Morten Ramsland

 4.2 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Hundsköpfe, Sumobrüder und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Morten Ramsland

Dänisches Lebensgefühl feinfühlig interpretiert: Morten Ramsland wohnt und arbeitet in Dänemark. Seine Familie stammt aus Norwegen. Vor seiner Geburt zog sie in die Nähe der Stadt Odense. Dort erblickte er 1971 das Licht der Welt. Während der Schulzeit mochte er Mathematik und Biologie. Literatur und Sprachen interessierten ihn wenig. Als er eines Tages eine Gedichtsammlung von Michael Strunge Jensen las, änderte sich alles. Von einem Tag auf den anderen begann er, Gedichte zu schreiben. Im Jahr 1993 erschien seine Gedichtsammlung „Wenn die Vögel wegdriften“. Es folgte ein Studium an der Universität Aarhus in Dänisch und Kunstgeschichte bis 1999. Währenddessen schrieb er weiter Gedichte und den Lyrikroman „Akazienfluss“. Die Werke floppten, dennoch war der Däne davon überzeugt, dass er ein Autor sein würde. Nach dem Studium reiste er nach Indien und lernte die Romane des indisch-britischen Autors Salman Rushdie kennen. Das brachte neue Inspiration. Zurück in Dänemark stellte er vier Bilderbücher und den Familienroman „Hundsköpfe“ fertig, der 2005 erschien. Übersetzt in 15 Sprachen brachte er seinen Durchbruch und drei dänische Literaturpreise. Es folgten vier Bilderbücher für Kinder und 2010 der Roman „Sumobrüder“. Für die humorvolle und einfühlsame Geschichte über das Erwachsenwerden erhielt er 2010 ebenfalls einen dänischen Literaturpreis.

Alle Bücher von Morten Ramsland

Hundsköpfe

Hundsköpfe

 (58)
Erschienen am 01.04.2008
Sumobrüder

Sumobrüder

 (7)
Erschienen am 28.07.2011
Ungeheuer!

Ungeheuer!

 (3)
Erschienen am 01.08.2007
Die Legende vom goldenen Ei

Die Legende vom goldenen Ei

 (2)
Erschienen am 07.08.2018
Als Bernhard ein Loch in den Himmel schoss

Als Bernhard ein Loch in den Himmel schoss

 (0)
Erschienen am 06.02.2009
Hundsköpfe

Hundsköpfe

 (4)
Erschienen am 01.09.2006
Doghead

Doghead

 (0)
Erschienen am 06.07.2010

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Rezension zu "Die Legende vom goldenen Ei" von Morten Ramsland

Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor
Buchraettinvor 3 Monaten

Die Geschichte hat etwas Märchenhaftes an sich.
Es ist keine Geschichte mit Prinzen und Prinzessinnen, sondern eine Geschichte, in der auch ein König auftaucht, es schon viel auch um eine Art Aberglauben geht, ein goldenes Ei mit einer sehr ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte und die auch oft diese etwas dustere, geheimnisvolle Stimmung, die man so aus Märchen kennt umgibt.
Mir hat die Art der Erzählung auch sehr gut gefallen. Ein Großvater, der dem Ich -Erzähler, seinem Enkel Geschichten von früher erzählt. Der Enkel ist ein Ich-Erzähler und eröffnet das Buch. Die ersten Szenen im Buch sind schon ein wenig duster, brutal, gruselig- sie geben schon ein wenig den Ausblick auf das was da kommen wird. Hier hat der Junge eine Art Vision, ein Mann mit einer Maulwurffalle., daneben ein Zwerg.
Die ersten Seiten haben etwas Dramatisches und man wundert sich hier, wo will diese Geschichte mit mir als Leser hin? Doch es klärt sich alles. Das düstere, Dramatischer, Dunkle, Geheimnisvolle, das bleibt bestehen. Aber das Besondere an diesem Buch war, dass der Gr0ßvater dem Enkel und damit auch dem Leser diese Geschichten von früher erzählt.
Früher, als die Menschen Leibeigene waren, dann freigelassen wurden und hungern mussten. Früher, als ein Sagenkönig durch das Land ritt. Eine junge Frau, die nicht schwanger wurde, bis er auf die traf. Die Geburt eines Jungen, eines Königssohns und ein Geheimnis.
Das Besondere an diesen Erzählungen war auch, dass der Großvater, dann immer mal vor und auch zurückspringt in den Erzählzeiten. Er berichtet immer von den Vorfahren, geht hier aber aus Ereignisse vor der Geburt des Königssohnes ein und auch auf seine Nachfahren und als Leser taucht man ein in diese doch sehr dustere Welt des Hungerns, des Aberglaubens, der magischen Geschichten.
Es hat diese Figuren, ein sagenhafter König, eine weise alte Frau, ihrer Tochter, die schwanger wird- ein Kind- 2 Placentas- eine Überraschung.
Ich mochte die Bilder im Buch, die Moorlandschaften, wenn es draußen so duster ist und regnet, bekommt das Buch noch einen leicht unheimlichen Ton dazu. Die hungernden leidenden Menschen, die ausgrabenden Wurzeln der alten Frau, die unglaublichen Taten- das hat schon manchmal auch eine Art Gänsehautfeeeling die Geschichte.
Aber was ist das Geheimnis dieses goldenen Eies?
Mir hat das sehr gut gefallen. Es ist anspruchsvoll, ein wenig magisch, voller Aberglauben, ein wenig Magie und wer Märchen liebt, der wird hier denke ich auch ebenso begeistert lesen können und sich entführen lassen in diese Geschichten.
Dem Autor ist es gelungen eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen.
Es ist wirklich sehr fesselnd zu lesen und ich merkte beim Lesen, wie ich förmlich eintauchen konnte in diese Welt, diese Zeit, die Figuren.
Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor, er zieht mich in diese magische- märchenhafte Welt und ließ mich die Geschichte gefesselt lesen.

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Rezension zu "Die Legende vom goldenen Ei" von Morten Ramsland

Morton Ramsland | DIE LEGENDE VOM GOLDENEN EI
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Monaten

Vor einigen Jahren legte Morten Ramsland mit seinem Roman HUNDSKÖPFE eine grandiose Familiensaga hin, die für mich ganz eindeutig zu den Büchern des Jahres gehörte. Der Folgeroman SUMOBRÜDER konnte mich dagegen nicht überzeugen – eine Orgie der Gewalt unter Schulkindern ohne tieferen Sinn. Nun hat er mit DIE LEGENDE VOM GOLDENEN EI eine Art Märchengeschichte vorgelegt, nach deren Klappentext ich nicht lange gefackelt und zugegriffen habe.

Das besagte goldene Ei ist ein Relikt einer längst vergangenen Zeit, das seit unzähligen Generationen im Besitz einer Familie auf der dänischen Insel Fünen ist. Wie es in die Familie gekommen ist, auf welch verzweigten und ungeahnten Pfaden es sein Ziel gefunden hat, wäre über die Jahrhunderte längst vergessen, wenn dieses Ei nicht die Erinnerung selbst wäre. Wer es berührt, kennt die komplette Geschichte, und dieses Wissen muss bewahrt werden. Da ist von Moorhexen die Rede und sagenhaften Rittern, von Dorfdeppen und Königen, von magischen Steinen, Liebestränken und der heiligen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Doch nicht alle Familienmitglieder haben die Gabe, das Ei zu lesen, und in unserer heutigen durchtechnisierten Welt gibt es immer weniger, die überhaupt noch daran interessiert sind.

Morten Ramsland (*1971) erzählt in bester Märchentradition von den Anfängen des Eies – gefunden in der Nachgeburt einer von einem stolzen Ritter geschwängerten Dorfschönheit. Die Sprache während dieser mittelalterlichen Szenen ist sagen- und legendentypisch dick auftragen, geschwollen und voller Übertreibungen. Ich persönlich brauchte ein paar Seiten, um mich richtig in den Textfluss einzufinden. Besonders viel Aufmerksamkeit schenkt Ramsland dem Thema Aberglaube – und hat offenkundig große Freude dabei. Fast alle Bewohner des ländlichen Fünen sind unchristianisierte Heiden und legen in ihrem Weltverständnis eine Logik an den Tag, die an Naivität und Irrglauben kaum zu überbieten ist – ein Heidenspaß!

Durchbrochen werden die alten Geschichten durch eine Rahmenhandlung aus heutiger Zeit. Ein Großvater erzählt während ein paar Besuchen seines Enkels – des Ich-Erzählers übrigens – die Legende des Goldenen Eies, gerade noch rechtzeitig, denn viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.

Im Großen und Ganzen ist Ramsland ein lesenswertes Märchenbuch gelungen, sprachlich überzeugend und voller witziger Anekdoten. Allerdings schleicht sich hier und da, gerade zum Ende hin, ein Übergewicht an Nebenschauplätzen ein, das den Roman unnötig aufbläht. Ach ja, und zum Attribut Märchenbuch sollte unbedingt noch eine Warnung ausgegeben werden: DIESES BUCH IST NICHTS FÜR KINDER! Manche Szenen sind erschütternd brutal – da musste selbst ich manchmal kurz durchatmen bevor ich weiterlas –, andere wiederum dermaßen obzön, dass die Säfte schon vom Buchrand tropfen.

Ansonten: Viel Spaß!

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Rezension zu "Sumobrüder" von Morten Ramsland

Morten Ramsland | SUMOBRÜDER
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT:  In einem Vorort von Odense (mit dem irreführenden Namen Paradiesgarten) ist die Hölle los. Die Geschichte spielt in den frühen 1980ern und handelt vom halbstarken Lars und seinen Freunden und Feinden, die sich pausenlos bekriegen, verprügeln, verarschen und demütigen. Von den Eltern ist keine Hilfe zu erwarten; die haben ihre eigenen Probleme zu bewältigen. Hinzu kommt die aufkeimende Pubertät mit all ihren verwirrenden Gefühlen. Alles nicht leicht unter einen Hut zu bringen, aber wer im Paradiesgarten Schwäche zeigt, geht unter.

FORM:  Ramsland hat vor ein paar Jahren mit HUNDSKÖPFE einen grandiosen Familienroman vorgelegt. SUMOBRÜDER dagegen fährt literarisch eher auf halber Kraft. Die Kapitel sind eine Aneinanderreihung von kurzen Episoden voller Gewalt und Ekel. Das fängt alles ganz witzig an, über Mit-Fröschen-Tennis-Spielen und Auf-Nachbars-Petersilie-Kacken kann man schon gut lachen. Allerdings wendet sich das Blatt schon bald, die Szenen werden ernster und härter, und das Lachen ist einem dann schon lange vergangen. Trotz den durchaus gelungenen Beschreibungen und Charakteren, nutzt sich das System nach einer Weile ab. Mit jedem Kapitel wird noch eine Schippe draufgepackt, noch ein Gang höher geschaltet, das störte mich ab der Hälfte irgendwie.

FAZIT: Kein großer Wurf. Ich vergebe drei Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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