Morten Brask Das perfekte Leben des William Sidis

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(7)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das perfekte Leben des William Sidis“ von Morten Brask

Die Presse feierte ihn als "intelligentesten Menschen aller Zeiten", er galt als Beweis für das unerschöpfliche Potential des menschlichen Gehirns: William Sidis, 1898 bis 1944, war ein Wunderkind und ein Star. Im Alter von 18 Monaten liest er die "New York Times", mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen, mit 10 präsentiert er seine Theorie der vierten Dimension. Das sei ganz normal, behauptet sein Vater, für den Intelligenz eine Frage der strikten Erziehung ist. Mit meisterhafter Gestaltungskraft erzählt Morten Brask von einer Zeit, die an den grenzenlosen Fortschritt glaubt, und vom tragischen Schicksal eines unverständlich intelligenten Menschen. Eine unglaubliche wahre Geschichte.

http://www.nixzulesen.de/index.php/2017/05/25/das-perfekte-leb…dis-morten-brask/

— toertchen

Unglaublich interessante und gut geschriebene Romanbiographie, die mir einen Menschen näherbrachte, von dem ich zuvor nie gehört hatte.

— Apfelgruen

Eine einfühlsame, sorgfältig komponierte und hochliterarische Biografie über den wohl intelligentesten Menschen aller Zeiten...

— LitteraeArtesque

Erst Wunderkind, dann klügster Mann der Welt: Die unglaublich wahre Geschichte eines Genies, das lange fast vergessen war. Beeindruckend!

— parden

Eine lesenswerte authentische Geschichte, die sich um Fragen dreht, die auch heute ihre Berechtigung haben und nach Antwort rufen.

— JulesBarrois

Ein faszinierender Mensch, der eigentlich nur ein normales, glückliches Leben leben wollte!

— wunderliteratur
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine große Begabung kann auch ein Fluch sein....

    Das perfekte Leben des William Sidis

    parden

    27. August 2017 um 15:44

    EINE GROSSE BEGABUNG KANN AUCH EIN FLUCH SEIN...Albert Einstein hatte einen geschätzten IQ-Wert von 160-180 und war unbestritten eines der größten Genies des vergangenen Jahrhunderts. William Sidis, der fast zeitgleich zu Einstein lebte, hatte einen geschätzten IQ-Wert von 250-300. Und niemand kennt heute noch seinen Namen. Aber weshalb? Morten Brask widmet sich dieser Frage in seiner einfühlsamen, sorgfältig komponierten und hochliterarischen Biografie dieses längst vergessenen Hochbegabten. Nach jahrelanger Recherche und basierend auf Artikeln, Büchern, Tagebüchern, Briefen und Gerichtsprotokollen, erzählt Morten Brask sehr bildlich und szenisch die wahre Geschichte von William Sidis, einem Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine. 1898 in New York geboren, wird William gleich nach seiner Geburt zum Studienobjekt seines Vaters. Um seinen Sohn zu befähigen, statt der üblichen 10% des Gehirns auch die übrigen 90% zu nutzen, bemüht sich der Psychologe Boris Sedis, William von klein auf eine fördernde Umgebung zu bieten. Denken und Argumentieren statt Spiel und Sport. "Die Einschulung kommt viel zu spät, um anzufangen. Wenn die Kinder sechs sind, ist der kritische Punkt längst vorbei, die mentalen Funktionen des Kindes sind dann schlichtweg atrophiert und degeneriert. Und diesen Fehler dürfen wir nicht begehen. Ich finde, wir sollten Billy schon jetzt wie einen Erwachsenen behandeln, so als könnte er alles, was wir auch können." Und die Erziehung greift: Mit 18 Monaten kann der kleine Billy Zeitung lesen. Mit vier liest er Caesar und Homer im Original. Nicht viel später spricht er fließend Russisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Türkisch, Armenisch - sowie Vendergood, eine von ihm selbst erfundene Kunstsprache, komplett mit eigener Grammatik und Wörterbuch. Die Grundschule verlässt William nach gerade einmal sieben Monaten, die High School hat er nach drei Monaten hinter sich. Mit acht Jahren hat er Zugangsberechtigungen zum Massachusetts Institute of Technology sowie zum Medizinischen Institut in Harvard in der Tasche. Doch selbst die Eliteuniversitäten wissen nicht, wie sie mit dem Extrembegabten umgehen sollen. Erst nachdem Sidis mit 11 Jahren in Harvard einen Vortrag über seine Gedankengänge zur vierten Dimension hält, darf er dort mit dem Studium beginnen.  "Minuten vergehen, ehe der Beifall nachlässt, aber dann kommt die Kakophonie der Stimmen jäh wieder, die Professoren diskutieren über den Vortrag und über William. Einer nach dem anderen kommt und schüttelt Williams Hand und redet und redet, sie seien überwältigt, sagen sie, sie hätten nie etwas Derartiges erlebt; 'ein Licht', 'ein Genie' sind die Worte, die sie in Sätze flechten." Doch mit 11 Jahren studieren? Was macht das mit einem Kind? Intellektuell war William sicher bereit dazu - er, der nicht nur mathematische und sprachliche Begabungen hatte (er sprach letztlich über 40 Sprachen fließend), sondern über ebenso gründliche Kenntnisse der Anatomie, Wirtschaft, Philologie, Jura, Geschichte, Politik und Astronomie verfügte. Aber emotional? Als Kind unter erwachsenen Studenten, ohne seine Eltern oder einen anderen Menschen, der ihn unter seine Fittiche nahm? Und dafür immer im Fokus der Presse, die William als Wunderkind präsentierte und auf immer neue Höchstleistungen wartete?Morten Brask schildert eindrücklich diese Diskrepanz zwischen dem hohen Intellekt einerseits und dem Mangel an emotionaler Zuwendung andererseits. Als Projekt seiner Eltern hatte William Sidis niemals die Möglichkeit, einfach nur Kind zu sein - Sport wurde als unnütze Zeitverschwendung angesehen, ein gemeinsames Spielen mit anderen Kindern gab es nicht. Durch den stetigen Wechsel der Zeitebenen in der Erzählung zwischen der Kindheit und Jugend, dem Leben als jungem Erwachsenen und schließlich seinem letzten Lebensjahr, erhält der Leser hier einen zunehmenden Einblick in das Werden und Leben des William Sidis. Und Morten Brask schafft es, einem diesen hochintelligenten Menschen nahe zu bringen."Die Welt steht dir offen, William.Es kommt nur darauf an, dass du kluge Entscheidungen triffst."Sidis kognitive Leistung ist sicher ein wesentlicher Teil dieser Geschichte und unstrittig faszinierend. Man bekommt als Leser tatsächlich ein Gefühl dafür, wie es ist, derart schlau zu sein. Diese Art, alles sofort zu berechnen, alles auf Anhieb zu verstehen, Verbindungen zu erkennen, auf die sonst kaum jemand kommt. Bei der Schilderung eines möglichen Zusammenhangs von Sonnenflecken und Revolutionen beispielsweise habe ich zunächst nur kopfschüttelnd gegrinst, bevor ich immer aufmerksamer gelesen und gestaunt habe. Doch manches habe ich auch nicht wirklich verstanden, wie z.B. in William Sidis Unterhaltung mit seinem Freund Scharfman, bei der es um Astronomie und um die Möglichkeit ging, die Kräfte der Natur umzukehren sowie um die mögliche Präsenz schwarzer Löcher im Universum. Mein IQ scheint sich einfach nicht in diese schwindelerregenden Bereiche zu erheben...Ein ebenso wesentlicher Teil der Erzählung ist aber auch der übrige William Sidis, seine Gefühle, Interessen, Freunde, Liebe, Einsamkeit. Seine Hypersensibilität, die ihn sämtliche Gerüche, Geräusche, Wahrnehmungen um ein vielfaches stärker und intensiver empfinden lässt als andere. Das ständige Präsentiertwerden als Wunderkind schon in jungem Alter. Seine große und einzige Liebe, die so kurz währt, ihn jedoch ein Leben lang nicht loslässt. Seine erste Stelle als Mathematikdozent, die er aufgibt, weil er von seinen durchweg älteren Studenten ohne Unterlass gehänselt wird, obwohl er für sie eigens ein Lehrbuch verfasst hat (auf Altgriechisch). Auch eine andere Stelle kündigt er, weil er erst später erfährt, dass diese militärischen Zwecken dient - und Sidis ist glühender Pazifist. Seine Verhaftung und seine Anklage vor Gericht aufgrund der Teilnahme an einer ungenehmigten Demonstration der kommunistischen Bewegung. Die darauf folgenden Umerziehungsversuche seiner Eltern durch das Wegsperren in eine Psychiatrie, einschließlich des Verhinderns der Kontaktaufnahme zu Williams Freunden..."Ich möchte ein perfektes Leben führen. Das perfekte Leben lässt sich nur in Abgeschiedenheit führen. Menschenmengen habe ich immer gehasst."Auch wenn Morten Brask hier nicht angklagend schreibt, sondern in wohlgesetzten Formulierungen, eher nüchtern und emotionsarm, wird die wachsende Not Williams beim Lesen zunehmend spürbar. Und doch lässt der Autor die aufsteigende Traurigkeit des Lesers kaum einmal wirklich zu. Denn obschon William schlussendlich ein Leben in Einsamkeit verbringt - er kehrt seinen Eltern, sämtlichen ehrgeizigen Ambitionen und nicht zuletzt auch der hartnäckigen Presse rigoros den Rücken und lebt vollkommen anonym von häufig wechselnden Jobs als einfacher Büroangestellter, schreibt nur noch in seiner Freizeit Artikel und Bücher und widmet sich seiner Fahrkartensammlung - lebt er letztlich das Leben, zu dem er sich bewusst entschieden hat. In Sidis Augen: ein perfektes Leben. "Es gibt wohl kein Leben, das richtiger ist als ein anderes. Man soll danach streben, das Leben zu wählen, das man selber für richtig hält, und wenn man das getan hat, ist das sicher eine Art Lebensperfektion." Im Alter von 46 Jahren stirbt William Sidis an einer Hirnblutung - so einsam, wie er gelebt hat. Ich muss gestehen, dass ich das Buch mit einem Kloß im Hals schloss, nicht jedoch verbittert. Sondern mit dem Gedanken: Was wohl ist ein perfektes Leben? Ist es das Ausschöpfen aller Fähigkeiten, über die man verfügt? Nun, William Sidis hat sich für ein anderes perfektes Leben entschieden. Und dem zolle ich definitiv Respekt.Eine beeindruckende Biografie über ein längst vergessenes Genie, die noch lange nachhallt...© Parden

    Mehr
    • 11
  • William Sidis - ein Wunderkind, das keins sein wollte

    Das Genie

    19angelika63

    RückentextBoston, 1910. Der elfjährige William Sidis wird von der amerikanischen Presse als „Wunderjunge von Harvard“ gefeiert. Sein Vater, Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen überragenden Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten – mit aller Konsequenz.„Boris war ein Idealist gewesen, ein Weltverbesserer, mit jeder Faser seines Herzen. Er wollte die Menschheit von ihrer schlimmsten Seuche befreien, der Dummheit, und somit zugleich vom verrohten Sohn der Dummheit, dem Krieg. Dafür hatte er gelebt. Und als er glaubte, den universalen Impfstoff gegen Dummheit entdeckt zu haben, nämlich seine Erziehungsmethode (…)“ (Seite 488)Als 18jähriger kommt der Urkrainer Boris Sidis 1886 in New York an. Ohne einen Cent betritt er das neue Land, von dem er sich eine Zukunft erhofft. Boris spricht über 20 Sprachen, doch kein Englisch. Er bekommt einen Job, und dank seiner „Sucht“ nach Bildung, lernt er schnell die Sprache und gibt später sogar anderen Einwanderern Sprachunterricht. Boris ist davon überzeugt, dass jeder noch so unbedeutende Mensch etwas ganz großes werden kann, wenn er bereit ist zu lernen. Alles aus sich herauszuholen. Boris selbst entscheidet sich irgendwann Psychologe zu werden, weil ihn das Gehirn und die damit Verbundenen Fähigkeiten fasziniert. Boris Sidis ist davon überzeugt, dass ein spezielles Programm die Leistungsfähigkeit des Gehirns schon im Säuglingsalter geschult werden kann. Er entwickelt die Sidis-Methode.„In Sarahs Vorstellung war Bildung genau das: sich Fertigkeiten aneignen, die das Leben erleichtern. Und weil ihr Leben so schwer war, sehnte sie sich nach Erleichterung, also nach Bildung. Mit Liebe zum Wissen, mit Freude an der Erkenntnis, mit Lernen um des Lernen willen hatte ihr Bildungsdrang nichts zu tun.“ (Seite 64)Sarah wächst in einer großen Familie auf und muss sich immer um die Kleinsten kümmern. Schon früh lernt sie für die Familie zu sorgen. Sarah ist wie Boris aus der Ukraine emigriert und hat keine Schulausbildung. Eines Tages trifft Sarah auf Boris, um bei ihm Unterricht zu nehmen. Und Boris sieht in ihr das perfekte Versuchskaninchen. Er nimmt sich vor, Sarah so zu fördern und zu unterrichten, dass sie Medizin studieren kann. Und was  eigentlich sehr unwahrscheinlich scheint, gelingt. Außerdem verliebt sich Sarah in Boris. Sie heiraten und kurz darauf kommt William zur Welt.„Nein. Erziehung ist die Hilfe, die Kinder von Erwachsenen bekommen müssen, um ihre geistigen Fähigkeiten zu entwickeln. Alle Eltern wissen, dass ihr Kind körperlich zurückbleib, wenn sie ihm nicht genug Nahrung geben. Um die Ernährung seines Gehirns kümmern sie sich seltsamerweise viel weniger. Die Folgen kann man überall beobachten. Es gibt jede Menge kleinwüchsige, körperlich unterentwickelte Menschen, die als Kind zu wenig zu essen hatten. Aber was es noch viel häufiger gibt, das sind geistige Krüppel. Es sind so viele, dass es kaum jemandem auffällt, wie schlecht ihr Kopf funktioniert, weil die allermeisten anderen genauso verkrüppelt sind. Ist das nicht ein Jammer? Kein Organ, kein Muskel, kein einziger Teil des Körpers wird so schlecht trainiert wie ausgerechnet das Gehirn. Da hat die Natur dem Menschen ihr größtes Wunderwerk geschenkt, und was macht er damit? Er lässt es verfaulen und verrotten.“ (Seite 157/ 158)William wird vom ersten Tag seiner Geburt an von seinen Eltern Boris und Sarah unterrichtet. Das fängt im Kleinen an … Boris läuft ums Bett mit einem Glöckchen, damit William schon früh seine Aufmerksamkeit fokussiert. Und so geht es weiter und weiter … William überspringt Schulklassen, studiert früh und wird als „Wunderkind von Harvard“ gefeiert. Kein einfacher Weg, auch nicht für seinen Vater Boris, der sich immer und immer wieder mit einem sperrigen Schulsystem auseinander setzen muss. Irgendwann hat William genug und flieht aus seinem Leben. Er will nicht immer von allen Menschen „gebraucht“ werden. Er möchte sein Leben leben, auch wenn er am Anfang keine Ahnung hat, wie es aussehen soll. Er weiß nur ein, er will nicht mehr dieses Wunderkind sein. Er will William sein, ein junger Mann, der ein selbstbestimmtes Leben führen möchte. Doch kann er da schaffen?„Das perfekte Leben, dachte er lächelnd. Um das perfekte Leben zu führen, muss man sich zurückziehen und möglichst wenig mit anderen Menschen zu tun haben. Das hatte er schon als Heranwachsender gewusst.“ (Seite 473)Was für grandioses Debüt!!! Ich bin hin und weg. Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich keine „dicken“ Wälzer lese. Doch dieses Buch hatte mich von der ersten bis zur letzten Seite im Griff. Klaus Cäsar Zehrer schafft es mit einer unendlichen Leichtigkeit die Familiengeschichte der Sidis zu erzählen. Einer Familie, der Bildung unendlich wichtig war. Ich bekam einen Einblick über die Möglichkeiten der Manipulation und des Gehirntrainings. Schon im ersten Kapitel, dem Kapitel in dem Boris in Amerika ankommt und wie er sich dann bildet und immer weiter bildet, mit welcher Verbissenheit er gegen die „Verdummung“ der Menschen kämpft ist schon echt krass. Ich habe ihn irgendwie für seinen Ehrgeiz bewundert. Und vieles scheint auch schlüssig und nachvollziehbar zu sein.Als dann William geboren wird, bekomme ich das erste Mal ein beklemmendes Gefühl. Und eine Frage taucht in meinem Kopf auf … wie kann man einen so kleinen Wurm schon so triezen. Statt Gefühle werden Sprachen und Formen, Zahlen und Wörter dem kleinen Jungen eingetrichtert. Jetzt fällt mir beim Lesen etwas auf … Boris fehlt es an Empathie … jeglicher Empathie. Und William? Auch ihm scheint sie zu fehlen. An vielen Stellen im Buch habe ich mich gefragt, darf man seinem Kind so etwas  machen?  Darf mein ein Kind/ einen Säugling mit solch einer Methode „fördern“? Nie wird William gefragt, ob er das möchte. Der Ehrgeiz seines Vaters ist so groß, und die kindliche Stimme so klein. Aber auch in unserer heutigen Welt ist es oft der Ehrgeiz der Eltern, der das Leben der Kinder bestimmt.Irgendwann verlässt William seine Familie und das Leben des Genies. Ich habe so sehr gehofft, dass er nun ein „normales“ Leben führen kann. Doch leider holt ihn „das Genie“ immer und immer wieder ein. Mir hat William einfach nur noch leid getan. Was für ein armer Mensch. Er wollte einfach nur leben, ein einfaches Leben, doch die Menschheit hat ihn bis zur letzten Sekunde nicht in Frieden gelassen.„Ich bin der einzige Normale. Das merkt nur keiner, weil die Welt verrückt ist.“ (Seite 590)“Klaus Cäsar Zehrer erzählt diese Familiengeschichte, eine Geschichte über Bildung,  sehr anschaulich, leicht und überaus spannenden sowie informativ. Da fliegen 650 Seiten nur so davon …Chapeau Klaus Cäsar Zehrer!!!

    Mehr
    • 6
  • Wer kennt den intelligentesten Menschen aller Zeiten?

    Das perfekte Leben des William Sidis

    Ancareen

    27. February 2017 um 21:24

    William Sidis ist keine fiktionale Figur. Er lebte tatsächlich und gilt als der intelligenteste Mensch aller Zeiten. Wie kann es sein, dass er nie in der Geschichtsschreibung auftaucht, es gibt kaum Veröffentlichungen von ihm gibt? Nur die Sensationspresse schrieb immer wieder über ihn. „Man soll danach streben, das Leben zu wählen, das man selber für richtig hält,...“. William gibt diesen Ratschlag Nat, seinem Freund, der reichlich Alkohol trinkt und seine wissenschaftliche Laufbahn auf diese Weise ruiniert. Hatte William die Möglichkeit so zu leben, wie er es für richtig hielt? Die Handlung des Romans beginnt 1944 in einem riesigen Bürogebäude in dichtem Nebel. William ist ein Büroangestellter, der nun schon seit 20 Tagen an diesem Ort arbeitet und auf jeden Fall unerkannt bleiben will. Dann folgt ein Sprung zurück in das Jahr 1910. William ist elf Jahre alt und hält in Harvard einen Vortrag über die vierte Dimension vor einem gefüllten Saal, in der ersten Reihe sein Vater Boris. Die Kluft zwischen diesen beiden Situationen könnte größer nicht sein. Mit diesen Sprüngen durch die Zeit erzählt Morten Brask von Williams Leben. Die einzelnen Szenen lassen ein komplexes Bild entstehen, seine Kindheit, das Leben seiner Eltern,seine große Liebe Martha, seine Flucht aus der psychiatrischen Klinik, sein Leben als Büroangestellter.Mich fesselte die Art der Komposition und die Sprache mit der Morton Brask von dem sensiblen Mann erzählt.

    Mehr
  • Klug, einsam und doch perfekt!?

    Das perfekte Leben des William Sidis

    JulesBarrois

    30. January 2017 um 09:30

    Das perfekte Leben des William Sidis - Morten Brask (Autor), Peter Urban-Halle (Übersetzer), 368 Seiten, Verlag Nagel & Kimche AG (30. Januar 2017), 24,00 €, ISBN-13: 978-3312010134 Vor diesem Buch sagte mir der Name William Sidis gar nichts. Meine Neugier wandelte sich beim Lesen sehr schnell in Verblüffung: Da ist jemand außergewöhnlich intelligent und klug. Verpflichtet ihn das auch, seine Fähigkeiten in den Dienst der Gesellschaft zu stellen? Wie kann so ein Talent, das wie kein anderes für den Fortschritt des menschlichen Wissens beigetragen haben sollte, ohne eine Spur in der Geschichte verschwinden? Diese Frage stellt sich mir beim Lesen dieser Biographie. Wer war William Sidis? Er lebte von 1898 bis 1944 in den Vereinigten Staaten und hatte den höchsten Intelligenzquotienten, geschätzt bei etwa 250 bis 300. Er konnte lesen bevor er zwei Jahre alt war, mit drei Jahren sprach er Griechisch und Latein. Mit acht Jahren absolvierte er in nur zwölf Wochen die High-School. Bis dahin hatte er bereits vier Bücher geschrieben. Mit 11 Jahren begann er sein Studium an der Harvard-University und hielt dort schon in diesem Alter Vorträge über nichteuklidische Geometrie und die vierte Dimension. Also ein Wunderkind. Dem Höhenflug folgte ein jäher Sturz. Sidis konnte sich gerade noch graduieren, musste bald schlecht bezahlte Jobs annehmen und gar eine Gefängnisstrafe absitzen und starb, nur 46 Jahre alt, als mittelloser Misanthrop. Und trotzdem war er am glücklichsten allein und wollte nur in Ruhe gelassen werden. Sein Vater lehrte Psychologie an der Harvard-University und seine Mutter war Ärztin. Beide regten ihn vom Babyalter an, sein Gehirn zu benutzen und sahen keinen Sinn darin ihn spielen zu lassen, vor allem nicht mit anderen Kindern. So entwickelte sich William Sidis zu einem ganz anderen und sehr einsamen Kind, das sich mit dem sozialen Leben schwer tat. Er hatte natürlich auch Bekannte und einen Freund namens Nathaniel Sharfman. Er lebte und starb einsam. Und es gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass ihn diese Einsamkeit unglücklich machte. „Ich möchte ein perfektes Leben führen. Das perfekte Leben lässt sich nur in Abgeschiedenheit führen. Menschenmengen habe ich immer gehasst.“ Morten Brask schreibt einen dokumentarischen und doch nachdenklichen, hochliterarischen Roman über den wahrscheinlich klügsten und einsamsten Mann der Welt. Es ist nicht einfach nur eine Biographie, sondern eine Interpretation von William und seinem Schicksal. Er geht den Fragen nach: Warum ist ein so begabter Mensch heute unbekannt? Was war sein Leben? Was ist passiert? Was ist schief gelaufen? Was bringt einen Menschen dazu zu sagen, „Der einzige Weg, das perfekte Leben zu leben, ist es in der Einsamkeit zu leben." William Sidis lebte fast gleichzeitig mit Albert Einstein. Aber wo Einstein ein weltbekannter Physiker wurde, beendete William sein Leben in der Anonymität. Wie kam es dazu? War seine Intelligenz angeboren oder anerzogen? Der Autor lässt die Geschichte in drei Erzähllinien entstehen: Seine Kindheit und Jugend, seine Beteiligung an der sozialistischen Bewegung und nicht zuletzt (keusche) Liebesaffäre mit Martha und sein letztes Jahre 1944. Seine Sprache ist einfach, nicht im Sinne von oberflächlich oder primitiv, sondern im Sinne von nüchtern, von einer durchaus lobenswerten Trockenheit. Es gelingt ihm, in diesem spannenden Roman hinter den tausend Gesichtern eines Genies, das wahre Gesicht des Menschen William Sidis zu entdecken. Es ist das starke Porträt eines in vielerlei Hinsicht vernachlässigten Kindes. Die Quintessenz aus diesem Buch lautet für mich: Es gibt viele Möglichkeiten, das Leben zu leben. Niemand sagt, dass die traditionelle Familie, Kinder und Karriere auf jeden Fall die einzige Möglichkeit ist, ein perfektes Leben zu leben. Und es bleibt die Frage: Ist ein perfektes Leben auch ein glückliches Leben? Oder wie Sidis selber sagte: „Es gibt wohl kein Leben, das richtiger ist als ein anderes.“ (Seite 315) Eine lesenswerte authentische Geschichte, die sich um Fragen dreht, die auch und besonders heute ihre Berechtigung haben und nach Antwort rufen, z.B. für die groteske Tendenz, dass Eltern völlig unkritisch ihre mehr oder weniger talentierten Sprösslinge als hochbegabt bezeichnen und alles tun, damit andere das auch so sehen. Das Buch liefert dazu einige Antworten und lässt viel Raum zum eigenen Nachdenken. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Nagel & Kimche Verlags Verlages https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-perfekte-leben-des-william-sidis/978-3-312-01013-4/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de         

    Mehr
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

    Mehr
    • 1932
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks