Moritz Pfeiffer Mein Großvater im Krieg 1939-1945

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Inhaltsangabe zu „Mein Großvater im Krieg 1939-1945“ von Moritz Pfeiffer

Umfragen zufolge sind heutige Jugendliche über die Zeit des Nationalsozialismus besser informiert als die erste Nachkriegsgeneration. Gleichwohl wünschen sie sich einen Opa, der "kein Nazi" oder der im Widerstand war. Eine repräsentative Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Emnid belegt: Fast die Hälfte der Deutschen geht davon aus, die eigenen Eltern oder Großeltern hätten dem Nationalsozialismus sehr negativ oder eher negativ gegenübergestanden. Von den Befragten mit höherem Bildungsniveau schrieben sogar 56 % ihren familiären Zeitzeugen eine NS-kritische Position zu. Nur 6 % räumten ein, ihre Vorfahren seien eher positiv (4 %) oder gar sehr positiv (2 %) eingestellt gewesen. Würde das stimmen, hätte das NS-Reich von Gegnern nur so wimmeln müssen. Das Gegenteil war der Fall. Allein die Wahlergebnisse in der späten Weimarer Republik lassen an diesem familiären Geschichtsbild der Deutschen berechtigte Zweifel aufkommen. Dass die Enkel lieber von einem Anti-Nazi-Opa als von einem Nazi-Opa abstammen möchten und ihnen eine Familiengeschichte ohne Nationalsozialismus und Holocaust lieber ist, mag verständlich sein - wie aber war und ist es wirklich?§Darauf gibt ein neues Buch bedenkenswerte und überraschende Antworten. Über Wochen und Monate hinweg hat der junge Historiker Moritz Pfeiffer seine Großeltern, vor allem seinen Großvater, nach deren Haltung und Erlebnissen im Dritten Reich und Zweiten Weltkrieg befragt. Beide ließen sich vom NS-Regime begeistern und waren, wenn man so will, "Entscheidungsträger". Wie viele andere dienten sie willfährig dem NS-Staat, sei es als BDM-Führerin oder als Wehrmachtsoffizier. Was wussten sie von der Verfolgung von Juden, der grausamen Behandlung von Kriegsgefangenen und anderen Verbrechen? Was erlebten sie im Krieg, sei es an Frontabschnitten oder an der "Heimatfront"? Wie gingen sie nach dem Krieg mit ihren offenbar gewordenen Irrtümern um? Und wie beantworteten sie die Fragen ihres Enkels nach der "Chronologie und Kausalität der Grausamkeiten"?§In umfangreichen Interviews gaben die Großeltern ihm Auskunft. Er zeichnete alles auf und machte daraus ein Erinnerungsbuch. Die achtzig Seiten waren, so Moritz Pfeiffer, "ein Erfolg im Familienkreis, als ich sie zu Weihnachten als Geschenk präsentierte."

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