Die Legende vom goldenen Ei

von Morten Ramsland 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Die Legende vom goldenen Ei
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Buchraettins avatar

Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor, er zieht mich in diese magische- märchenhafte Welt

Alle 2 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Legende vom goldenen Ei"

'Wie soll etwas einen Sinn ergeben, wenn wir die Geschichten nicht kennen?' Ein Junge ist mit seinem Großvater durch ein heftiges Leiden verbunden. Vielleicht können die Erzählungen des Großvaters es erklären, Geschichten aus einer Zeit, in der Magie und Aberglaube alltäglich waren, in der Sagenkönige, Zwerge und Moorweiber durch das Land streiften und Menschen mit der Natur in Einklang lebten. Aber auch aus einer Zeit des Hungers und der Pest. Verwurzelt in der Familiengeschichte, handeln diese Sagen von Außenseitern wie dem Maulwurfsfänger Thord und Sten dem Zwerg oder von dessen Tochter Freja. Und von einem Ei, golden und magisch, das die Generationen verbindet. Die heraufbeschworenen Bilder sind oft schmerzhaft, aber sie treffen ins Mark.
Mit der 'Legende vom goldenen Ei' reiht sich Morten Ramsland einmal mehr in die große Tradition der skandinavischen Märchen- und Sagenerzähler ein: Es ist ein rauer, intensiver Roman über die Wucht des Geschichtenerzählens. Morten Ramsland webt darin einen sprachlich kraftvollen Zauber, der das Leben beschreibt, wie es ist – brutal, ehrlich und wunderschön.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783895614224
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:280 Seiten
Verlag:Schöffling
Erscheinungsdatum:07.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor, er zieht mich in diese magische- märchenhafte Welt
    Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor

    Die Geschichte hat etwas Märchenhaftes an sich.
    Es ist keine Geschichte mit Prinzen und Prinzessinnen, sondern eine Geschichte, in der auch ein König auftaucht, es schon viel auch um eine Art Aberglauben geht, ein goldenes Ei mit einer sehr ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte und die auch oft diese etwas dustere, geheimnisvolle Stimmung, die man so aus Märchen kennt umgibt.
    Mir hat die Art der Erzählung auch sehr gut gefallen. Ein Großvater, der dem Ich -Erzähler, seinem Enkel Geschichten von früher erzählt. Der Enkel ist ein Ich-Erzähler und eröffnet das Buch. Die ersten Szenen im Buch sind schon ein wenig duster, brutal, gruselig- sie geben schon ein wenig den Ausblick auf das was da kommen wird. Hier hat der Junge eine Art Vision, ein Mann mit einer Maulwurffalle., daneben ein Zwerg.
    Die ersten Seiten haben etwas Dramatisches und man wundert sich hier, wo will diese Geschichte mit mir als Leser hin? Doch es klärt sich alles. Das düstere, Dramatischer, Dunkle, Geheimnisvolle, das bleibt bestehen. Aber das Besondere an diesem Buch war, dass der Gr0ßvater dem Enkel und damit auch dem Leser diese Geschichten von früher erzählt.
    Früher, als die Menschen Leibeigene waren, dann freigelassen wurden und hungern mussten. Früher, als ein Sagenkönig durch das Land ritt. Eine junge Frau, die nicht schwanger wurde, bis er auf die traf. Die Geburt eines Jungen, eines Königssohns und ein Geheimnis.
    Das Besondere an diesen Erzählungen war auch, dass der Großvater, dann immer mal vor und auch zurückspringt in den Erzählzeiten. Er berichtet immer von den Vorfahren, geht hier aber aus Ereignisse vor der Geburt des Königssohnes ein und auch auf seine Nachfahren und als Leser taucht man ein in diese doch sehr dustere Welt des Hungerns, des Aberglaubens, der magischen Geschichten.
    Es hat diese Figuren, ein sagenhafter König, eine weise alte Frau, ihrer Tochter, die schwanger wird- ein Kind- 2 Placentas- eine Überraschung.
    Ich mochte die Bilder im Buch, die Moorlandschaften, wenn es draußen so duster ist und regnet, bekommt das Buch noch einen leicht unheimlichen Ton dazu. Die hungernden leidenden Menschen, die ausgrabenden Wurzeln der alten Frau, die unglaublichen Taten- das hat schon manchmal auch eine Art Gänsehautfeeeling die Geschichte.
    Aber was ist das Geheimnis dieses goldenen Eies?
    Mir hat das sehr gut gefallen. Es ist anspruchsvoll, ein wenig magisch, voller Aberglauben, ein wenig Magie und wer Märchen liebt, der wird hier denke ich auch ebenso begeistert lesen können und sich entführen lassen in diese Geschichten.
    Dem Autor ist es gelungen eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen.
    Es ist wirklich sehr fesselnd zu lesen und ich merkte beim Lesen, wie ich förmlich eintauchen konnte in diese Welt, diese Zeit, die Figuren.
    Eine tolle Erzählstimme hat dieser Autor, er zieht mich in diese magische- märchenhafte Welt und ließ mich die Geschichte gefesselt lesen.

    Kommentieren0
    30
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Monaten
    Morton Ramsland | DIE LEGENDE VOM GOLDENEN EI

    Vor einigen Jahren legte Morten Ramsland mit seinem Roman HUNDSKÖPFE eine grandiose Familiensaga hin, die für mich ganz eindeutig zu den Büchern des Jahres gehörte. Der Folgeroman SUMOBRÜDER konnte mich dagegen nicht überzeugen – eine Orgie der Gewalt unter Schulkindern ohne tieferen Sinn. Nun hat er mit DIE LEGENDE VOM GOLDENEN EI eine Art Märchengeschichte vorgelegt, nach deren Klappentext ich nicht lange gefackelt und zugegriffen habe.

    Das besagte goldene Ei ist ein Relikt einer längst vergangenen Zeit, das seit unzähligen Generationen im Besitz einer Familie auf der dänischen Insel Fünen ist. Wie es in die Familie gekommen ist, auf welch verzweigten und ungeahnten Pfaden es sein Ziel gefunden hat, wäre über die Jahrhunderte längst vergessen, wenn dieses Ei nicht die Erinnerung selbst wäre. Wer es berührt, kennt die komplette Geschichte, und dieses Wissen muss bewahrt werden. Da ist von Moorhexen die Rede und sagenhaften Rittern, von Dorfdeppen und Königen, von magischen Steinen, Liebestränken und der heiligen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Doch nicht alle Familienmitglieder haben die Gabe, das Ei zu lesen, und in unserer heutigen durchtechnisierten Welt gibt es immer weniger, die überhaupt noch daran interessiert sind.

    Morten Ramsland (*1971) erzählt in bester Märchentradition von den Anfängen des Eies – gefunden in der Nachgeburt einer von einem stolzen Ritter geschwängerten Dorfschönheit. Die Sprache während dieser mittelalterlichen Szenen ist sagen- und legendentypisch dick auftragen, geschwollen und voller Übertreibungen. Ich persönlich brauchte ein paar Seiten, um mich richtig in den Textfluss einzufinden. Besonders viel Aufmerksamkeit schenkt Ramsland dem Thema Aberglaube – und hat offenkundig große Freude dabei. Fast alle Bewohner des ländlichen Fünen sind unchristianisierte Heiden und legen in ihrem Weltverständnis eine Logik an den Tag, die an Naivität und Irrglauben kaum zu überbieten ist – ein Heidenspaß!

    Durchbrochen werden die alten Geschichten durch eine Rahmenhandlung aus heutiger Zeit. Ein Großvater erzählt während ein paar Besuchen seines Enkels – des Ich-Erzählers übrigens – die Legende des Goldenen Eies, gerade noch rechtzeitig, denn viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.

    Im Großen und Ganzen ist Ramsland ein lesenswertes Märchenbuch gelungen, sprachlich überzeugend und voller witziger Anekdoten. Allerdings schleicht sich hier und da, gerade zum Ende hin, ein Übergewicht an Nebenschauplätzen ein, das den Roman unnötig aufbläht. Ach ja, und zum Attribut Märchenbuch sollte unbedingt noch eine Warnung ausgegeben werden: DIESES BUCH IST NICHTS FÜR KINDER! Manche Szenen sind erschütternd brutal – da musste selbst ich manchmal kurz durchatmen bevor ich weiterlas –, andere wiederum dermaßen obzön, dass die Säfte schon vom Buchrand tropfen.

    Ansonten: Viel Spaß!

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks