Moritz Hürtgen

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Moritz Hürtgen

Moritz Hürtgen wurde 1989 geboren und ist seit Anfang 2019 Chefredakteur des Satiremagazins Titanic. In dieser Position vermittelt er regelmäßig Falschmeldungen an die Bild, den Focus und sogar die Nachrichtenagentur Reuters. Für seine Bachelorarbeit verglich er zwar erfolgreich die Dichter Robert Gernhardt und Thomas Gsella (unentschieden), das Germanistikstudium in München schloss er aus Faulheit im Nebenfach aber trotzdem nicht ab.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Moritz Hürtgen

Cover des Buches Angst vor Lyrik (ISBN: 9783956143199)

Angst vor Lyrik

 (3)
Erschienen am 11.09.2019
Cover des Buches Angst vor Lyrik (ISBN: 9783940018700)

Angst vor Lyrik

 (0)
Erschienen am 11.09.2019

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Rezension zu "Angst vor Lyrik" von Moritz Hürtgen

Kräftig eingeschenkt
Thomas_Lawallvor einem Jahr

"Angst essen Seele auf" heißt ein Film von Rainer Werner Fassbinder. Dem Thema Angst widmet sich auch Moritz Hürtgen in seinem ganz und gar unkonventionellen Gedichtband.

Man bekommt es, ob der Bandbreite, tatsächlich mit der sprichwörtlichen Angst zu tun, und wer zum chronisch ängstlichen Teil der Gesellschaft zählt, hat gar ganz schlechte Karten.

Denn: Wer noch nicht wissen sollte, vor was man alles Angst haben kann, bekommt hier eine Breitseite nach der anderen vor den Bug geknallt. Eine wahrlich umfassende Anleitung zum Unglücklichsein.

Angst vor dem Fliegen oder vor Mutter und Vater sind ja noch relativ normal. Bei Funklöchern fängt es jedoch an, seltsam zu werden. Bindungsängste sind die nächste Steigerung und richtig kompliziert wird es mit der Angst vor Selbsthilfegruppen.

Eine gewisse Eskalationsstufe ist erreicht, wenn die Ängste vor Gott und anderen Außerirdischen geschürt werden. Und fast noch schlimmer: Wer hätte gedacht, dass Zimmerpflanzen die Menschheit hassen?

"Bald wird ihr Teufelsplan vollbracht,
Für den sie Kräfte schöpfen."

Tausend Antworten bekommt man auf Fragen, die man nie zu fragen gewagt hat, doch ebenso viele, nicht selten existenzielle, Fragen bleiben unbeantwortet, beispielsweise warum der Herbst nicht "bedichtet" wird. Oder was wohl schlimmer ist, die Angst vor dem Versagen oder dem "Verssagen".

Derart kräftig eingeschenkt bekommt man selten. Die nackte Wahrheit schon gar nicht. Früher war alles besser. Der sporadische Kontakt zu Nachbarn, Freunden oder gar Familie hielt sich in gesunden Grenzen:

"Vor Facebook kamen wir gut klar,
Weil wir uns fast nicht kannten."

Am Ende wirkt sich die Kette aneinandergereihter Tragödien allerdings ins Gegenteil um. Und das ist wahrlich praktische Lebenshilfe. So viel Angst gibt es ja gar nicht.

Ha, und Angst vor Lyrik geht schon mal gar nicht.

Oder etwa doch?

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Rezension zu "Angst vor Lyrik" von Moritz Hürtgen

…ironisch-humorvolle Verse zu allerlei Phobien!
AndreasKueckvor einem Jahr

Angst vor Terror, Krebs und Spinnen.
Angst, das Schreiben zu beginnen.
Angst vor einem weißen Blatt,
Angst des Dorfdepps vor der Stadt.

Fürchtet Mörder und Ganoven,
fürchtet Schlaue wie die Doofen.
Doch wer fürchtet, der vergisst,
dass die Angst am schlimmsten frisst,
wenn es Angst vor Lyrik ist.

Moritz Hürtgen

*

Ohjeohje! Wo anfangen, wo aufhören?

Nein, keine Bange, es klingt jetzt schlimmer als es ist. Denn schlimm ist absolut gar nichts am Lyrik-Band von Moritz Hürtgen. Im Gegenteil…!

Mein Gejammer ist der Tatsache geschuldet, dass ich nicht weiß, wie ich dieses Werk beschreiben soll. Ohjeohje! Was mache ich nur, wenn ich keinen Anfang finde? Was mache ich nur, wenn ich kläglich scheitere? Wo ich doch eine so große Angst vor dem Versagen (passendes Gedicht: Seite 11) habe!

Beim Aufschlagen dieses Büchleins öffnet der Leser die vielbemühte Büchse der Pandora und lässt eine beachtliche Anzahl an mannigfaltigen Ängsten frei. Jede Angst für sich, wäre schon Grund genug voller Schrecken zu erstarren, aber sie sind zu allem Übel auch noch GEREIMT! Hürtgen reimt sich „einen Wolf“ (gerade dazu gibt es kein Gedicht) zu Ängsten vor…

…Abgründen, Alkohol, dem Alltag, Ärzten, dem Atomkrieg, dem Aufwachen, Ausländern, Außerirdischen, und dabei handelt es sich nur um die Einträge unter dem Buchstaben A in der Liste der Phobien, die diesem Werk hintenan gestellt wurde. So kann sich jeder Betroffene – einer literarischen Hausapotheke gleich – sein passendes Gedicht zum momentan aktuellen Zwang aus dieser übersichtlichen Auflistung hurtig heraussuchen.

Moritz Hürtgen blickt voller Ironie auf so einige Zwangsneurosen unserer Zeit, bleibt dabei aber immer respektvoll. Seine Zeilen wirken wie frisch entstaubt vom früheren Lyrik-Muff, und gleichzeitig verbeugt er sich vor die Vers-Meister der Vergangenheit. So schüttelreimt er fröhlich vor sich hin, manchmal mit einem sehr ausgefallenen Versmaß, und findet einige ungewöhnliche und freche Bilder. Aber damit befindet sich in sowohl bester wie auch schelmischer Gesellschaft mit dem einzigartigen Joachim Ringelnatz.

Verschönert werden die einen oder anderen Verse durch einige sehr plakative Illustrationen von Leo Riegel.

Es war mir ein außerordentlich kurzweiliges Vergnügen, mich mit diesen heiteren Gedichten beschäftigen zu dürfen: Beim Zuklappen des Buches schloss ich die Büchse der Pandora wieder und in ihr meine Ängste ein. Lesenswert!!!

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