Monika Held Sommerkind

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Inhaltsangabe zu „Sommerkind“ von Monika Held

Ein einsamer Junge auf einer Bank, seine Hand ruht auf einem Kleiderbündel - auf dem Grund eines Schwimmbads liegt ein Mädchen mit offenen Augen: Woher kommen plötzlich diese Erinnerungen? Die vierzigjährige Wissenschaftlerin Ragna fürchtet, verrückt zu werden. Denn die Bilder, die plötzlich in ihrem Kopf auftauchen, kann sie keiner Erinnerung zuordnen. Das Gedächtnis ist keine Bibliothek, man kann dort nicht stöbern wie nach einem verlegten Buch. Ganz langsam setzt sie Puzzleteil für Puzzleteil zusammen und macht sich auf die Suche nach dem - heute erwachsenen - Jungen auf der Bank und seiner Schwester, die nach dem Schwimmunfall zum Sommerkind wurde.

Emotional aufwühlend, tiefgründig, traurig und hoffnungsvoll...

— Svanvithe

Ein ergreifender, spannender Roman über den Verlust eines Kindes und die, die übrig bleiben. Ein Grenzgang zwischen Trauer und Hoffnung!

— DieBuchkolumnistin

Zutiefst berührend und sprachgewaltig erzählt! Eine Entdeckung!

— Petris

Sehr berührender Roman mit viel Tiefgang.

— JessSpa81

Berührend, nachdenklich und aufklärerisch

— BookfantasyXY

Ein unglücklicher Badeunfall zerstört das Leben einer ganzen Familie und beschäftigt noch Jahrzehnte später die damals Beteiligten + Helfer

— AgnesM

Was ein tragischer Unfall im Leben zwei Jugendliche anstellen kann

— MoniqueH

Trotz des schwierigen Themas ein wunderschöner Roman, nicht nur für den Sommer. Eine unbedingte Leseempfehlung!

— Lilofee

Eine Geschichte, die sehr berührt.

— Maria135

Stoff der zum nachdenken anregt

— Biggi16

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    • 2070
  • Sommerkind

    Sommerkind

    Svanvithe

    20. August 2017 um 21:34

    Kolja ist fünfzehn, als seine sieben Jahre jüngere Schwester Malu unbedingt im Freibad und nicht im Meer schwimmen will. Während er auf einer Bank sitzt und ein Buch liest, fällt ihm nicht auf, dass sie nicht zurückkommt. Vielmehr ist es Ragna, ein Jahr älter als Kolja und in ihn verliebt, die das bemerkt, aufspringt, losläuft, Malu reglos im Schwimmbecken liegen sieht und das Mädchen aus dem Wasser rettet. Doch ein normales Leben wird es nicht mehr sein. Malus Gehirn ist bereits geschädigt, sie fällt ins Koma. Malu ist ein Sommerkind.Es ist das Bild des kleinen Mädchens auf dem Grund des Beckens, das Ragna 25 Jahre mit Erinnerungen konfrontiert, die ihr nicht mehr gegenwärtig und lückenhaft sind. Im Rahmen eines Forschungsprojektes befasst sie sich mit der Frage, ob es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen den Orten der Kindheit und dem Verlauf des Lebens gibt. Und ob der Mensch am Ende seines Lebens dorthin zurückkehrt.Sie begibt sich auf die Suche nach ihren Erinnerungen, nach Kolja und danach, was damals wirklich geschehen ist. Dabei begegnen ihr Menschen, die Kolja auf seinem Weg begleitet haben. Ragna trifft seine Mutter, Malu und spricht mit der Ärztin, die mit mehr Fürsorge und Augenmerk auftritt, weil sie die Sensibilität erkennt und die Schuldgefühle, mit denen Kolja belastet ist. Denn vor allem Koljas Mutter vermittelt ihrem Sohn, verantwortlich für das Geschehen zu sein. Zur Strafe muss er seine Schwester im Krankenhaus besuchen, und es ist nur verständlich, dass er darauf mit Abwehr reagiert. Stattdessen widmet Kolja seine Zeit und seine Zuneigung einem kleinen Jungen, der vom Wickeltisch gefallen ist und den er "Kai in der Kiste" nennt."Der Satz, mit dem sie ihn fortschickte, verschmolz mit dem Geräusch der Tür, die sie leise hinter ihm ins Schloss drückte."Sommerkind ist ein emotional intensives Erlebnis. Der Roman besticht durch seine stille, tiefgründige, gleichwohl poetische Sprachgewalt und das psychologisches Feingefühl, mit dem Monika Held ihre Figuren porträtiert. Es gelingt ihr nicht nur, die Fassungslosigkeit der Eltern ob dieses Unglücks zu verdeutlichen, sondern auch die Einsamkeit und den Schmerz darzustellen, denen Kolja ausgesetzt ist und unter denen er leidet.Im hohen Maße schafft die Autorin eine glaubhafte Darstellung. Dabei erzählt sie zeitversetzt aus zwei Blickwinkeln. Ragna nimmt die Ich-Position ein, wodurch es stets möglich ist, an ihren Gedanken und Emotionen teilzuhaben. Hingegen wird Koljas Geschichte aus der Sicht von Dritten geschildert. Insgesamt beleuchtet die Autorin ein Geschehen, das unsagbar traurig und betroffen macht und doch nicht ohne Hoffnung und schöne Momente ist.Vielleicht ist am Ende nicht alles gesagt, aber so viel, dass die Geschichte schließen kann. Und es ist auch nicht wichtig. Denn Ragna und Kolja werden sich treffen, wenngleich wir nicht mehr dabei sind...

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  • Das Leben, wie es so spielt

    Sommerkind

    Petris

    11. August 2017 um 17:07

    Zum Glück gibt es Bücher, die finden einen oder drängen sich, wie in diesem Fall, einfach auf. Ich hatte lediglich vorgehabt, ein Buch in die Bücherei zurückzubringen und nachzufragen, ob schon etwas von meiner Wunschliste da wäre, was leider nicht so war. Ich war schon am Gehen, da fiel mein Blick auf „Sommerkind“ und vage meinte ich mich zu erinnern, dass irgendjemand es gelobt hätte. Also nahm ich es mit. 80 Cent für zwei Wochen, da war nicht viel verloren.Doch was für einen Schatz habe ich da entdeckt. Von der ersten Zeile an war ich gefesselt. Ich tauchte ein in die wunderbare Sprache der Autorin und langsam kam die Erinnerung, dass ich ja schon den letzten Roman von Monika Held „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ mit Begeisterung gelesen hatte.In „Sommerkind“ wird eine traurige Geschichte erzählt, die Geschichte eines Badeunfalls. Koljas kleine Schwester Malu, stur und lebenshungrig, geht alleine am Abend im Freibad schwimmen. Viel zu spät wird sie gefunden, das Gehirn bliebe zu lange ohne Sauerstoff, sie wird zwar wiederbelebt, fällt aber ins Wachkoma. Gerettet wurde sie von Ragna, dem Mädchen, in das Kolja verliebt ist. Nach dem Unfall bleibt nichts, wie es war.Erzählt wird aus zwei Perspektiven, einmal die Geschichte Koljas, mit Zeitsprüngen mehr oder weniger chronologisch. Und dann aus der Sicht Ragnas. Sie hat die Geschichte völlig verdrängt und erinnert sich nicht mehr. Erst ein zufälliger Blick vom Balkon auf den Ort des Geschehens weckt eine kleine Erinnerung. Sie will mehr wissen und macht sich auf die Suche. Monika Held schreibt in wunderbar poetischer Sprache und bleibt dabei aber immer realistisch und sachlich. Es ist ein Vergnügen, ihren Stil zu lesen. Es gelingt ihr auch hier wieder ganz viele Themen einzubauen (Neurologie, Wachkoma, Erinnerung, Heimat,…), die sich hervorragend recherchiert in die Geschichte einfügen und sie voran bringen. Sie wirkt nicht belehrend und dennoch lernt man neue Dinge. Hervorragend gelöst ist auch, wie sie die Lebenswege ihrer Protagonisten zeichnet. Nach einem Trauma, wie der Unfall Malus, bleibt kaum eine Familie unbeschädigt, so auch hier. So gerne das die Leserin hätte, es kann kein perfektes Happy End geben, und dennoch bleibt immer ein Funke Hoffnung, gibt es schöne Momente und positive Gefühle, ohne jemals kitschig oder unrealistisch zu werden. Das Buch ist berührend, stellenweise traurig, aber niemals lässt es einen zerstört zurück.Schon wieder ein Roman, den ich unbedingt weiterempfehlen muss! Auf alle Fälle ein Highlight dieses Bücherjahres. Ich bin zutiefst froh, dass ich es am Ende doch nicht übersehen habe.

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  • Wunderschön geschriebener Roman mit viel Tiefgang

    Sommerkind

    JessSpa81

    31. July 2017 um 13:10

    Vor dem inneren Auge der vierzigjährigen Ragna tauchen auf einmal Bilder von einem Jungen, einem Mädchen und einem Schwimmbad auf. Sie ist selber Wissenschaftlerin und beschäftigt sich mit Erinnerungen. Sie stöbert nach und nach aus ihrem Gedächtnis weitere Details hervor. Unter anderem den Namen Kolja und auf dessen Suche macht sie sich, um das Rätsel der Bilder zu lösen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart von Ragna und in der Vergangenheit bei Kolja und seiner Familie. Die Ebenen wechseln immer nach einigen Kapiteln. Ich möchte hier auch gar nicht so viel zu Inhalt schreiben. Dieses Buch ist in einer wunderschönen Sprache geschrieben, mit sehr vielen schönen und wahren Zitaten. Man sollte sich viel Zeit für dieses Buch nehmen und es sich gemütlich machen und in Ruhe lesen. Es ist eindeutig kein Buch für zwischendurch. Man würde von der schönen Sprache zu viel verpassen.    Die Autorin schafft es, dass man mit den Charakteren fühlen kann. An einer Stelle des Buches musste ich erstmal meine Tränen trocknen und es kurz zur Seite legen. Sehr schön fand ich auch, dass der Titel „Sommerkind“ erklärt wird. Mir war er komplett neu. Auch sonst habe ich mehrfach nach Begriffen oder z. B. Gedichten im Internet geschaut. Dies hat mich aber keinesfalls im Lesefluss gestört. Im Gegenteil, ich fand dies sehr interessant. Zum Ende hin werden nicht alle Fragen offensichtlich erklärt. Es lässt Spielraum für eigene Gedanken, was aber sehr gut zu dem Buch passt. Jedenfalls regt die Geschichte um Ragna und Kolja zum Nachdenken an. Sommerkind ist für mich ein wunderschöner, herzberührender Roman, den man so schnell nicht vergisst.

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  • Geht ans Herz!

    Sommerkind

    little_devil

    30. July 2017 um 16:22

    Selten habe ich so lange gebraucht, um ein Buch zu lesen - "Sommerkind" will nicht schnell nebenbei gelesen werden, sondern es fordert Zeit für sich ein. Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Verstehen. Zeit, die ich mir sehr gern für dieses Buch genommen habe, denn es hat mich sehr berührt."Sommerkind" handelt von dem Jungen Kolja, dessen Schwester Malu, die seit einem Badeunfall im Wachkoma liegt und Ragna, die damals Malu im Schwimmbad gerettet hat. Als der Unfall passierte, waren sie alle noch Kinder. Jahre später, als Ragna an einer Forschungsarbeit zum Thema Orte der Kindheit arbeitet, bemerkt sie, dass ihr ein Teil ihrer Kindheit fehlt und sie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Der Unfall hat nicht nur Koljas Familie gezeichnet und auseinandergerissen, sondern auch Ragnas Erinnerungen beeinflusst. Nach und nach erfährt sie von Kolja und dessen Familie und Bekannten, was damals passiert ist. Während man den Schilderungen des Schicksals von Malu folgen kann, schwebt über allem auch immer die Frage nach der Schuld.Monika Held hat das Thema einfühlsam, aber auch sehr ehrlich behandelt. Die Charaktere im Buch haben viel Tiefgang und man ist auch recht schnell mit der Gedankenwelt von Kolja und Ragna vertraut, so dass man ihre Beweggründe sehr gut nachvollziehen kann.Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, wenn auch der Text durch die fehlende Kennzeichnung wörtlicher Rede nicht ganz so flüssig lesbar ist - im Nachhinein finde ich, dass dies sogar sehr gut zum Buch passt. Außerdem hat es meine Lesegeschwindigkeit etwas ausgebremst, so dass ich mich sehr gut auf den Text konzentriert habe.Von mir gibt es volle 5 Sterne und eine ganz klare Empfehlung für dieses Buch!

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  • Ergreifend – ein Roman der einen so schnell nicht mehr losläßt

    Sommerkind

    AnnaMagareta

    29. July 2017 um 22:32

    In ihrem Buch „Sommerkind“ befasst sich die Autorin Monika Held mit einer schwierigen Thematik. Es geht um Wachkoma Patienten, ihre Angehörigen und wie sich das Leben nach einem solchen Schicksalsschlag verändert.  An einem einzigen Sommertag verändert sich das Leben für den 15-jährigen Kolja und seine 8-jährige Schwester Malu komplett. Während Ragna und Kolja zusammen sind, ertrinkt Malu in einem Schwimmbecken. Als die beiden Malu am Grund des Schwimmbeckens sehen, springt Ragna in das Wasser und es gelingt ihr Malu aus dem Wasser zu ziehen, während Kolja nur wie erstarrt dasitzt. Aber für Malu kommt die Hilfe zu spät, sie fällt in ein Wachkoma aus dem sie nicht mehr aufwacht. Inzwischen ist Ragna 40 Jahre alt und Wissenschaftlerin, aber die damaligen Ereignisse lassen sie nicht los. Ihre Erinnerungen an das was damals geschah sind gering und sie begibt sich auf die Suche nach Kolja….  Sehr einfühlsam und berührend beschreibt Monika Held wie es den Angehörigen eines Wachkoma-Patienten ergeht. Die Trauer um ihre Töchter lässt Koljas Eltern übersehen, dass sie noch ein Kind haben, dass sie dringend benötigt. Es gelingt ihnen nicht sich gegenseitig Kraft zu geben und weiterzuleben. Die Familie zerbricht. Kolja fühlt sich für das Schicksal seiner Schwester verantwortlich. Selbstzweifel und Vorwürfe sind permanent zugegen. Der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich und man muß sich Zeit nehmen. Vieles steht zwischen den Zeilen, so dass man diese ein wenig auf sich wirken lassen muß. Erzählt werden die Ereignisse aus der Ich-Perspektive von Ragna. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so berührt, so nachdenklich gemacht hat und für das ich mir so viel Zeit beim und nach dem Lesen nehmen mußte/wollte. Der Schreibstil passte perfekt und ich fand es trotz des traurigen Themas einfach schön zu lesen. Die Charaktere sind so detailliert und intensiv beschrieben, dass ich mit jedem einzelnem mitfühlen konnte. Die Atmosphäre der jeweiligen Situation wird gut eingefangen.  Insgesamt fand ich die Geschichte stimmig, auch wenn ich mir zum Ende ein paar mehr Antworten auf meine offenen Fragen gewünscht hätte. Aber auch das offene Ende passt und von daher finde ich es nicht störend, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte.  „Sommerkind“ ist kein Buch, das man liest, aus der Hand legt und vergisst, sondern eines, das einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Ich kann diesen Roman nur empfehlen.  

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  • Ein Unfall verändert das Leben zweier Geschwister

    Sommerkind

    BookfantasyXY

    29. July 2017 um 16:08

    Ein Sommertag in der Vergangenheit verändert das Leben zweier Geschwister – Kolja und Malu. Kolja ist bereits fünfzehn Jahre alt, und seine kleine Schwester Malu ist acht Jahre alt. Kolja ist in Ragna, und Ragna in Kolja verliebt. Als an dem Sommertag plötzlich Malu verschwunden ist, entdeckt Ragna das kleine Mädchen im Schwimmbecken eines Schwimmbades. Ragna schafft es, das Mädchen aus dem Wasser zu holen, und glaubt, das Mädchen gerettet zu haben. Kolja sitzt nur da wie erstarrt. Erst Jahre später holt dieses Ereignis Ragna ein. Mittlerweile ist Ragna vierzig Jahre alt, und begibt sich auf die Suche nach Kolja, trifft sogar Malu wieder, die in der Gegenwart in einer Betreuungseinrichtung lebt. Durch die Begegnungen mit Malu und deren Mutter sowie die damalige behandelnde Ärztin gewinnt Ragna Erkenntnisse, was damals an dem Tag und die Jahre danach geschah. Monika Held beschreibt mit ihrem Roman Sommerkind eine Gruppe der Gesellschaft, in der die Betreffenden eher auf sich alleine gestellt sind. Kaum Freunde, getrennte Eltern und Trauer stehen im Mittelpunkt dieser Gesellschaftsgruppe: Wachkoma-Patienten und ihre Angehörigen. In dieser Geschichte steht Malu als Wachkoma-Patientin im Mittelpunkt. Ihr Bruder Kolja fühlt sich verantwortlich für den Unfall, weil er an dem besagten Unfalltag nicht ausreichend auf seine Schwester aufgepasst hat. Ragna war zwar schnell zur Stelle, um Malu zu retten, aber Malu hat Gehirnschäden davon getragen, dass sie seit gut zwanzig Jahren sich im Wachkoma befindet. Malus und Koljas Eltern schaffen es nicht, zusammenzuhalten, um sich gegenseitig Kraft zu geben, und trennen sich letztendlich. Trauer, Selbstzweifel, Distanz und Vorwürfe schweben wie ein Damoklesschwert über der Familie. Eine heile Welt ist durch diesen einen Moment zusammengebrochen. Monika Held erzählt den Roman in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ragna, und lässt alle anderen Figuren um Malu und Ragna erzählen. Der Erzählstil wirkt berührend, nachdenklich und emotional. Trotz des schweren Schicksals hinterlässt der Roman Zuversicht und Optimismus. Mich hat dieser Roman beeindruckt aufgrund der Sprache, Atmosphäre und Emotionalität. Außergewöhnlich war die Weglassung der Anführungsstriche bei den Dialogen, was aber kein Hindernis war, denn man konnte beim Lesen gut die Erzählung von den Dialogen unterscheiden. Anfangs musste man sich erst daran gewöhnen. Außerdem lernt man in diesem Roman das Leben und die Erfahrungen von Wachkoma-Patienten und deren Angehörigen kennen. Ein empfehlenswerter und liebevoll erzählter Roman, der keineswegs melancholisch wirkt.

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    • 6
  • Sommerkind

    Sommerkind

    AgnesM

    29. July 2017 um 10:16

    Ein schöner Tag geht zu Ende, die Farben des Sonnenuntergangs am Himmel faszinieren die Beobachter und Kolja und seine Schwester Malu sind zum Strand gegangen, um das Meer zu beobachten und noch eine Runde zu schwimmen. Malu zieht es jedoch eher in das Schwimmbad nebenan, während Kolja auf der Bank am Meer sitzen bleibt und weiterhin die Wellen beobachten und seinen Gedanken freien Lauf lassen will. Malus Entscheidung, über den Zaun des Schwimmbads zu klettern und dort schwimmen zu gehen, entpuppt sich als fataler Fehler und verändert alles. Währenddessen setzt sich Ragna zu ihrem Schwarm Kolja auf die Bank, versucht zaghaft ein Gespräch mit ihm anzufangen und fragt nach einiger Zeit nach seiner Schwester, die noch immer nicht wieder aufgetaucht ist. Im Bruchteil einer Sekunde realisiert die junge Ragna, dass ein Unglück geschehen ist, springt über den Zaun, läuft auf das Schwimmbecken zu und entdeckt die kleine Malu auf dem Beckenboden unter Wasser. Sofort springt sie ins Wasser und zieht Malu an den Rand des Beckens. Ein Beobachter ruft den Notdienst, doch alle Hilfe kommt zu spät. Malu wird fortan zum Sommerkind. Sie ist nicht tot, jedoch liegt sie im Wachkoma und keiner kann sagen wie lange dieser Zustand anhalten und ob es jemals eine Besserung ihres Zustandes geben wird. Die Familie ist dazu gezwungen von Nord- nach Süddeutschland zu ziehen, damit Malu in einer Spezialklinik behandelt werden kann. Die Ehe der Eltern leidet sehr stark unter diesem Schicksal und Kolja muss sich tagein tagaus die Schuldzuweisungen vor allem der Mutter anhören und wird immer mehr aus dem Kreis der Familie ausgestoßen. Er wird zum Einzelkämpfer, sehnt sich nach Liebe, nach einer Umarmung, nach einer intakten Familie und ein wenig Wärme, die ihm jedoch im familiären Haushalt vorenthalten wird. Jahrzehnte später begibt sich Ragna auf die Suche nach Kolja und den damaligen Beteiligten, um mehr über den Unfall zu erfahren. Sie hat diesbezüglich eine Gedächtnislücke und kann das Puzzle, welches bruchstückhaft in ihrem Kopf herumschwirrt und sie unentwegt beschäftigt, nicht alleine zusammenfügen. So lernt sie einige von Koljas Weggefährten kennen, spricht mit Menschen, die ihr wichtige Informationen geben und versucht letztendlich für sich die Frage zu beantworten, ob sie Malu damals wirklich gerettet oder ob sie alles nur schlimmer gemacht hat. Das Buch „Sommerkind“ ist unglaublich berührend, dramatisch, emotional, traurig und melancholisch. Wer nach einer freudigen Story mit happy end sucht ist hier definitiv falsch, denn diese Story hinterlässt Spuren und wirft viele Fragen auf. Es gab Szenen, die mich so sehr beschäftigten, dass ich zunächst nicht weiterlesen konnte. Es ist ein Auf und Ab zwischen Mitleid mit dem kleinen Kolja, Wut über die Vorwürfe der Eltern, der Frage „Was hätte ich an Ragnas Stelle getan?“ und wie würde ich mit der Situation umgehen, wenn mein Kind ein Sommerkind wäre? Der poetische Schreibstil und die nicht eindeutige Einteilung zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mir zu Beginn ein wenig Probleme bereitet, aber je mehr ich in der Story versunken bin, desto besser und flüssiger konnte ich das Buch lesen. Die Autorin hat viele Begebenheiten und Emotionen mit ihren Worten hervorragend beschrieben und mich damit in ihren Bann gezogen. Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich mich ein wenig über die vielen offen gebliebenen Fragen geärgert, doch nun, nachdem einige Tage vergangen sind und ich noch mehr über die Story nachgedacht habe, finde ich diese Wahl der Autorin sehr gut und passend umgesetzt. Denn letztendlich sind die Themen, die sie aufgreift, keine, die mit einem oder zwei Sätzen einfach abgeschlossen werden können. 

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  • Nicht Meins.

    Sommerkind

    Federzauber

    28. July 2017 um 13:54

    Sie ertrank im Schwimmbad und wurde gerettet.  Doch leider wurde sie davon nie wieder richtig wach. Es wurde geschwiegen und stumm verurteilt.  Der Bruder und die damalige Freundin,  konnten das Trauma nie richtig verarbeiten.  Verdrängung war einfacher. Doch es ließ sie nie richtig los,auch  nach vielen Jahren nicht. Ein Buch über Wachkoma Patienten,  ihre Angehörigen, das Leben nach dem Schicksal,  wie damit umgegangen wurde und was für Auswirkungen daraus resultieren. Es sollte eigentlich ein Buch sein, dass mich vom Thema her sehr gefallen sollte. Da mich das Thema extremst interessiert,  ich regelmäßig damit in Berührung komme und mich dieser Bereich sehr reizt. Doch leider kam ich von Anfang an sehr schwer in die Geschichte rein. Und es blieb leider im ganzen Verlauf für mich sehr anstrengend,  ungemütlich und träge. Mir sagte der Schreibstil und die Umsetzung der Autorin nicht zu. Ich konnte mich damit sehr schwer anfreunden und hatte somit auch wenig Spaß am Lesen dieser Geschichte.  Das Ende der Geschichte ist offen geblieben.  Was an sich nicht schlecht ist, da ich offene Enden sehr begrüße,  wenn sie gut gemacht sind. Leider war es für mein Empfinden nicht der Fall. Mir war nicht schlüssig, warum die Autorin an dieser Stelle das Ganze abbricht. Mich hat es nicht zufriedengestellt.Der Schreibstil ist sehr eigen.  Ich glaube entweder liebt man es oder kommt damit nicht klar. Bei mir war es leider letzteres. Schade. Note:2/5

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  • Tragischer Unfall, wie geht es weiter?

    Sommerkind

    MoniqueH

    28. July 2017 um 10:17

    An einen Sommerabend geht Kolja mit seiner Freundin Ragna und seiner Schwester Malu zum Strand. Malu möchte aber nicht zum Strand, klettert über die Mauer zum Schwimmbad und schwimmt da. Wenn die beide anderen Malu vermissen, ist es schon zu spät. Sie wird auf dem Boden des Beckens gefunden. Malu überlebt, aber trägt lebenslänglicher Schaden davon, sie liegt im Wachkoma im Krankenhaus. Kolja meint er ist Schuld, seine Eltern, hauptsächlich die Mutter geben ihm die Schuld. Es wird ihm sein ganzes Leben heimsuchen. Er besucht seine Schwester sehr regelmässig und lernt auch andere Kinder im Wachkoma kennen und ihre Familien. Das Buch führt durchs Leben von Kolja und Ragna. Was hat diesen Unfall in ihrere Jugend mit ihnen getan. Kolja zieht nach dem Unfall in der Nähe der Klinik, Ragna und Kolja verlieren einander. Wie geht es die Beiden so viele Jahren nach dem Unfall und wie geht es Malu und ihre Eltern. Ein Buch das schwer zulesen ist weil das Thema schwer ist. Ich fand es auch schwierig weil die Mutter ihr Sohn die Schuld gab und das bei Kolja vieles änderte. Hilfe hat die Familie kaum bekommen, war damals warscheinlich nicht so üblich? Jedenfalls kein Buch das mann Mal schnell liest, ich habe es öfters weggelegt, aber es lohnt sich es zu lesen.

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  • Ragna, Kolja und das Sommerkind

    Sommerkind

    Lilofee

    26. July 2017 um 15:06

    Sommerkind von Monika Held erschienen am 24.4.2017 im eichborn Verlag Roman Ragna bezieht eine neue Wohnung mit Meerblick. Mit diesem Ortswechsel kommen alte Erinnerungen wieder hoch. Ein einsamer weißblonder Junge auf einer Bank am Strand. Ein Mädchen, das mit offenen Augen auf dem Boden eines Schwimmbeckens liegt. Ragna findet keine Ruhe mehr. Wie und warum kommen diese Erinnerungen gerade jetzt? Sie kann keine Erlösung finden, denn ihr fehlt so vieles, was eine Erklärung geben könnte. So macht sie sich auf in die Vergangenheit und in das Abenteuer von Verdrängung und Erinnerung. Sommerkind ist ein wundervoller Roman über das Erinnern und Verarbeiten von schlimmen Erlebnissen. Was geschieht mit uns, wenn in der Kindheit schreckliche Dinge geschehen die nie verarbeitet werden, worüber nie gesprochen wurde. Wie kann man Glück empfinden, wenn es der Kopf nicht zulässt? Wenn es Bilder gibt die alles vergangene wieder lebendig machen? Es geht um Schuld und Unschuld, richtig oder falsch. Denn das Sommerkind liegt im Wachkoma. Monika Held hat eine wunderbare Art zu schreiben. Sie schafft es problemlos ein sehr schwieriges Thema auf fast schon poetische Art wieder zugeben. Die Charaktere sind so echt und intensiv das man sich mit ihnen sehr verbunden fühlt. Der Leser lernt eine Welt kennen, die ihm sonst doch verschlossen bleibt. Alles ist sehr gut recherchiert und realistisch dargestellt. Man hat das Gefühl es selbst zu erleben, dabei zu sein. Ein wunderbarer Roman, einfühlsam und intensiv. Nie kitschig, doch sehr wohl auch sehr schön. Trotz des schwierigen Themas ein wunderschöner Roman, nicht nur für den Sommer. Eine unbedingte Leseempfehlung!

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  • Sommerliche Melancholie

    Sommerkind

    Blacksally

    26. July 2017 um 11:13

    CoverDas Cover ist für dieses Buch sehr aussagekräftig, da es um einen Schwimmbadunfall geht. Der leere Pool, der graue Himmel und das Kind das oben sitzt zeigen schon etwas von der Melancholie, die das Buch mit sich bringt.ProtagonistinRagna war damals dabei, als die kleine Malou im öffentlichen Schwimmbad verunglückte, sie war es auch, die sie aus dem Wasser holte. Doch sie hat alles verdrängt. Kein Wunder in meinen Augen, denn es war ein schreckliches Erlebnis.30 Jahre später kommen jedoch Erinnerungsfetzen, denen sie nachgeht, um dann zu erfahren was in der Zwischenzeit passiert ist.Ragna ist meiner Meinung nach ein sehr labiler Mensch, sie hält nicht zu viele Emotionen aus, egal ob gut oder schlecht. Dennoch mochte ich sie ganz gerne, denn sie will Dingen auf den Grund gehen und wissen was passiert ist. Das macht sie wiederum mutig.SchreibstilDer Schreibstil des Buches war sehr melancholisch und hat mich an vielen Stellen traurig und auch nachdenklich gemacht. Es passte aber sehr gut in die Geschichte, denn wie soll man auch ein Buch, in dem ein Mädchen ertrunken ist, fröhlich schreiben?Die Protagonisten waren sehr gefühlvoll und bei Ragna hat man richtig gemerkt das sie komplett verwirrt ist. Manchmal war ich als Leser sogar selbst etwas verwirrt. Ich finde jedoch, dieses Buch ist mal was anderes und trotzdem die perfekte Sommerlektüre.AutorinMonika Held ist Journalistin und Autorin und hat für ihre Arbeiten zahlreiche Preise bekommen. Sie lebt in Frankfurt a.M. Bei Eichborn erschienen bereits Augenbilder, Melodie für einen schönen Mann, der hochgelobte und vielübersetzte Roman Der Schrecken verliert sich vor Ort und 2014 Trümmergöre.EinzelbewertungenSchreibstil 5/5Charaktere 5/5Spannung 2/5Ende 4/5Cover 4/5FazitEin etwas anderes Buch für den Sommer, und eine klare Leseempfehlung von mir

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  • Ergreifende Geschichte

    Sommerkind

    Maria135

    25. July 2017 um 09:16

    Die Hauptprotagonisten dieses Buches sind Kolja und Ragna.Der Roman "Sommerkind" beginnt mit der Beschreibung eines Unfallgeschehens im Schwimmbad. Malu, Koljas Schwester, erleidet einen Schwimmunfall und wird von Ragna gerettet. Leider liegt Malu seit diesem Unfall im Wachkoma. Die Eltern, vor allem aber die Mutter, gibt Kolja die Schuld an diesem Unfall und zwingt ihn, seine Schwester im Krankenhaus zu besuchen.Ragna kann sich als Erwachsene nicht mehr an den Unfall und die Zeit danach erinnern. Die Erinnerungen kommen nur bruckstückhaft, und sie begibt sich auf die Suche nach Kolja.Es beginnt eine lange Reise, in der wir Freunde von Kolja, die Mutter und auch Malu besser kennenlernen.Das Buch hat mich total berührt und emotional sehr mitgenommen. Zwischendurch musste ich eine Pause einlegen, um das Gelesene sacken zu lassen.Der Schreibstil war sehr ergreifend, gewöhnungsbedürftig für mich waren anfangs die fehlenden Satzzeichen bei der wörtlichen Rede, woran man sich aber schnell gewöhnen kann.

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  • macht nachdenklich

    Sommerkind

    Biggi16

    25. July 2017 um 08:26

    In dem Buch "Sommerkind" von Monka Held geht es um Kolja, der sich die Schuld an demSchwimmunfall seiner Schwester Malu gibt und Ragna, mittlerweile 40, die Malu gerettet hat.Malu liegt seit besagtem Schwimmunfall im Wachkoma, die Schuld andiesem Unfall gibt sich Kolja, der eigentlich gar nichts dafür kann. Koljas Eltern suchen auch nach einem Schuldigen, da ist es einfach die Schuld bei dem Bruder bzw. Sohn zu suchen. Die Elterrn kommen mit der situationnicht gemeinsam klar und trennen sich, der Vater geht den einfachsten Weg. Er geht eine neue Beziehung ein und wird noch einmal Vater. Die Mutter kann sehen wie sie klar kommt. Kolja ist irgendwo dazwischen und wird eigentlich gar nicht mehr so richtig wahrgenommen, alles dreht sich um Malu.Ragna, mittlerweile 40, ist auf der Suche welches Erlebnis aus der Vergangenheit sie nicht los lässt, aber auch nicht mehr so gegenwärtig ist, das sie es greifen kann. Nach und nach kommt sie der Vergangenheit auf die Spur und versteht so einiges.Dieses Buch ist sehr tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Der Vorwurf von Koljas Mutter an Ragna, warum sie Malu gerettet habe wiegt schwer. Wäre es in diesem Fall besser gewesen Malu wäre gestorben? Sicher, die Familie hätte irgendwann damit abschliessen können und ihr Leben wieder aufnehmen können. So hat sich vor allem die Mutter ihr ganzes Leben für Malu aufgeopfert.Was in diesem Fall besser gewesen wäre oder nicht, wage ich nicht zu beurteilen, da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Es ist aber sicher ein Fall aus dem wirklichen Leben. Man hört jedes Jahr von badeunfällen und die ganze Geschichte ist nicht wirklich abwegig.Der Schreibstil hat es einem nicht wirklich leicht gemacht das Buch zu verstehen, da von Kolja immer nur aus der Kindheit berichtet worden ist und Ragnas Geschichte in der Gegenwart spielt. Aber alles in allem ein Buch das sich zu lesen lohnt.

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  • Alles ist gut?

    Sommerkind

    StefanieFreigericht

    Alles ist gut? Nein, manchmal gibt es diese Option nicht. „Kolja verzweifelte an den Sätzen, die mit 'wenn' begannen. Wenn wir das Haus nicht gebaut hätten…wenn wir den Teich nicht angelegt hätten…wenn wir den Hund nicht gekauft…wenn wir ihr beigebracht hätten, beim ersten Rufen zu kommen…wenn, wenn, wenn. Wenn das Kind schwimmen gelernt hätte, wäre es nicht ertrunken.“ S. 50 Koljas Schwester Malu konnte schwimmen, gut sogar. Trotzdem liegt auch sie in der Klink für Kinder mit Nerven- und Hirnschäden, viele davon lagen vorher im Wasser, oft in Gartenteichen. „Jetzt geh und schau, was du angerichtet hast.“ S. 5, das hört er von der Mutter, die ihn auf den Weg schickt, zur Schwester, in die Klinik. „Damals, sagte der Vater, als der Hund starb, hast du Rotz und Wasser geheult, warum keine Träne für Malu? Er [Kolja] wäre gerne windelweich geschlagen worden, aber ohne Schläge, dachte er, dürfe er nicht weinen, weil es für einen, der ein so großes Unglück angerichtet hatte, kein Recht auf Tränen gab.“ S. 6  Ich könnte über dieses Buch schreiben nur mit Zitaten, in der wunderbaren Sprache von Autorin Monika Held, die berührt, bewegt, Zusammenhänge erklärt, ohne damit alle Fragen zu beantworten. Es sind Fragen, die dieses Buch stellt, die sich seine Protagonisten stellen, für die es oft keine Antworten gibt, mindestens keine leichten, oft wirklich gar keine. Es ist nicht nur die Geschichte von Kolja und seiner kleinen Schwester, von der Familie, die überfordert ist. Es ist auch die Geschichte von Ragna, die sich nicht mehr erinnert, die von Max, die… Es ist eine Geschichte vom „Vielleicht“ und von der Geduld, vom „Heim-Weh“ und von Sehnsucht. Ohne kitschig zu werden, ist das Buch berührend, melancholisch. Bitterkeit tritt es mit Wut gegenüber, Zärtlichkeit, der Härte mit Weichheit. Dadurch ist es kein trauriges Buch, oft eher tröstend.  Die Menschen gehen unterschiedlich um mit ihrem jeweiligen Schicksal in diesem Buch; doch selbst dort, wo ich nicht im Ansatz mit ihrem Verhalten einverstanden bin, bleiben sie nachvollziehbar selbst in ihren Extremen, menschlich, individuell, situativ wie ihre Art der Bewältigung. Der Text lotet Fragen aus, wenn man möchte: Wie weit darf ich mit meinem Kummer gehen? Es ist MEIN Kummer – aber vielleicht bin ich auch Mutter, Vater, Partner. Was macht Leben aus? Was ist Heimat? Das Buch bietet fast immer alternative Verhaltensweisen, Reaktionen, Strategien – ein „Richtig“ oder „Falsch“ ergibt sich daraus nicht zwingend. Alles wird gut? Nicht notwendig. Aber doch möglicherweise, manchmal.

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