Monika Helfer

 3.8 Sterne bei 21 Bewertungen
Autorin von Rosie und der Urgroßvater, Bevor ich schlafen kann und weiteren Büchern.
Monika Helfer

Lebenslauf von Monika Helfer

Monika Helfer, 1947 in Au / Bregenzerwald geboren, lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Köhlmeier veröffentlichte sie 2010 »Rosie und der Urgroßvater«. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Robert-Musil-Stipendium (1996) und dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur (1997) ausgezeichnet. Bei ars vivendi wirkt sie als Autorin an der Sechs Sterne-Reihe mit, 2015 erschien der erste Band zum Thema Reisen. Mit "Schau mich an, wenn ich mit dir rede!" ist sie 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Alle Bücher von Monika Helfer

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Rosie und der Urgroßvater

Rosie und der Urgroßvater

 (4)
Erschienen am 01.05.2013
Bevor ich schlafen kann

Bevor ich schlafen kann

 (4)
Erschienen am 26.07.2010
Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

 (3)
Erschienen am 01.03.2017
Oskar und Lilli

Oskar und Lilli

 (2)
Erschienen am 25.07.2011
Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit

Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit

 (2)
Erschienen am 24.02.2014
Die Welt der Unordnung

Die Welt der Unordnung

 (1)
Erschienen am 26.08.2015
Wenn der Bräutigam kommt

Wenn der Bräutigam kommt

 (1)
Erschienen am 01.01.2000
Kleine Fürstin

Kleine Fürstin

 (1)
Erschienen am 25.07.2012

Neue Rezensionen zu Monika Helfer

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Schau mich an, wenn ich mit dir rede!" von Monika Helfer

Hinschschauen, auch wenn man nicht gerne sehen möchte.
ulrikerabevor 5 Monaten

Vev ist ein Scheidungskind, hin und hergerissen zwischen Vater und Mutter. Ihre Mutter Sonja ist psychisch labil und lebt in betreutem Wohnen, bis sie sich in The Dude verliebt und bei ihm einzieht. Vevs Vater Milan, bei dem Vev wohnt, ist vom Geld seiner Mutter abhängig, ist mit Natalie liiert und schläft mit der Trafikantin. Natalie, die von allen Nati genannt wird, so aber nicht heißen möchte, träumt sich ihr Leben in einer Fantasieserie zurecht.

Monika Helfer hat ein Gespür für komplizierte Verhältnisse. Sie zeichnet episodenhaft schonungslose Bilder der schwierigen Beziehungen der Beteiligten untereinander. Erwachsene in ihrer Beziehungs- und Kommunikationsunfähigkeit, die der pubertierenden Vev weder Halt noch Orientierung geben können, taumeln aneinander ziellos vorbei.

Es sind keine großen Anlässe die die Autorin beobachtet, sondern kleine alltägliche Abläufe wie eine U-Bahnfahrt, bei der sich die Tochter für die Mutter schämt. Bezeichnenderweise ist The Dude, der Kriminelle, der einzige der echte Emotionen zeigt, der sich eine Familie für Vev wünscht, der Sonjas Leben reparieren will. Vev fühlt sich hingegen niemanden zugehörig, selbst den Hund, Nemo, Niemand, vergisst sie bei der Trafikantin.

Helfers Sprache ist prägnant und bündig. Sie ergreift für keine Person Partei, lässt ihnen allen Empathie zukommen. „Schau mich an, wenn ich mit dir rede“ muss nicht immer als autoritäre Erziehungsmaßnahme verstanden werden, es kann einfach auch nur bedeuten hinzuschauen, was man lieber nicht sehen möchte.

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wandablues avatar

Rezension zu "Schau mich an, wenn ich mit dir rede!" von Monika Helfer

Urkomisch und bierernst.
wandabluevor einem Jahr

U r k o m i  s c h  u n d  b i e r e r n s t.
Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer, die schon viele Romane geschrieben hat, unter anderem „Mein Mörder“, „Rosie in New York“, „Rosie in Wien“, „Rosie und der Urgroßvater“, „Bevor ich schlafen kann", „Wenn der Bräutigam kommt“, landete 2017 mit ihrem Roman über eine Patchworkfamilie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Zu recht.

Diese Patchworks sind reichlich abgefahren! Man kann sie sich sehr gut vorstellen. Trotz ihrer urigen, saukomischen Marotten, die sie zu unverwechselbaren Charakteren macht, sind sie authentisch oder gerade deshalb?

Von den Longlistbüchern des Jahres 2017 ist Monika Helfer eine der Autorinnen, die ich wirklich gerne lese. Sie bildet mit den fast komödiantischen Szenen und Charakteren ihres Romans dennoch ein reales Abbild eines Teils unserer Gesellschaft.

Nebenbei, aber selbstverständlich bringt sie die großen Themen der sozial Abgehängten auf den Tisch. Derer, die von der Gesellschaft nicht gebraucht werden. Derer, die als Kind nicht gewollt wurden. Derer, die kein Profil haben und sich dessen bewusst sind. Derer, die nehmen und nichts zurückzahlen. Derer, die immer und immer wieder ausgenutzt werden. Weil sie sich ausnutzen lassen. Derer, die sich etwas vormachen. Derer, die in Tagträume flüchten. Die biologische Uhr tickt. Derer, die sich durchs Leben tricksen. Und immer bleiben die Kinder auf der Strecke. Mehr, wenn man Pech hat, weniger, wenn man Glück hat.

Fazit: Monika Helfer präsentiert eine gut geschriebene Gesellschaftsparodie, urkomisch und doch bierernst, mit endlich wieder einmal zu hundert Prozent gelungenen Protagonisten.

Kategorie: Anspruchsvolle Literatur / Auf der Longlist 2017
Verlag, Jung und Jung, 2017

Kommentare: 4
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W

Rezension zu "Schau mich an, wenn ich mit dir rede!" von Monika Helfer

Mit einer großen Empathie nähert sich Monika Helfer ihre Figuren, lässt sie ganz nahe an den Leser
WinfriedStanzickvor einem Jahr



Dieser neue Roman der bekannten  Österreichischen Schriftstellerin Monika Helfer ist auf die Longlist des Deutschen Buchpreises gekommen. Nicht zum ersten Mal hat ein Roman des kleinen Jung und Jung Verlags diesen Erfolg geschafft.

Der Roman erzählt die Geschichte von Vev, deren Familie nach der Scheidung der Eltern plötzlich durch Patchworkverhältnisse immer größer wird. Ihre Mutter Sonja kommt auch mit Hilfe von Drogen nicht über die Scheidung hinweg, auch wenn The Dude, Sonjas neuer Mann kräftig in Sonjas Leben aufräumt und alles in die Hand nimmt.

Auch Vevs Vater Milan bleibt nicht lange allein. Er zieht zu Natalie und deren beiden Töchtern, doch wie zu erwarten, findet er auch dort nicht seinen wahren Platz. Keiner ist wirklich glücklich, und doch fühlen sie, dass sie alle irgendwie zusammengehören und nicht voneinander loskommen.

Was geschieht in einer solchen Situation mit den betroffenen Kindern? Das ist das Hauptthema eines bewegenden Buches. Sie arrangieren sich, lernen schnell mit der neuen Situation umzugehen und machen das Beste für sich daraus. Sie spielen das Spiel ohne festgelegte Regeln besser als die Erwachsenen.

Mit einer großen Empathie nähert sich Monika Helfer ihre Figuren, lässt sie ganz nahe an den Leser herankommen, doch ihr schonungsloser Blick ist nie denuntiativ. Aufrichtig beschreibt sie eine große Patchworkfamilie, die letztlich nur noch von Eigeninteressen zusammengehalten wird.

Ich glaube, sie ist damit sehr nahe dran an mehr Patchworkfamilien als man herkömmlich denkt.


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