Moshe Zuckermann

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Autor von Antisemit!, Der allgegenwärtige Antisemit und weiteren Büchern.

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Der allgegenwärtige Antisemit
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Neu erschienen am 04.09.2018 als Taschenbuch bei Westend.
Der allgegenwärtige Antisemit
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Moshe ZuckermannAntisemit!
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Antisemit!
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Erschienen am 13.10.2010
Moshe ZuckermannDer allgegenwärtige Antisemit
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Der allgegenwärtige Antisemit
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Erschienen am 04.09.2018
Moshe ZuckermannIsraels Schicksal
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Israels Schicksal
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Erschienen am 30.09.2014
Moshe ZuckermannZeit der Lemminge
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Zeit der Lemminge
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Erschienen am 01.06.2007
Moshe ZuckermannZwischen Politik und Kultur - Juden in der DDR
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Moshe ZuckermannKunst und Publikum
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Kunst und Publikum
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Erschienen am 01.08.2002
Moshe ZuckermannZweierlei Holocaust
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Zweierlei Holocaust
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Erschienen am 01.01.1999
Moshe ZuckermannDeutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel der deutschsprachigen Literatur
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Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel der deutschsprachigen Literatur

Neue Rezensionen zu Moshe Zuckermann

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der allgegenwärtige Antisemit" von Moshe Zuckermann

EIn Ungeist geht um in Deutschland ....
Bellis-Perennisvor einem Monat

Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen. Es bedarf erhöhter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. 

Klappentext: 

Ein Ungeist geht um in Deutschland - in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos und ungebrochen Begriffe durcheinandergeworfen, Menschen perfide verleumdet und verfolgt, Juden von Nicht-Juden des Antisemitismus bezichtigt. Die Debattenkultur in Deutschland ist vergiftet und die Realität völlig aus dem Blickfeld des Diskurses geraten. Deutsche solidarisieren sich mit einem Israel, das seit mindestens fünfzig Jahren Palästinenser knechtet, und wer das kritisiert, wird schnell zum Antisemiten. Moshe Zuckermann nimmt in seinem Buch den aktuellen Diskurs schonungslos in den Blick und spricht sich für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der deutsch-israelischen Geschichte aus.

 

Dieses Buch aus der Feder von Moshe Zuckermann, der als Sohn jüdisch-polnischer Holocaust-Überlebender in Israel geboren wurde und später in Frankfurt am Main studierte, versucht die unterschiedlichen Begriffe, die missverständlich und missbräuchlich verwendet werden, wieder gerade zu rücken. 

Es beginnt schon mit dem Begriff „Shoah“, der im Hebräischen eigentlich Naturkatastrophe bedeutet. Der Völkermord durch die Nazis eine Naturkatastrophe gleich einem Tornado oder Erbeben? Auch die Bezeichnung „Holocaust“ hat ursprünglich, im antiken Griechenland, eine andere Bedeutung, nämlich Weiheopfer oder Brandopfer. Allerdings klingen beide Termini nicht ganz so sperrig wie „Massenvernichtung des europäischen Judentums“, das kommunikationstechnisch ziemlich untauglich ist.  

Noch schwieriger wird es, Bezeichnungen wie Antisemitismus, Antizionismus und israelkritisch in den richtigen Kontext zu stellen. Ist jemand, der es nicht gut findet, dass Israel die Palästinenser, die seit Jahrhunderten in ihren angestammten Gebieten leben, umbringen lässt, ein Antisemit?

Diesen und ähnlichen Kombinationen zwischen den drei oben genannten Begriffen geht der Autor in dem Kapitel „Einsichten“ (S. 154 ff.) nach. 

Darf man nun sagen, dass Israel keine Demokratie (mehr) ist, sondern nur ein rechtsradikales Kollektiv, ohne des Antisemitismus bezichtigt zu werden?

Der israelischen Regierung gehören einige Mitglieder an, die wegen Korruption, Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Staatsgeldern, Vergewaltigung und anderer Straftaten rechtskräftig verurteilt wurden. Das klingt jetzt nicht nach einer modernen Demokratie, oder? 

Die derzeitige Regierung WILL um keinen Preis einen Frieden mit den Palästinensern. Alle jene, die sich für eine friedliche Lösung dieses Konfliktes stark machen, werden mundtot gemacht. So ist es auch erklärbar, dass der Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung Yitzak Rabin von einem ultraorthodoxen Juden erschossen wurde. 

Warum man keinen Frieden mit den Arabern will? Sie sind der Kitt, der das fragile Staatsgebilde Israel zusammenhält. Der Staat steht ohne das einigende Feindbild „Palästinenser“ vor einem Bürgerkrieg, denn eine große Gruppe der Israelis ist eher säkular eingestellt und möchte einfach in Ruhe leben und ihren Geschäften nachgehen.  

Und was hat das alles mit Deutschland zu tun? Die Furcht angesichts der Nazi-Vergangenheit erneut als antisemitisch dazustehen, lässt viele Deutsche und auch Teile der Regierung alle Verbrechen, die Israel an den Arabern verübt, als „Notwehr“ zu stilisieren. Man liefert Waffen, stellt Geheimdienstinfos und Geld zur Verfügung.

Vor allem die deutschen Linken, heißen die Aktionen der Israelis gut. Wer Israel kritisiert, wird sofort ins Rechte Eck gestellt und verleumdet. 

Man hat in der Vergangenheit verabsäumt, den Expansionsbestrebungen Israels Grenzen zu setzen. Jetzt ist der Karren völlig verfahren und eine friedliche Lösung weiter weg, denn je. 

Fazit: 

Ein sehr aufschlussreiches Buch, dem ich gerne 5 Stern gebe. Eine unbedingte Leseempfehlung für Leser, die sich ein objektiveres Bild machen wollen.


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W

Rezension zu "Israels Schicksal" von Moshe Zuckermann

Der Zionismus glaubt selbst nicht mehr an die Zukunft seiner eigenen Projekts
WinfriedStanzickvor 4 Jahren


 

 

Der Sohn polnischer Holocaust- Überlebender Moshe Zuckerman entschloss sich mit 20 Jahren, seinen zehnjährigen Aufenthalt in Deutschland zu beenden und wieder nach Israel zurückzukehren, wo er 1949 in Tel Aviv geboren war. Dort avancierte der mittlerweile in seiner Geburtsstadt als Professor für Geschichte und Philosophie lehrende Wissenschaftler zu einem bekannten, profunden und deswegen auch anerkannten Kritiker der israelischen Politik. Er ist ein engagierter Vertreter der Zwei-Staaten-Lösung, mit der er glaubt, dass der schon Jahrzehnte andauernde und den Weltfrieden bedrohende israelisch-palästinensische Konflikt befriedet und gelöst werden kann.

Sein 2009 erschienenes Buch "Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus" wurde nicht nur in Israel sehr beachtet und diskutiert. Sein nun hier wieder im Promedia Verlag erschienenes Buch „Israel Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt“ ist fünf Jahre danach so etwas wie eine skeptische Fortsetzung.

 

Genau beschreibt Zuckermann die Absichten, mit denen Israels politische Führer und Ideologen den Staat Israel, dem er sich verbunden weiß,  an einen historischen Punkt gebracht haben, von dem nur noch Sackgassen in die Zukunft zu führen scheinen. Zwei Alternativen scheinen  möglich. Zum einen kann sich Israel endlich für eine Zwei-Staaten-Lösung entscheiden und dementsprechend seine Siedlungspolitik aufzugeben. Nichts deutet in der gegenwärtigen Politik, aber auch in der Mehrheitsmeinung der jüdischen Bevölkerung darauf hin, dass eine solche Lösung auch nur den Hauch einer Chance hat. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass eine solche binationale Lösung die bislang tragende Staatsideologie, den Zionismus infrage stellen würde.

 

Die andere Variante ist die Fortsetzung der gegenwärtigen Politik, die in den Tendenz zu einer demographischen Situation führt, in der die Juden im eigenen Land eine Minderheit sind. Ein Apartheid-Staat wäre die Folge.

 

Auch im neuen Buch proklamiert Moshe Zuckermann eine Zwei-Staaten-Lösung und forscht den Ursachen nach, warum es nicht zu einer nur so erfolgreichen Rettung des zionistischen Projekts kommt.

 

Viele Gründe für die verfahrene Situation in Israel und Palästina sind genannt worden und wurden im letzten Gaza-Krieg wiederholt. Einmal sind die Palästinenser schuld an ihrer Situation, ein anderes Mal ist die Sicherheitslage im  arabischen Umfeld verantwortlich oder die innere Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft.

 

Moshe Zuckermann wagt eine neue These: der Zionismus glaubt selbst nicht mehr an die Zukunft seiner eigenen Projekts.


 

 

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W

Rezension zu "Antisemit!" von Moshe Zuckermann

Rezension zu "Antisemit!" von Moshe Zuckermann
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Der Sohn polnischer Holocaust –Überlebender Moshe Zuckerman entschloss sich mit 20 Jahren, seinen zehnjährigen Aufenthalt in Deutschland zu beenden und wieder nach Israel zurückzukehren, wo er 1949 in Tel Aviv geboren war. Dort avancierte der mittlerweile in seiner Geburtsstadt als Professor für Geschichte und Philosophie lehrende Wissenschaftler zu einem bekannten, profunden und deswegen auch anerkannten Kritiker der israelischen Politik. Er ist ein engagierter Vertreter der Zwei-Staaten-Lösung, mit der er glaubt, dass der schon Jahrzehnte andauernde und den Weltfrieden bedrohende israelisch-palästinensische Konflikt befriedet und gelöst werden kann.

Sein 2009 erschienenes Buch „Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus“ wurde nicht nur in Israel sehr beachtet und diskutiert.

In dem hier vorliegenden Buch befasst er sich mit der Geschichte des Antisemitismusvorwurfs als Herrschaftsinstrument. Er konstatiert, dass die Verwendung des Antisemitismus-Vorwurfs als Parole im vermeintlichen Kampf gegen Antisemitismus „in einen fürchterliche Epidemie umgeschlagen ist“. Dieses Instrument sei schon lange zu einem ideologischen Totschlagargument politisch-moralischer Gutmenschen geworden.

Man muss es erklären, um genau verstehen zu können, was da in der Debatte abgeht. Denn: „Zu viel steht auf dem Spiel. Zu desaströs sind die Auswirkungen dieser Epidemie auf vernunftgesteuerte, emanzipative Bestrebungen der Gegenwart. Zu offensichtlich kommen gerade jene zu Schaden, die die historisch Verfolgten und ihre Nachkommen ‚beschützen’ wollen – freilich nicht zuletzt durch das Selbstversschulden derer, die sich im Wohlgefühl einer Solidarität ausruhen, die keine ist und ihrem Wesen nach auch keine sein kann.“

Diese differenzierten und kompetenten Aufsätze sind eine Pflichtlektüre für alle, die sich vielleicht schon sehr lange mit dem Antisemitismus, aber auch mit dem Staat Israel, und dem Konflikt zwischen Juden und Palästinensern auseinandersetzen. Auch die immer wieder entlang dieser Muster aufflammenden Debatten in Deutschland kann man nach der Lektüre diese Buches besser einordnen.

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