Nur zu zweit

von Monika Karner 
4,6 Sterne bei14 Bewertungen
Nur zu zweit
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Schnuck59s avatar

Enge Mutter-Sohn Beziehung

M

Sehr ergreifend und emotional

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Inhaltsangabe zu "Nur zu zweit"

So konnte es nicht weitergehen: Am Ende eines heißen Sommers verlässt Linda ihren Ehemann Rolf. Viel zu lang stand sie zwischen zwei Männern - ihrem autistischen Sohn und Rolf, der seinen Frust über die Beeinträchtigung des Sohnes in Alkohol ertränkt. Die Kombination aus Autismus und Alkohol wird zur unerträglichen Belastung. Linda entscheidet sich für das Kind. Es bestimmt ihr Dasein und lässt sie um Verständnis und bessere Lebensbedingungen für autistische Menschen kämpfen. Der Beginn neuer Beziehungen ist für die attraktive Frau unproblematisch - aber ihr Sohn wird abgelehnt. Weitere Trennungen folgen. Einzig die Verbindung zwischen Mutter und Kind bleibt ein unzerreißbares Band. Dann begegnet Linda Martin; er bringt sie dazu, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben. - Doch auch diese Liebe könnte wegen des blutigen Racheakts einer Freundin scheitern

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783992001934
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Braumüller Verlag
Erscheinungsdatum:02.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Schnuck59s avatar
    Schnuck59vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Enge Mutter-Sohn Beziehung
    Mutter eines Autisten

    In ihrem Roman „Nur zu zweit“ beschreibt Monika Karner ihre Verbundenheit und die Erlebnisse mit ihrem autistischen Sohn, weitgehend auf wahre Tatsachen beruhend.

    Monika Karner ist 1943 in Tulln an der Donau geboren und arbeitete mehrere Jahre als Vorstandsmitglied im „Verein Autistenhilfe Vorarlberg“.

    Sie trennt sich von ihrem alkoholkranken Mann, der den autistischen Sohn nicht akzeptieren kann. Ihr Leben ist eng da Rudi viel Zeit, Geduld, Zuwendung und Verständnis braucht und die Nerven, auch durch Wut und Schmerz, teilweise blank liegen. Für sie macht Autismus einsam, da die Umgebung und neue Beziehungen das Verhalten ihres Sohnes nicht einordnen können.

    Der Schreibstil ist flüssig und emotional. Innerhalb der Geschichte gibt es zeitliche Sprünge, in die ich mich erst einfinden musste. Die Autorin hat Personen und den Teil mit ihrem Freund Martin, so wie sie sich wohl einen Partner wünschte, geändert.

    Innerhalb des Buchs gibt es keine Zeitangaben. Ich gehe davon aus, dass sich das Beschriebene ab 1965 abspielte, da es erste Umsetzungen von TEACCH in den Einrichtungen gab. Ansonsten könnte ich mir die Betreuungssituation nicht erklären. Dies sollte klarer beschrieben sein und vielleicht die heutige Art der Kommunikation und Förderung am Ende dargestellt werden.

    Insgesamt eine ehrliche und emotionale Schilderung, die die enge Beziehung der Mutter zu ihrem behinderten Kind deutlich macht. Wichtig ist ein gutes eigenes Netzwerk und die Aufklärung bezüglich unterschiedlicher Arten der Behinderung.


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    jackdecks avatar
    jackdeckvor 2 Monaten
    Nur zu zweit

    Die Autorin Monika Karner beschreibt das Leben des Autisten Rudi (und seiner Mutter) und die Missverständnisse die entstehen, weil Rudi nicht sprechen kann. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, der die Situation immer weniger verkraftet und sich dem Alkohol zuwendet, nach der Trennung wendet er sich völlig von der Familie ab.
    Nun Linda den schweren Kampf für ihren Sohn und dessen Rechte allein ausfechten. Ein harter Weg den beide allein bestreiten bis Martin in Lindas und Rudis Leben tritt. Könnte er der Man sein, der nicht nur Linda will sondern auch mit ihrem Sohn klar kommt?
    Nur zu zweit“ ist für mich ein sehr eindrückliches und ehrliches Buch. Für dieses Buch gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung, da es trotz des schwierigen Themas sehr flüssig geschrieben ist und sich sehr gut lesen lässt. Ein interessante Thematik die meines Erachtens sehr gut zu Papier gebracht wurde.

    Kommentare: 2
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    M
    MK262vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr ergreifend und emotional
    Emotional

    Ein ehrliches Buch das einen zu denken gibt und einen einfach mal umdenken lässt. Die Geschichte von Linda wird treffen und real beschrieben als ob man mittendrin dabei wäre. Es hat mich emotional sehr angesprochen und ich brauchte immer wieder etwas Zeit um meine Gedanken zu sortieren und neu zu überlegen wie es wäre wenn...

    Das Buch ist nichts für so schnell mal zwischendurch aber sehr gut geschrieben und beschrieben. Ich möchte es nicht missen, vielen Dank. 

    Kommentare: 1
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    shnarphlas avatar
    shnarphlavor 2 Monaten
    Ungeschönte Teilbiografie

    Klapptext

    So konnte es nicht weitergehen: Am Ende eines heißen Sommers verlässt Linda ihren Ehemann Rolf. Viel zu lang stand sie zwischen zwei Männern - ihrem autistischen Sohn und Rolf, der seinen Frust über die Beeinträchtigung des Sohnes in Alkohol ertränkt. Die Kombination aus Autismus und Alkohol wird zur unerträglichen Belastung. Linda entscheidet sich für das Kind. Es bestimmt ihr Dasein und lässt sie um Verständnis und bessere Lebensbedingungen für autistische Menschen kämpfen. Der Beginn neuer Beziehungen ist für die attraktive Frau unproblematisch - aber ihr Sohn wird abgelehnt. Weitere Trennungen folgen. Einzig die Verbindung zwischen Mutter und Kind bleibt ein unzerreißbares Band. Dann begegnet Linda Martin; er bringt sie dazu, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben. - Doch auch diese Liebe könnte wegen des blutigen Racheakts einer Freundin scheitern

    Cover

    Das Cover zeigt eine Frau, die am Ende eines Stegs sitzt und auf das Wasser schaut. Für mich hätte es wegen dem Titel besser gepasst, wenn zwei Personen darauf zu sehen wären. Die schlichte Gestaltung in schwarz-weiß gefällt mir gut, ein buntes, fröhliches Cover würde nicht zu der Geschichte passen.

    Schreibstil

    Das Buch ist einfach, teilweise umgangssprachlich geschrieben, irgendwo hatte ich auch die Bezeichnung "nach Wiener Mundart" gelesen. Man kann es zügig lesen und die Kapitel haben eine gute Länge, um ein paar Seiten am Stück lesen zu können.

    (Haupt-)Charaktere

    Linda ist eine hübsche und nach außen hin taffe Frau, die nach der Trennung ihr Leben als Alleinerziehende Mutter eines Autisten, Vollzeitangestellte und viele Hürden, die das tägliche Leben mit einem behinderten Kind bringen, meistern muss. Sie sehnt sich nach einer Beziehung mit Liebe und Verständnis, doch es gibt sie nur mit ihrem Sohn.
    Rudi ist Autist und kann sich so gut wie nicht über seine Gefühle, Schmerzen und Gedanken äußern. Aber man spürt trotzdem, wie sehr er an seiner Mutter hängt.
    Rolf ist der Vater von Rudi und Exmann von Linda, der Trost im Alkohol sucht und nach der Trennung nicht mehr für sie da ist.
    Dazu kommen noch potentielle neue Partner, Arbeitskollegen, Freunde und Angehörige anderer Autisten.

    Persönliche Meinung

    Man steigt mitten in das Leben von Linda und Rudi ein, die sich auf ein Weihnachtsfest vorbereiten und bekommt gleich das alltägliche Leben mit einem Autisten präsentiert.
    Erst nach und nach erfährt man durch Rückblicke und Erinnerungen die Geschichte von den beiden und bekommt Einblicke in das Familienleben mit Rolf, bevor es an seiner Flucht in den Alkohol zerbricht.
    Linda opfert sich für ihren Sohn auf und versucht mit anderen Eltern alles in ihrer Macht stehende, um nicht nur ihm, sondern auch anderen Autisten ein möglichst bedürfnisgerechtes Wohnen als Erwachsene mit Fachpersonal zu ermöglichen. Außerdem hat sie regen Kontakt zu einer Freundin, die ihr ein grauenhaftes Erlebnis ihres autistischen Sohnes anvertraut und einen Racheakt plant. Kann sie mit der Bürde eines solchen Geheimnisses leben?
    Trotzdem vergisst sie sich selbst nicht und sucht nach einem Partner, der nicht nur sie, sondern auch Rudi akzeptiert und sich ein gemeinsames Leben vorstellen kann. Nach ein paar Enttäuschungen hat sie die Nase voll, doch unerwartet trifft sie einen Mann, der ihre Erwartungen erfüllen könnte. Wird sie sich trauen und ihre Bedenken über Bord werfen?

    Fazit

    Überzeugende, ungeschönte Teilbiografie über das Leben mit einem Autisten und den ganzen Schwierigkeiten, die damit einhergehen.

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    verruecktnachbuecherns avatar
    verruecktnachbuechernvor 2 Monaten
    Lebensnahe

    Das Buch erzählt uns die Geschichte von Linda und ihrem autistischen Sohn Rudi. Ihren Mann Rolf hat sie verlassen, weil er versucht hat seine Probleme mit Alkohol zu lösen und Linda all ihre Kraft brauchte um sich um Rudi zu kümmern. Am Wochenende und in den Ferien kommt Rudi Linda besuchen und er nimmt sie völlig ein. Linda erzählt uns von ihren Ängsten und Sorgen, aber auch von ihren Hoffnungen und ihrer Liebe zu Rudi.

    Schnell findet man in die Geschichte hinein. Der Schreibstil lässt sich gut lesen und Linda ist unglaublich authentisch. Ihre ganze Gedankenwelt ist so lebensnah.. Sie sorgt sich um ihren Sohn. Was wird aus ihm, wenn sie nicht mehr ist? Diese und andere Fragen quälen Linda in ihrem Alltag. Zum Glück findet sie die Liebe in Martin, aber auch diese Liebe steht unter keinem guten Stern.

    Rudi ist kein Inselbegabtes Mathegenie, sondern er ist ein junger Mann, der nicht spricht. er hat viele Ticks, welche das Leben und vorallem Ausflüge unter Menschen, sehr schwer machen und Linda dazu bringen kreative Lösungen zu finden.

    Das Buch geht sehr nahe und ich kann mir vorstellen, dass es viele Menschen gibt, denen es geht wie Linda.
    Niemand kann einem helfen, denn in den Behörden fühlen sich viele nicht verantwortlich.

    Eine Geschichte zum mitfiebern, mitlachen und zum Gedanken machen. Es bleibt hängen und man macht sich Gedanken und das zeichnet doch ein gutes Buch aus.

    Mir ist der Anfang des Buches nicht spannend genug und zu Ende hin passiert zu viel. Es ist ein wenig unausgeglichen.

    Leseempfehlung.

    Kommentare: 1
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    Gelindes avatar
    Gelindevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Teilbiographie über das Leben und die Schwierigkeiten als allein lebende Frau, mit einem autistischen erwachsenen Sohn. Erschütternd
    Nur zu Zweit

    Nur zu Zweit, von Monika Karner

    Cover:
    Die Einsamkeit kommt hier sehr gut rüber, das „Alleine-gelassen-werden“.

    Inhalt:
    Das Leben von Linda (fast 40) alleine mit ihrem 20jährigen autistischen Sohn.
    Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, der die Situation immer weniger verkraftet und sich dem Alkohol zuwendet, nach der Trennung lässt er auch nichts mehr von sich hören und ist keine Hilfe.
    Nach der Trennung muss Linda einen Kampf mit den Behörden und den untragbaren Zuständen für ihren Sohn aufnehmen, der kaum Ergebnisse bringt.

    Meine Meinung:
    Eine sehr erschütternde Geschichte. (Teilbiographie) !
    Ich frage mich immer wieder, leben wir noch im Mittelalter?
    Ohne viel „Schmalz“ und unnötige Effekthascherei wird hier der Alltag von einer alleinerziehenden Mutter mit ihrem autistischen Sohn erzählt.
    Der Kampf im privaten Alltag (Freunde, Arbeit, häuslicher Bereich), mit Behörden und mit den Betreuungsmöglichkeiten. Die blanke Wahrheit.
    Und dabei sagt die Autorin, hat sie nicht mal all die schlimmen Situationen geschildert.
    Nackt, beschämend und ergreifend wie wenig die Politik für diesen Teil der Bevölkerung tut.

    Ganz besonders erschütternd auch der Hinweis auf Missbrauch bei autistischen Kindern, die sich ja nicht wehren und mitteilen können.

    Wenn es dann um das „Liebesleben“ von Linda geht wird mir zu sehr (wie soll ich sagen), aufgetragen. Linda ist ja soo hübsch und soo besonders. Ich denke hier sollte es mehr auf Charakter und Wärme ankommen. Auch Martin ist der Adonis und Traummann.
    Hier wird mir zu sehr auf Liebesroman gemacht.

    Noch was ganz anderes.
    Es läuft mir kalt den Rücken runter, wenn ich lese, dass sich Mütter wünschen ihre Kinder würden vor ihnen sterben.
    Weil sie nicht wissen was nachher aus ihnen wird!
    Und das in unserer Zeit in unseren Ländern – unvorstellbar.

    Autorin:
    Monika Karner ist 1943 in Tulln an der Donau geboren. Mehrjährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied im „Verein Autistenhilfe Vorarlberg“.

    Mein Fazit:
    Ein Buch das ich schwer „beurteilen“ kann/möchte.
    Eine Teilbiographie über das Leben und die Schwierigkeiten als allein lebende Frau, mit einem autistischen erwachsenen Sohn.
    Es machte mich betroffen und fassungslos.

    Kommentare: 1
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    Lia48s avatar
    Lia48vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein lesenswertes Buch, dass ich jedem ans Herz legen kann, der sich für kämpfende Mütter, Autismus und Beziehungsgeschichten interessiert!
    Lesenswert!

    INHALT:
    Wie lässt es sich mit einem alkoholabhängigen Ehemann leben, der das gemeinsame autistische Kind ablehnt?
    Linda zieht eines Tages die Reißleine und verlässt ihren Mann Rolf. Zu lange hat sie das schon alles mitgemacht. Und für ihren Sohn würde sie alles tun!
    Linda versucht sich über Wasser zu halten, hat es finanziell nicht immer einfach und kümmert sich allein um ihr autistisches Kind, das rundum betreut werden muss. Dabei werden ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt. Sie muss feststellen, dass die Lebensbedingungen für Autisten alles andere als ideal sind. Überall muss sie für bessere Bedingungen kämpfen. Das kostet viel Kraft.
    Doch Linda ist eine Kämpferin. Sie opfert sich für ihren Sohn auf und bleibt selbst auf der Strecke. Ihre Beziehungen halten nicht lange. Denn Linda gibt es nun mal nur mit Kind. Es ist nicht einfach, einen Mann zu finden, der mit ihr die Verantwortung für ihren Sohn übernehmen möchte.
    Eines Tages lernt sie Martin kennen. Doch Linda hat Angst, dass auch er sie verlassen wird. Und außerdem ist sie mit den Schwierigkeiten einer Freundin und mit den Sorgen um ihr Kind beschäftigt...

    MEINUNG:
    Die Autorin hat ganze Arbeit geleistet. Monika Karner hat selbst einen autistischen Sohn. Der Roman basiert "weitgehend auf wahren Tatsachen". Und das merkt man als Leser!
    Die Geschichte wirkte etwas bedrückend auf mich, was aber gut zum Inhalt gepasst hat. Ich konnte die ganze Wut und Enttäuschung der Protagonistin Linda, regelrecht spüren. Denn ja, auch ich bin genervt davon, wenn die Politiker große Worte schwingen und sich schließlich doch nichts ändert. Gerade auch bei der Unterstützung von Menschen mit Krankheiten oder anderen Einschränkungen.
    Linda beweist sehr viel Stärke. Es ist unvorstellbar, was manche Menschen leisten (müssen) und wie sehr sich die Mutter für ihr Kind und für bessere Lebensbedingungen von Autisten einsetzt!
    Das Buch hat von Anfang bis Ende einen tollen roten Faden und lässt sich sehr flüssig lesen.
    Dadurch, dass es mal um Lindas Sohn und den Autismus an sich geht und dann aber wieder um Lindas Beziehungen, bietet die Geschichte viel Abwechslung. Zudem gibt es ab und zu Rückblicke in Lindas Vergangenheit und den ein oder anderen Überraschungsmoment.


    Mit Lindas Art/ Charakter bin ich an manchen Stellen nicht so richtig "warm" geworden. Sie wird als sehr perfektionistisch beschrieben, was auf mich manchmal unsympathisch wirkte.
    Des Weiteren möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Klappenbroschur mit 270 Seiten für 18 € nicht ganz günstig ist.

    FAZIT: Insgesamt ein wirklich lesenswertes Buch, dass ich jedem ans Herz legen kann, der sich für kämpfende Mütter, Autismus und Beziehungsgeschichten interessiert! 4,5 Sterne!

    Kommentare: 3
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    BarbaraMs avatar
    BarbaraMvor 3 Monaten
    Eine ehrliche, sehr berührende und offene Geschichte

    „Nur zu Zweit“ von Monika Kramer ist 2017 im Verlag Braumüller erschienen. Es umfasst 270 Seiten.

    Lindas Beziehung zu Rolf geht in die Brüche, da die Alkoholprobleme ihres Mannes nicht nur die Ehe kaputt macht, sondern auch die Vater-Sohn-Beziehung. Linda verlässt ihren Ehemann und beginnt mit ihrem Sohn nochmals neu. Doch sie merkt bald, wie schwierig es für sie ist, eine echte, langfristige Beziehung aufzubauen, da die Schwierigkeit, ihren autistischen Sohn zu akzeptieren für viele Männer zu groß ist. Lindas Beziehung zu ihrem Sohn ist felsenfest und sie kämpft für ihn, für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft und bessere Lebensbedingungen. Eines Tages tritt Martin in ihr Leben. Er interessiert sich auch für Rudi und Linda schöpft wieder Hoffnung, doch noch eine gemeinsame Zukunft mit einem Partner und ihrem autistischen Kind zu haben.

    „Nur zu zweit“ ist für mich ein sehr eindrückliches und ehrliches Buch. Monika Karner beschreibt hier die Geschichte von Linda ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich musste das Buch oftmals zur Seite legen, um über einzelne Passagen nochmals genau zu reflektieren: die geschilderte Situation ihres autistischen Sohnes Rudi im Heim mit nur unzulänglicher Betreuung und auch die schwierige Beziehung zu ihrem alkoholsüchtigen Mann. All dies hat mich sehr berührt. Letztendlich schließt das Buch mit einem hoffnungsvollen Ausblick und dies freut mich ungemein.
    Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. 

    Kommentare: 1
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    Halens avatar
    Halenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Offen, mutig, sehr emotional
    In jeder Mutter steckt eine Löwin. Mutter und Kind, auf ewig untrennbar verbunden.

    Der Roman "Nur zu zweit", von Monika Karner hat mich sehr berührt.
    Das Cover hat mich sofort angezogen. Es strahlt Einsamkeit aus, aber gleichzeitig auch eine tiefe Ruhe. Bei der Betrachtung kommt mir der Gedanke auf: Man ist nicht einsam, wenn man ganz bei sich ist.
    Zum Inhalt:
    Linda, eine Frau Ende 30, wagt den Schritt in die Unabhängigkeit. Sie verläßt, zusammen mit ihrem autistischen Sohn Rudi, den gefühlskalten Ehemann. Jahrelang hält er sie wie eine Sklavin, hat nur Verachtung für sie und den gemeinsamen Sohn übrig. Linda sieht nur einen Weg, Rudi und sich selbst zu retten, die Trennung. Mutig stellt sie sich dem Leben, findet eine Wohnung und Arbeit. Ein zermürbender Kampf mit den Behörden um Unterstützung beginnt, und auch die Einsamkeit macht ihr zu schaffen. Sie ist eine begehrenswerte Frau. Doch ihren Sohn Rudi, ihre Liebe und ihr Leben, den möchte niemand, und so verschwinden die Männer genauso schnell, wie sie gekommen sind.
    Zitat: "Seit fast 20 Jahren, seit seinem ersten Schrei, bin ich untrennbar mit Rudi verbunden. Ist er bei mir, steht die Welt still. Niemand, kein Gott, kein Mann kann die Nabelschnur durchtrennen. Das Problem ist die Liebe."
    Doch dann lernt Linda Martin kennen und lieben. Kann es eine gemeinsame Zukunft geben? Oder wird diese Liebe an einem dunklen Geheimnis zerbrechen?
    Zu den Hauptfiguren:
    Monika zeigt dem Leser eine einerseits mutige, starke Linda. Wie eine Löwin kämpft sie für ihren Sohn, um finanzielle Hilfe, um bessere Betreuung und Ausbildung des Personals in den Einrichtungen. Eine quälende Frage bestimmt ihren Alltag: Was wird aus meinem Kind, wenn ich nicht mehr bin?
    Andererseits berührt mich sehr ihre Zerbrechlichkeit, die Einsamkeit.  Man möchte diese Frau in die Arme nehmen und trösten.
    Da ist Rudi, der autistische Sohn. Er spricht nicht, kann seine Gefühle nicht mitteilen, was seine Mutter sehr mitnimmt. Ständig muss sie sich die Frage stellen, ob es ihm gutgeht, was er denkt und fühlt. Im besonderen, wenn er neue Ticks ausbildet. (Ich hätte gerne noch mehr von Rudi gelesen)
    Rolf, der Ehemann ist einfach nur ein Ekel. Er bekommt von mir nicht einen Hauch von Sympathie.
    Da gibt es noch Veronika, ebenfalls Mutter eines autistischen Jungen. Auch sie kämpft für ihr Kind, schmiedet einen blutigen Racheplan.....
    Martin ist ein Traummann. Glaubhaft kommt rüber, dass er es mit Linda und Rudi ernst meint.
    Zur Autorin:
    Monika Karner, 1943 in Österreich geboren, arbeitete als ORF- Redakteurin. Sie war viele Jahre Vorstandsmitglied im "Verein Autistischenhilfe Vorarlberg".
    Ihr Schreibstil ist locker und flüssig, auch wenn ich als Nichtösterreicherin manchmal Probleme mit dem Dialekt hatte. Es macht Freude zu lesen!
    Mein Fazit:
    Dieser Roman macht traurig, wütend und sprachlos, aber auch froh, schwingt da doch am Ende ein Hoffnungsfunke mit....
    Mit solch einer Intensität kann nur ein Betroffener schreiben, ich habe großen Respekt vor der Autorin. Sie schont weder sich noch die Leser.
    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

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    Leseratte61s avatar
    Leseratte61vor 3 Monaten
    Ein ehrliches, sehr emotionales Buch, voller Hoffnung

    Das Buch hat mich betroffen zurück gelassen, da die Autorin den Mut hat, heiße Eisen anzufassen.


    Linda verlässt nach einer Horrorehe ihren Mann und muss sich ab sofort alleine um ihren autistischen Sohn kümmern. Die Trennung war unvermeidlich, da ihr Mann die Probleme mit dem Sohn in Alkohol ertränkte. Linda hat für sich und ihren Sohn die richtige Entscheidung getroffen, da dieses Leben mit Ehemann nur noch belastet hat und ihr die Kraft raubte, für ihren Sohn stark zu sein. Linda musste viel aufgeben, zum Beispiel ihre finanzielle Sicherheit oder ihre geliebte Katze.

    Dies ist meiner Meinung nach jedoch zu verschmerzen, da sie jetzt endlich wieder leben kann. Schlimm finde ich, dass Rudis Vater nach der Trennung auch von seinem Sohn nichts mehr wissen will. Solche Ignoranz und Gleichgültigkeit eines Vaters, unfassbar.


    Die Beschreibungen, wie die Umwelt mit ihrem Sohn umgeht fand ich an vielen Stellen einerseits schockierend und immer sehr ehrlich, da ich dies in ähnlicher Form erleben musste. Entweder werden die Mütter fast wie Heldinnen gefeiert, mit Mitleid überschüttet oder mit all ihrem Problemen ignoriert.

    Wahre Hilfe sieht jedoch anders aus. Echtes Interesse, ehrliche Anteilnahme und das zur Stelle sein, wenn es brennt, macht wahre Hilfe aus. Zum Glück hat Linda schon echte Freundinnen gefunden, die sie und ihren Sohn wirklich unterstützen. Diese Menschen sind Gold wert.

    Die Krankheit von Rudi bestimmt natürlich Lindas Leben. Im Buch wurden auch einige Eigenarten von Rudi beschrieben, die mir allerdings relativ harmlos vorkamen. Ich kann mir denken, dass die Autorin bewusst nicht die ganz schlimmen Eigenarten ihres Sohnes beschrieben hat, um uns Leser nicht allzu sehr zu schockieren.


    Auf mich wirkte die Beschreibung der Betreuungseinrichtungen, in denen Rudi zwangsläufig untergebracht war, ziemlich heftig Ich fragte mich ständig, ob das so sein kann, dass es noch Betreuer gibt, die mit Autismus nichts anfangen können und keine Therapievorschläge machen wollen, sondern Rudi nur verwahren. Autisten sind sehr häufig in bestimmten Bereichen extrem kluge Menschen. Linda muss auch an dieser Front sehr massiv für ihren Sohn kämpfen.


    Bei der Geschichte von Veronika und ihrem ebenfalls autistischen Sohn habe ich an einigen Stellen, das Buch völlig schockiert erst mal weggelegt, weil mir das zu heftig war. Menschen, die an welcher Krankheit auch immer erkrankt sein mögen, bedürfen unseres ganz besonderen Schutzes. So etwas wie es Günther passierte, halten viele von uns einfach nicht für möglich. Veronika ging es am Anfang auch so, sie und ihr Mann konnten die Symptome erst mal nicht begreifen. Um was es geht? Lest selbst, um zu verstehen.


    Linda zweifelt im gesamten Buch immer wieder an sich selbst, obwohl sie eine sehr starke Persönlichkeit besitzt. Auch die Angst, nie wieder einen Partner zu finden, der auch ihren Sohn akzeptiert, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ob Linda wieder glücklich werden darf?


    Für dieses Buch gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung, da es trotz des schwierigen Themas sehr flüssig geschrieben ist und sich dementsprechend sehr gut lesen lässt.


    Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr schreiben, um nicht zu spoilern.



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Monika-Karners avatar
    Was ist Realität und was Fiktion, Fragen zum Leben mit einem autistischen Kind, Probleme mit Beziehungen, Freundschaften, Selbstjustiz
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