Monika Loerchner Hexenherz - Eisiger Zorn

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Inhaltsangabe zu „Hexenherz - Eisiger Zorn“ von Monika Loerchner

Aus den Annalen des Goldenen Reiches

~1466~
Erschüttert von der Hinrichtung einer unschuldigen Jugendfreundin als Hexe erheben sich die Schwestern Beatrix und Stephanie gegen den Wunsch der bislang geheimen Hexen­elite und verhindern zusammen mit Gleichgesinnten eine weitere Hexenverbrennung.
Von der Inquisition verfolgt offenbaren die Schwestern ihren Anhängern, dass jede Frau eine Hexe ist, erwecken die Magie in ihnen und machen es sich fortan zur Aufgabe, Frauen wie Männer aus den Fängen der Inquisition zu befreien.
Als die Zahl der unter ominösen Umständen befreiten Gefangenen immer weiter ansteigt, reagiert die Inquisition mit vermehrten Verhaftungen und Eilprozessen. Währenddessen steigt die Zahl der Erweckten stetig an.
Einige Frauen machen es sich zur Aufgabe, die neu erweckten Hexen heimlich in ihrer Magie zu unterweisen.

Kapitel 3

Missmutig schaue ich auf. Ich bin gerade dabei gewesen, mir eine Karte der westlichen Region des Großen Moldawischen Reiches einzuprägen, als jemand meinen Namen gerufen und mich aus meiner Konzentration gerissen hat. Ich bin sowieso in gereizter Stimmung: Da die Woche meiner Magieerneuerung begonnen hat, kann ich nicht mit auf Patrouille gehen. Nicht mal so einfache Dinge wie Schutzzauber über Uniformen sprechen oder Heiltränke zubereiten ist mir möglich. Wie ich es hasse, hier untätig herumzusitzen, während meine Schwestern ihr Leben riskieren! Aber so ist es nun mal und den anderen Frauen geht es nicht anders: In dieser Zeit ohne Magie wäre ich den aufständischen Männern mit ihren Waffen schutzlos ausgeliefert oder schlimmer noch, würde die anderen Frauen der Garde in Gefahr bringen. Also verbringe ich meine Abende in dem Einzelzelt, das mir als Gardenzweite zusteht, und vertreibe mir die Zeit mit dem Studieren von Landkarten. Tagsüber drille ich junge Anwärterinnen im körperlichen Kampf. So kann ich wenigstens einen kleinen Beitrag leisten, während sich meine Magie erneuert.
„Herein“, rufe ich unwillig. Die Zeltplane wird auseinander geschoben und herein tritt Richard, Rickie, mein kleiner Bruder. Überrascht schaue ich ihn an. „Was willst du denn hier?“
„Welch warmherzige Begrüßung, Schwesterchen“, grummelt er gutmütig und schenkt mir sein schiefes Lächeln. „Willst du mich denn nicht umarmen?“
Er schließt die Tür und kommt mit ausgebreiteten Armen auf mich zu. Ich zucke mit den Schultern, stehe auf und lasse es zu, dass er mich an sich drückt. Ich fühle mich seltsam spröde dabei. Zärtliche Gefühlsbekundungen sind nicht mein Ding. Ich bewege mich keinen Millimeter, lasse die Berührung nur kurz zu und winde mich dann heraus.
Erleichtert lasse ich mich wieder auf den Boden sinken. Mit einer Geste fordere ich Richard auf, es mir gleich zu tun. Als Tisch dient mir eine kleine Truhe mit Platz für meine persönlichen Sachen: Uniform, Notfallwaffen, falls es während meiner Tage der Erneuerung zu einem Angriff kommt, ein paar Heiltränke. Jede hohe Gardistin hat solch eine Truhe in ihrem Zelt, die einfachen Kriegerinnen müssen sich mit einem Rucksack und Zweier- oder Viererzelten zufrieden geben. In einer Ecke liegt meine Schlafdecke, in der anderen ist eine kleine Feuerstelle, das war‘s. Richard scheint sich ähnliche Gedanken zu machen: Er sieht sich in meiner schlichten Behausung um und verzieht das Gesicht.
„Himmel, ein bisschen mehr Luxus hatte ich schon erwartet!“, lächelt er und setzt sich mir gegenüber auf den Zeltboden.
Ich zucke mit den Schultern. Irgendetwas an der Art, wie er das sagt, geht mir auf die Nerven.
„Was denn? Dachtest du, dass die Frauen, die das Reich und auch all die ach so armen Männer beschützen, es sich hier gut gehen lassen und ein Leben in Luxus führen?“, fauche ich. Richard zuckt zusammen. Kein guter Start. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns seit vier Jahren nicht mehr gesehen haben. Mir war allerdings noch nie groß daran gelegen, über Belanglosigkeiten zu plaudern, lieber komme ich direkt zur Sache.
„Was willst du hier?“
„Du hast dich kein bisschen verändert“, seufzt Richard und mustert mich aus seinen dunklen, schönen Augen.
„Warum sollte ich auch?“
Ich habe nicht vor, mich vor meinem kleinen Bruder für irgendwas zu rechtfertigen. Und, es tut fast weh es zuzugeben, seine Worte verletzen mich; in allem, was er sagt, klingt ein Vorwurf durch.
Richard schüttelt den Kopf, schließt für einen Moment die Augen, holt tief Luft. Atmet bedächtig wieder aus. Als er die Augen wieder öffnet, ist sein Blick mild.
„Ich bin kaum eine Minute hier und schon fangen wir an zu streiten“, sagt er leise. „Dabei freue ich mich so, dich endlich wiederzusehen, Schwesterchen! Zu viel Zeit ist vergangen, seit du das letzte Mal Heimaturlaub hattest!“
Sofort fühle ich mich wieder in die Defensive gedrängt: „Die Moldawier lassen mir kaum eine andere Wahl. Du weißt, wie es aussieht. Auch das aufständische Gesocks auf unserer Seite der Grenze ist lange nicht so friedlich, wie du und deinesgleichen vielleicht gerne glauben würdet.“
Wütend zeige ich auf die Landkarte, die ich auf den Tisch gelegt habe.
„Das große Moldawische Reich breitet sich immer weiter aus und wird uns gegenüber nicht mehr lange so friedlich bleiben. Und auch auf unserer Seite sieht es nicht so gut aus, wie du vielleicht denken magst: Die Rebellen versuchen immer öfter, verbotene Technik ins Land zu schmuggeln. Da stecken natürlich Regierungen hinter und wenn sie’s noch so leugnen! Wir sind vielen Ländern ein Dorn im Auge; sie beliefern unsere Aufständler und hoffen so, uns von innen heraus zu schwächen, und genau das dürfen wir nicht zulassen! Du siehst also, lieber Bruder, ich habe eine ganze Menge zu tun, um den Frieden zu sichern. Um das Land zu beschützen. Und auch dich und all die Männer, die sich beschweren, wie schwer sie es doch haben. Ich …“
„Helena!“
Richard steht auf, kommt auf mich zu und hockt sich direkt vor mich. Er schaut mir fest in die Augen und legt seine Hände auf meine Schultern. Ich unterdrücke das Verlangen, sie wegzuschlagen.
„Helena“, wiederholt er. „Was ist nur los mit dir?“
„Mit mir?“
„Mit uns, was weiß ich denn?“ Richard schaut zu Boden, lässt seine Hände aber auf meinen Schultern.
„Helena, hör dich doch mal reden! Du redest zu mir von ‚dir und deinesgleichen‘! Du bist meine Schwester, meine Familie! Was ist nur aus dir geworden?“
Das muss ich mir nicht länger anhören. Wütend schüttele seine Arme ab und springe auf.
„Was mit mir passiert ist? Das fragst du noch?“
„Lena“, sagt Richard leise, „wie lange ist das jetzt her mit Amelie?“
„Was meinst du?“, zische ich. „Von welchem ihrer Tode sprichst du?“
„Ich meine ihren Freitod“, murmelt Richard und senkt die Augen.
„Acht Jahre“, sage ich kalt. „Vor zwölf Jahren und einem Monat, am 08.08.2004, haben ihr Schultes Männer alles genommen, was ihr Leben lebenswert gemacht hat. Und vor acht Jahren, drei Wochen und sechs Tagen hat sie sich das Leben genommen, am 09.08.2008, es war ein Samstag. Und? Willst du mir auch dafür die Schuld geben?“
Richard erbleicht und schüttelt den Kopf.
„Was redest du denn da? Das habe ich nie gesagt, nie sagen wollen. Aber …“
„Aber was?“
„Du musst doch zugeben, dass etwas … falsch läuft, völlig verkehrt. Wenn sich eine Frau von 21 Jahren das Leben nimmt, nur weil sie nie wieder Magie anwenden oder Kinder bekommen kann. Mensch, da läuft doch was vollkommen falsch im System! Dass eine Frau anders keine Anerkennung mehr bekommen kann, als Mensch, der sie ist, und nur noch diesen Ausweg sieht …“
„Ach, also ist es ihre eigene Schuld? Willst du das damit sagen, ja? Dass sie nicht stark genug war? Nach allem, was sie ertragen musste, nach allem, was die ihr angetan haben?“ Ich grabe die Fingernägel tief in das Fleisch meiner geballten Fäuste. Trotz all meiner Wut, die sich wie ein roter Schleier über mich legt, bin ich plötzlich froh, meine magieerneuernde Zeit zu haben: Wäre Richard eine Woche später gekommen, er hätte seine Dreistigkeit vielleicht mit dem Leben bezahlt. Es wäre nicht das erste Mal, dass meine Magie in einem Moment der Wut aus mir herausfließt. Meine Magie ist aus Eis und Eis ist ein sehr schmerzhafter Tod.
„Helena, Helena!“ Richard brüllt jetzt, steht ebenfalls auf.
„Nein Helena, hör mir doch mal zu! Es muss doch einen Weg geben“, seine Stimme klingt mühsam beherrscht, als er sie wieder auf normale Lautstärke senkt, „wie wir alle zusammenleben können: Menschen mit Magie und ohne. Frauen und solche, die unfruchtbar sind und keine Magie in sich tragen. Großmütter. Und … Männer.“
Ich atme hektisch ein und aus, dieses Gerede habe ich schon zu oft gehört. Ich will es nicht hören, will gleichzeitig schreien und mir die Ohren zuhalten. Doch ich tue nichts von beidem, sondern stehe wie erstarrt da und lasse zu, dass Richard seine Worte wie giftige Pfeile auf mich abfeuert.
„Es muss doch eine Möglichkeit geben, wie alle Menschen, Männer und Frauen, gleichberechtigt und in Frieden miteinander leben können!“
„Ach ja?“ Ich lache laut auf.
„Meinst du etwa so wie in all den Jahrhunderten, als die Männer die Frauen unterdrückt haben?“
„Nein.“ Richard schüttelt energisch den Kopf.
„So meine ich das nicht und das weißt du. Mensch Helena, denk doch mal nach: Du denkst, du würdest als Frau zu einer Mehrheit gehören, aber das stimmt nicht! Wie lange habt ihr Magie? 30, 35 Jahre, wenn es hochkommt? Das ist eine Minderheit, zu der du gehörst. Meine Güte“, er lacht bitter auf, „viele dieser sogenannten Frauen sind noch 11, 12 Jahre alte Kinder, überleg doch mal! Gleichzeitig fällt die Zahl der Geburten mit jedem Jahr weiter … Es ist eine Minderheit, die uns regiert und bestimmt. Und was willst du machen, wenn du selbst Großmutter bist, hm? Der Tag ist nicht so fern, wie du vielleicht denken magst. Das kann doch alles nicht sein, es muss doch möglich sein, das besser zu machen! Ich meine eine Gesellschaft, in der jeder Mensch die gleichen Rechte hat, egal ob Mann oder Frau oder Nicht-Frau oder Großmutter. Es muss einen Frieden zwischen uns geben können! Das ganze System ist doch falsch, siehst du das nicht? Es ist allerhöchste Zeit, etwas zu ändern, eine Gesellschaft aufzubauen, die …“
„Richard!“, unterbreche ich ihn erschrocken. „Richard, was redest du denn da?“
Ich spüre förmlich, dass ich erblasse. Meine Brust zieht sich zusammen und schnürt mir die Luft ab. Unwillkürlich fasse ich mir an die Kehle, in meinen Ohren rauscht es.
„Richard“, wiederhole ich mühsam beherrscht und kann kaum verhindern, dass meine Stimme zittert. „Du redest wie … du hörst dich an, wie ein …“
Ich kann es nicht aussprechen, so sehr fürchte ich, Richard würde meinen Verdacht bestätigen und somit zur furchtbaren Wahrheit machen. Ich will es nicht hören, doch Richard kennt keine Gnade. Vollkommen ruhig sieht er mich an.
„Ja. Ich werde mich den Rebellen anschließen. Darum bin ich hergekommen. Dies ist vielleicht das letzte Mal, dass wir uns sehen werden, Schwester.“
Atmen. Ich stehe da und kann nichts weiter tun, als zu versuchen weiterzuatmen. Richard. Mein Bruder! Der mit ein paar wenigen Worten alles zerstört, was je zwischen uns gewesen ist. Alles in mir schreit, will ausbrechen, wüten und toben. Unsichtbare Fäuste trommeln von innen gegen mein Herz, drohen es zu zerreißen. Mein eigener Bruder.
„Rickie!“ Verzweifelter Aufschrei.
„Lena.“ Resigniert.
Ich schlucke. Tränen laufen mir über die Wangen. Ich wische sie weg. Erinnere mich daran, wer ich bin.
„Richard“, wiederhole ich und obwohl nicht ich der Verräter bin, ist mir, als würde mein Herz zerspringen. „Du weißt, dass uns das zu Feinden macht?“
Der Blick, den mein Bruder mir zuwirft, werde ich meinen Lebtag nicht vergessen.
Richard dreht sich um und geht.
Ich lasse mich zu Boden sinken und weine, bis mein Herz zu Eis gefriert. Rickie, mein kleiner Bruder, dem ich vor so langer Zeit und in einem anderen Leben das Bäuchlein gekitzelt habe, bis er vor lauter Lachen umgeplumpst ist. Den ich geliebt habe, wie niemanden sonst. Jetzt ist er mein Feind.

Entspricht nicht den typischen Mustern eines Fantasyromans

— zuendegelesen

Ich bin wertvoll, weil ich, ich bin. Fantasyroman mit kritischen Gedanken zu den Themen Selbstwert und Gleichberechtigung.

— Fantasie_und_Träumerei

Ganz anders als erwartet und mehr als spannend. Ein super durchdachtes Buch mit einer Hauptprotagonistin, wie man sie so selten erlebt.

— Annabel

Ein hervorragender, großartiger Fantasy-Roman vom Feinsten – für Fantasy-Fans und Hexen-Liebhaber!

— FrauTinaMueller

Schwierig. Einerseits gute Fantasy und natürlich hat sie Recht. Andererseits ist mir der Feminismus zu Holzhammermäßig.

— ioreth

Mich stört, die seltsame Art im Präsens zu schreiben, die Geschichte ist aber wirklich lesenswert!

— BlueSunset

Eine ungwöhnliche Geschichte mit faszinierender Grundidee und guter und detaillierter Umsetzung.

— steffis-und-heikes-Lesezauber

Grausamkeit und Unterdrückung haben hier System - hervorragende Idee und Umsetzung

— annlu

[5+/5] Grandioser Roman, historisch, phantastisch und dystopisch zugleich, voller Stärke und Unkonventionalität. Unbedingt lesen!!!

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    Hexenherz - Eisiger Zorn

    zuendegelesen

    02. January 2018 um 23:05

    Meinung In den ersten Kapiteln wird die Hauptprotagonistin Helena eingeführt. Der Leser bekommt eine Zusammenfassung ihres bisherigen Lebens bis zum tatsächlichen Handlungsbeginn. Es fängt damit an, dass sie in einem Gespräch mit ihrem Bruder einen schweren Fehler begeht, der ihr kurz darauf zum Verhängnis wird. Schnell zeig sich, dass die Welt, in der Helena lebt, ein bisschen anders tickt. Sie ähnelt dem uns bekannten europäischen Raum, aber gestaltet sich dann doch ganz anders. Helena selbst befindet sich in Deutschland und ist Hexe und eine treue Staatsdienerin der Garde. Dem Leser begegnet ein fremdes und ungewöhnliches System. Jede Frau ist zu Magie fähig und in der Lage sich erwecken zu lassen. Männer sind nicht so viel wert wie Frauen und haben entsprechend wenig zu melden in diesem Regime. Selbst alle Frauen, die nicht der Magie fähig sind und Frauen, deren Magie verwirkt ist, nehmen eine untergeordnete Rolle ein. Es können im wahrsten Sinne nur die „stärkeren Frauen“ an der Macht sein. Ganz oben steht die Goldene Frau des Goldenen Reiches. Dieser Perspektivenwechsel ist im Anbetracht der Tatsache, dass sich in den letzten Jahren vieles geändert hat, sehr interessant. Unsere Gesellschaft dreht und wandelt sich seit einiger Zeit: Frauen bekommen immer mehr Rechte, es gibt eine Frauenquote und der Feminismus findet immer mehr Anklang. Auch Männer kämpfen dafür und fordern ihr Recht ein, sich um ihre Familie zu kümmern, die Kinder zu erziehen und gleichgestellt mit Frauen zu sein. Die Gesellschaftskritik in dem Buch zielt darauf ab, ein veraltetes Bild komplett umzudrehen: Statt Männer sind Frauen an der Macht. Doch ist das wirklich besser, als wenn nur Männer an der Macht sind? Wohl kaum, wie im Verlauf der Geschichte deutlich wird. Doch wie erklärt sich dieses Regime und wie kann es sein, dass plötzlich in einer Geschichte die Welt von Frauen regiert wird? Monika Loerchner hat dafür ein ganz einfaches Zaubermittel. Sie schreibt die Geschichte der letzten Jahrhunderte einfach neu. Der Leser erfährt aus vergangener Zeit, ‚Aus den Annalen des Goldenen Reiches‘, die vor jedem Kapitel berichten, wie sich die historischen Ereignisse zugetragen haben. Dieser Bezug wirkt recht glaubhaft, vor allem dann, wenn Persönlichkeiten wie Martin Luther auftauchen und Platz für eine neue Geschichte machen müssen und dann als ‚Martin von Mansfeld‘ folgendes tun: Er formulierte 63 Thesen, nach denen die Magie ein Übel des Teufels ist und sich die Frauen wieder bedingungslos den Männern unterzuordnen haben, und nagelt sie an das Tor des Schlosses der Hauptstadt Annaburg. Hexenherz. Eisiger Zorn, Seite 104 Und wäre das nicht schon genug der Glaubwürdigkeit, packt die Autorin noch einen ganzen bürokratischen Stapel ‚Aus der Gesetzgebung des Goldenen Reiches‘ mit in die Geschichte. Wodurch deutlich wird, welchen Stellenwert Frauen und Männer einnehmen. Helena selbst ist absolut keine Sympathieträgerin. Ihre Motive sind klar: Sie ist der Goldenen Frau unterworfen und hat dem Reich einen Schwur abgeleistet, an den sie sich tapfer hält. Dafür nimmt sie so manche Unannehmlichkeiten in Kauf. Auf ihrem Weg zurück zu ihren Wurzeln geriet sie in ein gefährliches Spiel, dass sie einiges kosten wird. Zwischendurch musste ich richtig mitfühlen und im nächsten Moment ist Helena einfach nur widerlich und selbstsüchtig. In der Geschichte gibt es noch viele weitere Figuren, die sich selbst sehr treu bleiben und im Gesamtbild sehr passend sind. Der Leser darf sich also auf eine Portion vielfältiger Charaktere freuen. Besonders auf einen kleinen herzerwärmenden Jungen. Die Krönung der ganzen Geschichte ist die sagenhafte, unglaublich detailreiche Kulisse. Es werden sehr viele Orte in diesem Buch beschrieben und das ziemlich anschaulich. Die Charaktere nutzen die örtlichen Gegebenheiten perfekt aus und machen es zu ihrem persönlichen Schauplatz. Die Geschichte wird dadurch sehr authentisch und szenisch. Bewertung 4 von 5 Sternen Fazit »Hexenherz« hat einen hohen Wiedererkennungswert, da es mal etwas Anderes ist. Das Buch nimmt eine ganz andere Perspektive ein und überzeugt mit einem außergewöhnlich zugrunde liegendem System. Es entspricht nicht den typischen Mustern eines Fantasyromans. Dabei werden historische Ereignisse fiktiv mit der Gegenwart verknüpft und es bleibt dabei stets glaubwürdig. Das Ganze ist gepaart mit einer aufregenden Geschichte, die sehr unterhaltsam ist. Darüber hinaus enthält die Geschichte eine große und gesunde Portion Gesellschaftskritik, die lang anhaltend zum Nachdenken anregt.

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  • Monika Loerchner - Hexenherz. Eisiger Zorn

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    SophiesLittleBookCorner

    20. September 2017 um 17:19

    Eigene Meinung:Der Roman kommt auf den ersten Blick wie ein Fantasy-Roman daher, auf den zweiten Blick erkennt der Leser jedoch, dass viele phantastische Bezüge einem historischen Roman entnommen worden sind und Monika Loerchner den Roman in einer alternativen Gegenwart angesiedelt hat. Dieses so geschaffene "Deutschland" ist sehr spannend und der Leser erfährt nach dem Motto "Was wäre, wenn", was passiert wäre, wenn die Hexen des Mittelalters real gewesen wäre und in welche Richtung es sich hätte entwickeln können.Dies bedeutet, dass jede Frau magische Fähigkeiten besitzt und die Männer allesamt unterjocht wurden. Die Frauen erhalten eine Position in der Gesellschaft je nach ihrer Magiestärke und da das Erwachen der Macht and die weibliche Fortpflanzung gekoppelt sind, sind Mädchen und alte Frauen (Großmütter) fast genau so wenig wert wie Männer.Eine der mächtigeren Hexen ist die Gardistin Helena, die sich dem System verschrieben hat, jedoch durcheinandergebracht wird, als sie erfährt, dass sich ihr eigener Bruder den Rebellen angeschlossen hat und sie angeklagt wird, weil sie ihn nicht gemeldet hat. Plötzlich findet sie sich auf der anderen Seite wieder und möchte eigentlich nur wieder zurück in ihr altes Leben - auch wenn das bedeutet vielleicht über Leichen gehen zu müssen und hinter dem Rücken der nun bekannten Rebellen agieren zu müssen. Sie sind ja immerhin böse, oder doch nicht?Die Geschichte hat keinen typischen roten Faden und man kann sich nicht auf den typischen Spannungsaufbau verlassen. Das macht "Hexenherz" einerseits sehr spannend, weil der Leser nicht weiß wie es weitergeht und es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt, aber andererseits wirkt es dadurch stellenweise sehr langatmig und das Ende nicht ganz rund.Mein größter Minuspunkt sind die Charaktere. Es gibt einfach viel zu viel. Sie alle haben Namen und Geschichten und ich war irgendwann heillos in einem Meer an Figuren verloren. Bis auf den Hauptcharakter Helena bekommen auch nur sehr wenige wirklich Tiefgang und es war mir oft nicht ersichtlich wer in wie weit wichtig ist oder wären könnte.Und leider konnte ich mich auch mit Helena nicht identifizieren. Sie ist keine typische Heldin: sie ist arrogant, egoistisch, selbstbezogen und entspricht damit der typischen Frau im Roman. Die Frauen werden einfach so erzogen, dass sie sich für etwas Besseres halten. Natürlich passt sie deswegen sehr gut in die Geschichte herein und handelt ihres Charakters wegen auch sehr glaubhaft, dennoch war sie mir oft zu unsympathisch. Im Laufe des Buches legt sie Gott sei Dank einige ihrer Charakterzüge etwas ab und entwickelt sich weiter. Besonders ihre Beziehung zu dem kleinen Jungen Kolja geht ans Herz.Der Schreibstil ist in einer Umgangssprache gehalten. Da typische Schriftsprache fehlt, war der Einstig etwas holprig, doch als ich einmal drin war, konnte ich das Buch in einem Rutsch lesen. Fazit:Eine sehr spannende Geschichte mit einer genialen Grundidee, die mich dennoch hin und wieder etwas irritiert zurückgelassen hat.Ich weiß nicht ob "Hexenherz" ein Einteiler ist. Ich würde mir einen zweiten Teil wünschen, die geschaffene Welt ist so komplex, dass einfach nicht alles erklärt wurden konnte, ohne dass das Buch zu einem 1000-seitigen Schinken mutiert wäre.

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  • Hexenherz

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Fantasie_und_Träumerei

    09. September 2017 um 13:02

    Monika Lorchner hat mich mit ihrem Debüt positiv überrascht. Nie hätte ich erwartet, dass hinter diesem Fantasyroman so starke Aussagen stecken. Dachte ich zu Anfang, dass es sich um ein rein feministisches Werk handelt, wurde ich nach einigen Seiten eines besseren belehrt. Nicht die Frau steht im Mittelpunkt, sondern die individuelle Persönlichkeit an sich. Es ist bekannt, dass die phantastische Literatur keine Flucht vor der Realität ist, sondern vielmehr deren Spiegel. Oftmals werden politische, aber auch sozialkritische Themen verarbeitet. Das Thema "Geschlechterkampf" ist mir in diesem Genre bis dato noch nicht untergekommen. Ich finde es mutig von Monika Loerchner sich direkt im ersten Roman an ein in diesem Genre noch wenig ausgearbeiteten Thema zu beschäftigen.Verstecken muss sie sich damit keineswegs. Ihr Roman "Hexenherz" ist wirklich gelungen. Im Fokus steht wie gesagt die Rollenverteilung der Geschlechter, sowie der Kampf darum mehr Augenmerk auf Individualismus und weniger auf das Geschlecht der Person zu legen. Verpackt sind diese sozialkritischen Themen in eine spannende Handlung voller überraschender Wendungen. Bei der Ausarbeitung ihrer Figuren hat sich die Autorin viele Gedanken gemacht. Details wie etwa die sehr männliche Sprache der weiblichen Protagonistin, unterstreichen das Statement der Autorin zum Thema Gleichberechtigung.Ein, zwei kleine Kritikpunkte habe ich, die dem Roman als Ganzes jedoch nicht schaden. Manchmal gerät die Sprache ins Schwanken. Fällt mir etwas zu viel ins subtile ab. Kritikpunkte mangelnder Gleichberechtigung sowie die Tatsache, dass es uns Frauen Schmerzen und hormonelle Schwankungen bereitet, wenn wir unsere Periode bekommen, werden ein wenig zu häufig erwähnt. Ich möchte nicht mit der Nase auf diese Punkte gedrückt werden. Ich möchte selbst darauf kommen, dass es Gleichberechtigung notwendig ist, aber eher in der Theorie, als in der Praxis stattfindet und ich möchte dies nicht deshalb erfahren, weil es konkret im Buch steht, sondern weil der Kontext es hergibt und ich durch Einsatz meines Gehirns darauf komme."Hexenherz" zeigt, dass wir uns nicht über unser Äußeres bzw. in dem Fall Inneres definieren sollten, nicht über die Schubladen, in die andere uns stecken - und das schon über Jahrhunderte, dass wir nicht an bestehenden gesellschaftlichen Strukturen festhalten müssen, sondern dass jeder Mensch als Individuum gesehen werden sollte. Ich bin wertvoll, weil ich ich bin.

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  • Die Sprache hat mich nicht überzeugt, doch die Geschichte ist lesenswert!

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    BlueSunset

    30. August 2017 um 15:10

    Fangen wir bei den positiven Aspekten des Buches an. Zu einem ist dort die sehr einfallsreiche, alternative Welt, die Monika Loerchner für „Hexenherz“ entworfen hat. Es spielt, wie sie selbst sagte, „nicht irgendwo, sondern hier, mitten in Deutschland“. Die Entwicklung hat eine ganz andere genommen, als wir sie kennen, da die Frauen Magie erlangten. Die Welt selbst erinnert stark an das Mittelalter, jedoch mit ganz anderen Werten und Strukturen. Besonders interessant ist der historische Aspekt, den Monika Loerchner zu Beginn jedes Kapitels einführt, wo bekannte historische Persönlichkeiten und Ereignisse ihren Gastauftritt bekommen.Auch Werte wie Freundlichkeit, Güte und Anstand haben in „Hexenherz – Eisiger Zorn“ einen hohen Stellenwert. Eine weitere Besonderheit, die das Buch lesenswert macht, ist der Aspekt, ein Buch zu lesen, in dem es um eine herrschende Klasse von Frauen geht, die jedoch nicht weniger fehlerhaft als eine männliche ist.Die Handlung des Buches konnte mich weitestgehend ebenfalls überzeugen. Recht schnell wird die Protagonistin Helena, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, vor Probleme gestellt und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Sie durchläuft auch eine starke Charakterwandlung, die jedoch ziemlich vorhersehbar und eher flach ablief. Und damit wären wir schon bei meinem ersten Kritikpunkt: Viele Entwicklungen gehen zu schnell und sind zu oberflächlich. Wie schnell Loyalität und Vertrautheit entstanden, erschien mir nicht realistisch und ich hätte mir an dieser Stelle mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.SpracheMein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil des Buches. Wie bereits erwähnt ist das ganze Buch aus der ersten Person und zusätzlich noch bis auf wenige Ausnahmen durchgängig im Präsens geschrieben. Ich persönlich finde eine Präsens-Erzählform schwierig - gerade auch, weil es in der Kombination mit der Ich-Perspektive speziell in diesem Buch zu einer sehr hektischen, abrupten und springenden Sprache führte. Hier hat es mir so einige Male den Einstieg in das Buch erschwert. Fazit Trotz des sehr guten und neuen Weltenentwurfs, der moralischen Werte und der spannenden Handlung, kann ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben. Zu sehr hat mich der Erzählstil gestört und mir den Einstieg in die Geschichte erschwert.Monika Loerchner besitzt Potenzial und Kreativität. Ich denke, dass sie gute Chancen hat, eine gute Autorin zu werden, doch mit „Hexenherz – Eisiger Zorn“ konnte sie mich nur eingeschränkt überzeugen. Eine Empfehlung dieses Buches ist meinerseits deshalb nur bedingt möglich.Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

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  • "Hexenherz - Eisiger Zorn" - Monika Loerchner

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    elchi

    25. August 2017 um 19:03

    Inhaltsangabe: Eine Welt in der Frauen an der Macht sind und jede Frau der Magie fähig ist… Eine Welt in der die junge Hexe Helena heranwächst und im Glauben erzogen wird, Männer haben nichts zu sagen… Die einzig wahren Gesetze sind die der Goldenen Frau, der die staatsgetreue Gardistin Helena dient. Doch ihr Weltanschauungsbild gerät aus der Bahn als ihr Bruder ihr eröffnet sich den Rebellen anzuschließen und Helena in eine Machenschaft aus fiesen Intrigen, Machtgier und dem Bann der Magie gerät. Meine Meinung: „Hexenherz – Eisiger Zorn“ von Monika Loerchner ist ein historischer Fantasy-Roman mit einem Hauch dystopischer Züge, der mich magisch gefangen genommen hat. Einerseits brachte die Autorin mich zum Schmunzeln, andererseits war ich so geschockt von den Grausamkeiten und der dahinter verborgenen Realität unserer wahren Geschichte, die auch in dieser Geschichte nicht schön geredet wurden. Monika Loerchner unterbreitet uns eine Geschichte, die uns aufzeigt, dass gewisse Grenzen niemals überschritten werden dürfen und regt ihre Leser zum Nachdenken an. Der Einstieg in die Geschichte ist mir zunächst nicht ganz leicht gefallen, ist die Geschichte doch recht komplex, aber fantastisch ausgearbeitet. So erhalten wir stets vor den einzelnen Kapiteln durch die Analen des Goldenen Reiches einen Einblick, wie das Hexenreich gegründet wurde und die Welt mit all ihren Gesetzen überhaupt entstanden ist. Besonders faszinierend ist es wie detailgetreu die Autorin die wirklichen Geschehnisse unserer wahren Geschichte umgeschrieben hat und so zu ihrer völlig eigenen Welt formt. Eine Welt, in der Frauen an der Macht sind. Eine Welt so matriarchalisch wie keine andere. Zwar wurden auch hier die Frauen im Mittelalter als Hexen angeklagt, aber sie haben schnell herausgefunden, dass sie eine größere Macht in sich tragen und nicht hilflos sind. So dass wir mit einem völlig anderen Weltbild konfrontiert werden, als wir es eigentlich kennen. Einer Welt, wie sie aussähen könnte, wenn Frauen die Oberhand besitzen. Der Schreibstil der Autorin ist klar und einfach strukturiert. Die Sprache ist leicht verständlich und die Geschichte wird in Ich-Form aus Sicht der Hauptprotagonistin Helena wiedergegeben. So lässt sich der doch recht komplexen Geschichte mit eher untypischem Verlauf der Handlung, durch die Flut an Informationen und Wendungen der Geschehnisse, welche durch unvorhersehbare Reaktionen der Protagonisten hervorgerufen werden, recht gut folgen. Ebenfalls bemerkenswert ist der gut durchdachte Aufbau der Geschichte, der sich in 3 Teile gliedert. Jegliches Detail, möge es noch so klein sein und anfangs eher unbedeutend wirken, gewinnt im Verlauf der Geschichte an immer größerer Bedeutung. Die einzelnen Fäden die quer durch die Geschichte gesponnen werden, ziehen sich wie ein roter Faden hindurch und verbinden sich nach und nach zu einem mächtigen Strang, der der Geschichte eine konstante Spannung verleiht. Die Charaktere wirken zudem sehr realistisch, wenngleich sie keinesfalls perfekt sind. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten. Aber sie sind in ihrem Wesen so vielfältig, dass die Autorin völlig nebensächlich verschiedene Nationalitäten und auch diverse sexuelle Orientierungen mit in ihre Charaktere einfließen lässt. Besonders hervor sticht dabei unsere Hauptprotagonistin Helena. Eine taffe und regimegetreue Kriegerin und mächtige Hexe. Wenn auch ihre Weltanschauung hin und wieder erschüttert wird und sie eine doch bemerkenswerte Entwicklung durchläuft, bleibt sie sich selbst und den Gesetzen der Goldenen Frau stets treu, was sie sogleich immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Fazit: „Hexenherz – Eisiger Zorn“ von Monika Loerchner ist ein historischer Fantasy-Roman, der mit authentischen Charakteren, einem gut durchdachten Weltenentwurf und einer ungewöhnlichen Geschichte daher kommt und den Leser magisch in seinen Bann gefangen nimmt. Eine komplexe Geschichte, die zum Nachdenken anregt und bei der Liebhaber von Hexengeschichten und alternativen Realitäten auf ihre Kosten kommen. Absolute Leseempfehlung für Leser, die kein typisches Happy End erwarten!

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  • Hexen mal ganz anders

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Annabel

    20. August 2017 um 13:05

    Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie eine alternative Gegenwart (Kann man das überhaupt so nennen, wenn Magie im Spiel ist?) aussehen könnte. In der, die Monika Loerchner in ihrem Buch „Hexenherz – Eisiger Zorn“ beschreibt, sind die klassischen Geschlechterrollen vertauscht und Hexen haben das Sagen über die Gesellschaft.Ich muss zugeben, nach wenigen Seiten bekam meine anfängliche Faszination einen kleinen Knick, da ich für einen Moment befürchtete, dies würde eine „Mädchen schließt sich Rebellen an und es entwickelt sich eine tragische Romanze“-Geschichte werden.- Weit gefehlt! In Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter. Liebesschmalz ist so gar nicht vorhanden und die verschiedenen Hintergründe und Taten der Figuren verknüpfen sich letztendlich zu einer sehr durchdachten Handlung, die man nicht stereotypisch mit irgendwelchen Klischees besetzen könnte.Helena, die Hauptprotagonistin, ist nicht die typische Heldin. Nachdem ihrer Freundin etwas Schreckliches zustößt, formt sie sich immer mehr und mehr zu einer charakterlich ziemlich schwierigen Person, die sich nicht wirklich einfügen kann und in ihren Ansichten doch sehr verbohrt ist. Sie ist standfest, widerspenstig und besetzt - in meinen Augen - für eine ganze Weile die Rolle der „Bösen“. (Tatsächlich sah ich die Rebellen eher auf der „guten Seite“. Aber ich denke, jeder Leser kann in diesem Buch für sich entscheiden, für welche Seite er eher Partei ergreifen will, da alle so ihre Stärken und Schwächen, Sympathien und Antipathien haben.)Manchmal hat mich Helena mit ihrem Verhalten und ihrer unglaublichen Dickköpfigkeit fast zur Weißglut getrieben. Immerhin waren eigentlich alle sehr gut zu ihr. Selbst die Rebellen haben sie überwiegend gut behandelt und es hat mich richtig aufgeregt, dass sich in ihr dabei nichts gerüttelt hat.- Aber das bedeutet immerhin, dass ich wirklich mitgefiebert habe. Helena hält  etwas zu viel auf sich, ist sehr stolz und doch passen diese Charakterzüge gut zu ihrer Rolle als Gardistin. Außerdem ist es dadurch umso bedeutender, wenn sie ehrliche Emotionen fühlt und auch zeigt.Da sie relativ viel umherreist, betritt Helena verschiedene Gegenden und ich konnte genau beobachten, wie diese einzelnen Welten - also Wald, Stadt, Dorf, Verließt etc.- auf sie wirken und irgendwie auch formen. Sie verändert sich nie so gänzlich, bleibt ihrem Muster immer treu, aber die Feinheiten ihrer Person selbst variieren stark, weshalb sie nie zu einer langweiligen Figur wird.Von den anderen Charakteren ist keiner so penibel ausgearbeitet wie sie.- Aber das ist gut so. Denn da es so einige Menschen gibt, denen Helena begegnet, wären zu komplexe Charaktere verwirrend gewesen. Die Autorin hat zwar jedem Protagonisten eigene Wesenszüge gegeben, aber eben nur gerade so viele, damit man sie gut voneinander trennen kann, ohne in Verwirrung zu geraten.Auch die Welt, in der die Menschen und Hexen miteinander leben ist gut ausgearbeitet und voller Details, ohne zu überfordern. Der Gedanke, dass in dieser alternativen Gegenwart die Magie der Hexen so funktioniert wie die Technik, die wir in „unserer Welt“ haben, hat mich teilweise zum Grinsen gebracht. Denn auch in Helenas Universum gibt es Rolltreppen und künstliches Licht. Und der Gedanke daran, dass Hexen auf sich bewegenden Bürgersteigen durch die Stadt bummeln, war schon ganz witzig.Mit jedem Kapitelbeginn kann man außerdem einen Blick in die Annalen werfen. Das heißt, man kann ohne viel verwirrendes Hin und Her die Geschichte der Hexen nachvollziehen. Das halte ich persönlich für einen sehr cleveren Schachzug der Autorin, da sie so die eigentliche Handlung recht linear halten konnte. Ich finde es selbst nämlich recht anstrengend, wenn man neben einer neuen Welt, auch eine neue Historie lernen soll. So etwas kann schnell ermüdend werden.Was mich fasziniert, ist, dass die Autorin mir immer wieder ein gewisses Gefühl von Realität gegeben hat. Keine magische Handlung war zu abgedreht, um unglaubwürdig zu wirken und tatsächlich fiel es mir manchmal schwer, Reales von Fiktion zu trennen. Monika Loerchner schreibt sehr geübt, leicht und absolut ungezwungen, weshalb es mir sehr leicht fiel, mich in der Geschichte völlig fallen zu lassen. So konnten sich die verschiedenen Emotionen der einzelnen Figuren sehr einfach auf mich übertragen und mich noch stärker fesseln.  mehr auf:http://a-bookdemon.blogspot.de/2017/06/rezension-hexenherz-eisiger-zorn.html

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  • Hexenherz

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    FrauTinaMueller

    14. August 2017 um 17:24

    Woho! Werte Monika Loerchner, was ist das denn für ein fulminantes, spannendes Hexen-Fantasy-Abenteuer, dass Sie uns da mit “Hexenherz – Eisiger Zorn” präsentieren? Liebe Leser, eines vorneweg: Dieses Buch müsst ihr einfach lesen! Warum? Weil Monika Loerchner eine völlig neue Fantasy-Welt erschaffen hat und mit viel Liebe zum Detail ein fabelhaftes, spannendes High-Fantasy-Abenteuer vom Feinsten geschrieben hat! Nur kurz worum es geht: 1466 – die Hexenverfolgung nimmt massiv an Fahrt auf – schreitet die bisher im geheime Elite der Hexen ein und offenbart, dass jede Frau der Magie fähig ist. Das Buch spielt 550 Jahre später, in der die junge Hexe und dem Staate der Goldenen Frau treue Gardistin Helena in einer von Frauen bestimmten Gesellschaft heranreift. Ihr Traum ist es, im Dienst der Goldenen Frau immer weiter in der Rangfolge nach oben zu steigen. Doch dann wird sie Opfer einer fiesen Intrige, muss fliehen und gerät in die Fänge von Rebellen. Mehr möchte ich nicht verraten, ihr müsst das Buch unbedingt lesen, es ist sehr spannend und mit viel Liebe geschrieben. Zu Beginn eines neuen Kapitels wird aus den “Annalen des Goldenen Reiches” zitiert, was alleine schon den Kauf des Buches wert ist. Erste Sätze: “Mist.” Und dann noch ein paar Mal: “Mist, Mist, Mist.” Das waren die Worte, mit denen mich meine Mutter begrüßte, kaum das ich geboren wurde.” (Seite 8) Man fühlt beim Lesen, wie viel Freude die Autorin selbst an der Geschichte hatte und welch großer Fantasy-Fan sie selbst ist. Ihr ist mit “Hexenherz” ein supertolles Buch gelungen, dass ich – nach anfänglichen klitzekleinen Problemen in die Geschichte hineinzufinden – in einem Rutsch zu Ende lesen musste, so spannend schreibt Monika Loerchner! Es ist nicht der herkömmliche Heldenreisen-Epos im Sinne von Gut-gegen-Böse und Gut muss gewinnen und wer auf ein klassisches Happy Fantasy End hofft, der wird sich wundern ;-), sondern ein Buch, das frischen Wind in die Fantasy-Szene bringen wird. Fazit: Ein hervorragender, großartiger Fantasy-Roman vom Feinsten – für Fantasy-Fans und Hexen-Liebhaber ein absolutes Must-have im Buchregal.

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  • Tolle Idee

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    thebookpassion

    23. May 2017 um 16:08

    Im Jahre 1466 entdecken Frauen etwas Unfassbares: Jede Frau ist der Magie mächtig. 550 Jahre später wächst Helena in einer von Frauen beherrschten Welt auf. Durch tragische Ereignisse entscheidet sich Helena in die Dienste der Garde zu treten, um ihr Land und die Macht der Frauen zu schützen. Durch Intrigen fällt Helena jedoch in Ungnade und trifft das erste Mal auf Rebellen. Ist das System d er Frauen wirklich ohne Fehler?Ich finde die Idee des Romans absolut interessant, denn die Frauen herrschen mit eiserner und auch brutaler Hand. Sie unterdrücken die männliche Bevölkerung und zeigen den Männern deutlich, dass sie den Frauen haushoch unterlegen sind. Frauen werden in „Hexenherz“ also nicht als zarte und gefühlvoll dargestellt, sondern als taff, rücksichtslos und brutal. Auch die Idee, dass die Magie der Frauen von ihrem Zyklus abhängig ist und sie daher einmal im Monat schutzlos sind, finde ich absolut grandios und gut umgesetzt, denn durch diese Informationen wirkt das Magiesystem absolut logisch und verständlich.Zunächst lernt man die Protagonistin Helena in jungen Jahren kennen und erlebt mit ihr zusammen ein zentrales Erlebnis, das sie für immer verändert und ihre Entscheidungen nachhaltig prägt. Helena ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin und ich hätte ihr oft gerne einfach den Hals umgedreht. Sie glaubt einfach felsenfest an das politische System. Dadurch wirkt ihre Figur jedoch wesentlich authentischer, denn sie zweifelt nicht schon sofort nach gefühlt drei Seiten an ihrer Regierung, der sie zuvor mit Herzblut gefolgt ist. Erst nach und nach schleichen sich Zweifel ein und es ist ein langwieriger Prozess.Insgesamt konnte mich „Hexenherz“ überzeugen, denn die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist absolut kreativ und hebt sich deutlich ab und auch die Figuren wirkten sehr realistisch auf mich.

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  • Hexen an die Macht, oder lieber nicht?,

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Lesemama1970

    16. May 2017 um 20:37

    Hexenherz. Eisiger Zorn ist im Februar 2017 von Monika Loerchner beim Acabus Verlag erschienen.   Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, da es mir von einer Bekannten empfohlen wurde.   Produktinformation Taschenbuch: 440 Seiten Verlag: Acabus Verlag; Auflage: 1., Originalausgabe (13. Februar 2017) Sprache: Deutsch ISBN-10: 386282456X ISBN-13: 978-3862824564 ASIN: B06XCQMZXW   Klappentext: Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig! 550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler - und seine Feinde …   Meine Meinung: Das Cover hat etwas Magisches, was mich sofort angesprochen hat. Deshalb bin ich sehr Froh, dass es mir von einer Bekannten empfohlen wurde. Die historischen Informationen zwischen den einzelnen Kapiteln haben bei mir den Lesefluss etwas behindert. Das Buch lässt sich flüssig lesen (wenn man die Texte zwischen den Kapiteln nicht beachtet) aber ich habe trotzdem länger gebraucht für die 431 Seiten wie sonst, da die Geschichte sehr unterschiedliche Gefühle hervorgerufen hat. Es ist auf jeden Fall kein Buch für zwischendurch. Es hat mich auch sehr irritiert, das die Geschichte 2004 spielt aber sich liest wie im Mittelalter. Helena ist eine sehr starke Protagonistin um die herum die ganze Geschichte aufgebaut wurde. Erschreckend wenn man sich vorstellt, dass nur ein Geschlecht die Menschen beherrscht. Was hätten die Hexen in der Geschichte nicht alles erreichen können, wenn sie nicht so von sich selbst überzeugt gewesen wären. Die Geschichte ist spannend geschrieben und mit einem Ende mit dem ich nicht gerechnet hätte. Wer gerne Bücher über Hexen liest ist bei diesem Buch genau richtig.

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  • Was wäre, wenn magiebegabte Frauen die Geschichte bestimmt hätten?

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Sandra1978

    01. May 2017 um 16:11

    Inhalt: Seit dem Mittelalter ist es den Hexen gelungen, die Männer als dominierendes Geschlecht zu vertreiben und die Führung zu übernehmen. Die Kirche ist nicht mehr. Die Gesetze der Frauen bestimmen die bestehende Ordnung. In jugendlichem Alter soll jede Frau „erweckt“ werden, d.h. Zugang zu ihrer Magie erlangen, die sie bis zum Erreichen eines hohen Alters ausüben kann, bis sie zur Großmutter wird. Doch es gibt Menschen, die von der Gleichheit von Mann und Frau überzeugt sind. Diese Rebellen leben in kleinen Gruppen und verborgen vor dem Gesetz. Als Helena, eine aufstrebende Gardistin, erfährt, das ihr Bruder die Gesinnung der Rebellen teilt, bricht sie fast zusammen. Als ihr dann noch eine missgünstige Kollegin einen Strick daraus dreht, soll sie als Verräterin der Goldenen Frau, der Herrscherin, vorgeführt werden. Doch sie kann fliehen und gerät mitten in eine Rebellengruppe. Sie schmiedet einen Plan, wie sie ihr altes Leben zurückgewinnen kann, doch als sie hinter der Rebellen die Menschen kennen und mögen lernt, beginnt sie ihren Plan und noch mehr in Frage zu stellen.   Beurteilung Ja, wenn ich das Wort Hexe lese, ist es bei mir vorbei, da kann ich an keinem Buch vorbeigehen J Vorweg muss ich sagen, dass ich das grundlegende Szenario extrem faszinierend finde: Ab dem 15. Jahrhundert baut die Autorin hier angelehnt an der tatsächlichen Geschichte eine alternative Entwicklung auf, in der die Hexen zwar auch verfolgt werden – aber im Unterschied zur echten Vergangenheit lehnen sich die Hexen hier erfolgreich auf und übernehmen nach und nach die Macht. Jeder Leser sollte also keinesfalls die geschichtlichen Meilensteine, die vor jedem Kapitel zusammengefasst werden, überlesen – gerade die sind total faszinierend. Vor der Story an sich stehe ich mit gemischten Gefühlen. Ich habe ein bisschen gebraucht, mich an den Schreibstil zu gewöhnen, dann jedoch lässt sich das Buch gut lesen. Ganz ehrlich muss ich sagen: Grundsätzlich habe ich absolut nichts gegen eine von Frauen dominierte Gesellschaft. Was mir inhaltlich nicht so ganz passt ist die Tatsache, dass die Männer hier wirklich krass unterdrückt werden und nicht besser behandelt werden, als die Frauen früher – nicht viel mehr als Handlanger für niedere Arbeiten und Haushalt. Und die Frauen benehmen sich wie die Männer. Das macht es also insgesamt nicht besser als die „echte“ Vergangenheit, nur mit verkehrten Rollen. Ich hätte mir ja schon gewünscht, dass die Frauen dann in solch einem alternativen Szenario dann auch etwas anders mit ihrer Macht umgehen. Mir sind die Frauen in diesem Szenario einfach zu tough und oft zu rabiat, auch wenn sie auch andere Seiten zeigen.Aber das ist natürlich Geschmackssache. Die Handlung an sich ist gut aufgebaut, langweilig wird es nicht und oft erwartet man nicht, was als nächstes geschieht, sondern rechnet eigentlich mit etwas völlig anderem. Dadurch bleibt es bis zum Ende spannend, auch wenn ich das Ende dann doch ein bisschen klischeehaft fand. Zusammengefasst: Eine tolle Idee, super ausgearbeitet und mit schönen Details wie den Meilensteinen und den Gesetzenauszügen versehen. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit gut und flüssig lesbar, die Darstellung der Frauen finde ich einen Tick zu krass. Daher bekommt „Hexenherz – Eisiger Zorn“ von mir 4 von 5 Sternchen.

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  • Leserunde zu "Hexenherz. Eisiger Zorn" von Monika Loerchner

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    acabus_verlag

    Die Menschheit hat tausende von Jahren gebraucht, um zu kapieren, dass jede Frau – na ja, fast jede – zaubern kann. Da wirst du ja wohl noch ein paar Jahre warten können, oder? Dieses Zitat aus „Hexenherz. Eisiger Zorn“ aufgreifend scheint es jedoch unwahrscheinlich, dass die Leserinnen und Leser den Start der Leserunde zu diesem Roman noch länger abwarten können, oder?  Liebe LovelyBooks-Leserinnen und -leser,  wir laden euch daher zu einer Leserunde zu dem Historical Fantasy Roman „Hexenherz. Eisiger Zorn“ von Monika Loerchner ein. In der Leserunde werdet ihr in eine fantastische und magische Welt hineingezogen, in der Frauen an der Macht sind, und ihr könnt mit der Autorin darüber diskutieren! Zum Buch:  Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!  550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde … Weitere Infos sowie eine Leseprobe findet ihr auf der  Webseite der Autorin https://monikaloerchnersite.wordpress.com/, sowie auf der Verlagsseite http://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/fantasy_4/historical-fantasy_50/hexenherz-eisiger-zorn_9783862824564.htm. Voraussetzung für die Teilnahme sind vor allem die Lust am Austausch untereinander und die zeitnahe Beteiligung an der Leserunde.*  Wenn ihr euch gerne bewerben möchtet, beantwortet bitte folgende Frage: Wie sähe eurer Ansicht nach – im Guten wie im Schlechten – eine Welt aus, die allein von Frauen regiert werden würde?  Die Bewerbungsphase geht vom 16. bis zum 28.2.2017.  Der acabus Verlag stellt insgesamt 10 gedruckte Exemplare zur Verfügung. Die Autorin Monika Loerchner wird sich ab dem 6. März selbst an der Leserunde beteiligen und die Moderation übernehmen.   Außerdem habt ihr Gelegenheit, die Autorin persönlich auf der Leipziger Buchmesse kennenzulernen und euch von ihr das Buch signieren zu lassen! Am 24. März 2017 von 15.00-16.00 Uhr ist sie für eine Signierstunde am acabus Stand (Halle 2, Stand H325) und um18.20 Uhr liest sie beim Fantastischen Independent Lesetag im Club DarkFlower. Selbstverständlich sind auch alle zu der Leserunde eingeladen, die das Buch bereits besitzen und gelesen haben! Viel Spaß bei der Leserunde!  *Im Gewinnfall gehören eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension (hier auf LovelyBooks sowie ggf. auf weiteren Portalen) selbstverständlich dazu. Falls Ihr dies nicht gewährleisten könnt, seht bitte von einer Bewerbung ab.

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  • Eine fazinierende, detaillierte und doch ungewöhnliche Geschichte

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    22. April 2017 um 15:07

    Kurzbeschreibung:Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler – und seine Feinde …Meinung:Ich muss ja wirklich sagen, dass ich die Grundidee der Geschichte total interessant fand. Was wäre, wenn sich die Vergangenheit ganz anders entwickelt hätte und die Frauen das Sagen über die Männer hätten?Diesen Gedanken fand ich ziemlich spannend und die Umsetzung ist der Autorin auch echt gut gelungen. Vor allem die historischen Veränderungen, die die Autorin vor jedem Kapitel beschreibt und so auch bekannte historische Entwicklungen Europas abändert, fand ich ziemlich eindrucksvoll. Ein bisschen schade fand ich, dass die Beschreibung dieser Entwicklungen nur bis ins 17. Jahrhundert geht und die danach folgenden Abschnitte vor den jeweiligen Kapiteln durch Gesetzestexte abgelöst werden. Diese fand ich zwar auch ganz interessant, passend zur Geschichte und vor allem haben sie nochmal Ungeheuerlichkeiten dieser Welt betont, aber die weiteren historischen Entwicklungen hätten mich schon auch noch interessiert.Nun ja, die Hauptgeschichte wird auf jeden Fall aus Helenas Sicht erzählt. Anfangs lernen wir sie als Kind bzw. Jugendliche kennen, wodurch wir einen guten Einblick in die teils ziemlich schockierenden Regeln der Gesellschaft und einen Grund für Helenas spätere Einstellung bekommen.Denn, die erwachsene Helena ist anfangs definitiv nicht unbedingt sympathisch. Sie ist von dem Regime wirklich überzeugt, verhält sich kühl, egoistisch und ruppig und was mit Männern passiert, ist ihr größtenteils echt egal. Doch mit der Zeit macht sie eine Entwicklung durch. Dabei ist diese Entwicklung aber nicht vergleichbar mit denen in vielen anderen Romanen, sondern ziemlich besonders. Denn obwohl sie anfängt ihre Gefühle zuzulassen und diese zu zeigen und gegen eine bestimmte Ungerechtigkeit im Regime vorgeht, verändert sich ihre Einstellung nicht komplett. Sie steht trotz ihrer Erfahrungen und Entdeckungen, die sie im Laufe der Handlung macht, immer noch hinter der goldenen Frau und den Regeln, was sie in eine ziemliche Zwickmühle bringt.So ist auch die Handlungsentwicklung echt unterhaltsam und interessant, aber definitiv nicht typisch. Die Autorin geht andere Wege und verzichtet auch auf ein typisches Happy End. Das Ende passt zwar durchaus zur Geschichte und es hat auch seine guten Seiten und Entwicklungen, aber ein klares Happy End sieht anders aus.Die Entwicklung des Weltentwurfs hat mir sehr gut gefallen. Die Unterdrückung der Frau wurde wirklich glaubhaft umgedreht und es wurde deutlich, dass wie so oft, aus einer guten Absicht heraus etwas Falsches entstehen kann. Die Autorin hat echt viel Wert auf Details gelegt und so auch bekannte Redenswendungen (z. B. ach, Frau) auf die Frau ausgelegt, was der Geschichte nochmal mehr Authentizität verleiht.Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Durch die vielen Details und die anschaulichen Beschreibungen der Autorin findet man sich in der Welt gut zurecht.Fazit:„Hexenherz –Eisiger Zorn“ ist eine ungewöhnliche Geschichte. Die faszinierende Grundidee wurde wirklich gut und detailliert umgesetzt, wodurch die Autorin eine anschauliche und schockierende Welt erschaffen hat. Der Plot ist spannend und einige Entwicklungen gehen doch in einen nicht typische Richtig, was dem Buch wirklich etwas Besonderes verleiht. Auch wenn Helenas Geschichte nicht ganz mit einem Happy End endet, finde ich ihre Geschichte nach längerem darüber nachdenken doch recht passend abgeschlossen. Die Autorin plant noch weitere Geschichten aus der Hexenherz-Welt, jedoch sollen diese unabhängig voneinander lesbar sein. Für dieses Buch gibt’s es aber auf jeden Fall solide 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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  • Eine etwas andere, tolle Hexengeschichte

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Lesen_im_Mondregen

    20. April 2017 um 11:23

    Ich finde das Cover total schön! Die Symbole mit der Goldenen Göttin (wie ich annehme. Könnte aber auch die goldene Frau sein) in der Mitte, sowie das Schloss im Hintergrund passen perfekt zur Geschichte. Die Farben sind sehr konträr und ich finde, es wirkt dadurch sehr mystisch.Der Anfang beginnt mit der Geburt Helenas.Ihre Mutter ist unglücklich, denn sie wollte einen Sohn haben, obwohl in dieser Gesellschaft die Frau über alles steht.                    „Mist.“ Und dann noch ein paar Mal: „ Mist, Mist, Mist.“Das                   waren die Worte, mit denen mich meine Mutter begrüßte,                     kaum dass ich geboren war. „Mist.“ Helena hat eine unbeschwerte und glückliche Kindheit.Als der Tag kam, an dem sie zu einer Frau wird, bleibt jedoch eines aus: Ihr Magie. Sie will nicht so richtig fließen oder sie hat einfach kein Talent von ihrer Mutter geerbt, welche die begabteste Hexe der Stadt ist.Dann kam der Tag, der alles veränderte.......Helena, kurz Lena, ist eine sehr selbstbewusste, fähige Frau und als Ostgardezweite viel zu sagen wie auch starke Magie. Was ich von Anfang an an ihr bewundert habe, ist ihr unglaublicher Gerechtigkeitssinn.                 "Ich habe schon viel von dir gehört, Helena von Smaleberg.                   Sage mir nun, was für dich wichtiger ist: Deine Loyalität mir                  gegenüber, der Goldenen Frau, oder dem, was du für                              Gerechtigkeit hälst?"               Ich schlucke, danke der Göttin für die Gnade meines Lebens                und sage: "Meine Goldene Frau, Ihr geht mir über alles, doch                nicht über die Gerechtigkeit der Großen Göttin."Ihre Einstellung ist nicht ganz die meine, aber muss es ja auch nicht, denn es ist eine Geschichte.Die Anschauung der Hexen jedoch, würde mich sofort zu den Rebellen überlaufen lassen, die die Gleichberechtigung der Männer und Frauen wollen. Aber ich kenne es ja nicht anders ;) Alle Charaktere sind sehr gut beschrieben und ich hatte von jedem ein genaues Bild im Kopf.Adrian hat es natürlich auch mir angetan, aber nicht nur er. Auch Mirja hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, mit ihrer realistischen und doch leicht träumerischen Art, die nicht nur eine gute Kämpferin ohne Magie war. Frech, selbstbewusst und wunderschön.Der Anfang ist weniger actionreich, jedoch bekommt man sehr viele Informationen dafür. Ein paar Passagen ziehen sich ein wenig.Ich muss zugeben, ich dachte bis zur Hälfte, dass mich nun nicht wirklich mehr etwas überraschen kann. Oh, wie habe ich da falsch gelegen.So viele Überraschungen! Ereignisse überschlagen sich und die Geschichte nimmt eine Wendung, mit der ich nie gerechnet hätte.Die Annalen, die in dem Buch zu finden sind, tragen zum Verständnis der Gründung des goldenen Reiches bei, was mir erst nach und nach bewusst wurde, da ich sie zuerst als unwichtig eingestuft habe und auch nichts damit Anfangen konnte.Die Paragraphen, welche nach den Annalen folgen, fand ich sehr interessant. Sehr gut durchdacht und es wurde darin alles geregelt, was es zu regeln gab.Die Autorin hat es geschafft, dass ich in der Geschichte versinken konnte und die eine oder andere Träne vergossen habe. Ja, ich bin ein wenig sensibel bei solchen Sachen.Am Schluss war ich durchaus sprachlos, denn ich hatte ein etwas anderes Ende im Sinn. Absicht oder nicht? Wer weiß …Ich hoffe jedoch, dass die Geschichte doch noch irgendwann weitergeht!Fazit: Eine sehr schöne, einnehmende Geschichte über eine andere Welt, die ich so nicht erwartet hätte. Sie war sehr erfrischend, mit Humor, einem guten Schreibstil, einem interessanten Thema und einmal etwas ganz Anderes als das, was ich bis jetzt kenne.

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  • Ich liebe dieses Buch

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    Manuela_Pfleger

    18. April 2017 um 08:50

    Über die Hauptprotagonistin:Hallo, ich bin Helena, geboren als Tochter einer sehr mächtigen Hexe. Aufgewachsen in einem Dorf bei meiner Mamu (meine Großmutter) und meinem Bruder Richard. Ich lebe in einer Zeit, in der Hexen an der Macht stehen und Männer uns untergeordnet sind. Als Kind habe ich nicht so wie meine Freundin Amelie die Zeit dem Erwecken der Magie entgegen gefiebert, aber wie es dann so war, änderte sich mein Leben.Als die zweite Gardenoberin bin ich tätig und alles läuft für mich sehr zufrieden. Leider wird unsere Welt auch durch Rebellen und Verräter gestört, die sich unserer Ordnung widersetzen. Eines Tages werde ich selbst von mir untergeordneten Gardistinnen des Verrats verdächtig und wurde verhaftet. Du willst wissen, wie es weiter geht? Dann würde ich Dich bitten, dieses Buch zu lesen. "Meine Mutter kümmerte es allerdings wenig, was die Goldene Frau sagte oder die Silberne oder die Bronzene oder alle anderen, die in der politischen Hackordnung unseres wunderbaren Landes danach kamen."Seite 8Meine persönliche Meinung:Das Cover passt meine Meinung perfekt zur Geschichte und ist sehr mystisch und fantastisch. Der Schreibstil von Monika Loerchner ist für manche vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch empfinde ich den Schreibstil leicht und flüssig geschrieben, mit einer Sprache zwischen Mittelalter und heute. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde ich neben der Autorin sitzen und ihr voller Spannung zuhören. Die Protagonisten und Handlungsplätze sind sehr gut und detailreich geschildert und in Helena konnte ich mich sofort hinein versetzen. Ich habe mit Helena mitgefühlt, geweint, gelacht und ihre Aussprache bei den Dialogen gefiel mir sehr gut. Die Geschichte ist in drei Teilen aufgeteilt. Zwischen den Kapiteln bekommt man im zweiten Teil Annalen des goldenen Reiches erzählt. Im dritten Teil die Paragraphen des goldenen Reiches. Wie es zur Geschichte selber genau passt, muss man selber heraus finden ;) In dem Buch handelt es sich sowohl um "Politik" (aber nicht im realen Sinn), Macht, Liebe, Magie, Schmerz, Verlust und Verrat. Als Leser wird man in eine düstere aber auch magische Welt verführt und man darf mit Helena eine fantastische Reise machen. Ich habe mir ehrlich gesagt etwas völlig anderes erwartet, aber wurde hier sehr positiv überrascht.Das Genre würde ich hier persönlich zwischen Fantasy und historischer Roman betrachten. Mein Fazit:"Ein sehr gelungener Roman von Monika Loerchner, der in einer Welt zwischen Hexen, Mittelalter und Fantasy spielt, mit einem Touch von historischem Hintergrund. Spannend, leicht zu lesen und macht Lust auf mehr." 

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  • Rezension: Hexenherz

    Hexenherz - Eisiger Zorn

    MissOptimismus

    08. April 2017 um 17:00

    Monika Loerchner: HexenherzInhaltAlle Frauen haben das Talent Magie zu wirken. Sie müssen nur erweckt werden. In dieser Welt herrschen die Frauen und die Männer gehorchen. Helena ist Gardistin in dieser Welt und verfolgt mit Leidenschaft die Rebellen, doch plötzlich befindet sie sich mitten unter ihnen. Wird dies ihre Perspektive auf ihre Welt verändern?Meine MeinungDieses Buch liest sich sehr mitreißend. Ich konnte es fast gar nicht aus der Hand legen. Die Welt ist angelehnt an unsere Welt nur hat sie sich eben mit Magie entwickelt und mit Frauen, die die Macht inne haben. Es ist sehr interessant zu sehen, wie Frauen handeln wenn sie mächtig sind. Genauso wie mächtige Männer. Manche Verantwortungsbewusst andere nutzen nur ihre Vorteile und treten auf die Schwachen. Diese Welt hat ein paar interessante Berufe hervorgebracht, wie die Gehwegbeschleiniger. Insgesamt ist die Welt sehr liebevoll und detailiert entwickelt und beschrieben worden. Es blitzen immer wieder Zusammenhänge zu unserer Welt durch.Helena, der Hauptcharakter, ist nicht unbedingt der symphatische Held, aber sie bleibt sich immer treu. Auch wenn ich mir an manchen Stellen eine andere Handlungsweise gewünscht hätte, passt es doch immer verdammt gut zu ihrem Charakter. Auch zum Schluß wählt sie nicht das Happy End für sich, obwohl sie durchaus glücklich werden wird.Dieses Buch hat alles was eine fasselnde Geschichte ausmacht: Hass, Liebe, Verrat, Vertrauen, Freunde, Feinde, Probleme, Lösungen. Wer es in die Hand bekommt, sollte unbedingt einen Blick wagen.FazitDieses Buch eignet sich für jeden Fantasyleser, der bereit ist einen kritischen Blick auf Herrschaftssysteme zu werfen und den Leben einer konsequenten Frau zu folgen.

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