Monique Truong

 3.9 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Das Buch vom Salz, Bitter im Mund und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Monique Truong

Das Buch vom Salz

Das Buch vom Salz

 (13)
Erschienen am 21.07.2016
Bitter im Mund

Bitter im Mund

 (10)
Erschienen am 13.01.2012
The Book of Salt

The Book of Salt

 (0)
Erschienen am 15.06.2004
Bitter in the Mouth

Bitter in the Mouth

 (0)
Erschienen am 09.08.2011

Neue Rezensionen zu Monique Truong

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Rezension zu "Das Buch vom Salz" von Monique Truong

Rezension zu "Das Buch vom Salz" von Monique Truong
Thailavor 7 Jahren

Ein Zitat von Alice B. Toklas, der Lebensgefährtin von Gertrude Stein, leitet Monique Truongs Buch vom Salz ein: "Es war sicherlich Glück, dass wir gute Köche fanden, auch wenn sie in anderer Hinsicht so ihre Schwächen hatten. Gertrude Stein wies mich gern darauf hin, dass sie nicht für uns arbeiten würden, wenn sie solche Fehler nicht hätten."
Und um einen dieser Köche geht es in diesem Roman. Binh kam ursprünglich aus Vietnam, wo er einem gewalttätigen Vater und einer Bestrafung für seie Homosexualität entflieht. Jahrelang hat er sich in der Welt herumtreiben lassen, als Schiffsjunge gearbeitet und in Paris bei verschiedenen Familien gekocht, bis er bei "den Steins" eine zeitweilige Heimat findet. Liebevoll schildert Binh die Eigenheiten seiner exzentrischen Arbeitgeberinnen. So ist der Roman auch eine Annäherung an die große amerikanische Schriftstellerin und ihre offene Beziehung zu einer Frau. Aber vor allem geht es in diesem Roman um Binh, der mit einer sehr eindringlichen Stimme von seinem bewegten, aber oft einsamen Leben erzählt. Die Erzählung zeichnet sich aus durch einen Sinn für sinnliche Details, vor allem Binhs Diskurse über Essen und kochen sind wirklich apetitanregend. Sehr poetisch werden auch die Gefühle des Kochs beschrieben.
Und immer wieder geht es um (nach-)koloniale Machtverhältnisse, um Unterschiede zwischen Weißen und Asiaten, zwischen Hausangestellten und Arbeitgebern. So ist die Beziehung von Binh und Gertrude Stein und Alice B. Toklas geprägt von seiner bedingungslosen Liebe, die mit etwas gedankenloser Anerkennung seiner Leistung erwiedert wird.
Ein wirklich kluges, vielschichtiges Buch!

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Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Das schon 2010 bei C.H. Beck in der HC-Ausgabe erschienene zweite Buch der 1968 in Saigon geborenen amerikanischen Schriftstellerin Monique Truong erinnert in seiner faszinierenden Thematik in vielem einem Buch des jüdischen Schriftstellers Benjamin Stein, das ebenfalls bei Beck nur kurze Zeit später unter dem Titel „Die Leinwand“ erschien. In beiden Büchern geht es um das Phänomen der Erinnerung, was sie für einen konkreten Menschen bedeutet und welche Bedeutung sie generell für unser Menschsein besitzt.
Der Fischerverlag ediert das Buch nun in einer preiswerten Taschenbuchausgabe

Monique Truong beschreibt die Geschichte von Linda Hammericks, so wie sie sich als Erwachsene, die nach langen Jahren in New York an die Orte ihrer Kindheit zurückkehrt, an sie erinnert. Mitte der siebziger Jahre wächst sie in einem kleinen Ort namens Boiling Springs im Staat North Carolina auf. Dort gehen die Uhren anders. Man fühlt sich Jahrzehnte früher.

Seit langem hat Linda eine ganz besondere Gabe. Sie kann Wörter regelrecht schmecken. Es sind diese Geschmackswahrnehmungen, die sich mit konkreten Wörtern verbinden, die ihre Erinnerungen ausmachen, sie strukturieren und in ihnen eine Gestalt geben, einen sozusagen visuellen Hintergrund. Beim Lesen des Buches machen diese Wörter dem Leser an manchen Stellen die Lektüre holprig, aber das ist so gewollt.

Nur ihre ganz frühe Kindheit entzieht sich ihrer bewussten Erinnerung. Da gibt es keine Wörter, keine Erinnerung, nur einen bitteren Geschmack im Mund. Den versucht sie als erwachsene Frau auf einer Reise in ihre Heimat loszuwerden, ihn durch etwas Konkretes zu ersetzen. Und sie beginnt damit sich zu erinnern. An ihre Jugendfreundin Kelly, die verschiedenen Mitglieder ihrer Familie und, über alles herausragend, ihren Großonkel Baby Harper, einen Mann, den sie so liebevoll, klug und sarkastisch zugleich zeichnet, dass man ihn gerne kennen gelernt hätte. Und sie kommt dem bitteren Geschmack immer mehr auf die Spur …

Eine wunderbar erzählte und gleichzeitig spannend-geheimnisvolle Familiengeschichte.

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Erinnyes avatar

Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong
Erinnyevor 7 Jahren

Linda Hammerick kann Wörter schmecken. Ihre früheste Kindheitserinnerung verbindet sie deshalb auch lediglich mit einem bitteren Geschmack im Mund. Jedoch beginnt sie ihre Lebensgeschichte an anderer Stelle und mit der Person ihres Großonkels Baby Harper - der laut Linda ihre erste Liebe ist. So lernt man Lindas Welt kennen. Ihre Tante Iris, ihre Eltern Thomas und DeAnne und schließlich ihre beste Freundin Kelly, mit der sie eine innige und außergewöhnliche Brieffreundschaft verbindet. In dieser Ausgangssituation schildert Linda ihr Leben anhand der Lebensjahre und anderer Orientierungspunkte, wie z.B. den Schulklassen und findet am Ende der Geschichte endlich ihre Vergangenheit wieder.

Dieses Buch möchte groß und bedeutsam sein, es gelingt ihm jedoch eher schlecht als recht. Mein Eindruck während des Lesens war, dass man der Geschichte eher mühsam folgen kann, was zum einen an den fortwährenden Zeitsprüngen liegt, zum anderen aber schlicht und einfach durch die verwirrende Schreibweise der Autorin entsteht. So habe ich weniger den Eindruck eines sensiblen und philosphischen Werkes als viel eher den, dass man eine Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen jungen Frau nun wirklich nicht mehr umständlicher und verworrener konzipieren kann. Dabei hat mir jedoch auch ausnehmed gut gefallen, wie die Autorin die Geschichte nach und nach langsam vor dem Leser entrollt hat. So gab es Details, die man am Anfang kaum vermutet hätte, aber plötzlich inmitten der Geschichte Sinn machten und so z.B. auch der Suche der Protagonistin nach ihren Wurzeln Sinn verliehen. So kann man die Lektüre der Geschichte als eine Entwicklung betrachten, deren vollen Umfang man wirklich erst auf den allerletzten Seiten präsentiert bekommt.
Fazit: das Buch würde ich wieder lesen, jedoch wäre es nicht meine erste Wahl. Man muss sich stellenweise durch sehr verwirrende Satzkonstruktionen schlagen und auch die Taktik der zeitlich durcheinandergeworfenen Ereignisse finde ich nicht schön. Es passt aber wieder zum außergewöhnlichen Konzept der Geschichte. Deswegen: stimmig,, gewagt. Geschmackssache.

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