Obwohl ich kein großer Fan der olympischen Spiele bin, ich mich ehrlich gesagt nicht mal sonderlich für Sport im Allgemeinen interessiere, hat dieses Sammelsurium rund um die Sommerspiele meine Neugier geweckt.
Auf gut 160 Seiten hat Sportmanager und Autor Moritz Wollert reichlich Überraschendes, Witziges und Berührendes zu den größten internationalen Amateurwettbewerben zusammengetragen. Die Einteilung in magische Momente, Zahlen und Rekorde, Anekdoten und Kurioses sowie Emotionales ist dabei etwas willkürlich geraten, viele Beiträge hätten auch in einer anderen als der gewählten Rubrik aufgeführt werden können.
Es gibt unheimlich Mut machende Geschichten, wie die des ungarischen Schützen Károly Takács: Durch die Explosion einer Granate verliert er seine rechte Hand, nicht aber sein Ziel aus den Augen. Fortan trainiert er mit links und gewinnt zehn Jahre später olympisches Gold mit der Schnellfeuerpistole.
Das Kapitel "Zahlen und Rekorde" bringt einen ebenfalls zum Staunen, allerdings können viele dieser Daten naturgemäß bereits bei den nächsten Wettbewerben überholt sein. Viel interessanter fand ich denn auch so manche Anekdote. Wussten Sie, dass beim Taubenschießwettbewerb der Spiele von Paris im Jahr 1900 noch auf echte Vögel geschossen wurde? Oder dass der Sieg des Luxemburgers Josy Barthel beim 1500-Meter-Lauf 1952 in Helsinki derart überraschend war, dass die Kapelle bei der Siegerehrung die luxemburgische Nationalhymne nicht spielen konnte ...?
Ein paar sprachliche Mängel haben meinen Lesegenuss jedoch getrübt: "Feiern tut er ..." lasse ich einem Grundschüler durchgehen, nicht aber einem studierten Autor. Und "alle repressive Finsternis vermag den Auftritt ... nicht zu überstrahlen" ist ein sehr schiefes Bild. Finsternis kann nichts überstrahlen, überschatten wäre hier das passende Verb.
Alles in allem dennoch ein unterhaltsames und informatives Büchlein, das man ohne große Ansprüche schnell mal zwischendurch lesen kann.

















