Monika Held

 4.5 Sterne bei 88 Bewertungen
Autor von Der Schrecken verliert sich vor Ort, Sommerkind und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Monika Held

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Cover des Buches Der Schrecken verliert sich vor Ort (ISBN:9783404176267)

Der Schrecken verliert sich vor Ort

 (43)
Erschienen am 26.01.2018
Cover des Buches Sommerkind (ISBN:9783847906261)

Sommerkind

 (32)
Erschienen am 24.04.2017
Cover des Buches Trümmergöre (ISBN:9783847905707)

Trümmergöre

 (10)
Erschienen am 15.08.2014
Cover des Buches Melodie für einen schönen Mann (ISBN:9783732504336)

Melodie für einen schönen Mann

 (3)
Erschienen am 12.02.2015
Cover des Buches Gesund mit Mikronährstoffen (ISBN:9783981537598)

Gesund mit Mikronährstoffen

 (0)
Erschienen am 08.08.2017
Cover des Buches Augenbilder (ISBN:9783821809342)

Augenbilder

 (0)
Erschienen am 01.10.2003
Cover des Buches Tatort Gifte im Körper (ISBN:9783981537581)

Tatort Gifte im Körper

 (0)
Erschienen am 26.08.2016
Cover des Buches Was Frauen wissen wollen (ISBN:9783981537567)

Was Frauen wissen wollen

 (0)
Erschienen am 01.11.2015

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Rezension zu "Der Schrecken verliert sich vor Ort" von Monika Held

Wieviel Vergangenheit erträgt ein Mensch?
buchstabensammlerinvor 6 Monaten

Rund ums Buch:
'Titel: Der Schrecken verliert sich vor Ort
Autorin: Monika Held
Verlag: Eichborn
Buch: Hardcover, Schutzumschlag
Erschienen: 2012
Seiten: 271
ISBN: 978-3847905295
Preis: 19,99 €

Wieviel Vergangenheit erträgt ein Mensch?
Das ist die Frage, der sich Lena stellen muss, die am 5. Juni 1964 Heiner hilft, der auf dem Gerichtsflur zusammenbricht, als Zeuge, am 52. Verhandlungstag. Sie verlieben sich und die Frage, die sich für mich durch das ganze Buch zieht: Wie schafft Lena es, durchzuhalten, diesen Mann, der drei Heiner ist (einer bis 22, einer dort und einer danach) so zu lieben und auch dreißig Jahre später an seiner Seite ist.
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Es hatte mich bereits auf der ersten Seite, aber ich merkte schnell, es wird ein Leidensweg, mit mir und dem Buch. Ich habe so viele Tränen vergossen, mir war schlecht der übelsten Art, ich musste Pausen machen, weil mir die Bilder nicht mehr aus dem Kopf gingen ... und nicht mehr gehen. Und auch jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen, laufen mir die Tränen.
„Kein Arzt hatte einen Namen für das, was mit Heiner geschah. Er schwamm in einem Meer aus beißendem Schweiß und ätzendem Kot und Tränen, die brannten, als stürzten ihm Pfefferpfützen aus den Augen. Es war heiß wie ein Ofen und kalt wie Eis. Er hatte die Krankheit, die er sich all die Jahre nicht gestattet hatte – er hatte Auschwitz“ (Seite 85)
Heiner versucht Lena seine Erinnerungen an die Jahre in Birkenau quasi einzuflössen, die Geräusche, die Bilder, die er als Nummer 63.378 nicht mehr aus seinem Kopf bekommt.
Die schrecklichen und schmerzhaften Erzählungen gehen so nah, die Liebesgeschichte berührt und Freundschaft ist ein ganz großes und mit das wichtigste Thema dieses Buches.
Ich möchte nicht mehr schreiben, ich möchte, dass ihr alle dieses Buch lest! Weil es wichtig ist, auch, wenn wir meinen, so viel schon darüber gelesen und gelernt zu haben. Das ist anders... das ist tiefer.
„Wie die Welt wohl aussähe, wenn man Erfahrungen als Infusionen übertragen könnte.“(Seite 221)
 Danke an @li und @ die beide vor einiger Zeit das Buch besprochen haben und ich dadurch aufmerksam wurde. Ihr habt immer wieder wertvollste Tipps im Dschungel der Bücherwelt!


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Rezension zu "Der Schrecken verliert sich vor Ort" von Monika Held

Wie lebt man mit seinen Traumata ...
reneevor 2 Jahren

Der Protagonist dieses Buches von Monika Held, Heiner Rosseck, hat Auschwitz erfahren müssen, weil er ein Kommunist ist und hat überlebt. Er sagt beim Auschwitz-Prozess gegen seine Peiniger aus und lernt dabei Lena kennen; sie empfinden eine gewisse Anziehung, Neugier und verlieben sich schließlich. Beide erforschen den Anderen. Er ist Österreicher und sie eine Deutsche. Eine aus dem Volk der Täter. Diese simple Tatsache ist für Heiner nicht ganz so einfach. Und neben diesem geistert noch vieles mehr in dem Kopf von Heiner herum. Er versucht damit zu leben, sich seinen Traumata zu stellen und beginnt sich durch die Anwesenheit von Lena und seiner Gefühle für sie zu verändern. Und auch in ihr geschehen Neuerungen, auch Lena versucht zu begreifen, warum Heiner empfindet, was er empfindet und denkt, was er denkt. Dieses ganze Miteinander hat die Autorin für meine Begriffe in eine gute Form gebracht. Ihre Charaktere sind nachvollziehbar gezeichnet und die Empfindungen beider Personen perfekt geschildert. Dabei ist diese Geschichte nicht von Emotionen überfrachtet, vielleicht gerade weil das Grundthema ja kaum in Worte fassbar ist. Gerade deshalb hat sich bei mir eine große Nähe zu beiden Hauptcharakteren eingestellt. Als besonders gelungen empfand ich, dass das Hauptaugenmerk auf der Zeit nach Auschwitz liegt. Wie lebt man nach und mit solchen Erlebnissen? Was für Auswirkungen haben solche Traumata auf Menschen? Natürlich wird auch in Rückblicken über Geschehnisse in Auschwitz berichtet. Und immer, wenn ich so etwas lese, höre und sehe, frage ich mich wie man so etwas anderen Menschen antun kann. Aber Menschen sind Menschen sind Menschen! Der zweite gelungene Teil in diesem Buch war dann eine Reise nach Polen mit einem Blick auf das Geschehen um die Solidarnosc und der Besuch verschiedener Freunde und Überlebender von Auschwitz; und ihre Arten mit dem Erlebten umzugehen.

Insgesamt ein für mich sehr gutes Buch mit dem Vermerk:  Unbedingt Lesen!!!

"Was geschehen ist, ist geschehen, ausgeübt von einem Kulturvolk. Und das es geschehen ist, bedeutet, dass es wieder geschehen kann. Menschen, und zwar kultivierte, kluge Menschen, sind zu Taten fähig, die wir ihnen nicht zugetraut haben. Und wo es irgendein Anzeichen, einen Hauch davon wieder geben könnte, müssen wir eingreifen. Unsere gottverdammte Pflicht nach Auschwitz ist, das niemals zu vergessen. Es bleibt ein ewiges Thema. Ich glaube nicht, dass wir aufhören sollten, uns damit zu beschäftigen."
(Auszug aus dem Nachwort von Margarete Mitscherlich aus diesem Buch)

Kommentare: 7
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Rezension zu "Der Schrecken verliert sich vor Ort" von Monika Held

Schau Lena, ...
Sturmherzvor 2 Jahren

Heiner, Überleber des Konzentrationslager Auschwitz soll als Zeuge vor Gericht gegen seine einstigen Peiniger aussagen. Vor Gericht hält er sich gut, er weiss, Zeuge sein, das ist seine Aufgabe und dafür hat er versucht zu überleben. In einer Pause des Prozesses bricht er zusammen, es ist zuviel, alles! Da begegnet ihm Lena, eine junge Frau die vor Gericht als Übersetzerin tätig ist. Sie hilft dem aufgelösten Heiner in diesem schweren Moment. Es knüpft sich ein Band das die beiden verbindet, Lena wird fortan seine Gefährtin. 

Nach und nach erzählt Heiner seine Lebensgeschichte. Für in gibt es ein "davor", ein "dort" und ein "danach". Auschwitz jedoch wir ihn nie mehr loslassen, das Grauen und die Pein die er dort erlebt hat, prägt ihn fürs gesamte Leben. Oftmals kommt Lena an ihre Grenzen, Heiner hat einen fixen Tagesablauf, eine bestimmte Art einzuschlafen und zudem begleitet ihn immer ein Glas mit einem sehr speziellen Inhalt. Er nennt dieses Glas seine Grabbeilage...

Ich wusste auf was mich einlasse als ich das Buch zu lesen begann, trotzdem hat es mich aufs extremste mitgenommen, mich bis in meine Träume verfolgt. Nicht zuletzt weil die Autorin Heiner alles sehr genau erklären lässt. Jede Grausamkeit, den gesamten, unglaublichen und schier unfassbaren Alltag im KZ Auschwitz. Aber auch Momente der Freude, mit Kameraden die sein Leid teilen. 
Wahrlich, keine leichte Kost, aufwühlend, traurig, schier unglaublich das Menschen zu solchen Taten fähig sind, jedoch ein Buch das gelesen werden soll und muss.

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