Monique Truong Bitter im Mund

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Inhaltsangabe zu „Bitter im Mund“ von Monique Truong

Linda, die eigentlich Linh-Dao heißt, hat eine besondere Gabe. Sie kann Worte schmecken. An diese Wahrnehmungen heften sich ihre Erinnerungen. Von ihrer frühen Kindheit aber ist ihr nur ein bitterer Geschmack im Mund geblieben, für den sie kein Wort findet. Auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft kehrt sie als junge Frau zurück in den Süden, nach North Carolina, wo sie als Linda Hammericks aufgewachsen ist.

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  • Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

    Bitter im Mund
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    09. February 2012 um 13:39

    Das schon 2010 bei C.H. Beck in der HC-Ausgabe erschienene zweite Buch der 1968 in Saigon geborenen amerikanischen Schriftstellerin Monique Truong erinnert in seiner faszinierenden Thematik in vielem einem Buch des jüdischen Schriftstellers Benjamin Stein, das ebenfalls bei Beck nur kurze Zeit später unter dem Titel „Die Leinwand“ erschien. In beiden Büchern geht es um das Phänomen der Erinnerung, was sie für einen konkreten Menschen bedeutet und welche Bedeutung sie generell für unser Menschsein besitzt. Der Fischerverlag ediert das Buch nun in einer preiswerten Taschenbuchausgabe Monique Truong beschreibt die Geschichte von Linda Hammericks, so wie sie sich als Erwachsene, die nach langen Jahren in New York an die Orte ihrer Kindheit zurückkehrt, an sie erinnert. Mitte der siebziger Jahre wächst sie in einem kleinen Ort namens Boiling Springs im Staat North Carolina auf. Dort gehen die Uhren anders. Man fühlt sich Jahrzehnte früher. Seit langem hat Linda eine ganz besondere Gabe. Sie kann Wörter regelrecht schmecken. Es sind diese Geschmackswahrnehmungen, die sich mit konkreten Wörtern verbinden, die ihre Erinnerungen ausmachen, sie strukturieren und in ihnen eine Gestalt geben, einen sozusagen visuellen Hintergrund. Beim Lesen des Buches machen diese Wörter dem Leser an manchen Stellen die Lektüre holprig, aber das ist so gewollt. Nur ihre ganz frühe Kindheit entzieht sich ihrer bewussten Erinnerung. Da gibt es keine Wörter, keine Erinnerung, nur einen bitteren Geschmack im Mund. Den versucht sie als erwachsene Frau auf einer Reise in ihre Heimat loszuwerden, ihn durch etwas Konkretes zu ersetzen. Und sie beginnt damit sich zu erinnern. An ihre Jugendfreundin Kelly, die verschiedenen Mitglieder ihrer Familie und, über alles herausragend, ihren Großonkel Baby Harper, einen Mann, den sie so liebevoll, klug und sarkastisch zugleich zeichnet, dass man ihn gerne kennen gelernt hätte. Und sie kommt dem bitteren Geschmack immer mehr auf die Spur … Eine wunderbar erzählte und gleichzeitig spannend-geheimnisvolle Familiengeschichte.

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  • Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

    Bitter im Mund
    Erinnye

    Erinnye

    17. May 2011 um 20:16

    Linda Hammerick kann Wörter schmecken. Ihre früheste Kindheitserinnerung verbindet sie deshalb auch lediglich mit einem bitteren Geschmack im Mund. Jedoch beginnt sie ihre Lebensgeschichte an anderer Stelle und mit der Person ihres Großonkels Baby Harper - der laut Linda ihre erste Liebe ist. So lernt man Lindas Welt kennen. Ihre Tante Iris, ihre Eltern Thomas und DeAnne und schließlich ihre beste Freundin Kelly, mit der sie eine innige und außergewöhnliche Brieffreundschaft verbindet. In dieser Ausgangssituation schildert Linda ihr Leben anhand der Lebensjahre und anderer Orientierungspunkte, wie z.B. den Schulklassen und findet am Ende der Geschichte endlich ihre Vergangenheit wieder. Dieses Buch möchte groß und bedeutsam sein, es gelingt ihm jedoch eher schlecht als recht. Mein Eindruck während des Lesens war, dass man der Geschichte eher mühsam folgen kann, was zum einen an den fortwährenden Zeitsprüngen liegt, zum anderen aber schlicht und einfach durch die verwirrende Schreibweise der Autorin entsteht. So habe ich weniger den Eindruck eines sensiblen und philosphischen Werkes als viel eher den, dass man eine Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen jungen Frau nun wirklich nicht mehr umständlicher und verworrener konzipieren kann. Dabei hat mir jedoch auch ausnehmed gut gefallen, wie die Autorin die Geschichte nach und nach langsam vor dem Leser entrollt hat. So gab es Details, die man am Anfang kaum vermutet hätte, aber plötzlich inmitten der Geschichte Sinn machten und so z.B. auch der Suche der Protagonistin nach ihren Wurzeln Sinn verliehen. So kann man die Lektüre der Geschichte als eine Entwicklung betrachten, deren vollen Umfang man wirklich erst auf den allerletzten Seiten präsentiert bekommt. Fazit: das Buch würde ich wieder lesen, jedoch wäre es nicht meine erste Wahl. Man muss sich stellenweise durch sehr verwirrende Satzkonstruktionen schlagen und auch die Taktik der zeitlich durcheinandergeworfenen Ereignisse finde ich nicht schön. Es passt aber wieder zum außergewöhnlichen Konzept der Geschichte. Deswegen: stimmig,, gewagt. Geschmackssache.

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  • Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

    Bitter im Mund
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. October 2010 um 15:21

    Bittere Erlebnisse Bitter ist der Tod der Großmutter Iris. Nicht allein aufgrund der familiären Verbundenheit, sondern aufgrund des letzten Satzes, den sie ihrer Enkelin Linda Hammerick sagt, bevor sie stirbt. Dass diese unter dem zerbrechen würde, was die Großmutter über sie weiß. Worte, die bei Linda nicht nur im übertragenen Sinn einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, denn sie hat eine ganz besondere Fähigkeit. Sie kann „Wörter schmecken“ im wahrsten Sinne des Wortes (im Fachbegriff Synästhesie). Dem, was gesagt wird, dem, was an Schallwellen im Raume steht korrespondiert in ihrem Mund ein dazugehöriger, passender Geschmack, der den eigentlichen, oft versteckten Sinn der Worte schmeckbar, fühlbar und fassbar macht, zumindest für Linda Hammick. Eine Gabe, die ihr oft und oft dazu verhilft, sehr klar zu sehen, was der oder die andren wirklich meint und damit sich in einer Welt der Klarheit der Beziehungen auch zu bewegen. Nur was ihr Kindheit angeht, da funktioniert das nicht. Da ist immer nur dieser bittere Geschmack im Mund, da werden die Ereignisse nicht fassbar, da stehen keine erinnerten Worte im Raum, an denen sich Lindas Leben als Kind festmachen könnte. Sie, die im Süden der Vereinigten Staaten, aufgewachsen ist und nun seit langem bereits in New York lebt, will nicht länger mit dieser Ungewissheit leben. Linda Hammerick macht sich auf nach Boiling Springs, dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Dort will sie den fehlenden Erinnerungen ihrer ersten sieben Lebensjahre auf die Spur kommen und dort trifft sie auf die noch lebenden Familienangehörigen und Wegbegleiter ihrer Jugend. Und dort fließen auch die heimlichen Dramen ihrer Familie gerade im Blick auf Lindas wirkliche Herkunft zusammen. Doch bei aller Wiedersehenserinnerung, bei allen Geschichten, die im Buch erzählt werden über die einzelnen Figuren dieser Welt in Boiling Springs, die Mutter, mit der Linda ein distanziertes Verhältnis hat, die ehemalige Jugendliebe Wade, die damals beste Freundin und bis in die Gegenwart verbundene Kelly, der Großonkel Baby Harper, der nicht nur die erste große Liebe in ihrem Leben, sondern der auch ganz anders ist, innerlich freier, als die anderen der Familie, bei all diesen Geschichten und Erinnerungen bleiben die frühen Jahre zunächst im Dunkeln. Erst als Baby Harper stirbt und Linda in seinem Nachlass Erinnerungsstücke und Fotos findet, die in ganz andere Richtungen weisen als in die einer heilen Südstaatenfamilie und die vor allem ihren Vater in einem ganz anderen Licht zeigen, beginnt sich der Schleier der fehlenden Erinnerungen zu lüften. Und so wird deutlich, warum das Verhältnis zur Mutter DeAnne so distanziert ist, warum sich Linda immer ein stückweit als Fremde gefühlt hat, und was genau jene Bitterkeit ist, die sich im Blick auf diese Kinderjahre in Lindas Mund festgesetzt hat. Eine präzise, klare und flüssige Sprache, hervorragend übersetzt und umgesetzt von Peter Torberg, lässt den Roman Seite für Seite eindringlich zum Kern der familiären Verwicklungen fortschreiten. Jede der Figuren stellt eine ganz eigene Welt dar, eine ganz eigene Herangehensweise an das Leben und eine ganz eigene Haltung Linda und ihrer Herkunft gegenüber. Sicher ist die Vielzahl der Geschichten, Erinnerungen und Rückverweise nicht immer förderlich für den stringenten Fortgang der Geschichte, manches wirkt auf Dauer durchaus ein wenig ermüdend, immer aber hält Monique Truong am eigentlichen Thema ihres Buches fest, an den Menschen, die einem beim Aufwachsen die Welt ausmachen und für das Leben prägen und den sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen liebevoller, aber auch abstoßender Art, die jene Welt im Beziehungsgeflecht letztlich ausmacht. Eine kluge Studie über familiäre Bindungen und das Anderssein in einer Welt, die auf Gleichklang hohen Wert legt. Sprachlich kompetent und flüssig geschrieben und übersetzt, hier da mit Längen, die aber im Gesamten durchaus verschmerzbar sind im Blick auf die dichte Atmosphäre, die im letzten Teil des Buches fühlbar entsteht.

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  • Rezension zu "Bitter im Mund" von Monique Truong

    Bitter im Mund
    Ailis

    Ailis

    08. April 2010 um 22:06

    Dieser Roman hat mich wirklich tief berührt, vor allem, weil er viel Tiefgang hat und sich dabei aber auch traut, so ganz anders zu sein. "Bitter im Mund" ist der zweite Roman von Monique Truong und hat mir wirklich Lust darauf gemacht, ihr erstes Buch, "Das Buch vom Salz", bald auch zu lesen. Nun stehe ich vor der Herausforderung, diesen Roman inhaltlich zusammzufassen. Eigentlich gehen mir solche kurzen Inhaltsangeben recht leicht von der Hand, nur in diesem Fall hat die Autorin mich vor ein Problem gestellt. "Bitter im Mund" erzählt die Geschichte von Linda Hammerick, die in einem kleinen Städtchen in Carolina aufwächst. Die wichtigsten Menschen in ihrem Leben sind ihr Großonkel Harper - den alle Baby Harper nennen, ein Relikt aus Kindertagen - und ihre beste Freundin Kelly. Diesen beiden vertraut sich Linda in fast allem an, das Verhältnis zu ihren Eltern und ihrer Großmutter ist um einiges ambivalenter. Das Besondere an Linda ist, dass sie Wörter schmecken kann. Diese Fähigkeit - als Leiden möchte sie es nicht bezeichnet wissen, auch wenn es sie im Leben mitunter stark einschränkt - hat sie, seit sie denken kann, doch kaum jemand kann richtig verstehen, was und wie sie dadurch empfindet. Und nun stoße ich an das Problem dieser kleinen Inhaltsangabe, denn mehr kann ich kaum noch schreiben, ohne zu viel zu verraten. Die Erzählung ist nicht geradlinig, was die Biographie Lindas anbelangt. So finden wir Berichte über den Anfang ihres Lebens am Ende des Buches, spätere Ereignisse hingegen relativ am Anfang. Ich kann also nicht geordnet beschreiben, wie Lindas Leben verläuft, weil Linda es auch nicht tut. Linda erzählt uns in diesem Roman ihr Leben selbst und dabei springt sie wild durch ihre verschiedenen Lebensphasen. Eine detaillierte Inhaltsangabe erscheint mir daher zu riskant, denn sie könnte den Lesern dieses wundervollen Buches Geheimnisse verraten, die sie doch lieber selbst herausfinden wollen, denn Lindas Geheimnis liegt in ihren ersten Lebensjahren verborgen, über die wir aber erst am Ende erfahren werden. Daher fasse ich einfach mal stark zusammen und sage: "Bitter im Mund" beschreibt Lindas Suche nach sich selbst. Dabei will sie aber nicht nur erfahren, warum sie ist wie sie ist, sondern vielmehr, warum die Menschen um sie herum sind wie sie sind. Dies ist ein Buch, das man mindestens zweimal lesen muss. Mit dem Wissen, das man am Ende des Romans hat, würde man Geschehnisse, die Linda am Anfang schildert, mit ganz anderen Augen sehen. Es interessiert mich, wie ich die Dinge dann aufnehmen und verstehen würde - wer weiß, vielleicht verschieben sich die Sympathien, weil man das Verhalten der Protagonisten besser zu deuten weiß. Daher nehme ich mir vor, dieses Buch in einigen Monaten erneut zu lesen, ich bin schon sehr gespannt auf diese neuen Leseeindrücke. Mit "Bitter im Mund" halte ich also wieder einen sehr empfehlenswerten Roman aus dem Hause C. H. Beck in Händen, den ich jedem empfehlen kann, der ein Herz für außergewöhnliche Lebensgeschichten hat.

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