Moritz Hirche Schattengeburt: Das Leviathan-Projekt

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Inhaltsangabe zu „Schattengeburt: Das Leviathan-Projekt“ von Moritz Hirche

Hartmanns erster Fall: Staatsanwalt Robert Hartmann hat keine Illusionen mehr über seinen Beruf. Er glaubt, alles gesehen zu haben, wozu Menschen fähig sind. Bis ein Hilferuf den Ermittler aus Berlin tief in den Südwesten Deutschlands führt… Zwei bizarr entstellte Leichen auf einer abgelegenen Burg bei Koblenz sind erst der Anfang. Während seiner atemlosen Reise durch eine brutale Vergangenheit verschwimmen die Grenzen zwischen Freund und Feind. Die Ermittlungen zwingen ihn, sich in den Nebel seiner eigenen, unheilvollen Erinnerungen zu begeben. Die blutige Spur reicht aus exotischer Ferne bis in seine unmittelbare Umgebung. Als weitere Menschen auf unerklärliche Weise sterben, muss Hartmann erkennen, dass diese Bedrohung vor niemandem zurückschreckt. Auch er ist nur Figur in einem mächtigen Spiel, dessen Regeln andere bestimmen. Als er ahnt, dass der nächste Zug ihm gilt, steht er längst im Fadenkreuz…

Ein toll geschriebener und anspruchsvoller Thriller.

— eBookNinja
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  • Anspruchsvoll und nichts für schwache Nerven!

    Schattengeburt: Das Leviathan-Projekt

    Linsenliebe

    Das Buch "Schattengeburt" startet mit einem Prolog in der Sicht von Mirko Harnisch, der in seinen Semesterferien einen Job sucht um sich sein Einkommen aufzubessern. Schnell stolpert er über eine Zeitungsanzeige, in der ein Verwalter für die Burg Rothenfels gesucht wird. Mirko denkt sich, das sei ein guter Weg sich ohne viel Aufwand sein Taschengeld zu verdienen und nimmt den Job zufrieden an. Doch dass dies der Anfang seines Endes ist, ahnt er da noch nicht.  Nach dem Prolog geht es in einer anderen Perspektive weiter. Wir lernen den Ermittler Robert Hartmann nicht in einer besonders positiven Phase seines Lebens kennen, eher im Gegenteil. Er ist sehr niedergeschlagen und schnell wird dem Leser auch der Grund klar: Die Trennung von seiner Ehefrau hat er keinesfalls überwunden, ist sie doch erst wenige Stunden her. Mit Whiskey versucht Robert sich auf andere Gedanken zu bringen, was ihm leider gründlich misslingt. Als sein Telefon dann einen Anruf eines ehemaligen Kollegen ankündigt, nimmt er es dankbar an. Dieser redet nicht lange um den heißen Brei herum und fragt Robert, ob er ihn in einem mysteriösen Mordfall unterstützen könne. Obwohl sich diese Tat im entfernten Koblenz zugetragen hat zögert Robert nicht lange und nimmt die Gelegenheit wahr, zuzusagen.  "Er hätte es nicht zugegeben, war aber dankbar für die unverhoffte Gelegenheit, den heimischen Problemen für eine gewisse Zeit den Rücken kehren zu können. Sicher war andererseits auch, dass sie sich während seiner Abwesenheit nicht lösen würden. Eine Flucht löst niemals Probleme." - Seite 27/28  Als Robert nach Koblenz reist und dort in die Ermittlungen in dem Mordfall einsteigt, wird ihm ziemlich schnell klar, dass es sich hierbei um weit mehr handelt als das Offensichtliche. Doch auch die Unterstützung, die er vor Ort erhält, scheint einen Haken zu haben. Nach und nach bekommt Robert immer mehr das Gefühl, dass gegen ihn statt mit ihm gearbeitet wird. Doch wieso? Was hat es mit der distanzierten Frau Major Malmedy auf sich und wieso wird auf einem Beweisstück erhöhte Radioaktivität nachgewiesen? Robert gerät immer mehr in einen Strudel aus sich aufwerfenden Fragen und Beamten, die sich ihm in den Weg stellen und falsche Fährten legen. Moritz Hirche hat in seinem ersten Roman "Schattengeburt" einen sehr sympathischen jungen Mann erschaffen, der gebeutelt von seiner gescheiterten Ehe in einem Ermittlungsfall wieder neue Kraft schöpft. Trotz aller Steine, die ihm durch seine Mitstreiter in den Weg gelegt werden, kämpft Robert sich immer weiter an die Aufklärung des Falles heran. Hat man zu Beginn noch das Gefühl, Robert sei eher ein depressiver Typ, so muss man doch schnell feststellen dass er genau weiß was er will und sich gegen alle Hindernisse durchsetzt um den Weg der Wahrheit zu beschreiten. Er muss feststellen, dass Kollegen und Freunde nicht immer das sind, was sie zu sein vorgeben und mehr als ein mal muss er sich fragen, wem er noch vertrauen kann.  Dieses Spiel um das Vertrauen gefiel mir besonders gut. Ein Thriller muss für mich immer überraschende Wendungen haben und wie schafft man das besser als mit jemandem, der irgendwann sein wahres Ich zeigt und somit eine ganz neue Seite der Handlung aufdeckt? Wenn ich mich als Leser frage, wem man vertrauen kann und wem nicht, wenn ich dem Protagonisten beim Lesen zuschreien will "NEIN, mach das nicht!", ja dann ist die Story gut gelungen. Und das war hier durchaus der Fall. Noch recht weit am Anfang finden wir uns in einem Kapitel wieder, das vor einigen Jahren in einem Militärstützpunkt in Afghanistan spielt. Die Ereignisse, die wir dort als Leser verfolgen, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Gesamtzuzammenhang einfügen, was zunächst verwirrt, die Spannung aber auch steigert. Im folgenden Verlauf der Geschichte habe ich mich immer wieder gefragt, was es mit dieser Sequenz auf sich hatte und ich konnte mich der Frage "Na, wie will Moritz Hirche das wohl auflösen?" nicht verwehren. Soviel sei gesagt: Er löst es sehr schlüssig und überzeugend auf. Für mich hatte die Story Hand und Fuß.  Dass Robert hin und wieder trotz seiner Arbeitsauslastung an seine noch-Ehefrau erinnert wird, innerhalb des Verlaufs jedoch auch jemand anderes kennenlernt, bringt einen ganz anderen Aspekt mit ein, den ich sehr gelungen fand.  Was mich allerdings hin und wieder leicht verwirrt hat, sind einige Perspektivenwechsel, die ich zu Beginn nicht auf Anhieb als solche verstanden habe. Da musste ich dann noch mal den ein oder anderen Abschnitt neu lesen um hinterherzukommen (z.B. Seite 54, Perspektivenwechsel zu Sievers, Seite 55 wieder zu Robert). Das hätte man vielleicht anders machen können, ist aber nicht wirklich störend weil es auch nicht so oft vorkommt. Später im Buch gibt es ein paar Perspektivenwechsel, denen dann ein eigenes Kapitel gewidmet wurde. Diese Regelung finde ich für den Leser sehr gut gewählt und vollkommen passend. Das Format des Buchs hat mich beim Lesen ein Wenig erschlagen, muss ich leider zugeben. Ich schrecke eigentlich nicht vor vielen Seiten zurück und "Schattengeburt" ist auch kein dicker Wälzer, die Seiten sind jedoch keine typischen Taschenbuchseiten und dafür sehr vollgepackt. Das ist sicherlich Geschmackssache, ich für meinen Teil habe bemerkt, dass mich das etwas hemmt und die Seiten nicht so dahinfliegen wie wenn sie weniger bedruckt sind. Wegen dieser beiden Kritikpunkte (Perspektiven und Format) ziehe ich aber nur einen Stern in meiner Wertung ab.  Die Geschichte kann sich wirklich sehen lassen und ist ein Muss für jeden Krimi-Fan und so vergebe ich gerne 4 von 5 Sternen! Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Robert Hartmann und bedanke mich recht herzlich für den sehr netten Kontakt mit Moritz Hirche.

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