Monika Mangal

 3.8 Sterne bei 4 Bewertungen

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Rezension zu "Schatten über dem Schwarzen Land: Die Pharaonin" von Monika Mangal

Rezension zu Band 2+3
oceanlovervor einem Monat

Während der zweite Band insofern ein typischer zweiter Band ist, als dass er den Bruch mit Tawosrets früherem Ich besiegelt und Konflikt verspricht, überzeugt der dritte Teil durch Entschlossenheit und (Wage-)Mut der Protagonistin. Eine lesenswerte Trilogie über einen unbekannteren Abschnitt der ägyptischen Geschichte.




Nachdem Tawosret im ersten Band bereits einiges erleiden musste, erhoffte ich mir nun, im zweiten und dritten Teil von einer gereiften, starken jungen Frau zu lesen.

Diese Hoffnung erfüllten mir Protagonistin und Autorin in beiden Büchern dann auch. Politisch reift sie und wird zu einer klugen Regentin und Herrscherin, die sich den Widerständen gegenübersieht, denen Frauen mit Macht damals wie heute begegnen: Nur eine Frau, sollte sich aus Staatsaffären raushalten... Im Prinzip den ganzen zweiten Band lang hadert Tawosret leider noch mit dieser Rollenzuschreibung; fühlt sich ohne Mann und Mutterschaft nicht erfüllt. Umso mehr habe ich ihre Veränderung im dritten Band gefeiert. Wie mutig, wie unerschrocken sie dann wurde! Sie war zwar dann nicht mehr immer Sympathieträger, sondern handelte durchaus auch machtgierig und voller Kalkül, aber das verlieh ihrem Charakter Facetten und dem Ende an Dramatik.

Sowohl der Klappentext vom zweiten als auch vom dritten Band verraten ja leider wieder außerordentlich viel - nicht aber die große Wendung, die böse Überraschung. Wobei, Überraschung... Ich hatte den Fehler gemacht, aus Versehen die ersten Sätze des letzten Teils gelesen zu haben, weshalb ich wusste, worauf alles hinausläuft und all´ die Anzeichen bemerkt habe. Ich kann also nicht beurteilen, wie offensichtlich das tatsächlich war und ob andere Leser schockierter wären. Tawosrets Reaktion und Gefühle waren zumindest gelungen geschildert.

Auch hatte ich den Fehler gemacht, mich mal zu Tawosret und ihrer Zeit zu informieren, wodurch ich das Ende bereits erahnen konnte - hier sollte man definitiv bei dem hervorragenden Nachwort der Autorin bleiben, die den historischen Kontext gelungen erklärt und darstellt. Das ist mir bei historischen Romanen ja stets wichtig, dass man als unwissender Leser etwas mitnehmen kann und zugleich auch erfährt, welcher Teil der Geschichte fiktiv oder umstritten und welcher historisch belegt ist. Erwartung erfüllt :)

Neben Tawosret gibt es natürlich auch andere Figuren, die jedoch im Hintergrund bleiben. Der ehemalige zweite Seher des Amun nimmt zwar im dritten Band sogar Erzählperspektive ein und steigert durch seine (angedeuteten) Erlebnisse und Gedanken die Spannung, bleibt aber dennoch weitestgehend farblos. Die Untertitel machen schon deutlich, dass es vor allem um Tawosret geht. Andere Charaktere werden nur skizziert, ihre Geschichten lediglich angerissen und häufig verschwinden sie nach einer Zeit einfach aus der Handlung, ohne dass ihr Verbleiben Leser und Protagonistin klar ist. Dadurch wird Tawosrets Einsamkeit, die ihre zunehmende Macht mit sich bringt, schmerzhaft deutlich. Je höher an der Spitze der Gesellschaft, desto einsamer und betrügerischer wird es, das muss unsere Protagonistin erlernen.

Kritisieren kann ich an der Reihe und dem zweiten und dritten Band lediglich, dass sie mir zu handlungsarm sind. Es ist nicht so, dass die Bücher langweilig wären oder man sich durch die Seiten mangels Identifikation und Mitfühlen mit der Protagonistin quält. Jedoch habe ich zwischen den grandios gelungenen Beschreibungen von Landschaft, Ritualen und Ereignissen, an denen man merkte, wie genau die Autorin recherchiert hat, auf mehr  - BUMM - gewartet. Es geschieht zwar immer etwas, aber mehr wie eine Aufzählung oder ein Bericht. Die Sitzung, das Treffen, der Streitwagenausflug, das Gespräch... Ohne es genau benennen zu können, fehlte es mir an Aufregung und Trubel. Meckern auf hohem Niveau jedoch :)

Diese Trilogie ist keine klassische Heldendarstellung einer schillernden, starken und stets guten Frau, die aus edlen Motiven handelt und der das Glück zulächelt. Tawosrets Leben, wie Monika Mangal es schildert, war nicht schön oder erfüllend. Sie war kein perfekter Mensch, erlebte nicht den buchtypischen Moment des großen Sieges. Und das macht sie so glaubwürdig, so greifbar, so menschlich.

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Rezension zu "Schatten über dem Schwarzen Land: Die Regentin" von Monika Mangal

Rezension zu Band 2+3
oceanlovervor einem Monat

Während der zweite Band insofern ein typischer zweiter Band ist, als dass er den Bruch mit Tawosrets früherem Ich besiegelt und Konflikt verspricht, überzeugt der dritte Teil durch Entschlossenheit und (Wage-)Mut der Protagonistin. Eine lesenswerte Trilogie über einen unbekannteren Abschnitt der ägyptischen Geschichte.




Nachdem Tawosret im ersten Band bereits einiges erleiden musste, erhoffte ich mir nun, im zweiten und dritten Teil von einer gereiften, starken jungen Frau zu lesen.

Diese Hoffnung erfüllten mir Protagonistin und Autorin in beiden Büchern dann auch. Politisch reift sie und wird zu einer klugen Regentin und Herrscherin, die sich den Widerständen gegenübersieht, denen Frauen mit Macht damals wie heute begegnen: Nur eine Frau, sollte sich aus Staatsaffären raushalten... Im Prinzip den ganzen zweiten Band lang hadert Tawosret leider noch mit dieser Rollenzuschreibung; fühlt sich ohne Mann und Mutterschaft nicht erfüllt. Umso mehr habe ich ihre Veränderung im dritten Band gefeiert. Wie mutig, wie unerschrocken sie dann wurde! Sie war zwar dann nicht mehr immer Sympathieträger, sondern handelte durchaus auch machtgierig und voller Kalkül, aber das verlieh ihrem Charakter Facetten und dem Ende an Dramatik.

Sowohl der Klappentext vom zweiten als auch vom dritten Band verraten ja leider wieder außerordentlich viel - nicht aber die große Wendung, die böse Überraschung. Wobei, Überraschung... Ich hatte den Fehler gemacht, aus Versehen die ersten Sätze des letzten Teils gelesen zu haben, weshalb ich wusste, worauf alles hinausläuft und all´ die Anzeichen bemerkt habe. Ich kann also nicht beurteilen, wie offensichtlich das tatsächlich war und ob andere Leser schockierter wären. Tawosrets Reaktion und Gefühle waren zumindest gelungen geschildert.

Auch hatte ich den Fehler gemacht, mich mal zu Tawosret und ihrer Zeit zu informieren, wodurch ich das Ende bereits erahnen konnte - hier sollte man definitiv bei dem hervorragenden Nachwort der Autorin bleiben, die den historischen Kontext gelungen erklärt und darstellt. Das ist mir bei historischen Romanen ja stets wichtig, dass man als unwissender Leser etwas mitnehmen kann und zugleich auch erfährt, welcher Teil der Geschichte fiktiv oder umstritten und welcher historisch belegt ist. Erwartung erfüllt :)

Neben Tawosret gibt es natürlich auch andere Figuren, die jedoch im Hintergrund bleiben. Der ehemalige zweite Seher des Amun nimmt zwar im dritten Band sogar Erzählperspektive ein und steigert durch seine (angedeuteten) Erlebnisse und Gedanken die Spannung, bleibt aber dennoch weitestgehend farblos. Die Untertitel machen schon deutlich, dass es vor allem um Tawosret geht. Andere Charaktere werden nur skizziert, ihre Geschichten lediglich angerissen und häufig verschwinden sie nach einer Zeit einfach aus der Handlung, ohne dass ihr Verbleiben Leser und Protagonistin klar ist. Dadurch wird Tawosrets Einsamkeit, die ihre zunehmende Macht mit sich bringt, schmerzhaft deutlich. Je höher an der Spitze der Gesellschaft, desto einsamer und betrügerischer wird es, das muss unsere Protagonistin erlernen.

Kritisieren kann ich an der Reihe und dem zweiten und dritten Band lediglich, dass sie mir zu handlungsarm sind. Es ist nicht so, dass die Bücher langweilig wären oder man sich durch die Seiten mangels Identifikation und Mitfühlen mit der Protagonistin quält. Jedoch habe ich zwischen den grandios gelungenen Beschreibungen von Landschaft, Ritualen und Ereignissen, an denen man merkte, wie genau die Autorin recherchiert hat, auf mehr  - BUMM - gewartet. Es geschieht zwar immer etwas, aber mehr wie eine Aufzählung oder ein Bericht. Die Sitzung, das Treffen, der Streitwagenausflug, das Gespräch... Ohne es genau benennen zu können, fehlte es mir an Aufregung und Trubel. Meckern auf hohem Niveau jedoch :)

Diese Trilogie ist keine klassische Heldendarstellung einer schillernden, starken und stets guten Frau, die aus edlen Motiven handelt und der das Glück zulächelt. Tawosrets Leben, wie Monika Mangal es schildert, war nicht schön oder erfüllend. Sie war kein perfekter Mensch, erlebte nicht den buchtypischen Moment des großen Sieges. Und das macht sie so glaubwürdig, so greifbar, so menschlich.

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Rezension zu "Schatten über dem Schwarzen Land: Der Rebell" von Monika Mangal

Die 19. Dynastie war nicht nur Ramses!
oceanlovervor 5 Monaten

Vielversprechender, angenehm geschriebener und hervorragend recherchierter Auftakt über das Ende einer Pharaonendynastie, die offensichtlich mehr Stoff für Geschichten als "nur" das Leben und Wirken von Ramses II. zu bieten hat.


Zur vollständigen Rezension: https://marys-buecherwelten.blogspot.com/2019/05/schatten-uber-dem-schwarzen-land-der-rebell.html


Als ägyptifizierte Leserin konnte ich das Rezensionsangebot dieses Buch natürlich nicht ausschlagen... zum Glück!

Zwar gibt der ungewöhnlich ausführliche Klappentext bereits viel von der Handlung preis und einige potentielle Überraschungen vorweg; langweilig wird es dennoch nie. Von der 19. Dynastie sind mir bisher vor allem die frühen Pharaonen bekannt, sodass ich mit Tawosret eine völlig neue Familiengeneration kennenlernen durfte. Erfreulich, dass nicht nur über die "großen" Pharaonen Echnaton, Tut-Anch-Amun, Ramses II, Hatschepsut und Kleopatra geschrieben wird!

Monika Mangal verwebt dabei geschickt historische Ereignisse und den Stand der Forschung (aber auch die komplizierten ägyptischen Namen anstelle der bekannteren Kurz- und Rufnamen) mit künstlerischen Freiheiten, sodass man nach dem Lesen ein Gefühl für die intrigen- und gefahrenreiche Zeit bekommen hat, aber nicht mit historischen Einzelheiten überladen wird. Das aufschlussreiche Nachwort der Autorin kontextualisiert die Ereignisse des Buches zudem gekonnt. Hilfreich war zudem die Zeitangabe zu Anfang jeden Kapitels, durch welche man immer wusste, wer gerade wie lange schon regiert.

Durch die Perspektivenwechsel sowie das Familiengeheimnis, das erst gegen Ende des Buches gelüftet wird und ich so nicht erwartet habe, wird die Spannung von der ersten Seite an aufrechtgehalten und die zwischenmenschlichen sowie charakterlichen (Weiter-) Entwicklungen tragen ihr übrigens bei.

Mir hat gerade Tawosrets Entwicklung, wie sie selbstbewusster und erwachsener wird, Zusammenhänge durchblickt und Freundschaften aufbaut hat mir gefallen und ich bin sicher, dass sie in den nächsten beiden Bänden noch mehr an Stärke und Umsichtigkeit gewinnen wird. Und mal sehen, was aus der angedeuteten Liebesgeschichte wird... 

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