bewahren sie aus einem Jahrhundert in das andere; sie verkünden, was einst auf Erden lebendig war. Hier steht, was wohl tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung geschaffen wurde und dicht daneben, was erst vor wenigen Wochen in die Welt wanderte.“„Die Frage war: Wollte sie wirklich, dass ihre Geschichte am Lebensende einmal hauptsächlich aus einer Liste guter Bücher bestand und sie zu einer der kalten Marmorbüsten hier würde, oder sollte in ihrer Biografie etwas stehen wie: „Obwohl sie ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort sowohl im Beruf als auch in der Freizeit frönte, hatte sie stets ein offenes Ohr und freundliche Worte für die Nöte ihrer Mitmenschen und half überall, wo Not am Mann war.“ Wollte sie wirklich, dass sie nur noch bewusst oder unbewusst in Büchern lebte, wobei sie die Beziehungen zu ihren Mitmenschen, ihre Teilnahme am Leben anderer Personen auf ein Mindestmaß reduziert hatte ohne zu bemerken, wir rasch ihre Lebenszeit dabei verrann…“ Monika Dockter hat mich mit ihrem Buch ausgezeichnet unterhalten, mich zum Nachdenken gebracht und in einer abenteuerlichen und fantasievollen Handlung für Spannung und Abwechslung gesorgt. Die in diesem Buch enthaltenen Weisheiten sind wertvolle Zitate, die man sich durchaus öfter zu Gemüte führen sollte. „Die Seiten des Lebens“ war eine wunderschöne Lektüre, eines meiner Lese-Highlights der letzten Monate, ein Buch, das ich mit großem Vergnügen gelesen habe und uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

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    • 2
  • Vox audita perit, littera scripta manet

    Die Seiten des Lebens
    Martinchen

    Martinchen

    02. January 2017 um 14:10

    "Die 27-jährige Lizzy ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Sie liebt es, ihre Kunden mit den "richtigen" Büchern zusammen zu bringen, und es ist ihr unbegreiflich, wie gleichgültig ihre Kollegen eben dieser Arbeit nachgehen. Aus diesem Grund sucht und findet Lizzy eine Buchhandlung, in welcher dem geschriebenen Wort noch die Hingabe entgegengebracht wird, die es verdient: The Written Word in den schottischen Highlands. In dem sogenannten Leih-Antiquariat begegnet sie dem Schüler Ben, dessen Freunde allesamt zwischen zwei Buchdeckeln zu finden sind, und Theodore, einem verbitterten jungen Witwer. Die Lösung des Rätsels, das Theodore einst in einem mysteriösen alten Buch fand, macht die drei zu Gefährten auf einer riskanten Mission. Denn sie sind nicht die einzigen Pilger auf dem Weg durch jene Welt des geschriebenen Wortes - die Spur eines bücherbesessenen Sammlers vor ihren Augen beweist es nur allzu deutlich... Wird es den Dreien dennoch gelingen, ihre Mission zu vollenden und ihre eigene Handschrift auf den Seiten des Lebens zu hinterlassen? Vox audita perit, littera scripta manet." Schon das Cover ist etwas Besonderes: es ist in Brauntönen gehalten, wirkt dadurch eher unscheinbar - ein Eindruck, der trügt. Eine Taschenuhr steht auf 5 Minuten vor 12 Uhr, zwei Buchseiten formen ein Herz, auf der Rückseite eine getrocknete Rose, sie nun in ihren natürlichen Farben. Alles deutet auf den Inhalt hin und ist ausgezeichnet umgesetzt. Das Auffällige an diesem Cover erkennt der Leser erst, wenn er es in die Hand nimmt: es fühlt sich stumpf an, es reflektiert kein Licht - auch das ein Hinweis auf den Inhalt. Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt: Das Buch, Der Inhalt und Der Autor. Diesen Teilen sind Zitate vorangestellt, die sich auf diese Teile beziehen. So lautet das Zitat zum ersten Teil "In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit." von Thomas Carlyle - besser kann man es nicht ausdrücken. Die Hauptprotagonisten werden von der Autorin mit Bezeichnungen versehen, die ein gutes Verständnis für die jeweiligen Abschnitte ermöglichen. Die Bezeichnung für Lizzy als "Träumerin" trifft es für mich nicht so richtig, denn Lizzy folgt zwar ihrem Traum, sie verwirklicht ihn jedoch und ist im Verlauf der Handlung eine durchaus realistische Person, die pragmatische Lösungen findet. Die Bezeichnungen für Theodore als "Denker", für Ben als "Unsichtbarer" und für den Sammler als "Narr" sind mit Bedacht gewählt. Aus dem Trio Lizzy, Theodore und Ben werden im Verlauf der Handlung "Die Pilger" - ebenfalls eine gute Wortwahl. Nicht zu vergessen ist "Grinsekatze", die immer dann auftaucht, wenn es richtig brenzlig wird und den drei Pilgern weiterhilft. Das Abenteuer, das die drei so unterschiedlichen Personen erleben, ist mit wunderbaren Bildern (z.B.  die Bibliothek der Biographien) und Szenerien (z.B. das Licht in eben dieser Bibliothek) detailreich und fantastisch (in beiderlei Wortsinn) be- und geschrieben. Aber es ist nicht einfach "nur" ein Fantasy-Roman: die drei dringen zu den Fragen des Lebens vor. Warum machen sie diese Reise? Kann Theodore Einfluss nehmen und seine eigene Geschichte verändern? Monika Dockter schreibt flüssig und gut lesbar, es ist jedoch keine sogenannte "leichte" Lektüre, etliches ist konzentriert zu lesen. Dieser Roman verändert nicht nur die drei Protagonisten, sondern auch den Leser, wenn er es denn zulässt. Fazit: ein wunderbares Buch mit viel Tiefgang und Anregungen zum Nachdenken, dem ich viele Leser wünsche.

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  • Leserunde zu "Die Seiten des Lebens" von Monika Dockter

    Die Seiten des Lebens
    Arwen10

    Arwen10

    Ich möchte euch heute zu einer Leserunde mit Begleitung der Autorin einladen. Diesen Roman gibt es momentan hauptsächlich bei amazon und deshalb wäre es wichtig, dass die Leser/innen auch dort eine Rezension hinterlassen. Die Autorin Monika Dockter, die auch schon Bücher bei Verlagen geschrieben hat, gibt dieses Buch selbst heraus und vergibt 7 Exemplare an interessierte Leser/innen. Die Seiten des Lebens von Monika Dockter Zum Inhalt: Die 27-jährige Lizzy ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Sie liebt es, ihre Kunden mit den "richtigen" Büchern zusammen zu bringen, und es ist ihr unbegreiflich, wie gleichgültig ihre Kollegen eben dieser Arbeit nachgehen. Aus diesem Grund sucht und findet Lizzy eine Buchhandlung, in welcher dem geschriebenen Wort noch die Hingabe entgegengebracht wird, die es verdient: The Written Word in den schottischen Highlands. In dem sogenannten Leih-Antiquariat begegnet sie dem Schüler Ben, dessen Freunde allesamt zwischen zwei Buchdeckeln zu finden sind, und Theodore, einem verbitterten jungen Witwer. Die Lösung des Rätsels, das Theodore einst in einem mysteriösen alten Buch fand, macht die drei zu Gefährten auf einer riskanten Mission. Denn sie sind nicht die einzigen Pilger auf dem Weg durch jene Welt des geschriebenen Wortes - die Spur eines bücherbesessenen Sammlers vor ihren Augen beweist es nur allzu deutlich... Wird es den Dreien dennoch gelingen, ihre Mission zu vollenden und ihre eigene Handschrift auf den Seiten des Lebens zu hinterlassen? Vox audita perit, littera scripta manet. Falls ihr eines der 7 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 27.Oktober 2016, 24 Uhr hier im Thread mit einer Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen  ? Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension hier und bei amazon.Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt. Gewinne werden nur einmal pro Haushalt vergeben. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen. ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!

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    Arbutus

    Arbutus

    08. December 2016 um 21:52
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    Martinchen schreibt Der Narr wird ja nicht umsonst so genannt. Mein Eindruck, den ich gestern schrieb, hat mich wohl doch getäuscht: es ist ihm egal, was mit anderen passiert, er jagt nur seinem Ziel hinterher - ...

    Ja, der Narr ist wirklich ein Narr! Für mich war es mal das Größte, als ich in einer Kinderfreizeit abends mit ein paar Kindern noch im Swimmingpool war, und dann sahen wir die Sonne untergehen, ...

  • Die Suche nach der Gedächtnisbibliothek

    Die Seiten des Lebens
    mabuerele

    mabuerele

    25. November 2016 um 21:26

    „...Bücher sind die großen Schatzhüter des Menschengeschlechts. Das Beste, was je gedacht und erfunden wurde, bewahren sie aus einem Jahrhundert in das andere...“ Die Geschichte beginnt mit dem kursiven Ausschnitt eines besonderen Buches. Darin ist die Rede von einer zeitlosen Gedächtnisbibliothek. Es endet mit einem Rätsel in Versform. Dann wechselt das Geschehen in einen kleinen Laden. Simone hat den Nachlass eines Kunden bekommen. Ihr Mann Theodore greift in eine der Kisten und hält das Buch des Prologs in den Händen. Da erscheint ein Kunde, schießt, nimmt das Buch und verschwindet. Lizzy arbeitet in der Filiale eines namhaften Buchhändlers. Sie geht in ihren Beruf auf. Er ist für sie Berufung. Bücher sind für sie keine Ware wie jede andere. Der 9jährige Ben mag Bücher. Beim Lesen kann er auch die alltäglichen Dinge des Lebens vergessen. Demnächst soll er auf eine neue Schule wechseln. Die Autorin hat eine fesselnde und tiefgründige Geschichte geschrieben. Ihre Protagonisten werden schon durch die Überschrift charakterisiert. Theodore ist ein Denker. Als Jurist ist er gewohnt, alles logisch zu analysieren. Außerdem zeichnet er sich durch seine Zielstrebigkeit aus. Lizzy gilt im positiven Sinne als Träumerin. Sie weiß, was sie möchte und handelt danach. Ihr Traum ist es, Menschen von Büchern zu begeistern. Ben ist der Unsichtbare. Sein Hobby, das Lesen, macht ihn in der neuen Schule einsam. Dort sind sportliche Leistungen gefragt. Robert Voss, der Dieb, ist der Narr. Diese Charakterisierung erschließt sich im Laufe der Handlung. In der schottischen Bibliothek „The Written Word“ treffen Lizzy, Theodore und Ben aufeinander. Plötzlich finden sie sich in einer unbekannten Welt wieder, ich könnte auch sagen: In einer Welt der Bücher. Sie haben den Pilgerpfad nach der Gedächtnisbibliothek betreten. Der Schriftstil des Buches ist sehr abwechslungsreich. Die kursiven Teile verwenden wunderschöne Sprachbilder und sind in einer gehobenen Sprache geschrieben. Auch die Beschreibung der Wanderung zeichnet sich durch ungewöhnliche Einfälle der Autorin und passende Metapher dafür aus. Immer geht es um Buchstaben und das geschriebene Wort in seinen vielfältigen Formen. Dabei treffen unsere drei Pilger auch auf eine ungewöhnliche Warnung. Einen wichtigen Begleiter möchte ich noch erwähnen. Es ist Lizzys Kater, dem Ben den Namen Grinsekatze gibt. Manchmal ist er der Retter in der Not. Es gibt Sätze in den Buch, die sollte man wegen ihres Inhaltes zweimal lesen. Tiefgehende Dialoge sorgen für Ruhepunkte in der Handlung. Besonders hervorheben möchte ich Lizzys Gespräch mit Ben über den möglichen Schöpfer der großen Gedächtnisbibliothek. Sehr gut wird herausgearbeitet, das jeder der drei Protagonisten spezielle Wünsche und Interessen hat, das gemeinsame Erleben sie aber nach und nach zusammenschweißt. Miteinander siegt über Egoismus. Jeder wächst auf eine andere Art über sich hinaus. Das Cover mit Buch, Uhr und Herz in verschiedenen Brauntönen wirkt geheimnisvoll. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Geschichte zwischen Realität und Phantasie geht in die Tiefe und regt zum Nachdenken an. Es ist ein Buch, das man mehrmals lesen sollte und in dem man sicher jedes Mal neue Feinheiten entdeckt.

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    • 4
  • Ungeschliffener Rohdiamant

    Die Seiten des Lebens
    Arbutus

    Arbutus

    20. November 2016 um 21:22

    Haben Sie noch nie erlebt, dass Ihre Wünsche Ihre persönliche Wahrnehmung trüben? ... Dass Sie alles, was nicht in Ihr Wunschdenken passt, einfach ausblenden oder totschweigen?!? ... Normalerweise schreibe ich nicht über Buchcover. Normalerweise. Dieses Buch ist nicht normal. Das Cover - wenn man es in Händen hält, ist man zunächst einmal erstaunt, ja erschrocken, über die Stumpfheit. Man dreht und wendet es, betrachtet es von allen Seiten, aber es bleibt stumpf - kein Glänzen, nichts spiegelt sich. Das bin ich von einem Taschenbuch nicht gewohnt. Die vorherrschende Farbe Schwarz-Anthrazit scheint alles Licht absorbieren zu wollen. Absorbierende Bücher. Ich habe mich nicht getäuscht. Auch darum wird es in diesem rätselhaften Buch gehen. Auch das Gefühl in der Hand ist komisch. Ich drehe das Buch um, und jetzt verstehe ich, warum das so sein muss: die Rose auf der Rückseite ist von einer plastischen Schärfe und Schönheit, die den Blick auf sich zieht. Dabei ist sie schon halb verwelkt ... Vox audita perit, littera scripta manet. Die gehörte Stimme verhallt, das geschriebene Wort aber bleibt. Ein solches geschriebenes Wort entstammt der altertümlichen Feder eines Gelehrten namens Justus Liebknecht. In dem kostbaren alten Buch, dass ebensoviel Faszination beim Betrachter auslöst wie es Begehrlichkeiten weckt, für die manch einer sogar bereit ist, über Leichen zu gehen, beschreibt Liebknecht seine phantastische Pilgerreise zu einer seltsamen Bibliothek, der "Seele aller Zeiten". Kaum hält Theodore das Buch fasziniert in Händen, da wird es ihm auch schon wieder entrissen, und nicht nur das Buch. Nach diesem Tag ist sein Leben schlagartig nicht mehr, wie es vorher war. Könnte das Auffinden der im Buch beschriebenen Bibliothek ihm helfen, sein Glück wiederzufinden? Aber müsste man dazu nicht erst einmal das Buch wiederfinden? Auch Buchhändlerin Lizzys Leben verändert sich. Sie hat die Nase voll vom verkaufszahlenorientierten oberflächlichen Chef ihrer Buchhandelskette und zieht nach Schottland, um dort Mitarbeiterin einer kleinen außergewöhnlichen Buchhandlung zu werden. Sie ahnt nicht, was sie dort erwartet. Ben ist in Kricket eine absolute Niete, dementsprechend tendiert er auf der Beliebtheitsskala seiner Mitschüler in Richtung null komma null. Um diesem trüben Versagerdasein zu entkommen, flüchtet er sich jeden Namchmittag nach der Schule in Duncan Sheperds gemütliche Buchhandlung, mit lauschigen Leseecken und knackendem Kaminfeuer. Dort begegnet er eines Tages den beiden Erwachsenen Lizzy und Theodore, und plötzlich haben sie eine gemeinsame Mission: die Pilgerreise zur Seele aller Zeiten. Ich habe den Eindruck, die Autorin muss sich zunächst ein bisschen warmschreiben. Wenn man sich aber erst einmal wohlwollend durch die anfänglichen sprachlichen Steifheiten gelesen hat, gewinnt die Story an Ideenreichtum, Charme und Poesie. Am besten gefallen mir von Anfang an die räumlichen und gegenständlichen Schilderungen, später auch die ungewöhnlichen Landschaftsbeschreibungen, die ich sprachlich sehr gelungen finde, ganz anders als vieles, was die Personen betrifft. Sätze wie "Kopfschüttelnd gesellte Simone sich zu ihm" -"Schon nach dem ersten Abschnitt blitzten Simones Augen interessiert auf" - "Ihre hellen blauen Augen richteten sich bittend auf ihn" klingen mir noch viel zu viel nach Grammatikübung. Dieser Roman hat eindeutig Besseres verdient! Denn die Szenerie gefällt mir außerordentlich. Die Dramaturgie stimmt. Immer wieder findet die Autorin kraftvolle und ungewöhnliche Bilder; ganz toll finde ich zum Beispiel die Beschreibung der verschiedenen Arten von Licht in der Bibliothek der Biographien. Und man bekommt eine Menge zu denken. Wird man durch die Flucht in einen aufregenden Abenteuerroman tatsächlich zum Helden? Oder eher zum augenschließenden und tatenlosen Feigling? Und was ist überhaupt Sinn und Zweck dieser Pilgerreise? Gibt es etwa eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen auf das Weltgeschehen, kann man eine Geschichte neu schreiben? Lizzy, Ben und Theodore geraten an ihre Grenzen und entdecken staunend, dass Bedürfnisse sich ändern, wenn man seinen Blickwinkel verändert. Bei all dem ist ihnen ständig ein gefährlicher und gewissenloser Büchersammler auf den Fersen - oder - sollte man eher sagen - sie sind ihm auf den Fersen? Etwas zu farblos bleibt für meinen Geschmack die Rolle des sympathischen Katers Grinsekatze, der unverhofft mit auf die Pilgerreise gerät, aber immer nur dann in der Erzählung auftaucht, wenn seine Anwesenheit für den Fortgang der Geschichte unvermeidlich ist. Trotz mancher Unzulänglichkeiten ist es ein wunderbares Buch, das ich, die ich am Anfang drauf und dran war, es erbarmungslos zu sezieren, mit wachsender Begeisterung und Bewunderung gelesen habe. Ich wünsche der Autorin, dass sie die Gelegenheit haben wird, es später noch einmal mit einem guten, kritischen Lektor zu überarbeiten und in einer Neuauflage herauszugeben. Im Augenblick ist es noch ein ungeschliffener Rohdiamant, aber die sind ja wertvoll ...

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    • 5
  • Eine zauberhafte Geschichte für Bücherliebhaber!

    Die Seiten des Lebens
    Rubine

    Rubine

    20. November 2016 um 19:47

    Die Buchhändlerin Lizzy ist eine echte Buchliebhaberin. Deshalb hält sie es auch nicht mehr aus, in der langweiligen Buchhandlung mit ihrem oberflächlichen Chef zu arbeiten. Kurzerhand kündigt sie und nimmt eine Stelle in Schottland an. Hier trifft sie nach kurzer Zeit auf den schüchternen Jungen Ben und den Witwer Theodore, dessen Frau vor kurzem ermordet wurde. Theodore war nämlich im Besitz eines Buches, mit dessen Hilfe man den Zugang zum "Weltgedächtnis", einer unvorstellbar besonderen und wertvollen Buchsammlung, finden kann. Der Mörder schafft es, das Buch zu stehlen, doch Theodore, Ben und Lizzy sind ihm auf den Fersen und gelangen ihrerseits in die "andere Dimension", in der alles aus Buchstaben besteht. Das Buch von Monika Dockter ist ein ganz besonderer Fantasy-Roman, der den Leser in die Welt des geschriebenen Wortes entführt. Es ist toll und spannend geschrieben und hat sehr interessante Charaktere, die liebenswert und manchmal auch merkwürdig sind. Das ist auch die einzige Kleinigkeit, die mich zwischendurch mal gestört hat, dass mir die Meinungswechsel oder Handlungsweisen z.B. von Theodore manchmal zu aprubt wechselten. Es hat mir aber trotzdem viel Spaß gemacht, die "Pilger" auf ihrer fantastischen Reise zu begleiten, die mich ein wenig an Alice im Wunderland erinnert hat, aber doch komplett anders ist. Es gibt hier keine Fantasy-Wesen wie Zauberer, Elfen oder Hexen, aber man sollte sich schon auf eine fantasievolle Welt voller Sonderbarkeiten einlassen können. Dann wird man mit einer Geschichte belohnt, die zwischen den Zeilen sehr viel Tiefgründiges zu bieten hat! Mir haben "Die Seiten des Lebens" sehr gut gefallen und es ist als kleines Juwel in mein Bücherregal eingezogen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es dazu irgendwann mal eine Fortsetzung gäbe, denn die Figuren und "The Written Word" sind mir richtig ans Herz gewachsen.

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    • 2
  • Seele aller Zeiten

    Die Seiten des Lebens
    eskimo81

    eskimo81

    20. November 2016 um 16:20

    In Büchern liegt die Seele aller gewesenen ZeitThomas CarlyleLizzy, 27-jährig und Buchhändlerin mit Leib und Seele. An ihrem altem Arbeitsort wird sie nicht glücklich, sie versteht einfach nicht, weshalb ihre Kollegen nicht auch so viel Freude am Buch finden - es geht immer nur um den Gewinn. Sie entscheidet sich und geht nach Schottland. Im "the Written World" hofft sie, Ihre Berufung ausleben zu können.Ben, ein Schüler, ist Stammkunde in dem Leih-Antiquariat und freundet sich schnell mit Lizzy an. Theodore ist ein verbitterter Wittwer und auf der Suche nach einer Lösung - ein Rätsel, dass ihm in einem alten Buch begegnet ist. Ohne es zu wollen werden die drei Weggefährten - Weggefährten auf einem gefährlichen Weg zur jenen Welt des geschriebenen Wortes... Ein Buch, das ich nicht einordnen konnte. Roman mit christlichem Hintergrund. Was kann ich erwarten? Der Rückentext hat mich "gluschtig" gemacht und genau deshalb wollte - nein - musste ich das Buch lesen. Und ich bin glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben. Es ist ein Schatz, ein Buch, dass definitiv in eine Bibliothek gehört. Ein Buch, dass man mehrfach lesen kann und auch muss um alles zu verstehen um die Details herauszulesen. Um die Zwischenzeilen zu spüren. Es zeigt so viele Charakterzüge, so viel Wissen, so viele Aha-Momente. Einfach ein grandioses Buch, das zeigt - nein, so viel verrate ich dann doch nicht :-)Eine Kleinigkeit hat mich gestört, aber gut, das Buch, eher Fantasy mit viel Thrill soll und muss auch die Fantasie des Lesers ansprechen. Von daher ist das Ansichtssache. Mich hat es ein bisschen gestört, ein anderer Leser wohl eher nicht. Zu viel möchte ich nicht verraten, jeder soll ohne Urteil an das Buch herangehen, aber es geht um den Strang mit dem "Narr" - ja, die Kapitel sind nach Charaktere gegliedert was mich umso mehr fasziniert hat. Vorallem wie gut getroffen die Titel und die wirklichen Charaktere sind. Fazit: Ein Hervorragendes Werk mit viel Herzblut geschrieben und so berührend. So tiefgehend. Einfach nur - WOWIch kann das Buch nur empfehlen, vorallem Lesern, die gerne mal was anderes lesen, die gerne etwas tiefer schauen, die auch ein bisschen an Gott glauben, an das andere...

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    • 4
  • Die abenteuerliche Reise zu der Seele aller Zeiten

    Die Seiten des Lebens
    claudi-1963

    claudi-1963

    20. November 2016 um 10:30

    Die Reise zur Bibliothek wo jedes Ereignis der Weltgeschichte und das Schicksal eines jeden einzelnen Menschen aufbewahrt wird - und damit auch über dich und mich! Der Denker: In einem Antiquariat in Deutschland findet Theodore in einer Kiste ein altes, interessantes, ledergebundenes Buch. Als er dieses seiner Frau Simone zeigt, kommt ein unbekannter Mann in den Laden, erschießt Simone und flüchtet mit dem Buch.Die Träumerin: Ein Buchladen in England dort arbeitet die deutsche Lizzy Baumgartner, sie ist aber mit ihrer Beschäftigung nicht sehr zufrieden. Als sie von der einmaligen Buchhandlung "The Written Word" in Schottland liest, macht sie sich auf den Weg um dort neu anzufangen. Der Unsichtbare: Der 10-jährige Ben Mc Gray ist ein wahrer Büchernarr, am liebsten verbringt er seinen Tag mit diesen und taucht in die Geschichten ein. Die Buchhandlung "The Written Word", ist eines seiner Lieblingsorte, hier verbringt er seine Nachmittage.Alle drei begegnen sich in dieser Buchhandlung, sie wissen nicht das sie auf kurz oder lang zu Verbündeten werden. Den zusammen werden sie die Pilger zur Seele der Zeiten antreten. Auf diesem Weg werden sie manches Abenteuer erleben, von dessen Ausmaß sie vorher nur Träumen konnten. Und sie sind nicht alleine, den ein Gegner will, um alles in der Welt verhindert das sie dort ankommen.Meine Meinung:Monika Dockter manchen auch unter ihrem Pseudonym Dorothea Morgenroth bekannt, nimmt uns mit auf eine abenteuerliche und fantastische Geschichte. Drei unterschiedliche Menschen begeben sich auf eine unbekannte  Reise in ein Abenteuer von dem sie nicht wissen was auf sie zukommt. "Die Seele aller Zeiten", soll ihr Ziel sein eine der mächtigsten und gewaltigsten Bibliothek der Welt, den sie soll, alle Lebensgeschichten der Menschheit enthalten. Den Theodores Ziel ist es, die Lebensgeschichte seiner Frau Simone umzuschreiben. Wenn man den Anfang des Buches mal hinter sich gelassen hat, den er ist, ein bisschen kompliziert geschrieben, erlebt man einen wunderbaren Abenteuer- und Fantasyroman. Der bildhafte und schöne Schreibstil macht es einem dann leicht dieses Buch zu lesen. Eingeteilt in verschiedene Charakter: der Denker, die Träumerin, der Unsichtbare und der Narr sind die Kapitel sehr Abwechslungsreich. Lediglich das Ende hätte ich mir noch etwas schöner erhofft. Und so steht am Ende geschrieben: Vox audita perit litteria scripta manet /Eine Stimme ist zu hören zugrunde geht, das geschriebene Wort bleibt. Von mir bekommt dieses Buch gute 4 von 5 Sterne.

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