Monika Gerstendörfer Der verlorene Kampf um die Wörter

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Inhaltsangabe zu „Der verlorene Kampf um die Wörter“ von Monika Gerstendörfer

Was für eine provokant klingende und irritierende Aussage! Doch die wahren Provokateure sind wir. Denn wir alle benutzen solche Unwörter wie „Kinderschänder“, „Sextouristen“, „Triebtäter“, „Sexgangster“ und damit eine im wahrsten Sinne des Wortes gewalt-tätige Sprache. Wörter, Begriffe und Namenstäfelchen, die Tat und Täter nicht beim Namen nennen und so die wirkliche Problematik nicht erfassen, sondern die Opfer (nochmals) verletzen, die Taten bagatellisieren und die Täter entlasten. Sprache ist eine perfide Waffe, wenn sie sich gegen die Opfer richtet. Im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist das leider die Regel. Die Folgen für Opfer, Täter und die ganze Gesellschaft können so nie ans Tageslicht kommen und einer Problemlösung zugeführt werden. Unsere Sprache spiegelt und schafft Wirklichkeit – eben auch Gewaltwirklichkeit. Und sie verschleiert und bagatellisiert, wenn wir von „Beziehungsdramen“ oder „Familienstreitigkeiten“ reden, wo es tatsächlich um brutale Morde ging. Immer an der Wirklichkeit (der Opfer) vorbei ... Diese Wirklichkeit wird im Buch ins Zentrum gerückt. So wird deutlich, dass sich Vieles ändern muss. Eben auch unsere Sprachführung. Wir alle können so zum Kampf gegen Gewalt beitragen, denn Sprache ist – genau wie die Menschen, die sie benutzen – lebendig!

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  • Rezension zu "Der verlorene Kampf um die Wörter" von Monika Gerstendörfer

    Der verlorene Kampf um die Wörter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. August 2009 um 18:31

    Die Autorin erklärt sehr klar und sachlich, welche Worte die richtigen sind, um die verschiedenen Straftaten zu benennen. Sie tut dies, ohne voyeuristisch zu sein oder/und zig Beispiele zu nennen. Sie benennt dennoch die Dinge beim Namen und beim Lesen stellen sich teils die Nackenhaare auf. Zumindest ging es mir so. Die Aufteilung in "Kinder", "Frauen", "Krieg und Frieden", "Prostitution und Zwangsprostitution", "Noch mehr Gewalt, noch mehr Unwörter" sowie in Unterkapitel ist sehr gut gemacht. Wer schnell zu einem bestimmten Thema nachlesen will, wird so schnell fündig. Für die Medienarbeit ein hilfreiches Werk, aber auch der "private" Mensch kann von diesem Buch profitieren, kann die Sprache überdenken und sich darauf achten, welche Worte wie angewendet werden. Zu oft wird allein mit Worten das Opfer zum Täter oder zumindest mitschuldig gemacht. Das darf nicht mehr passieren. Denn zu oft heisst es, der oder die Täter hätten eine schlechte Kindheit gehabt. Dass es so etwas wie Selbstverantwortung gibt, dass jeder für sich selber verantwortlich ist und Grenzen zu respektieren hat, das wird in den Medien zu oft zu wenig bis gar nicht beachtet. Ihre Erklärungen sind nachvollziehbar, logisch und vor allem sehr überdenkenswert. Plötzlich fallen einem die falsch gebrauchten Worte ins Auge.

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  • Rezension zu "Der verlorene Kampf um die Wörter" von Monika Gerstendörfer

    Der verlorene Kampf um die Wörter

    Silbenfrau

    14. October 2007 um 09:05

    Im Zeitalter der Information und Kommunikation wird es nicht nur immer schwerer, der Flut der täglichen Nachrichten und Schlagzeilen zu folgen, sondern nicht selber Opfer durch eine Manipulation, falsch angewandte Worte, Sprachschlampereien und verbale Schlammschlachten zu werden.. Sobald es um sexualisierte Gewalt geht, setzen Schweigen und Sprachlosigkeit ein oder eine Verkehrung der Tatsachen. Ein Täter hatte eine schlechte Kindheit, die ihn zum Täter werden liess, was ihn "entschuldigt", während sein Opfer entwürdigt und infrage gestellt, in der Öffentlichkeit vorgeführt und zerstört wird. Das Buch der Dipl.-Psychologin Monika Gerstendörfer ist mehr als ein Kampf um verlorene Worte. Es ist ein Arbeitsbuch, ein Sprachbuch, das deutliche Worte spricht und klare Botschaften vermittelt. Es ist ein Buch, das in jede Bibliothek, Schule und Redaktion, auf jeden Schreibtisch gehört. Es sollte als Sprachbibel in allen Bereichen unseres sprachlichen Alltags Pflicht werden. Überall dort, wo Menschen mit Sprache umgehen, beruflich Nachrichten formulieren müssen. In Bereichen, in denen Sprachgeübte täglich um angemessene Worte bemüht sind und manchmal nicht mehr wissen, was sie noch sagen sollen. Es ist ein unbequemes Buch, aber leicht zu lesen und zu verstehen.

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