Moritz Rinke Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

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Inhaltsangabe zu „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“ von Moritz Rinke

»Klug und zum Versinken witzig« Bücher – der Spiegel-Bestseller jetzt als Taschenbuch Worpswas? Worpswede! Ausgerechnet als Paul Wendland mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein: In Worpswede drohen das Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung … Mit seinem furiosen Romandebüt hat Moritz Rinke bereits unzählige Leser begeistert. Mit hinreißender Tragikomik erzählt er von unheimlichen Familiengeheimnissen, vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit, vom Lieben und Verlassenwerden und von einem Dorf im hohen Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land.

Wenn aus dem tiefen Sumpf die Vergangenheit aufsteigt ... sehr amüsante Lektüre!

— Kerstin_Westerbeck
Kerstin_Westerbeck

Nette Urlaubslektüre!

— tina-schk
tina-schk

Schweres Thema leicht erzählt.

— Waldbeere
Waldbeere

Skurril, sympathisch, das Buch macht Spaß ohne albern zu sein

— Anja_Lev
Anja_Lev

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  • Sprichwörtliche Familienleichen im Moor

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    awogfli

    awogfli

    15. December 2016 um 09:12

    Zu Beginn der Geschichte stolperte ich noch komplett orientierungslos durch dieses mir völlig fremde, mit sprunghaftem Erzählstil beschriebene, plattdeutsche Universum. Die sehr humoristische Art des Romans konnte ich anfangs auch nicht verstehen und genießen, denn ich kapierte einfach diesen nordischen Witz überhaupt nicht, wie auch diese fremde Sprache und die ortsansässige Bevölkerung sich für mich wie ein arabisch geschriebenes Buch mit sieben Siegeln darstellten.Und dann passierte ein Lesewunder, wie bei einer gut geschriebenen Science Fiction oder Fantasy Story hat mich der Autor in diese fremde Welt hineingezogen und mich zu einem Teil der Worpsweder Dorfgemeinschaft gemacht. Die Figuren sind derart liebevoll entwickelt, dass es eine Freude ist, die Landschaft wird wundervoll gezeichnet, so als stünde der Leser selbst in den unendlichen Weiten des Moors, historische Tatsachen und erfundene Anekdoten aus der Künstlerkolonie wurden auch derart perfekt miteinander verwoben, dass die Trennlinie zwischen Fakten und Fiktion nahtlos verschwimmen.Das folgende Zitat persifliert eigentlich den ganzen Roman und auch den etwas sprunghaften Erzählstil des Autors:   "Wie sich die Menschen im Nachhinein in die Geschichte und irgendwelche Weltenzusammenhänge hineinerzählten! Wie sie erzählten und erzählten, um den Glanz einer Zeit in ihr Leben hineinleuchten zu lassen. Eine Generation, die älter geworden dasaß und mit Tausenden von Geschichten an die Geschichte anbaute, sodass sich aus dem Dorf eine Stadt und aus der Stadt ein ganzer Moloch aus Legenden und Wahrheiten erhob."Die Handlung dieses Werks hat mich fast am meisten begeistert. Paul Wendland-Kück, ein Berliner Business-Versager mit dem Kopf in den Wolken und massiven Mutter-Abnabelungsproblemen muss zurück in seinen Geburtsort, die Künstlerkolonie Worpswede, da sein Elternhaus droht, im Moor zu versinken. Im Zuge der Bauarbeiten und Grabungen, um dem Familienwohnsitz endlich ein solides Fundament zu verschaffen, tauchen nicht nur sprichwörtlich sondern auch real aus dem Moorgarten mehrere bestgehütete stinkende grausliche Familiengeheimnisse auf. Meine Güte! Was für eine innovative Doppeldeutigkeit, die das Haus und die Beziehungen in der Familie überaus grandios gleichsetzt – quasi Familienaufstellung und Baustelle. Paul und sein möglicherweise Nicht-Verwandter Nullkück, der seinen Spitznamen daher bekam, da seine Kück’sche Abstammung irgendwie fraglich ist und er außerdem an einer Behinderung leidet – was für eine hundsgemeine aber irgendwie auch schräge Interpretation – kämpfen wie Don Quixote an der Vertuschung nach außen und Aufklärung nach innen, der im Stakkato aus dem Moor aufpoppenden bösen Familiengeheimnisse. Dieser Plot hat etwas von einer sehr witzig satirischen aber auch unendlich traurigen Slapstick-Komödie.Vor Rinkes Sprachfabulierkunst kann ich nur den Hut ziehen, sehr knackige Metaphern wunderschön beschrieben bringen uns Land, Leute und auch die Geschichte näher. In Worpswede trennt sich die Bevölkerung in zwei Gruppen von Bewohnern, „Leute mit Kühen bzw. inneren Kühen“, die das Moor und das Dorf nicht für einen Tag verlassen können, also die traditionelle Dorfbevölkerung und „Leute ohne Kühe“, denen die ortsansässigen Künstler zuzuordnen sind. Analog dazu fungieren auch die Vorhänge an den Fenstern.Diese mir anfangs so fremden Menschen werden folgendermaßen sehr treffend beschrieben:   "Ja, hier in diesem flachen Land schnäuzte man grundsätzlich alles weg, was unangenehm zu beantworten war. Die Zeit, in der man hätte antworten oder Dinge ansprechen können, wurde weggeschnäuzt und zwar solange, bis das Leben längst weitergegangen war.“Fazit: Eine absolute Leseempfehlung von mir. Wenn man den etwas zähen Beginn und das Fremdeln überwunden hat, das quasi jeder Tourist zu Beginn seiner Reise erlebt, und es vermag, in den Roman und in Land & Leute einzutauchen, dann kommt restlose Begeisterung auf.

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  • Blut ist dicker als Wasser...

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    AnjaFrieda

    AnjaFrieda

    17. April 2016 um 11:21

    Paul wird aus Berlin nach Worpswede, sein Heimatdorf, beordert, weil sein Erbe den Bach runter geht - oder besser: im Moor versinkt. Dort trifft er auf auf Widrigkeiten, die er aus dem Weg schaffen muss, auf mehrere Geheimnisse, die es zu lüften gilt, seine Vergangenheit, die er zu bewältigen versucht...Dieses Buch hat mich wirklich gefesselt. Die Geschichte ist so detailreich und spannend, dass ich sie nicht aus der Hand legen wollte.Es gibt mehrere Protagonisten. Nicht alles dreht sich nur um Paul! Wer ist eigentlich Paul?! Die Familiengeschichte der Kücks wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da wäre zum einen Peter, der seit 35 Jahren Rachegelüste hegt, weil ihn Pauls Mutter damals wegen eines anderen verlassen hatte und er selbst seit dem nichts mehr auf die Reihe gekriegt hat. Dann gibt es noch den neugieren Nachbarn, der seinem Bildhauer-Rivalen nur zu gern eins Auswischen wollte. Es gibt Marie und Hilde und Grete und den Großvater. Es gibt Nullkück, der liebenswürdigste von allen, dessen Herkunft ein Rätsel darstellt. Eigentlich stellt in Familie Kück alles ein Rätsel dar: Der Butterkuchen, von dem angeblich Willy Brandt abgebissen haben soll, wird eingeschweißt in der Tiefkühltruhe verwahrt und bei jeder Gesellschaft vorgezeigt - genauso, wie ein Kochtopf, der von dem Dichter Rilke stammen soll. Die gesamte Familie ist verschroben und undurchsichtig. Wo ist Marie geblieben? Ist sie wirklich von der Gestapo abgeholt worden oder stimmen etwa die Gerüchte, die man sich im Dorf erzählt? Warum hat Paul eine Moor-Allergie? Gibt es so etwas überhaupt? Wie weit geht Familienehre? Wahrheit oder Pflicht? Warum scheint die Mutter vor allem die Augen zu verschließen? Warum hasst die Großmutter Marie so sehr? Und was zum Henker ist da im Moor versunken? "Nee, so geiht dat nicht!"Das Buch ist sehr interessant geschrieben, die einzelnen Charaktere mit all ihren Eigenheiten und Kanten oder auch Dialekten (Kann man Plattdeutsch als Dialekt bezeichnen?) sehr gut herausgearbeitet. Manchmal werden die einzelnen Passagen etwas lang, besonders wenn sich Peter wieder seinem Selbstmitleid oder Rachegedanken ergibt. Aber aus irgendeinem Grund schafft es der Autor, genau dann ein neues Kapitel anzubrechen, wenn es langweilig wird. Und deshalb wird es nicht langweilig. Es bleibt spannend bis zum Schluss mit Paul auf "Entdeckungsreise" zu gehen.Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Beschreibungen der Kunstgegenstände um die es in diesem Buch geht. Worpswede als Künstlerkolonie hat einige bekannte Maler und Bildhauer herausgebracht, deren Werke sehr lebendig und liebevoll dargestellt sind. Für jeden Kunstliebhaber eine Wonne!Das Ende ist ... erschreckend... bei aller Verkorkstheit der Familie: DAS hätte ich nicht erwartet!

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  • Dunkle Geheimnisse einer norddeutschen Familie

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Waldbeere

    Waldbeere

    27. April 2015 um 13:49

    Worpswede, eine Künstlerstadt im Norden Deutschlands. Hierher kehr Paul Wendland, ein gescheiterter Galerist in Berlin, zurück und muss sein Kindheitshaus vor dem versinken im Teufelsmoor retten. Während seines Aufenthaltes erinnert er sich an seine Kindheit. Sein Großvater, ein großer Bildhauer, wurde gerade von Worpswede zum „Künstler des Jahrhunderts“ gekürt. Dummerweise wurde bei den Trockenbauarbeiten eine Figur ausgegraben, die Hitlers Reichsbauernführer darstellt und der Opa entpuppte sich als Faschist im Dritten Reich. Doch es bleibt nicht nur bei dieser Ausgrabung; die Familie liefert mehr düstere Geheimnisse, die hochkommen. Rinke erzählt diese tragische Geschichte sehr humorvoll und leicht. Das Buch ist gut strukturiert und hat passend dazu Überschriften. Er arbeitet viel mit Zeitsprüngen. Somit erzeugt er Spannung, der Leser erfährt häppchenweise die ganze Wahrheit über die Familie. Dadurch konnte ich aber keine Verbindung mit dem Protagonisten, Paul Wendland, herstellen. Leider konnte ich mich nicht in ihn einfühlen und mitfühlen, mitleiden. Auch seine Beziehung zu seiner Freundin konnte ich nicht nachvollziehen und halte diesen Teil des Romans für streichbar. Trotz der spannenden Geschichte halte ich das Buch für keinen Krimi und würde es auch nicht Krimi-Fans empfehlen. Wer aber geschichtlich und regional interessiert ist, wird sicherlich Freude mit dem Buch haben.

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  • Das kann sich doch keiner ausdenken!

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Ullarulla

    Ullarulla

    14. February 2015 um 01:24

    Inhaltsangabe spare ich mir. Hauptsächlich dreht sich das Buch um die Familie Kück und den sonderlichen Peter Ohlrogge. Alle leben sie in Worpswede bzw. am Rand (in Viehland). Dorfmenschen werden sich in diesem Buch definitiv wiederfinden. Mir kamen oft Gedanken wie: "Kenn' ich gut." Das ganze Buch ist einfach so verflucht authentisch geschrieben! Diese merkwürdigen Kindheitserinnerungen an die sich niemand anderes als man selbst erinnern kann (angeblich...?). Verzerrte Wahrnehmungen, verdrängte Erlebnisse, Butterkuchen, gruselige Nazibauern, inzestuöse Familienverhältnisse. Ich mochte auch den Schreibstil total gerne. Eben so, wie man denkt. Gerade die cholerischen Ohlroggepassagen passen da echt gut. Das Buch ist gegliedert und immer wieder aus der Sicht der verschiedenen Personen geschrieben. Hauptsächlich Paul Wendland-Kück, Peter Ohlrogge und dem Russen. Der Russe ist die einzige Person die ich im Buch irgendwie überflüssig fand. Allerdings auch nicht nervig, doch schon ziemlich lückenfüllerhaft. Trotzdem passt aber alles zusammen und letztlich, allein um der Erklärung willen musste es wohl auch den Typ aus Petersburg geben. Zwischendurch wahnsinnig witzig, wie ich finde. Auch hier, Peter Ohlrogge, der völlig in der Vergangenheit lebt, zumindest auf traurig-tragische Art und Weise. Das Ende hat mich völlig von den Socken gehauen. Ein Geheimnis, über das die ganze Familie jahrelang einfach geschwiegen hat wird gelüftet. Da dachte ich mir dann auch: Das kann sich doch keiner ausdenken!

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  • spannend erzählt

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    dominona

    dominona

    19. October 2014 um 22:03

    Die Künstlerkolonie in Worpswede ist manchem ein Begriff und hier bildet die Historie den Rahmen, da der dort aufgewachsene Paul das Haus seiner Kindheit retten muss - ein Grundbruch droht. Nur bezieht sich dieser Bruch nicht nur auf das Haus - es kommen Dinge zu Tage, die Jahre lang totgeschwiegen wurden. Dieser Roman ist schon fast ein Thriller, aber sehr persönlich und aus wechselnden Perspektiven erzählt; interessant zu lesen und in gewisser Weise typisch norddeutsch.

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  • Weltkunstdorf im braunen Sumpf

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Pongokater

    Pongokater

    02. June 2014 um 20:54

    Rinkes Roman spielt in den nebligen Sümpfen des weltbekannten Künstlerdorfes Worpswede bei Bremen. Neben anderem thematisiert er die in den letzten Jahrzehnten vollzogene Aufdeckung der engen Verquickung der Worpsweder und ihrer Künstler mit dem Nazi-Regime. Viele Autoren hätten hieraus eine sehr dunkle Geschichte gemacht. Nicht so Rinke. Er liefert eine ins Absurde reichende Farce mit viel Humor, ohne den Ernst des Hintergrundes zu verleugnen. Mit der Figur des geistig zurückgebliebenen Nullkück ist ihm obendrein eine besonders beeindruckende Figur gelungen.

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhunder fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Gruenente

    Gruenente

    15. March 2012 um 18:29

    Paul enstammt einer Worpswedener Künstlerfamilie, der Großvater Bildhauer, der Vater Maler, die Mutter findet sich selbst, die Großmutter backt Butterkuchen, den sogar Willy Brandt nicht verschmähte. Jetzt ist Paul erwachsen, der Vater mit einer neuen Famili in den USA, die Mutter auf Lanzarote, die Großeltern tot. Er führt eine erfolglose Galerie in Berlin. Da muss er Heim nach Worpswede um nach seinem Erbe einem alten Haus zu schauen. Dort gibt es viele Verwicklungen mit Nullkück, seinem Onkel und einem ehemaligen Liebhaber seiner Mutter. Statuen die herumstehen und auch welche, die vergraben wurden. Ironisch, manchmal fast grotesk fand ich die erste Hälfte des Buches sehr unterhaltsam, die zweite eher langweilig.

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    28. February 2012 um 09:32

    Rinke erzählt hier wirklich eine mit Tragikkomik durchwachsene Familiengeschichte aus dem berühmten Künstlerdorf Worpswede,in dem Rinke auch geboren wurde. Paul Wendland-Kück ist die Hauptfigur,der von seiner Alt-68-ger Mutter in Lanzarote gebeten wird sich um das Elternhaus in Worpswede zu kümmern und evtl. zu verkaufen,das langsam im morastigen Untergrund zu versinken droht.Paul lebt als erfolgloser Galerist in Berlin und staunt nun über die vielen lebensgroßen Skulpturen,die sein einstmal berühmter Großvater geschaffen und im Garten aufgestellt hatte,darunter sind berühmte Leute wie Willi Brandt, Max Schmeling und sogar Luther.Diese Skulpturen scheinen auch im Moor zu versinken und der einzige Nachfahre dieser Kück-Familie ist ein leicht geistig behinderter junger Mann mit dem Namen Nullkück.Dieser ist für eine geistige Behinderung erstaunlich erfinderisch,er bindet die Skulpturen mit starken Seilen an einen alten Baum,damit sie nicht verinken können.Da Pauls Mutter früher wohl eine aufregende Frau gewesen sein muss kommt der ebenfalls erfolgloe Worpsweder Maler Peter Ohlrogge ins Spiel,der ein Verhältnis mit dieser Mutter hatte und dann einfach abserviert wurde als ein anderer Künstler in Sicht war.Dieser eifersüchtige Protest ist zu komisch,wenn Ohlrogge sich einen Güllewagen leiht und die Hochzeitsgäste seiner Angebeten und die Hochzeitstafel damit bespritzt.Die Schadenersatzforderungen des Brautvaters ruinieren ihn und zwingen ihn zu einem eisamen Leben.Mit seinen heimatkundlichen Recherchen erfährt er dass auch der berühmte Künstler Kück im 3. Reich mit den Nazis paktiert hat,aber das wird wie fast überall einfach totgeschwiegen.Die jetzt nötigen Pfahlgründungen für das Haus scheitern an dem morastigen Untergrund,das Haus und sein Erinnerungen an die Kindkeit brechen entzwei und gleichzeitig erfährt Paul,dass sein wirklicher Vater dieser Ohlrogge ist,was die Mutter ebenfalls verschwiegen hat.Das ist wirklich eine ungewöhnliche Art eine Familiengeschichte zu schreiben!

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhunder fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    stella_schultz

    stella_schultz

    14. February 2012 um 11:38

    Am Anfang liest sich Rinkes Roman eher wie eine Comedy: der Sohn, der sich von seiner Mutter zu emanzipieren versucht (Die Salat-Episoden sind köstlich) und eher recht als schlecht im Künstler- und Galerien-Dasein Berlins dahintreibt, mit ost-europäischen Autoschiebern als Nachbarn und Freundin, die nach Barcelona entschwindet. Auch Worpswede ist zunächst noch herrlich amüsant geschildert mit dem Bauern- und Künstler-Kontrast. Aber all das wird dann durch die zunehmend düster werdende Familiengeschichte überschattet und nicht nur das Haus, sondern ganze Existenzen gehen unter im Moor. Toll geschrieben aber eben erschreckend zugleich!

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    charlot

    charlot

    04. March 2011 um 17:14

    Ein faszinierender Roman um eine Künstlerfamilie in Worpswede. Mit feiner Ironie werden eigensinnige Charaktere und ein Familiengeheimnis, das langsam aus dem Moor auftaucht vom Autor geschickt verflochten. Die Vergangenheit holt eben jeden wieder ein, egal wie man vor ihr weglaufen möchte. Sehr zu empfehlen! Ein hervorragend verfasster Roman, dessen feiner Spannungsbogen den Leser gefangen hält.

  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    galadriel

    galadriel

    26. January 2011 um 17:40

    künstler,worpswede, moor, familiengeschichte, vergangenheit, mutter-sohn-beziehung, berlin

  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    walli007

    walli007

    27. November 2010 um 17:35

    Der Künstler des Jahrhunderts Paul kommt von Berlin nach Worpswede. Er soll die Rettungsmaßnahmen für sein Elternhaus beaufsichtigen. Dieses droht im Teufelsmoor zu versinken. Noch hat es Paul nicht zu viel gebracht, seine Freundin ist nach Barcelona gegangen - ohne ihn. Bei den Arbeiten kommt so manches Geheimnis aus der Vergangenheit zu Tage. Worpswede ist eine Künstlergemeinde in der Nähe von Bremen. Der Großvater Pauls hat Skulpturen gegossen und ist dafür bekannt geworden. Nun soll er Künstler des Jahrhunderts werden. Natürlich wird auch hier die Vergangenheit aufgerührt. Als im riesigen Garten des Grundstücks vergrabene Skulpturen gefunden werden, wirft das weitere unangenehme Fragen auf. Auf die Lektüre dieses Buches war ich gespannt, da es mehrfach gut besprochen wurde. Als ich es in der Bücherei sah, habe ich es mir gleich geschnappt. Leider wurde ich dann doch etwas enttäuscht. Zwar ist die Geschichte irgendwie witzig, tragisch, anrührend, spannend, aber irgendwie konnte mir der Autor seine Protagonisten nicht nahebringen. Für mich war es ein wenig wie eine Schnitzeljagd, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen. Ich hoffe, dass es mir immer geglückt ist. Obwohl die Thematik für mich sehr interessant war, muss ich doch gestehen, dass mich dieses Buch etwas ratlos zurück gelassen hat. Doch sicherlich lag das an mir.

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    *Arienette*

    *Arienette*

    17. September 2010 um 09:06

    Paul ist aufgewachsen in Worpswede, lebt aber jetzt in Berlin und betreibt dort eine eher erfolglose Galerie. Seine Mutter, die in Lanzarote lebt, schickt ihm regelmäßig Salat in die vitaminlose Großstadt. Eines Tages erreicht Paul die Mitteilung, dass sein Elternhaus droht, im Moor zu versinken. Er reist nach Worpswede, um sein Erbe zu retten. Mit zum Erbe gehören die Bronzestatuen seines Großvaters, die im Garten stehen: Willy Brandt, Max Schmeling, Nietzsche und noch einige andere Statuen, welche alle angebunden werden müssen, damit sie nicht versinken. Alte Fragen tauchen auf - war Willy Brandt wirklich auf Besuch und ist es sein Stück Butterkuchen, das in der Tiefkühltruhe lagert? Und da ist die Statue von Marie, um welche sich ein Geheimnis rankt. Und immer wieder erreichen ihn "Muttertelefonate" - auch aus der Ferne will die Mutter instruieren. Damit nicht genug, erscheint eines Tages ein Fremder im Garten, der die Nazi-Vergangenheit der Künstlerfamilie erforschen und bekannt machen will. Themen des Romans sind Verdrängung der Vergangenheit, verschmähte Liebe, Verleugnen und Verlust. Mir hat der Roman gut gefallen, er ist unterhaltsam und recht spannend geschrieben - zudem finden sich tragikomische, skurrile Szenen und trotz des Themas ist der Roman wunderbar leicht geschrieben

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Clari

    Clari

    15. June 2010 um 12:02

    Worpswede: ein Künstlerdorf und Ort einer skurrilen Gesellschaftssatire. Als Paul aus Worpswede nach Berlin zieht, glaubt er, endlich am richtigen Ort angekommen zu sein. Doch weit gefehlt: ein Anruf seiner exaltierten Mutter zwingt ihn zurück an seinen Geburtsort Worpswede, denn das Haus des Großvaters, eines bekannten Bildhauers, droht im Moor zu versinken! Die Mutter ist eine Ausgeburt der 68 ziger Bewegung: sie nervt mit guten Ratschlägen und ständigen Anrufen. Auf der spanischen Insel Lanzarote betreibt sie ein Bewusstseinsstudio. Paul hatte in Berlin sein Glück finden wollen, doch es entgleitet ihm, als seine Freundin nach Barcelona zieht, wo sie sich um Genforschung kümmern will. Seine Gallerie, die er in Berlin Mitte betreibt, muss Paul also vorübergehend verlassen, um zu Hause nach dem Rechten zu schauen. Im Haus und Garten seines Großvaters Paul Kück findet er dessen Plastiken aufgestellt. Sie drohen ebenfalls Schaden zu nehmen. Doch steigen hier die Erinnerungen an all’ das Vergangene hoch, denn Pauls Jugend stand ganz unter dem Eindruck skurriler Künstler und der besonderen Qualität des Künstlerdorfs Worpswede. Die Erinnerungen umfassen fast das halbe Jahrhundert, die Nazizeit inbegriffen. Namen wie Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler, Rainer Maria Rilke, Rodin und Horst Janssen tauchen auf. Sie erschienen im Hause seines Großvaters Paul Kück, der als Bildhauer Unmengen von Plastiken aller bekannten Persönlichkeiten von Rilke bis Brandt und den Stones in seinem Garten vereint. Dass Paul in einem alten Kleiderschrank geboren wurde, weil seine Mutter die natürliche Geburt auf einer Kleiderstange hängend als naturnahen Vorgang empfand, zeigt nur eine der skurrilen Ideen, mit denen uns der Autor Moritz Rinke in seinen Geschichten erheitert. Sein Held Paul fällt wahrlich durchs vorige Jahrhundert, denn er wurde in eine vielseitige und künstlerisch aktive Familie hineingeboren, in der es so manchen eigenwilligen Sonderling gab. Mit Humor und Grandezza meistert der Autor die Darstellung einer einfallsreichen und äußerst amüsanten Geschichte, die durch das Jahrhundert der Künstler führt, ohne darin haften zu bleiben. Worpswede ist der Aufhänger für einen komischen und aufsässigen Helden, der sich seiner Familie zu erwehren versucht. Mit seiner Darstellung erheitert und belustigt der Autor, denn niemand nimmt die Personen alle so recht ernst. Wir lernen auf heitere Weise eine Zeit kennen, in der es nach der Nazizeit, in die selbst der eine oder andere Bewohner des Künstlerdorfes verstrickt war, neben den 68 zigern auch die RAF und andere dramatische Einbrüche gab. Moritz Rinke bleibt in seiner Erzählung der frohgemuten Seite des Lebens zugewandt und unterhält mit einem Feuerwerk an Ideen und guten Einfällen.

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  • Rezension zu "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" von Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel
    Greta

    Greta

    05. March 2010 um 22:46

    "peter ohlrogge lief im schlafanzug um die kühe herum, die ihn graskauend und desinteressiert anstarrten, sie kannten ihn ja schon. ... man könnte sich von der welt verabschieden und in den kuhaugen leben, dachte ohlrogge oft. diese großen dunklen augen schienen ihm einen weg zu weisen ins innere der erde oder auf den grund einer anderen, freundlicheren welt ohne die traurigkeit, die ihn täglich umgab." . "manchmal fragen ihn kollegen von der malschule, ob er mitkommen wolle auf demonstrationen gegen atomkraft oder pershing-II-raketen. einer demonstration gegen die kücks hätte er sich angeschlossen, aber für die umwelt oder den weltfrieden fehlte ihm die kraft. stattdessen läuft er durch das moor und schlägt mit dem stofftaschentuch, das er sich wie alle männer hier zugelegt hat, gegen zaunpfähle, manchmal auch gegen kühe. er weiß nicht, warum." . ... ...

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