Monika Kubach Gut gelaufen, Thisbe!: Ida Obersteyns Tagebuch 2011

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Inhaltsangabe zu „Gut gelaufen, Thisbe!: Ida Obersteyns Tagebuch 2011“ von Monika Kubach

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    Gut gelaufen, Thisbe!: Ida Obersteyns Tagebuch 2011

    Peter_Pitsch

    21. January 2013 um 16:05

    Das Tagebuch des „Grauens“! Ei der Daus, Dus un Düwel, das Grauen auf Erden hat sich manifestiert. In Gestalt der Ida Obersteyn, Berichterstatterin dieser in Tagebuchform konzipierten Satire, versteht die Autorin Monika Kubach bis ins kleinste unerträgliche Detail die Essenz prolliger Gesinnung aufzuzeigen. Zitat: „Ich persönlich finde ja, dass Taschenbücher im Regal nicht viel hermachen, und man braucht auch so viele von ihnen, bis es voll ist.“ Dementsprechend war meine Gegenreaktion gewissermaßen vorprogrammiert. Sowie ich die ersten Auszüge aus Obersteyns „geistloser Haltung“ (das Pendant zu „Geisteshaltung“) ins Auge gefasst hatte, rebellierte mein Intellekt gegen ihren horizontlosen Weltentwurf und ich musste zu Lasten der Prinzipien einen inneren Kampf ausfechten. Danach erst sah ich mich befähigt, dieses an und für sich gelungene (!) geistige Armutszeugnis erneut zur Hand zu nehmen und mit der Lektüre fortzufahren. Denn eine Satire nach solch einem Konzept – so extrem nah an der Wirklichkeit – erweist sich auf längere Sicht als äußerst schwer verdaulich, und einzig der Unterstrom der Ironie, den die Autorin sämtlichen Eintragungen zugrunde legt, vermag die Klumpen aus geballter Ignoranz und das darin enthaltene „Unwesen“ zu zersetzen. Indem Monika Kubach die in Obersteyns Oberstübchen – und parallel dazu in vielen deutschen Wohnstuben – Verblödung als Reigen überaus banaler Alltagssituationen festhält, möchte sie den Konsumenten von Fertigpizza, RTL2 und Doppelkorn keineswegs einen Spiegel vorhalten oder ihnen gar ein Denkmal setzen. Weit gefehlt. Zu einer ernstzunehmenden Reflexion ob der eigenen Beschränktheit wären per se die wenigsten imstande, vielmehr führt Kubach via Ida Obersteyn Buch über Zustände und Missstände an den Gemeinplätzen der sozialen Unterschicht. Sie dringt mit ironischer, doppeldeutiger Belichtung treffsicher in die Dunkelkammern der Republik, und was dabei portionsweise zutage gefördert wird, bereitet gleichermaßen eine Menge Spaß und ein Übermaß an Abscheu. Denn das Niveau der Texte ist umso niedriger, je abrupter das Grauen der darin innewohnenden Wahrheit dem Leser hochkommt. Somit muss ich augenzwinkernd eine abschließende Warnung meiner Kritik hintanstellen: Lesen auf eigene Gefahr – der Intellekt haftet für seine Aussetzer! Peter Pitsch

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