Bären sind ja eigentlich wie haarige Cousins aus der Natur – charmant, gemütlich und mit einem gewissen Respektabstand zu genießen. Moritz Klose nimmt uns in Im Reich der Bären mit auf eine Reise durch Wälder, Tundren und Forschungsstationen, und zwar so lebendig, dass ich beim Lesen fast das Gefühl hatte, neben einem brummenden Braunbären zu sitzen (oder zu flüchten – je nach Szene). Seine Mischung aus Abenteuer, Wissenschaft und Naturromantik funktioniert erstaunlich gut: Hier schreibt einer, der weiß, wovon er redet, ohne dabei in Fachchinesisch zu verfallen.
Was mir besonders gefallen hat: Klose hat Humor. Er schafft es, selbst die komplizierte Beziehung zwischen Mensch und Bär mit einem Augenzwinkern zu beleuchten. Wenn er über „Problembären“ schreibt, wird’s plötzlich ernst – aber nie belehrend. Stattdessen fragt man sich unweigerlich: Wer ist hier eigentlich das Problem – der Bär oder wir?
Die Vielfalt der vorgestellten Arten – vom Panda bis zum Eisbären – bringt Abwechslung, und die Fotos sind das Sahnehäubchen. Manchmal wünscht man sich allerdings, Klose würde noch etwas tiefer in die emotionalen Begegnungen eintauchen. An ein, zwei Stellen hat mir das Herzklopfen gefehlt, das man sonst beim Gedanken an einen freilaufenden Grizzly automatisch bekommt.
Unterm Strich: Ein Buch, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Respekt lehrt – und zwar auf die charmante Art. Wer nach der Lektüre keinen Waldspaziergang mit leicht erhöhter Aufmerksamkeit macht, hat definitiv etwas verpasst.







