Monika Loerchner

 4.3 Sterne bei 27 Bewertungen

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Monika LoerchnerHexenherz. Eisiger Zorn
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Hexenherz. Eisiger Zorn
Hexenherz. Eisiger Zorn
 (27)
Erschienen am 01.03.2017

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PollyMaundrells avatar

Rezension zu "Hexenherz - Eisiger Zorn" von Monika Loerchner

Ein sehr tolles und fantasievolles Buch
PollyMaundrellvor 5 Monaten

Buchinfo
Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!

550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde … (Verlag)

Anfang
"Mist."
Und dann noch ein paar Mal: "Mist, Mist, Mist."
Das waren die Worte, mit denen mich meine Mutter begrüßte, kaum dass ich geboren worden war.

Wer hatte nicht auch schon mal den Gedanken im Kopf, dass die Welt so viel besser und friedlicher wäre, wenn sie von Frauen regiert werden würde. Würden alle wichtigen Positionen von Frauen besetzt, würde man mehr reden und weniger kämpfen. Oder?

Ein Trugschluss, wenn man dem Fantasyroman von Monika Loerchner vertraut. Denn dort sind die Frauen am Zug und herrschen so, wie vor vielen Jahrzenten und Jahrhunderten gelebt wurde und es in manchen Teilen der Erde heute noch zugeht. Nur, dass die Frauen den Spieß umgedreht haben. Denn sie sind es, die die Männer unterdrücken und ebenso gewaltvoll und brutal wie schonungslos regieren. Denn die Frauen haben etwas, was den Männern aus anatomischen Gründen nicht möglich ist. Einen weiblichen Zyklus und damit verbunden die Chance auf Magie. Doch es gibt eine Gruppe Rebellen, Männer wie Frauen, die dieses System stürzen wollen. Und es gibt noch Matthias Schulte. Den Großmüttermacher. Er entführt junge Mädchen und entfernt ihnen die Gebärmutter. Denn wer keinen Zyklus mehr hat, ist auch nicht fähig Magie zu wirken...

Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist Helena. Lernt der Leser sie in jungen Jahren kennen, so ist sie ab Kapitel 3 um zwölf Jahre gealtert und auch irgendwie recht unsympathisch geworden. Sie glaubt so sehr an das System und die Damen, die die Welt regieren, kennt nur schwarz oder weiß und will auch für nichts von ihrem Standpunkt abrücken. Sie macht es einem nicht gerade leicht sie zu mögen. Allerdings macht genau das diesen Charakter so realistisch. Niemand, der sein Leben lang an ein Staatssystem geglaubt und für dieses gearbeitet hat, ändert seine Meinung und Überzeugungen von jetzt auf gleich. Dafür wird viel Zeit und gute Argumente benötigt.

Was mir an Helena allerdings gefallen hat, ist ihre Loyalität und ihre Liebe - letztere ist allerdings sehr tief in ihr vergraben Als sie etwas über ihren Bruder erfährt, was sie nie hätte wissen wollen, wäre es ein Leichtes gewesen den eigenen Kopf zu retten und seinen zu präsentieren. Doch das tut sie nicht. Sie ist ihm gegenüber absolut loyal. Und auch als es rauskommt und sie selbst fliehen muss, bleibt sie dem System gegenüber als solches (erstmal) ebenfalls loyal. Sie hängt ihr Fähnchen nicht in den Wind. Das bewundere ich wirklich an ihr.

Die Geschichte spielt in unserer heutigen Welt, allerdings im Mittelalter. Es ist am Anfang etwas verwirrend sich im 21. Jahrhundert zu befinden, aber eben doch im Mittelalter zu sein. Macht man sich allerdings frei von irgendwelchen Zahlen, ist das alles kein Problem mehr.
Zwischen den Kapiteln befinden sich Auszüge aus den "Annalen des Goldenen Reiches" und erzählen sowohl geschichtliche Hintergründe, als auch Regeln und Gesetze.

Der Schreibstil ist ganz wunderbar! Die Autorin schreibt und umschreibt so herrlich, dass es keine Längen gibt, dafür aber eine wahre Bilderflut vor dem geistigen Auge stattfindet. Super!

Dass die Stadt Marburg für das Stadtbild Pate gestanden hat und sich das Marburger Schloss auf dem Cover befindet, freut mich als Gießener Mädchen natürlich sehr

Fazit
Ein tolles und sehr fantasievolles Buch über Hexen und die Frage danach, wie die Welt wohl wäre, wenn sie von Frauen beherrscht werden würde.

Wer Kitsch und eine Hollywood-Liebe sucht ist hier falsch.
Wer allerdings Realismus und Brutalität nicht scheut und keine Angst vor einer starken Protagonistin hat, der ist hier genau richtig!

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zuendegelesens avatar

Rezension zu "Hexenherz - Eisiger Zorn" von Monika Loerchner

Entspricht nicht den typischen Mustern eines Fantasyromans
zuendegelesenvor 10 Monaten

Meinung

In den ersten Kapiteln wird die Hauptprotagonistin Helena eingeführt. Der Leser bekommt eine Zusammenfassung ihres bisherigen Lebens bis zum tatsächlichen Handlungsbeginn. Es fängt damit an, dass sie in einem Gespräch mit ihrem Bruder einen schweren Fehler begeht, der ihr kurz darauf zum Verhängnis wird. Schnell zeig sich, dass die Welt, in der Helena lebt, ein bisschen anders tickt. Sie ähnelt dem uns bekannten europäischen Raum, aber gestaltet sich dann doch ganz anders.

Helena selbst befindet sich in Deutschland und ist Hexe und eine treue Staatsdienerin der Garde. Dem Leser begegnet ein fremdes und ungewöhnliches System. Jede Frau ist zu Magie fähig und in der Lage sich erwecken zu lassen. Männer sind nicht so viel wert wie Frauen und haben entsprechend wenig zu melden in diesem Regime. Selbst alle Frauen, die nicht der Magie fähig sind und Frauen, deren Magie verwirkt ist, nehmen eine untergeordnete Rolle ein. Es können im wahrsten Sinne nur die „stärkeren Frauen“ an der Macht sein. Ganz oben steht die Goldene Frau des Goldenen Reiches.

Dieser Perspektivenwechsel ist im Anbetracht der Tatsache, dass sich in den letzten Jahren vieles geändert hat, sehr interessant. Unsere Gesellschaft dreht und wandelt sich seit einiger Zeit: Frauen bekommen immer mehr Rechte, es gibt eine Frauenquote und der Feminismus findet immer mehr Anklang. Auch Männer kämpfen dafür und fordern ihr Recht ein, sich um ihre Familie zu kümmern, die Kinder zu erziehen und gleichgestellt mit Frauen zu sein. Die Gesellschaftskritik in dem Buch zielt darauf ab, ein veraltetes Bild komplett umzudrehen: Statt Männer sind Frauen an der Macht. Doch ist das wirklich besser, als wenn nur Männer an der Macht sind? Wohl kaum, wie im Verlauf der Geschichte deutlich wird.

Doch wie erklärt sich dieses Regime und wie kann es sein, dass plötzlich in einer Geschichte die Welt von Frauen regiert wird? Monika Loerchner hat dafür ein ganz einfaches Zaubermittel. Sie schreibt die Geschichte der letzten Jahrhunderte einfach neu. Der Leser erfährt aus vergangener Zeit, ‚Aus den Annalen des Goldenen Reiches‘, die vor jedem Kapitel berichten, wie sich die historischen Ereignisse zugetragen haben. Dieser Bezug wirkt recht glaubhaft, vor allem dann, wenn Persönlichkeiten wie Martin Luther auftauchen und Platz für eine neue Geschichte machen müssen und dann als ‚Martin von Mansfeld‘ folgendes tun:

Er formulierte 63 Thesen, nach denen die Magie ein Übel des Teufels ist und sich die Frauen wieder bedingungslos den Männern unterzuordnen haben, und nagelt sie an das Tor des Schlosses der Hauptstadt Annaburg.

Hexenherz. Eisiger Zorn, Seite 104

Und wäre das nicht schon genug der Glaubwürdigkeit, packt die Autorin noch einen ganzen bürokratischen Stapel ‚Aus der Gesetzgebung des Goldenen Reiches‘ mit in die Geschichte. Wodurch deutlich wird, welchen Stellenwert Frauen und Männer einnehmen.

Helena selbst ist absolut keine Sympathieträgerin. Ihre Motive sind klar: Sie ist der Goldenen Frau unterworfen und hat dem Reich einen Schwur abgeleistet, an den sie sich tapfer hält. Dafür nimmt sie so manche Unannehmlichkeiten in Kauf. Auf ihrem Weg zurück zu ihren Wurzeln geriet sie in ein gefährliches Spiel, dass sie einiges kosten wird. Zwischendurch musste ich richtig mitfühlen und im nächsten Moment ist Helena einfach nur widerlich und selbstsüchtig. In der Geschichte gibt es noch viele weitere Figuren, die sich selbst sehr treu bleiben und im Gesamtbild sehr passend sind. Der Leser darf sich also auf eine Portion vielfältiger Charaktere freuen. Besonders auf einen kleinen herzerwärmenden Jungen.

Die Krönung der ganzen Geschichte ist die sagenhafte, unglaublich detailreiche Kulisse. Es werden sehr viele Orte in diesem Buch beschrieben und das ziemlich anschaulich. Die Charaktere nutzen die örtlichen Gegebenheiten perfekt aus und machen es zu ihrem persönlichen Schauplatz. Die Geschichte wird dadurch sehr authentisch und szenisch.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Fazit

»Hexenherz« hat einen hohen Wiedererkennungswert, da es mal etwas Anderes ist. Das Buch nimmt eine ganz andere Perspektive ein und überzeugt mit einem außergewöhnlich zugrunde liegendem System. Es entspricht nicht den typischen Mustern eines Fantasyromans. Dabei werden historische Ereignisse fiktiv mit der Gegenwart verknüpft und es bleibt dabei stets glaubwürdig. Das Ganze ist gepaart mit einer aufregenden Geschichte, die sehr unterhaltsam ist. Darüber hinaus enthält die Geschichte eine große und gesunde Portion Gesellschaftskritik, die lang anhaltend zum Nachdenken anregt.

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Lia_Lunas avatar

Rezension zu "Hexenherz. Eisiger Zorn" von Monika Loerchner

Männer haben in dieser Welt nicht viel zu melden.
Lia_Lunavor einem Jahr

Monika Loerchner führt uns mit "Hexenherz - Eisiger Zorn" in eine diktatorisch-feministische Welt des 15. Jahrhunderts, die einzig in den Händen der Frauen liegt.

Regiert wird dieses Land von drei großen Hexen - der goldenen (die Oberste), der silbernen und der bronzenen Frau.

Alle Frauen des Reiches entwickeln ab Beginn des gebärfähigen Alters ihre unterschiedlichen magischen Fähigkeiten und steigen dadurch zu vollwertigen Hexen auf. Jedoch verlieren sie diese Kräfte ab Beginn ihrer Wechseljahre mehr und mehr.

Die Männer hingegen haben in dieser Welt nicht viel zu lachen und noch weniger zu melden. Sie besitzen nämlich keine magischen Fähigkeiten, sie haben weniger Rechte und somit bleiben ihnen lediglich handlanger Tätigkeiten und einfache Berufe, unter dem Stiefel einer Frau, die sie ausüben dürfen.

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Wir begleiten in diesem Roman unsere Hauptprotagonistin, staatstreue Gardistin und Hexe Helena.
Die Eingangs mit ihrer Garde umherstreift, alsbald einen groben Fehler begeht, durch diesen angeklagt wird, aus der Gefangenschaft flieht und sich bei Rebellen wiederfindet.
Auf das sie schlussendlich versucht, ihren getanen Fehler, durch eine bestimmte Tat, wieder ins Reine zu bringen.

Nebenher finden wir eine Widerstandsgruppe, dessen Frauen zwar allesamt Hexen sind, aber ihre magischen Fähigkeiten niemals richtig haben ausbilden lassen. Desweiteren, ziehen sie mit Männern umher, die mit ihnen gleichgestellt sind und allesamt lehnen sie das Hexentum, die Dikatur, die Unterdrückung der Männer und vorallem die 3 großen Frauen ab. Was dazu führt, das sie bis zu ihrem Ende gnadenlos von der Garde verfolgt werden.

Und dann gibt es da noch den kleinen slawischen Jungen namens Kolja.
Der durch eine bestimmte Geschichte an Helena gebunden ist, sie auf ihrer Reise begleitet und all das, obwohl Helena Kinder gar nicht so besonders gerne hat.


Fazit:
Monika Loerchner hat uns mit Hexenherz - Eisiger Zorn einen ganz wunderbaren Fantasy Roman auf den Tisch gelegt.
Ich finde es sehr schade, das da bislang noch nicht mehr aus ihrer Feder entsprungen ist, denn mir hat dieser Roman sehr gut gefallen.
Sie hat zwar einen ganz speziellen Schreibstil, der sicher nicht jedem gefällt, auch ich brauchte eine Weile um mich daran zu gewöhnen, aber dann habe ich das Buch regelrecht verschlungen, weil mich die Geschichte dermaßen in ihren Bann gezogen hat.

Von mir solide 4 Sternchen.

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Gespräche aus der Community

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acabus_verlags avatar
Die Menschheit hat tausende von Jahren gebraucht, um zu kapieren, dass jede Frau – na ja, fast jede – zaubern kann. Da wirst du ja wohl noch ein paar Jahre warten können, oder?

Dieses Zitat aus „Hexenherz. Eisiger Zorn“ aufgreifend scheint es jedoch unwahrscheinlich, dass die Leserinnen und Leser den Start der Leserunde zu diesem Roman noch länger abwarten können, oder? 


Liebe LovelyBooks-Leserinnen und -leser, 


wir laden euch daher zu einer Leserunde zu dem Historical Fantasy Roman „Hexenherz. Eisiger Zorn“ von Monika Loerchner ein. In der Leserunde werdet ihr in eine fantastische und magische Welt hineingezogen, in der Frauen an der Macht sind, und ihr könnt mit der Autorin darüber diskutieren!

Zum Buch: 
Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig! 
550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …

Weitere Infos sowie eine Leseprobe findet ihr auf der  Webseite der Autorin https://monikaloerchnersite.wordpress.com/, sowie auf der Verlagsseite http://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/fantasy_4/historical-fantasy_50/hexenherz-eisiger-zorn_9783862824564.htm.


Voraussetzung für die Teilnahme
sind vor allem die Lust am Austausch untereinander und die zeitnahe Beteiligung an der Leserunde.* 

Wenn ihr euch gerne bewerben möchtet, beantwortet bitte folgende Frage:
Wie sähe eurer Ansicht nach – im Guten wie im Schlechten – eine Welt aus, die allein von Frauen regiert werden würde? 

Die Bewerbungsphase geht vom 16. bis zum 28.2.2017

Der acabus Verlag stellt insgesamt 10 gedruckte Exemplare zur Verfügung. Die Autorin Monika Loerchner wird sich ab dem 6. März selbst an der Leserunde beteiligen und die Moderation übernehmen.  

Außerdem habt ihr Gelegenheit, die Autorin persönlich auf der Leipziger Buchmesse kennenzulernen und euch von ihr das Buch signieren zu lassen!

Am 24. März 2017 von 15.00-16.00 Uhr ist sie für eine Signierstunde am acabus Stand (Halle 2, Stand H325) und um18.20 Uhr liest sie beim Fantastischen Independent Lesetag im Club DarkFlower.

Selbstverständlich sind auch alle zu der Leserunde eingeladen, die das Buch bereits besitzen und gelesen haben!


Viel Spaß bei der Leserunde! 


*Im Gewinnfall gehören eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension (hier auf LovelyBooks sowie ggf. auf weiteren Portalen) selbstverständlich dazu. Falls Ihr dies nicht gewährleisten könnt, seht bitte von einer Bewerbung ab.
Monika_Loerchners avatar
Letzter Beitrag von  Monika_Loerchnervor einem Jahr
Vielen lieben Dank! Es freut mich, dass Dir das Buch so gut gefallen hat. :-)
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