Monika Maron Zwischenspiel

(12)

Lovelybooks Bewertung

  • 14 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(6)
(1)
(5)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Zwischenspiel“ von Monika Maron

Monika Marons mit großer Klugheit und viel Witz erzählter Roman kreist um existentielle Fragen. Als Ruth am Tag von Olgas Begräbnis erwacht, verschwimmen die Buchstaben vor ihren Augen, und eine Wolke zieht rückwärts. Etwas an ihrer Wahrnehmung hat sich verändert. Ruth verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und gelangt in einen Park, in dem ihr Tote und Lebende erscheinen ein Selbstgespräch in Szenen und Bildern, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.§§Mit großer Leichtigkeit fragt dieser so tiefgründige wie humorvolle und phantastische Roman nach den Konsequenzen von Entscheidungen. Gibt es ein Leben ohne Schuld? Wäre ein anderer Weg möglich gewesen?

Interessante Sichtweise auf das Leben

— thora01

Stöbern in Romane

Der große Wahn

interessant, informativ, fesselnd, aber auch schwer verdauliche oder abschweifende Passagen, ergeben eine gelungene Geschichte

vielleser18

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

Ein wunderschön geschriebener Roman mit einem, wie ich finde, leider nicht gelungenem Ende.

skurril

Schloss aus Glas (Filmausgabe)

Gäbe es die Möglichkeit hätte ich definitiv mehr Sterne vergeben!

Jule_Frost

Vintage

Ein wirklich aussergewöhnliches Buch!

Mira20

Der Frauenchor von Chilbury

Tolles Buch über starke Frauen in einer schwierigen Zeit!

Stephi90

Die Phantasie der Schildkröte

Ganz langsam schlürfen, äh lesen - und mit Edith er/aufwach(s)en :)

Cappukeks

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Lebensrückblick der besonderen Art.

    Zwischenspiel

    thora01

    27. October 2015 um 05:56

    Inhalt/Klappentext: Monika Marons mit großer Klugheit und viel Witz erzählter Roman kreist um existentielle Fragen. Als Ruth am Tag von Olgas Begräbnis erwacht, verschwimmen die Buchstaben vor ihren Augen, und eine Wolke zieht rückwärts. Etwas an ihrer Wahrnehmung hat sich verändert. Ruth verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und gelangt in einen Park, in dem ihr Tote und Lebende erscheinen ein Selbstgespräch in Szenen und Bildern, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Mir hat das Buch gefallen. Der Schreibstil ist sehr interessant. Die Herangehensweise der Autorin ist sehr spannend. Die Protagonistin hat einen sehr guten Charakter. Ich finde diese Art von Rückblick sehr interessant. Toll finde ich wie sie sich mit ihrer eigenen Geschichte befasst. Mir gefällt wie sich die Menschen aus ihrer Vergangenheit als "Geister" wieder finden und mit ihr kommunizieren. Leider ist mir das Buch zu mystisch angehaucht und ich konnte nicht immer ganz der Handlung folgen. Der Abschluss gefällt mir sehr gut.

    Mehr
  • Im "Erinnerungskeller" oder: "Die Verwandlung des Alltäglichen in seine impressionistische Variante"

    Zwischenspiel

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:27

    Träume begleiten unsere Nächte und erscheinen uns zuweilen so deutlich wie die Realität. Sie können ein Bild in einem leuchtenden, strahlenden Gold malen oder nur schemenhafte Schleier in tiefem Grau bis dunklem Schwarz ziehen. Nach dem Erwachen verflüchtigen sich diese Impressionen der Nacht, die vielfach unsere Befindlichkeiten und Gefühle widerspiegeln, allerdings schnell wieder im Nirwana des schwer Greifbaren. Zurück bleibt vielleicht noch ein diffuser Schatten oder ein sich auflösendes Bild "tanzender, farbiger Punkte, die jeden Augenblick davonfliegen könnten, um sich an anderer Stelle wieder zusammenzusetzen." Mit wenigen, lockeren, groben und eher kurzen Pinselstrichen sowie größtenteils bis zur Skizzenhaftigkeit verschwommen dargestellten Objekten in hellen und kräftigen Farben, fing gerade die künstlerische Stilrichtung des Impressionismus diese flüchtigen Augenblicke am eindrucksvollsten ein. Nicht mehr das erzählende Thema, sein Wesen oder gar das abstrakte Ding an sich standen im Vordergrund, sondern die leuchtenden Farben und deren subjektive Wahrnehmung: eine neue Art des Malens sensueller "Eindrücke", des Festhaltens von Sinneseindrücken auf der Leinwand. Einer der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus und gleichzeitiger Namensgeber war Claude Monet mit seinem Landschaftsbild "Impression, soleil levant" (1872). Monet ist es auch, dessen "Im Park Monceau" (Au Parc Monceau, 1878) für das Umschlagbild von Monika Marons neuem Roman "Zwischenspiel" gewählt wurde. So generiert bereits der Einband einen wirkungsvollen und absolut stimmigen Einstieg in den Text der Autorin, der vielerlei Anleihen bei den "Künstlern des flüchtigen Augenblicks", wie die Impressionisten zu Beginn eher verächtlich genannt wurden, enthält. Auch Marons sechzigjährige Protagonistin Ruth erwacht eines Morgens aus einem schemenhaft-körperlosen Traum: "Für einen kurzen Augenblick war er plötzlich zum Greifen nah, nur ein Gefühl, kein Bild, und dann wieder nichts. Vielleicht hatte ich vom Tod geträumt, dachte ich, so ein dunkles Nichts kann nur der Tod sein." Es ist der Tag der Beerdigung von Olga, der Mutter Bernhards, des Vaters ihrer Tochter, mit der sie trotz des frühen Beziehungsbruchs, eine lange Freundschaft verband. Der Traum sollte allerdings nur der Anfang einer Kette irrealer Ereignisse dieses Tages sein. Zuerst blendet sie beim Betrachten des Morgenhimmels ein dem allgemeinen Strom entgegen fliegender Wolkenfetzen. Hinzu gesellt sich eine temporäre Störung ihrer Sehfunktion. Plötzlich sieht Ruth ihre Umgebung nur noch verpixelt und verschwommen, beinahe wie hingetupft. Trotzdem setzt sie sich ins Auto, um zum Friedhof zu fahren. Völlig orientierungslos landet sie in einem Park, in welchem die Vergangenheit auf einmal zum Leben erwacht. "Verbannte Erinnerungen" tauchen ungebeten auf und stehen ihr in Form diverser "Erinnerungsleichen" klar und deutlich gegenüber: "...plötzlich erschienen mir Tote, und ich sprach zu ihnen wie zu Lebenden." Olga, die vermeintlich Bestattete, erscheint höchstpersönlich und diskutiert mit ihr über Schuld und Unschuld. Ein verstorbener Freund ihres ehemaligen Ehemannes sitzt quietschvergnügt auf einer Parkbank und sogar politische "Relikte" ihrer DDR-Vergangenheit werfen munter ihrer abgehalfterten Parolen in den Raum, bevor zu guter Letzt sogar Francisco de Goyas um 1816 gemaltes "Das Begräbnis der Sardine" zum schaurig-grotesken Leben erweckt. Monika Maron hat ganz im Stil der Impressionisten ihre ganz persönliche, illusionistische Wiedergabe der Realität literarisch umgesetzt. Nicht das Objekt an sich scheint ihr von Bedeutung, sondern die Nuancen und Übergänge und der dadurch entstehende Eindruck. Sie löst Konturen auf und lässt der Fantasie einen großen Raum. Ganz nach dem Motto: "Ein Roman sei schließlich kein Lexikon, in dem alles vorkommen müsse, was es gibt. Die Literatur lebe von Metaphern und Gleichnissen und nicht von der plumpen Benennung der Wirklichkeit." Der Leser nimmt dabei aktiv an der Entstehung und Wirkung ihres Bildes teil. Fragen und Gedanken ihrer Protagonistin geraten somit auch zu einem ganz persönlichen Disput: "Was ist so ein Ich eigentlich? (...) Wo bleiben die ganzen Ichs überhaupt, die man in seinem Leben war und denen man das letzte immerhin verdankt? (...) ob nicht vielleicht das Kind, das ich einmal war, mir von allen bisherigen Ichs am vertrautesten geblieben war?" Maron lässt Ruth über das Unverständnis des "Wegseins" von Personen philosophieren, über Schuld und Unschuld, über verpasste Lieben, Lebensentwürfe und deren Haltbarkeit und über das Älterwerden. Auch politische Gedanken werden nicht ausgespart, zum Beispiel der Irrsinn der Bespitzelung durch das MfS. Gehalten ist das sehr gut und flüssig zu lesende "Zwischenspiel" in einem wunderbar reflektierenden Duktus. Auch wenn der Text etwas "schwer Benennbares, dass allen Gewissheiten gleich wieder den Boden entzog, das im Tragischen das Lächerliche durchscheinen ließ und umgekehrt, das glauben ließ, der Autor verfüge über ein geheimes Wissen, das ihn Menschen und Räume deutlicher erkennen ließ als andere..." enthält, gestaltet sich der geschilderte "wundersame Irrsinn eines Tages" zu einem unglaublich intensiven und bereichernden Leseerlebnis der besonderen Art, bei dem letztendlich sogar in der Darstellung des Schatten- oder Totenreiches eine logische Quintessenz gefunden wird. Denn das " Leben ist reiner Zufall. (...) erst im Dunkel des Todes erscheint unser Leben im rechten Licht." Oder eben beim Hinabsteigen in unseren eigenen "Erinnerungskeller".

    Mehr
  • Einem impressionistischen Gemälde gleich

    Zwischenspiel

    WinfriedStanzick

    03. December 2013 um 10:12

      Einem impressionistischen Gemälde gleich hat die in der DDR aufgewachsene und seit 1988 in der BRD lebende Schriftstellerin Monika Maron ihren neuen Roman komponiert. In einem „Zwischenspiel“ durchlebt die ich-erzählende Protagonistin Ruth, eine ausgebildete Schauspielerin,  ihre Vergangenheit und ihr bisheriges Leben.   Ruths ehemalige Schwiegermutter Olga ist mit über neunzig Jahren gestorben und Ruth bereitet sich darauf vor, zu deren Beerdigung zu fahren. Sie hatte sich mit der Mutter ihres ersten Mannes Bernhard immer gut verstanden. Doch die auf der Beerdigung bevorstehende Begegnung mit ihm belastet sie. Da ist etwas lange erfolgreich Verdrängtes, eine alte Schuld, die sie hochkommen spürt. Die Frage quält sie, "wo die ganzen Ichs überhaupt bleiben, die man in seinem Leben war und denen man das letzte immerhin verdankt?"   Als Ruth am Morgen der Beerdigung erwacht, nachdem sie am Vortag alles geplant hatte, findet sie ihre Wahrnehmung verändert. Alles verschwimmt regelrecht vor ihren Augen. Ein genialer Kunstgriff von Monika Maron, um ihre Hauptfigur nun in der Folge sehr seltsame Dinge erleben zu lassen. Auf der Fahrt zum Friedhof in der Nähe von Pankow verirrt sie sich und landet in einem Park, in dem ihr den ganzen Tag lang (die Beerdigung verpasst sie) Lebende und Tote erscheinen. Nicht nur Menschen, die sie kannte und die in ihrer Vergangenheit eine Rolle spielten, sondern auch das Ehepaar Honecker taucht auf. In diesen Gesprächen, die sie mit den „Geistern“ führt, geht es über alte Lieben und kaum vernarbte  Wunden. Es geht um die Erfahrung des Verrats, immer wieder auch um Abschiede. Doch es sind nicht nur die Gespräche mit den „Geistern“, die sie führt. Über lange Strecken denkt sie dort in jenem verwunschenen Park nach über sich selbst, über die Entwürfe, die sie für ihr Leben hatte, über ihr Scheitern, hauptsächlich aber und mit Nachdruck über die Tatsache, dass man nicht ohne Schuld und ohne Wunden sein Leben führen kann. So vieles ist versäumt, so vieles verpasst worden, und unaufhaltsam nähert sich das Alter und mit ihm der Tod: "Mein eigener Tod blieb für mich eine unvorstellbare, wenn auch mit Sicherheit zu erwartende Angelegenheit. Ich konnte mich auch nicht mit den Gedanken trösten, dass es nach dem Sterben eigentlich nicht schlimmer sein konnte als vor dem Geborenwerden. Aber die Kränkung lag eben im Wegsein, während alles andere, die Stadt, die Straße, das Haus, der Stuhl, die Bilder, das Bett, noch da sein würde. In solchen Augenblicken wäre ich gerne religiös gewesen und beneidete alle Menschen, die ernsthaft an einen Gott und ihr Weiterleben nach dem Tode glaubte, obwohl ich nie verstand, wie ihnen das gelingen konnte."   Als es dunkel wird, beginnt Ruth wieder klar zu sehen und sie kommt wieder in der Gegenwart an. „Es war vorbei“.   Als der Rezensent diese letzten drei Worte des Romans liest, ist er davon überzeugt, dass diese Stunden im Park, dass dieses „Zwischenspiel“ dem Leben von Ruth noch einmal eine entscheidende Wendung gegeben hat.    

    Mehr
  • Nachdenkliches Zwischenspiel

    Zwischenspiel

    UteSeiberth

    22. November 2013 um 22:09

    Ruth, Anfang 60, möchte zum Begräbnis ihrer früheren Schwiegermutter Olga fahren, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.An diesem Tag merkt sie, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt und so findet sie trotz Navi den Weg nicht zu dem besagten Friehof.Leicht irritiert landet sie in einem kleinen Park, wo sie plötzlich mit Olga und ihrem alten Freund Bruno konfrontiert wird, die ja beide tot sind.Diese Gespräche drehen sich nun um existentielle Fragen in Ruths Leben, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen auf phantastische Weise. Mit tiefgründigen und humorvollen Dialogen werden wichtige Konsequenzen und Entscheidungen in Ruths Leben angesprochen.Das geschieht aber mit einer Leichtigkeit,die einen berühren kann, wie auch das Auftauchen des freundlichen Hundes Nicki. Ich kann diesen kleinen Roman allen empfehlen,die selbst ein bisschen über die wichtigen Dinge im Leben nachdenken möchten.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks